24 September 2007

Ducati: Wenn Italiener feiern...

Ich hatte ja nun schon öfter beim einen oder anderen Anlass das Vergnügen, in Bolognas Industrievorort Borgo Panigale das Werksgelände von Ducati zu erkunden. Bleibender Eindruck: die fest angestellten Ducatisti haben Spass bei ihrer Arbeit.

Um so größer natürlich das Vergnügen, wenn die eigene Rennmannschaft in Persona von Casey Stoner den ersten europäischen Königsklassen-Titel nach Italien holt.

Deshalb hier die Ducati-Belegschaft, versammelt am Sonntag morgen vor der Fabrikationshalle, und anschließend beim Motorrad-Corso durch die Innenstadt von Bologna.



Der Videowart

PS: Welche Faszination die Marke ausübt, erkennt man bei Minute 6:07 des Videos. Die Person, die in dieser Einstellung zu erkennen ist, ist der ehemalige CEO Federico Minoli.

Ursprünglich vom amerikanischen "Heuschrecken"-Investor Texas Pacific Group für ein paar Monate eingesetzt, um das marode Werk auf Vordermann zu bringen, hat Minoli die Gruppe jahrelang bis zum Sommer 2007 reorganisiert, geführt und wieder auf die Erfolgsspur gesetzt - und das offensichtlich mit viel so Herzblut, dass er sich auch nach der durch den neuen italienischen Investor erzwungenen Demission noch unter die einfachen Fans mischt. So etwas nenne ich Engagement...

mopetenTV: Sendung No. 16 ist online

Folge 16 von mopeten.tv ist nach einer kleinen Herbst- (oder war es Spätsommer?)-Pause online.

Das zentrale Thema:

- Langstreckenrennen für Motorräder gibt es schon seit langem. Klangvolle Namen wie Le Mans, Bol d’Or und Oschersleben stehen für 24 Stunden härteste Anforderungen an Mensch und Maschine. Aber auch mit einstelligen PS-Zahlen, einem Acker und 6 Stunden Zeit kann man ordentlich Spass haben, wie z.B. auf dem 6-Stunden-Mofarennen in Damscheid.

Wir wünschen gute Unterhaltung mit mopeten.TV, Folge 16.

Der Videowart.

21 September 2007

Nina Prinz: "Vielleicht bremse ich später als die anderen Mädels"

Nina Prinz wurde in diesem Sommer Motorrad-Europameisterin der Frauen in der Superstock 1000-Klasse.

Für SPIEGEL ONLINE sprachen wir mit Prinz. Dabei verriet die 25-jährige, wie man zur Ducati-Werksfahrerin wird, die italienische Konkurrenz in Schach hält - und warum sie gerne nach Monaco zieht würde.

Das Prinz-Interview bei SPON-Benzingespräche


Der Platzwart

20 September 2007

Ducati: Motorcycle porn, Teil zwei

Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier im Blog schon einen Hinweis auf die Bilder des australischen Fotografen Phil Aynsley, dem die seltene Gnade zu eigen wurde, Fotos in der Produktionsstraße bei Ducati in Bologna und in der ansonsten hermetisch abgeschirmten Rennabteilung von Ducati Corse fotografieren zu dürfen.

Jetzt hat Phil Aynsley noch mal nachgelegt - und Teil 2 und Teil 3 seiner Bilder online gestellt. Hier der entsprechende Link zum Shooting in der Fertigung und hier das Ducati-Museum, welches er gleich noch optisch mitgenommen hat.

Wem das noch nicht reicht - hier Teil 1 der Bilder, über den hier schon mal ausführlicher berichtet wurde.


Der Fotowart

19 September 2007

Death Proof: Wie der Ami-Schlitten vor den Zoopalast kam

Berlin, Brunnenstraße. Da läuft man nichts ahnend durch die Neue Mitte der Hauptstadt und nimmt im Augenwinkel die üblichen Duftmarken von Aufbruchstimmung wahr: schicke Galerien neben vietnamesischen Imbiss-Stuben, Designerboutiquen für Damenoberbekleidung neben dem Sushi-Shop.

