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02 Dezember 2009

Yamaha Motors: In der Krise wird jeder Yen gespart ...

Passend zu den verheerenden Produktionszahlen im Oktober diese kleine, schmutzige Geschichte über Yamaha: http://tiny.cc/yamaha
Ich stelle mir das - um im Sport-Bild zu bleiben - bei Bayer Leverkusen ungefähr so vor: Tante Käthe aka Rudi Völler geht in den Ruhestand, Rene Adler muss in die Produktion oder wird Rezeptionist am Leverkusener Hauptsitz von Bayer.
Überhaupt werden alle Verträge mit den teuren Bayer-Profis storniert. Statt dessen spielt nächstes Jahr in der Ersten Liga ein Team mit, das beliebig aus den jeweiligen Kurzarbeitern rekrutiert wird... Der Trainer wirds schon richten.

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Motorradmarkt: das Leiden der Japaner in Zahlen vom Oktober 2009

Die Japan Automobile Manufacturers Association (JAMA) ist ein getreuer Lieferant von Statistiken - auch wenn sie weh tun. So weh wie die aktuellen Oktober 2009-Zahlen über die vier großen japanischen Motorradhersteller:

Hier die Kurzzusammenfassung:

1. Im Oktober 2009 wurden 51.018 Fahrzeuge gebaut - ein Minus von - 69.105 Stück und - 57,5 Prozent im Vergleich zum Oktober 2008.

2. Das in Europa (und bei moto1203) relevante Segment über 250 Kubik verlor im gleichen Zeitraum - 64,9 Prozent.

3. In die EU wurden im Oktober 2009 16.992 Stück geliefert - ein sattes Minus von - 79,3 Prozent.

4. Kawasaki hat die Produktion im Oktober um 62,6 Prozent zurückgefahren.

5. Das ganze ist eine Momentaufnahme für den Oktober, aber die Zahlen für die ersten Zehn Minate des Jahres Jan. - Okt. 2009 sprechen eine ähnliche Sprache: Die großen Vier produzierten 544.405 Einheiten - ein Rückgang von aktuell 45,7 Prozent im Vergleich zu den 1.003.099 Stück im gleichen Zeitraum 2008.

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27 November 2009

Test BMW S 1000 RR: Flaggschiff unter den Supersportlern


Mit dem Supersportler S 1000 RR ist BMW ein überzeugender Wurf gelungen. Das Sportgerät kann es locker mit der Konkurrenz aufnehmen - und macht auch abseits der Rennstrecke eine brillante Figur. SPIEGEL ONLINE fuhr den Hoffnungsträger, der ab 5. Dezember in den Läden steht.

Dieses Motorrad und dieser Artikel sind doch kompletter Müll - oder?  
Wer will, kann darüber im SPON-Forum  diskutieren

