29 April 2008

Elektro: Bastler rollt auf nur einer Achse

Zugegeben: Das Konzept ist nicht ganz neu - wie der Erfolg und die kürzlich erfolgte Straßenzulassung des Elektrorollers Segway in Deutschland beweist.

Doch die Schönheit des Fahrzeugs liegt wie bei allen Dingen im Auge des Betrachters - und deshalb hat der erst 18-jährige Kanadier Ben Gulak einen Treffer gelandet. In mühsamer Handarbeit hat er aus den Rahmenresten einer Yamaha R1, zwei Felgen mit Bereifung sowohl einer handgezogenen Verkleidung das einachsige Experimentalmotorrad UNO gebaut.

Herz des Einzelstücks ist allerdings die komplexe elektronische Anlage - zwei Gyrokompasse überwachen jeweils die Neigung des Fahrzeugs nach Vorne, Hinten sowie nach der Seite; die Impulse werden von der elektronischen Motorsteuerung in Antriebsgeschwindigkeit und Koordination der Doppelbereifung bei Kurvenfahrten umgesetzt.

Über Geschwindigkeit und Reichweite des Bastlerstücks, das mit handelsüblichen Batterien bestückt ist, hat Ben Gulak nichts bekannt gegeben; auch die Wahrscheinlichkeit, dass der UNO jemals in dieser Form in Serie über die Straßen rollt, ist eher gering.

Doch als Kopfgeburt eines 18-jährigen Mechanikers ist die UNO allemal bemerkenswert. Well done, Ben!

Mehr dazu beim MotorcycleMojo-Magazin.

28 April 2008

Heide - Indien: Enfield-Fahrer sind an der tükischen Schwarzmeer-Küste

Vergangene Woche hatten wir über die Handvoll Enfield-Fahrer berichtet, die auf dem alten Hippie-Trail unterwegs nach New Dehli sind.

Inzwischen ist der Konvoi - er schleppt sich relativ Enfield-typisch von einer kleinen Reparatur zur nächsten - am Schwarzen-Meer angelangt. Neueste Berichte und Fotos vom jeweiligen Tag findet Ihr unter http://paul.blog.ch.

Wen nun das Fernweh gepackt hat, für den bietet sich immer noch die Gelegenheit, eine Enfield bei Wheel of India zu chartern für die Rückreise, die am 15. Juni in Delhi beginnt.

Ihr müsstet Euch bis spätestens Pfingsten entscheiden, da Visa für 3 Länder - Iran, Pakistan, Indien - besorgt werden müssen. Das dauert ca. 4-5 Wochen. Und wer einen Blick auf die aktuellen Bilder geworfen hat: Die Rückfahrt garantiert mehr Sonnenschein!

Der Reisewart

25 April 2008

Ducati: neues Modell A47-72 in Hannover vorgestellt

Für eine knallige Überraschung hat Ducati auf der Hannovermesse gesorgt. Die Italiener aus Bologna stellten auf der weltgrößten Technikschau, die noch bis zum 25. April ihre Tore offen hat, völlig überraschend zwei neue Modelle vor.

Die neue Duc A47-72 - in den Dimensionen sehr kompakt gebaut - glänzt vor allem durch die überragende elektronische Ausstattung - mit insgesamt vier farblich in Ducati-rot gehaltenen LED-Anzeigen stehen dem Käufer nun Informationen zur Verfügung, die andere Anbieter nicht im Programm haben.

Das Spitzenmodell A47-72-SP bietet zusätzlich noch RS 485 an, eine Technologie, die bisher in dieser Verbindung bei noch keinem anderen Hersteller zu finden ist. Ducati hofft, mit den beiden Modellen, die ab sofort zu moderaten Preisen zu bestellen sind, vor allem den in letzter Zeit schwierigen europäischen Markt zu erreichen.

Erste Bilder der beiden neuen Modell gibt es hier ...


(Mit Dank an Ingo; da merkt man doch gleich, was ein guter Rechercheur ist.)