Und alles in trauter Nachbarschaft zum „Umsonst-Laden“, der im Frühjahr noch mit einer polizeilichen Streitmacht von 600 Beamten zwecks Personalienfeststellung bei sechs Bewohnern umzingelt wurde.

Da passt es ins Bild, dass in einer Baulücke hinter einem mannshohen Gittertor, schwer verrammelt mit dicken Fahrradschlössern, ein Fahrzeugpark von einem Kettenhund bewacht wird. Einige elend lange Limos, ein alter Mustang, ein cremefarbener Cadillac Fleetwood und – was ist das bloß? – aha, ein völlig runter gekommener Buick Riviera. Der Ami-Schrott ist rabenschwarz; beschriftet in weißer Blockschrift: DEATH PROOF – Todsicher. Erste Gedanken: Das Teil ist sicher tot. Oder läuft er noch?

Wir fragten Roman Pusch vom Autoverleiher und Filmausstatter Sagecars, was es mit dem DEATH PROOF–Schlitten auf sich hat.

„Wir hatten Anfang Juli eine Anfrage vom Filmverleiher Senator Film. Schafft ihr es, uns innerhalb einer Woche zur Berliner Prämiere des neuen Quetin Tarantino-Films Death Proof einen der beiden Hauptdarsteller des Films, nämlichen einen Dodge Charger oder einen Dodge Challenger, zu besorgen?“

Das klappte nicht auf die Schnelle – nicht zum möglichen Budget. Aber ein Buick Riviera, den Pusch im Angebot hatte, fand Senator für die Promotion-Aktion auch nicht schlecht. Wie lief das?

„Wir haben kurz recherchiert und dann von einem Händler in Westdeutschland den Buick gekauft, Baujahr 1963. Er hatte ihn wiederum vor geraumer Zeit von einem anderen Händler in Schweden erstanden; dort ist der Wagen bis vor ein paar Jahren noch gelaufen.“

Dass die Unbill der Natur im Land der Mittsommernacht, die winterlichen Minusgraden und heftigen Schneeverwehungen an einem Wagen nagen, ist offensichtlich: Der Buick ist völlig durchgerostet, die Motorhaube hängt am seidenen Faden, der Unterboden quasi nicht mehr existent.

Nur die Maschine hat sich offensichtlich gegen den sofortigen Exitus gewehrt: „Batterie rein, ein paar Mal georgelt, und schon lief er. Zwar nicht rund, aber lief,“ sagt Pusch.

Nähere Bekanntschaft mit einem TÜV-Prüfer musste der Buick ohnehin nicht machen. Mit Totenkopf versehen und entsprechend beschriftet, wurde der Ami mit einem Transporter zum Bahnhof Zoo verholt und dort pünktlich zur Deutschland-Premiere des Films für zwei Wochen vor den Zoo-Palast gestellt.

Ein kurzes Highlight an Ende einer langen Auto-Karriere – was wird nun aus dem Teil, wollen wir von Pusch wissen. „Zukunft hat er nicht wirklich - aber es gibt konkrete Pläne. Wahrscheinlich wird er für einen Kinofilm, bei dem es auch ein Attentat gibt, im Hintergrund in die Luft gesprengt. Bye-Bye, Buick.“

(c) Jochen Vorfelder

18 September 2007

Yahoo: In der Serverfarm brennt die Hütte

Der Gebrauch des guten deutschen Begriffs "kurzfristig" erfolgt in der Regel in einem irreführenden Zusammenhang.

Der Begriff beschreibt nämlich nur den unmittelbaren Einsatz eines Ereignisses, und in keinem Fall seine Dauer. In der Praxis wird er dagegen meist benutzt, um die Dauer "nur von kurzer Frist" zu beschreiben.

Der Duden sieht das auch so, er teilt uns mit:

1. kurz|fris|tig : a) ohne vorherige Ankündigung [erfolgend]: eine kurzfristige Abreise; eine Sendung k. vom ...

Yahoo jedenfalls hat heute morgen nicht nur ein Problem mit der deutschen Sprache, sondern auch mit seinem Mail-Service bei mail.yahoo.com.