Fotostrecke bei SPIEGEL ONLINE
Google Map mit Bildern von der Fahrtstrecke

Ganz unten am südwestlichen Zipfel von Portugal steht ein alter Leuchtturm auf der hohen Klippe von Capo de Sao Vicente. Christoph Columbus umsegelte 1492 dieses Kap auf seiner ersten Fahrt gen Westen. Columbus vertraute bei der Reise allein seinen seemännischen Fähigkeiten und der Überzeugung, hinter den rauen Gewässern sein Glück und Gold zu finden.
Wie passend, dass BMW Motorrad nicht weit von Capo Sao Vicente sein Supersport-Modell S 1000 RR vorstellt. Mit diesem Modell soll Geld verdient werden, in einem für die Bayern bisher unerreichten Neuland.
Der Supersportler-Markt ist ein Haifischbecken, in dem sich die vier Hersteller Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki tummeln. Sie haben bisher im Kampf um Marktanteile noch jeden Eindringling verscheucht. Das Segment lohnt sich: In guten Jahren - die nach der Branchenkrise wieder kommen sollen - werden jährlich bis zu 90.000 Stück der PS-Boliden abgesetzt.
Für BMW ist die Klasse der Supersportler bisher unkartiertes Weißwasser-Gebiet. Doch mit der S 1000 RR haben die Bayern jetzt volle Segel gesetzt. Stefan Zeit, der junge Projektleiter, ist der Stolz über das Produkt bei jedem Satz anzumerken. Er hatte mit seinem Team nur vier Jahre, um das neue Flaggschiff in Fahrt zu bringen.
Zeit sagt: "Alle haben die Augenbrauen gehoben, als BMW den Hut in den Ring geworfen hat. Da wussten wir: Unser erster Schuss muss sitzen." So viel sei hier schon einmal vermerkt: Er sitzt, der Schuss. BMW hat bei Null angefangen und den stärksten Motor und eines der besten Fahrwerke  der Klasse abgeliefert.
Rollender Elektronikfachmarkt
Auf den ersten Blick wirkt die S 1000 RR wie eine Kopie der Konkurrenz-Racer, der Fireblades dieser Welt: kompakt, gedrungen, voll verkleidet, getrimmt auf optimale Leistung, geeignet für sportliche Performance. Der Unterschied liegt im Detail: Der wassergekühlte BMW-Vierzylinderreihenmotor mit Titaninnereien wiegt nur knapp 60 Kilogramm, aber leistet 193 PS bei 13.000 Umdrehungen und setzt mit diesem Spitzenwert ein erstes Ausrufezeichen.
Das Herzstück des Fahrwerks besteht aus einem Aluminiumbrückenrahmen; die Führung des Hinterrads übernimmt eine lange, beidseitige Schwinge, die aus einer Gussunterschale und verschweißten Aluminiumblechen gefertigt wird. Am Vorderrad wird die S 1000 RR von einer Upside-down-Gabel mit 46 mm-Standrohren und einer Brembo-Doppelscheiben-Bremsanlage in der Spur gehalten.
Die wahren Werte der Maschine sind allerdings nicht zu sehen: Sie verstecken sich in den unscheinbaren elektronischen Bauteilen und Steuerungselementen, mit dem der BMW-Supersportler bestückt ist. Die Bremsen werden von einem nur 2,5 Kilogramm schweren BMW Race ABS gesteuert - als Sonderausstattung, man muss ja Geld verdienen. Der ABS-Nutzungsgrad und die Feinjustierung werden automatisch auf das Wirken des zweiten elektronischen Helfers an Bord, der Traktionskontrolle DTC, abgestimmt.
Die DTC, die von den ABS-Sensoren und einem speziellen Schräglagen-Fühler mit Steuerdaten versorgt wird, ist über eine einzige Taste an der rechten Gas-Armatur zu bedienen. Ein Klick, und der Pilot kann auch während der Fahrt vier Abstimmungsmodi anwählen: Für den Straßenbetrieb sind der "Rain"-Modus, bei dem die Leistung auf 150 PS gedrosselt und mit einen sanfteren Einsatz des Motors kombiniert wird, und der agilere "Sport"-Modus vorgesehen.
Wer die S 1000 RR auf der Rennstrecke bewegen will, kann zwischen "Race" und "Slick" wählen - der letztere Abstimmungsmodus gibt die Fahrerbefehle ungeschminkt an die Kraftmaschine weiter und lässt optimale Rundenzeiten zu. Wer es ganz hart mag, mit dem Vorderrad Bremsspuren malen will und auf Seitenabdrift wegen ausbrechendem Hinterrad steht, kann beide elektronischen Systeme abschalten.
Das Sofa unter den Supersportlern
Die S 1000 RR ist für BMW ein Business Case mit sauber kalkulierten Investitionen, einem Break-even-Punkt und einer fest umrissenen Laufzeit. Dabei wird so wenig wie möglich dem Zufall überlassen. Der Projektleiter Stefan Zeit weiß deshalb auch, dass nur 20 Prozent der 2.000 bereits bestellten und den zukünftig verkauften Maschinen auf der Rennstrecke laufen werden. Der Rest geht an Fahrer, die den Supersportler auf öffentlichem Geläuf, auf der Autobahn und auf Landstraßen, bewegen werden.
Also Fahrer wie mich. Was haben wir von einem Geschoss zu erwarten, das direkt von BMWs Factory Racer aus der Superbike-Rennserie abstammt? Auf einer 300 Kilometer langen Rundfahrt durch das Umland der Rennstrecke Portimão hat die S 1000 RR angenehm überrascht. Langsame Schleichfahrten sind möglich, und die Ergonomie - soweit man solche von einem Supersportler erwarten kann - stimmt auch für hoch aufgeschossene Piloteure.
Auf halber Strecke der Rundfahrt, unten an Columbus' Capo de Sao Vicente, sind alle noch ganz locker. Kein übliches Kniezwicken, keine Verkrampfungen. Auch Stefan Zeits Miene ist völlig entspannt, als er aufs offene Meer hinausspäht. BMWs neues Flaggschiff ist unterwegs. Jetzt muss es nur noch Land und Gold finden.
(c) Jochen Vorfelder