23 April 2008

Reisefieber: Auf dem Weg nach Indien

Ziemlich unbemerkt von der Öffentlichkeit, aber gleichsam fest entschlossen hat sich am 20. April eine Handvoll Motoristen aus Deutschland, Schweiz und Österreich auf den Weg von Schneverdingen in den Lüneburger Heide nach Neu Delhi in Indien gemacht.

Das zum Reiseziel passende Transportmittel: die guten alten indischen Enfields, allesamt vom Veranstalter des Trips Wheel of India direkt aus dem Werk in die Heide geschafft.

Seit der Trupp am 20. April losgezogen ist, wird die Reise nicht nur mit der Kamera, sondern auch für das gute alte Medium Radio - das ja nun Audio-Web-Stream heisst - dokumentiert.

Wer heute abend zwischen 19:00 und 20:00 Uhr Zeit hat, kann im Livestream bei Radio ZuSa mithören, wie die Teilnehmer Jörg und Olaf über die Überlandtour Deutschland-Dehli berichten - mit O-Ton einiger Mitreisender, die Jörg am Samstag noch kurz vor der Abreise interviewt hat.

Die beiden bestreiten mit der Interview-Reportage heute die 50. Sendung von "Radio Rastenschleifer", ein ehrenamtliches Programm von Motorradfahrern für Motorradfahrer, das alle 2 Wochen immer mittwochs ausgestrahlt wird - in bestimmten Teilen Niedersachsens auch im Rundfunk zu empfangen. (Frequenzen unter "Links" bei Wheel of India).

Zum Radiohören am Rechner geht man auf die Seite http://www.rastenschleifer.net/, klickt dann auf den Unterpunkt "Livestream von Radio ZuSa", und schon gehts los.

Update: Inzwischen hat uns ein Bild der Enfield-Karawane aus Ungarn erreicht. Voila.


Der Medienwart

21 April 2008

Ausflug: Warum nicht mal zu ner Ausstellung in Hannover?

Nachdem der Frühling sich jetzt langsam und zumindest tageweise durchsetzt, gilt es die Frage zu beantworten, wohin die Kurzausflüge führen könnten. Von Mai bis Mitte Juli definitv nach Hannover.

Ok, der Vorort von Hamburg ist grundsätzlich zwar kein erstrebenswertes Moppedziel, doch das Historische Museum vor Ort hat bis 20. Juli eine ohne Einschränkungen sehenswerte Ausstellung zu bieten: "Halbstark auf zwei Rädern", eine Kulturschau der Fünfziger Jahre, die Zeit also, in der die Massenmotorisierung begann und nicht nur Jugendliche, sondern alle Mobilitätsfreunde aus der (finanziellen) Not geboren das Moped als Lieblingsspielzeug entdeckten.

Dank der Unterstützung von engagierten Privatsammlern sind nun viele Mopeds hannoverscher und niedersächsischer Marken zu sehen. Doch die Ausstellung richtet sich nicht nur an Technik-Fans: Originelle Museumsstücke wie etwa jener Klepper-Mantel, mit dem ein Moped-Pilot jahrelang dem Fahrtwind trotzte, oder der Pantherkopf, mit dem die Mopedbauer in Braunschweig ihren Arbeitsplatz schmückten, ergänzen die kleine, feine Fahrzeugschau. Für Zeitkolorit sorgen Fotos, Dokumente und Werbematerial.

"Erzählt werden Geschichten vom Mopedalltag, in dem sich das kleine Zweirad getreu der damaligen Werbung als „Fahrzeug des Berufstätigen“ bewährte, erzählt wird aber auch von aufregenden Mopedtouren über die Alpen ins Land der Vespas und Lambrettas. Und natürlich geht es um die „Halbstarken“. Zu deren durch Vorbilder in Kino und Medien gezeichneten Bild gehörte das Moped beinahe ebenso wie die Haartolle, die Rock’n’Roller-Lederjacke und die Zigarette im Mundwinkel."