Die gemeinen User - zu denen ich zähle - werden seit langen Stunden mit der lapidaren Meldung - Sie sind auf ein kurzfristiges Problem bei Yahoo Mail gestoßen - empfangen. Das heißt in der Praxis - nichts geht mehr in der Serverfarm. Ich vermute, dass außer mir noch Millionen andere elektronische Briefempfänger auf den Briefträger Yahoo warten müssen.

Harren wir der Dinge, die da kommen...

(c) Der Platzwart

13 September 2007

Ernesto Müller: Den Schäden auf der Spur

Ernesto Müller ist Hull and Machinery Surveyor - also technischer Inspektor - im Länderbüro Chile des Germanischen Lloyd. Im Office in Viña del Mar - 15 Minuten vom chilenischen Hafen Valparaiso - sind der Brasilianer Müller, der Stationmanager und fünf weitere GL-Mitarbeiter beschäftigt.

Wir haben Ernesto Müller während einer Inspektion auf der Cap Nelson, einem Containerschiff der Hamburg Süd, getroffen. Die Cap Nelson fährt den Südamerika-Dienst an die Westküste des Kontinents.


Herr Müller, was machen Sie eigentlich während einer Inspektion an Bord?


Müller: Bei Schiffen unter Fahrt ist zentrale Aufgabe des Surveyor der Check, ob alle Bestimmungen, die von den verschiedenen Codes wie Solas, Marpol oder Load Line vorgegeben sind, auch eingehalten werden. Das bedeutet, dass wir mit dem Master einen Fahrplan für den Inspektionstag aufstellen und eine engmaschige Checkliste an Bord abarbeiten.

Hier auf der Cap Nelson steht zusätzlich der jährliche Sicherheitscheck an: das Feueralarmsystem, die Pumpen zur Löschwasserförderung, Rettungsboote und -westen, Überlebensanzüge und so weiter.

Es gibt also je nach Schiff und Anlass verschiedenste Inspektionen.

Müller: Ja, natürlich. Zum einen führen wir die periodischen Surveys an Rumpf, Maschine und Aufbau durch. Diese Inspektionen folgen einem bestimmten Muster, ganz im Gegensatz zu den Inspektionen nach einem Unfall oder Schaden an Bord. Die sind in der Regel eher auf die konkrete Situation oder den Schadensfall bezogen und teilweise sehr individuell.

Was sind die typischen Probleme, die Sie an Bord feststellen?

Müller: Nun ja, ziemlich regelmäßig treten natürlich Schäden an den Krananlagen auf. Oder die Struktur der Rahmen in den äußeren Ballasttanks ist durch Kollisionen beschädigt. Schäden an den Ladeluken, den Ankerketten oder der Ruderanlage sind auch ziemlich üblich. Die Schiffe fahren und arbeiten, da sind Beschädigungen manchmal nicht zu verhindern. Unser Job ist es dann, sie zu orten und festzustellen, ob die Seetüchtigkeit beeinträchtigt ist.

Welche Möglichkeiten haben Sie bei gravierenden Schäden, die Sie feststellen?

Müller: Ich muss entscheiden, ob das Schiff seine Reise noch sicher fortsetzen kann. Wenn nicht, kann das Schiff außer Fahrt genommen werden und die Schäden müssen gleich vor Ort beseitigt werden. In den meisten Fällen kann das Schiff mit einer Condition of Class bis zur endgültigen Reparatur in einen größeren Hafen oder ins Trockendock fahren. Das letzte Mal, als ich ein Schiff ins Dock schicken musste, hatte ich mehrere Risse in der Ruderanlage und völlig unterdimensionierte Ankerketten moniert.

Hier auf der Cap Nelson ist ja alles klar. Was steht als nächstes auf Ihrem Plan?

Müller: Wir decken die ganze chilenische Küste ab, also rund 5000 Kilometer. Morgen fliege ich ganz in den Süden für eine Schadensaufnahme an einem Stückgutfrachter, das wird auch einige Tage dauern. Man kommt schon gut rum und hat einiges zu tun als Surveyor. Letztes Jahr z.B. habe ich über 150 Schiffe untersucht.

Dann erst mal Danke für das Interview und weiterhin gute Reise, Herr Müller!

(c) Jochen Vorfelder

(c) Fotos: Sabine Vielmo