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26 November 2009

BMW: Auch die Münchner rufen die Digitale Revolution aus

Wenn wir schon bei der Werbung sind: Auch BMW macht jetzt mobil im Internet. Seit Anfang des Monats November 2009 hat BMW Motorrad seinen deutschen Etat an die "Kreativen" von Serviceplan Campaign übertragen.

Die Münchner Agentur wird zukünftig alle Kommunikationsbereiche der Marke auf nationaler Ebene betreuen - neben Kampagnen zählt dazu auch das Online-Marketing. Der selbst gesteckte Anspruch ist hoch: "„Wir wollen die Stimmung für das Motorrad im Allgemeinen verbessern. Und es wird eine werbliche Revolution für BMW Motorrad in Deutschland stattfinden“, so Stefan Schütte, der Serviceplan-Campaign-Geschäftsführer. Zitat: "Ziel dabei ist es auch, völlig neue Zielgruppen anzusprechen und zu erschließen, was mit aufsehenerregenden und unkonventionellen Kreationen in allen Bereichen angestrebt wird."

In Zusammenarbeit mit der Serviceplan-Tochter Mediaplus soll künftig eine neue werbliche Strategie für den deutschen Markt umgesetzt werden, die die Marke noch prominenter in Szene setzt. Schütte: „BMW Motorrad wird in Zukunft noch sehr viel deutlicher wahrgenommen werden.“

Auch da sind wir gespannt. Der Parade-Blog der Münchner über die neue S 1000 RR ist bisher noch ziemliches Dunkeltuten. Manche Einträge wurden schon 16 mal angesehen. Da ist noch Luft nach oben, Meister Schütte.

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Honda: digitale Kampagne für die neue VFR1200F


Der Trend zur verstärkten digitalen Kommunikation ist jetzt auch in der Motorrad-Branche deutlich zu spüren

Während zur Zeit die neue VFR1200F in Spanien ausführlich getestet wird, hat die Firmen-Zentrale bekannt gegeben, dass zur Markteinführung des neuen V4-Modells eine spezielle Kampagne mit Online-Guerilla-Marketing sowie Twitter- und E-Mail-Aktivitäten gestartet wird. Die Kampagne, für die die Agentur Crayon verantwortlich zeichnet, soll nächste Woche beginnen und bis Weihnachten laufen.

Harry Cooklin, Manager für Brand Communication bei Honda Motor Europe, dazu: "For the first time we’ve used digital channels to launch a motorcycle, our flagship VFR1200F. With the campaign running across Europe, Crayon has produced a multi-language site. With such good figures on our pre-launch site I am looking forward to seeing how well this campaign performs.” Ja, da sind wir auch gespannt, wie gut das ankommt.

Schon vor dem Start wenig begeistert sind die Kollegen von den Holzmedien für den Zeitschriftenkiosk: Mehr Online-Aktivitäten bedeutet bei angespanntem Budget - das schon zur seltsamen Honda-Absenz auf der EICMA 2009 führte - nämlich auch weniger Print-Anzeigen.

In die gleiche digitale Kerbe hat vor der EICMA schon Kawasaki gehauen. Die Japaner hatten die gesamte Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Modelle 2010 nur noch online veranstaltet und sich den persönlichen Auftritt auf der Messe gespart.