Die Ausstellung wurde schon am 1. April eröffnet und bleibt noch bis 20. Juli in Hannover. Am 25. Mai 2008 findet ab 11:00 Uhr ein Moped-Frühstück statt; Sammler und Fahrer von historischen Mopeds und Rollern treffen sich zum „halbstarken“ Frühstück, zum Staunen und Bestaunen lassen, sowie zum Fachsimpeln über alles, was Pedale hat und historisch knattert.

Mehr Infos über Anfahrt, Öffnungszeiten usw. siehe hier.

Der Kulturwart

17 April 2008

Ducati: VW-Piech meldet angeblich Kaufinteresse an

Neues aus der Ducati-Gerüchteküche: Nachdem im vergangenen Herbst noch Harley-Davidson als potentieller Investor oder Käufer der italienischen Motorrad-Edelmarke genannt wurde, ist nun VW an der Reihe.

Ferdinand Piëch, nicht unumstrittener Aufsichtsrat des größten europäischen Fahrzeug-Mischkonzerns und bekannt für seine unternehmerischen Alleinfahrten, hat in einem Gespräch - vermeldet von der Süddeutschen Zeitung - anklingen lassen, dass der Konzern sehr wohl am Erwerb eines "kleinen, wertvollen Motorradherstellers" interessiert sein könnte.

Nach den Informationen der SZ trauert Piëch noch immer dem Jahr 1985 nach, als Ducati in Not war und man den Hersteller "für einen Apfel und ein Ei" hätte kriegen können. Piëch outete sich selbst als Duc-Fahrer - es ist eine 1098: "180 PS - und mehr Leistung pro Kilogramm als eine 1001-PS-Bugatti."

Seit 1985, als Ducati tatsächlich völlig am Boden lag, hat die Edelschmiede im Bologneser Stadtteil Borge Panigale einen beachtlichen Turnaround hingelegt: „Ende der Achtziger ging es bergab, es wurde nichts mehr investiert, und Mitte der Neunziger waren wir völlig am Boden. Die Technik und die Maschinen wie die 916 waren Spitzenklasse, aber Geld gab es keins in der Kasse“, erzählt der Museums-Kurator und Chronist der Marke Livio Lodi. „Erst der Einstieg der TPG 1996 hat uns gerettet.“

Die TPG ist die Texas Pacific Group. Die amerikanischen Investoren kauften Ducati von der Cagiva-Gruppe der Gebrüder Castiglioni und standen bei der Übernahme unter Heuschrecken-Verdacht. Doch die Amerikaner zerschlugen die Firma nicht, sondern setzten auf eine langfristige Strategie: Sie tauschten unter der Leitung von Federico Minoli das Management aus, führten japanische Fertigungseffizienz ein, und krempelten die Produktion komplett um.

Mit neuen Modelle wie dem Superbike 996 und 1098, der Hypermotard und dem Reiseliner Multistrada ist die Marke inzwischen wieder gut aufgestellt und in die Gewinnzone gefahren. Die TGP hatte wie Kurator Lodi erkannt, dass die Marke Ducati ein noch ungehobener Schatz war.

2006 hat die TPG Ducati wieder abgegeben – an die italienischen Eigentümer von InvestIndustrial S.A. und sicher mit einer netten Rendite. Seit 2007 hat InvestIndustrial immer wieder signalisiert, dass die Investoren an einem Weiterverkauf durchaus interessiert wären. Ein Angebot von VW, das angeblich mit einem Co-Investor - einer kanadischen Finanzgruppe - bereits die Ducati-Zahlen unter die Lupe nimmt, würde also nicht auf taube Ohren treffen.

(c) Jochen Vorfelder

16 April 2008

Ducati: Irgendwie läufts nicht so rund bei den Jungs aus Borgo Panigale ...