Leider kann man sich bei der digitalen Kommunikation mit dem Kunden ziemlich schnell ziemlich umständlich und ziemlich erfolglos anstellen. Beispiel Yamaha: Unter
http://www.yamaha-motor.de/competition/ kann man drei coole Maschinen gewinnen.

Aber zu welchem Preis? Darf man im digitalen Zeitalter wirklich auf ein verflashtes Online-Formluar verzichten, den Kunden mit pdf-Ausdruck und Kugelschreiber quälen und auch noch verlangen, das er das Schriftstück persönlich beim nächsten Yamaha-Händler vorbeibringt?

Yamaha glaubt: Ja.

Wie funktioniert das Gewinnspiel?
1. Drucken Sie diesen Gewinnspielvordruck (PDF) aus und füllen Sie ihn aus.
2. Gehen Sie zu einem autorisierten Yamaha Vertragshändler und händigen Sie ihm den Gewinnspielvordruck aus.
3. Schauen Sie am Freitag, den 18. Dezember unter www.yamaha-racing.com/competition nach, ob Sie zu den glücklichen Gewinnern zählen!

Wir werden leider nie erfahren, wieviele potentielle Kunden damit in die Schauräume gesogen wurden ....
Dank an http://twitter.com/vjstephan für den Twitter-Tipp.

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25 November 2009

Harley: HD schaltet Verkäufer für die Braut MV Agusta ein

Der geplante Verkauf der italienischen Marke MV Agusta an potentielle Investoren gestaltet sich für Harley-Davidson schwieriger als erwartet.

Um die Trennung zu beschleunigen, hat HD nun die Mailänder Niederlassung der Investmentbank BNP Paribas eingeschaltet. Die Banker erhielten den Auftrag, die amerikanische Konzern bei der Suche nach heiratwilligen Verehrern der schmucken italienischen Braut zu unterstützen.

HD hatte Ende Oktober bekannt gegeben, dass die erst von 17 Monaten für rund 72 Mio. Euro erworbene italienische Edelmarke wieder abgestoßen werden soll. Der Verkauf sollte neben der Schließung von Buell die HD-Konzernkasse entlasten, auf der heftig die aktuelle Branchenkrise lastet.

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir einen angemessenen Käufer finden," hatte HDs Chief Financial Officer John Olin bei der Bekanntgabe der Verkaufsabsichten gesagt, doch auch nach mehreren Wochen scheinen die Amerikaner noch nicht fündig geworden zu sein.

MV Agusta steuert trotz der Wirrungen um den oder die zukünftigen Besitzer weiter einen Sparkurs. Auf der Mailänder EICMA 2009 zu Beginn des Monats wurden upgedatete Brutale und F4-Bikes (siehe Foto) vorgestellt - im Kern die gleichen Maschinen, die man schon seit Jahren im Programm hat. Für Neuentwicklungen - z.B. in einem tieferen Preissegment wie der 600er Klasse - würde dringend Investitionskapital benötigt - Geld, das MV Agusta nicht hat.

MV Agusta baut schöne Maschinen. Hoffentlich noch lange. Hoffen wir, dass Harley-Davidson nicht auch noch den zweiten Kleinhersteller nach Buell in den Orkus zieht.