Nach drei MotoGP-Rennen trägt Italiens zweirädige Flag-Gondel Trauer: Casey Stoner ist in den letzten Wochen extrem schmallippig, die enttäuschenden Plätze in Spanien und Portugal entsprechen in keiner Weise den hohen Erwartungen. Düsterer siehts für den mit viel Hoffnungen angekauften Marco Melandri aus - er dödelt abgeschlagen hinterher; die Handhabung seiner Maschine ist ihm immer noch so fremd wie der Gebrauch die englische Sprache.

Dabei hatten die Meistermacher in Bologna vor der Saison voll auf MotoGp und Konzentration aufs Wesentliche, nämlich die Titelverteidigung, gesetzt - alles vorgeblich Nebensächliche war über den Löffel barbiert worden.

Beispiel 1: Die amtierende Superstock-Europameisterin der Frauen, Nina Prinz, war noch Anfang Dezember 2007 bester Erwartung, ihren Titel auch dieses Jahr auf einer 1098 verteidigen zu können. Dann kam Mitte Dezember per lapidarer Mail das Aus: kein weiterer Support für den Frauen-Rennstall mehr. Freiwillige Aufgabe des Meistertitels durch Ducati Corse, aber nicht einmal eine offizielle Presseerklärung. Eine Nachfrage bei der Pressestelle erzeugte - betretenes Schweigen. Hinter vorgehaltener Hand war lediglich zu vernehmen, dass alle verfügbaren Gelder in die MotoGP gepumpt werden sollten.

Jeder Euro ist da offensichlich nötig: Nach inoffiziellen Schätzungen kostet eine Renn-Saison der MotoGP - von Bayliss und den Supersports gar nicht zu reden - derzeit um die 45 Millionen Euro, von denen zwar der Löwenanteil von den Sponsoren gebracht wird, aber Ducati selbst muß etwa 3 Millionen beisteuern.

Sparen ist also angesagt - und nicht nur bei den Frauen.

Beispiel 2: Ducati ist zwar weiterhin noch auf der Sponsorenliste der Motogiro d'Italia, aber das in den letzten Jahren unentbehrliche Know-How, die Pressefahrzeuge, die Mechaniker und der Werkstattwagen wird abgezogen. Drastisch ausgedrückt: Die Motogiro d'Italia 2008 steht auf dem Schlauch, und der ist platt.

Wohin geht die Strategie: Über den Atlantik, in die USA. Ducati hat mit massivem Aufwand die diesjährige und erste Motogiro America supportet und alle verfügbaren Mittel dort hineingepumpt, weil auf dem amerikanischen Markt - so die Hoffnung der Verkaufsstrategen - in Zukunft die Musik beim Verkauf von Premium-bikes spielt.

Wenn sich da die Jungs mal nicht täuschen - und der in Deutschland und Italien gerade wieder bröckelte Marktanteil abgeht wie eine Lawine ins Tal.

Nina Prinz fährt jetzt übrigens Yamaha... nicht nur bei den Frauen, sondern erstmals auch bei der IDM. Die Flagge für die ersten beiden Läufe fällt am 27. April auf dem Lausitzring.

Der Sportwart

04 April 2008

Japan: Moppet-Garage mit Haus oder Haus mit Moppet-Garage?


Toyko gehts nicht anders - oder vielleicht noch schlimmer - als anderen weltweiten Metropolen: Der Wohnraum ist begrenzt, der umbaute Raum fast unbezahlbar; der moderne Urbanist muß zurammenrücken und lebt Wabe an Wabe.


Da ist Leidensfähigkeit gefragt und Phantasie bei Architekten: Solche haben die drei Japanischen Gestalter Yuji Nakae, Akiyoshi Takagi und Hirofumi bewiesen, die gemeinsam die NE Appartements entwickelt und ihren Bau überwacht haben.


Das besondere an dem Block mit acht Wohneinheiten außer dem geschmeidigen Äußere und Innere: Das Gebäude ist mit direkter Zufahrt zu einer kleinen Garge mit Werkstatt und Trockener speziell für Motorradfahrer konzipiert.

Mehr Infos: hier bei dezeenmit weiteren guten Fotos.

Der Stylewart