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22 November 2009

Bye, Bye Harley: Erik Buell fängt nach Werksschließung von Vorne an


Was sich in den letzten Tagen bereits angedeutet hatte, ist nun offiziell: Erik Buell, der Gründer der von Harley-Davidson schnell und schnöde beerdigten Motorradmarke aus East Troy, Wisconsin, verlässt den "Berater"-Job beim Totengräber Harley-Davidson und macht sich zusammen mit einigen Veteranen aus dem Werksumfeld selbständig.
Details sind noch nicht bekannt, doch der Buell-Übervater will "Erik Buell Racing" gründen - zunächst wohl eine kleine, aber feine Fahrzeug-Schmiede, in der auf der Basis der 1125R mit dem von Rotax entwickelten Motor anspruchsvolle Sportinstrumente ausgeliefert werden sollen.
Zwei Dinge sind dazu auf die Schnelle anzumerken: So klein - als Rennmotorrad-Entwickler - hat Erik Buell von 26 Jahren schon einmal angefangen. Entwickelt hat sich aus dem Workshop eine Firma und Kultmarke, die 2006 das 100.000ste Fahrzeug auslieferte. Ob Erik Buell diesmal noch die Power und den Biss hat, wieder Großes zu entwickeln, ist eher unwahrscheinlich. Die Zeiten und vor allem das finanzielle Umfeld hat sich verändert. Aber man weiß ja nie.
Und dann: Damals hat Erik Buell auf ein Pferd - und einen Motor - gesetzt, der aus einem Sportfahrzeug ein Kultobjekt gemacht hat. So anachronistisch der überarbeitete HD Thunderstorm-V2-Motor inzwischen sein mag, er hat dem Vehikel ein unverwechselbares Herz und Sinne betörenden Sound gegeben.
Mit dem Rotax-Aggregat, das um Längen moderner und kraftvoller aber gleichwohl emotionsfreier ist, verliert Erik Buell sein Alleinstellungsmerkmal und den - so sagt man neudeutsch - UPS - unique selling point.
Aber auch da kann man sich täuschen. Vielleicht kaufen die Leute alles, was Erik Buell auf den Markt bringt: Nicht zuletzt ist der Mann schon jetzt eine Legende und der Mann, den selbst Harley-Davidson nicht tot kriegen konnte.

UPDATE:
Hier ein Zitat aus einer Mail von Erik Buell: ""It is a new world for us, and we have our freedom again. H-D owns the name, but we will do what we can to add to the value and mystique of these bikes that are no longer produced. This will make for an intense and crazy year, but fun."

Wie heisst es doch immer in diesen Ami-Western: "Go west, young man." Und wie elektrisiert Erik Buell von seinem Unternehmen ist, sieht man hier in diesem Video:



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BMW 1000 RR: on the Road mit dem neuen Supersportler


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21 November 2009

BMW 1000 R: Strandfahrzeug


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BMW S1000 RR: Boxenstopp


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S 1000 RR


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BMW S 1000 RR: erste Fahrt, erste Eindrücke


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16 November 2009

RIP: Nachruf auf den Racer Thomas Schönfelder

Als ich diesen Sommer zum ersten Mal zu einem TT-Rennen auf die Isle of Man fuhr, hatte ich kurz zuvor mit Thomas Schönfelder telefoniert.

Schönfelder war einer der Starter beim ersten Rundstreckenlauf mit Elektro-Motorrädern und überhaupt ein Veteran der Insel-Rennen. Zwölf Starts hatte bereits verbucht - und war damit nicht nur der richtige Ansprechpartner, um mehr über die neue Elektroklasse zu erfahren, sondern um überhaupt eine Einführung in das Mysterium TT Races zu bekommen.

Schönfelder war nicht nur am Telefon ein offener, freundlicher Gesprächspartner, sondern auch später im Fahrerlager ein sprudelnder Quell für Racing-Novizen - immerhin konnte er auf eine langjährige Historie im internationalen Rennsport zurückgreifen: Schon Mitte der Neunziger Jahre fuhr er auf einer Yamaha RD 350 die ersten Runden.

2000 wurde er Deutscher Langstreckenmeister in der Klasse bis 600 ccm; in den folgenden Jahren war sein Name immer in der Starterliste bei den wichtigen Langstreckenrennen wie der Bol’d Or zu finden. Doch seine Lieblingsstrecke war immer der schwierige Straßenkurs auf der Isle of Man; nicht zuletzt, weil er dort seiner Frau Simone den Heiratsantrag gemacht hat.

In diesem Sommer pilotierte er das E-Bike, das er zusammen mit Thomas Schuricht und Marko Werner vom Kasseler XXl-racing-Team entwickelt hatte. Ohne Schönfelder wäre das Team nie auf den sensationellen zweiten Platz gefahren; seine Erfahrung auf der Strecke war entscheidend für den Erfolg.

Ich schrieb: "Ein Rennen entscheidet sich auch über die Taktik,“ sagt Thomas Schönfelder kurz vor dem Rennstart. Und er behält Recht. Motoczysz und Mission One surren los wie von der Tarantel gestochen, Brammo hinterher, doch nach acht Kilometer ist für das erste Westcoast-Showbike Schluß. Motorschaden Motoczysz.

Mission One zieht auf halber Strecke an Schönfelder vorbei, doch dann zahlt sich dessen TT-Erfahrung aus. „Ich kenn doch meine Strecke, in Ramsey vor den Bergen ist noch gar nichts entschieden.“

Schönfelder hat Saft raus genommen und die Batterieren für die Steigungen durchs Hochmoor geschont. Oben am Pass unterhalb des Snaefell hat er Mission One wieder abgehängt, nur einer den Brammo-Fahrer kann noch hinterher.

„Ruhig, Thomas, ruhig.“ Am Grandstand in Douglas versucht Schönfelders Frau Simone telepathischen Kontakt auf zu nehmen. Es klappt.

Nach 29:04 Minuten fällt für XXL Racing die Zielflagge – zweiter Platz, Schönfelders erstes Podium bei der TT, und eine besondere Genugtuung: Der alte Siemens-Motor hat mit über 170 Stundenkilometer die höchste gemessene Geschwindigkeit erreicht."

Im richtigen Leben war der permanente Speed, den er im Rennen so geliebt hat, auf Dauer vielleicht zu viel für Thomas Schönfelder.

Er hat sich am 31. Oktober 2009 im Alter von 42 Jahren für Aussenstehende völlig überraschend das Leben genommen. Zurück bleiben seine Frau Simone, seine fassungslosen Freunde und für lose Bekannte wie mich die Erinnerung an einen feinen Menschen.

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EICMA 2009: "Aufstand der Renn-Zwerge" - die Übersicht über die Show

Fotostrecke zur EICMA 2009 -> http://tiny.cc/eicmafotos

Modell-Karussel bei Spiegel Online -> http://tiny.cc/eicmamotos

Ihr Umsatz ist vergleichsweise gering - doch die kleineren Hersteller wie Ducati, Moto Guzzi und KTM sorgten auf der 67. Motorrad-Ausstellung Eicma für die Glanzlichter. Die großen Japaner enttäuschten in Mailand auf ganzer Linie und taumeln durch die Branchenkrise - wie die Elektro-Sparte.

Bis vor einem Jahr saß Pierre Terblanche noch beim Sportbike-Hersteller Ducati in der Design-Abteilung. Nun hat der Gestalter innerhalb weniger Monate nach seinem Abgang aus Bologna eine der positiven Überraschungen der Eicma 2009 gezeichnet: die V12 LM, Strada und X, drei puristische Prototypen des Not leidenden italienischen Kleinherstellers Moto Guzzi.
Die Eicma hat 2009 rund zehn Prozent Besucher verloren, doch die 450.000, die kamen, haben die Moto-Guzzi-Studien gefeiert und begeistert aufgenommen. Terblanches Entwürfe beweisen, dass auch auf der Basis eines uralten Motorenkonzepts zukunftsweisende Modelle entwickelt werden können. Guzzi-Fans beten bereits, dass der Firmenvorstand grünes Licht für eine Serien-Produktion geben möge.

Der Vorgang ist bezeichnend für den Zustand der Motorradbranche, deren große Player sich nach dem Katastrophenjahr 2009 in der Schockstarre wiederfinden. Große japanische Hersteller wie Honda und Yamaha, die in einzelnen Segmenten wie den Massen-Mopeds oder den Premium-Sportbikes bis zu fünfzig Prozent Umsatz verloren haben, sind der Schau in Mailand fern geblieben. Ihre Modellpolitik stagniert im Moment; auf der Eicma 2009 hatten nur die kleineren Manufakturen die Kraft zur zielgerichteten Innovation.

Premium-Bikes für die Silberlocken

Beispiel Ducati: Die neue, mit fast 150 PS bärenstarke Multistrada 1200 besteht im Kern aus elegant verkleideten Steckmodulen und Bauteilen, die im Werk in Borge Panigale schon länger im Regal liegen. Die neue Reise-Enduro, die auf ein gediegeneres Klientel als die jungen Ducatisti zielt, hat eine bewährte Einarm-Schwinge, den ewigen Gitterrohrrahmen und einen eingefahrenen Testastretta-Motor. Doch die Komposition kommt gleichzeitig mit einer Unmenge von cleveren Detaillösungen und elektronischen Helfern auf den Markt; hier erwächst dem Enduro-Krösus BMW R 1200 GS echte Konkurrenz bei den Premium-Käufern.

Doch BMW scheint bestens für die schwierigen Jahre, die der Branche noch bevorstehen, gerüstet: Mit dem neuen Sechszylinder-Motor legen die Ingenieure aus Berlin-Spandau eine Schlagzahl an, mit der man dem ewigen Kontrahenten Honda und dessen V4-Linie durchaus Paroli bieten kann. Die in Mailand gezeigte Concept-6-Studie - ein massiver Cafe Racer - wird zunächst zum voll verkleideten RT-Tourenfahrzeug mutieren und nicht wie vorgestellt in Serie gehen; ein kluger Schachzug, um dem im Dezember kommenden Superbike S 1000 RR keine Konkurrenz im Händler-Schauraum zu machen.

Coole Bikes für die kleine K(l)asse

Wie die italienischen Hersteller hat KTM aus dem österreichischen Mattighofen schnell auf die schlechten Zahlen reagiert. Die Doppel-Strategie: Konsolidierung des Kerngeschäfts bei gleichzeitiger Erschließung neuer Märkte. Neben der Veredelung der Crosser und Sportmotorräder, bei denen das Werk Marktführer ist, wird deshalb in spätestens einem Jahr auch der Nachwuchs auf der Straße bedient.

Die beiden fahrbereiten KTM-Studien, mit der die neue Einsteiger-Linie in Mailand eingeführt wurde, hinterließen einen starken Eindruck. Die neuen 125-Kubik-Modelle sollen 2010 mit einem modernen Vierventil-Zylinderkopf, zwei oben liegenden Nockenwellen, Wasserkühlung und Benzineinspritzung kommen und 15 PS leisten.

Fehlzündung bei den E-Bikes

Auch nach Mailand bleibt der Markt für E-Bikes unübersichtlich: Viele neue europäische Hersteller ohne nennenswerte Produktionszahlen und etablierte Vertriebswege; zahllose chinesische No-Name-Roller, bei deren Fertigungsqualität man sich kaum auf die Straße traut.

Ins Rampenlicht haben sich nur zwei bekannte Namen getraut. Die Taiwanesen von Hyosung stellten mit dem GEM 4.0 einen ansprechenden Roller mit Lithium-Ionen-Batterien und Nabenmotor vor, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und eine Reichweite von 100 Kilometern sorgen sollen. Peugeot wagt sich hingegen in den Hybrid-Markt. Nach Piaggio mit dem MP3 stellt die Rollertochter des französischen Konzerns als zweiter Hersteller ein Hybrid-Fahrzeug vor. Der Hybrid3 Evo hat zwei Nabenmotoren, die mit einem konventionellen Verbrennungsmotor das Dreirad antreiben.

Doch trotz dieser Vorstöße ist klar, dass ohne die großen europäischen und japanischen Hersteller die Entwicklung einer elektro-betriebenen Massenflotte nicht vom Fleck kommt. Doch Kunde kommt von Honda, BMW und KTM: Bei den Japaner soll eine E-Super Cub 2011 in Serie gehen, in München wird für die Intermot im Oktober 2010 geplant. Und bei KTM wird der Prototyp eines eigenen Elektro-Konzepts bereits auf Herz und Nieren getestet.

Fotostrecke zur EICMA 2009 -> http://tiny.cc/eicmafotos

Modell-Karussel bei Spiegel Online -> http://tiny.cc/eicmamotos

(c) Jochen Vorfelder

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15 November 2009

BUELL: Was Harley mit den letzten Maschinen aus der Buell-Fabrik macht ... http://tiny.cc/ripbuell