Bei google.video.com findet sich gelegentlich das eine oder andere Zeugnis des männlichen Spieltriebs. Man nehme: 1 Formel 1-Motor im Chassis, aufgebockt und ohne Pneus. Weiter eine Fernbedienung für das Gaspedal, und fertig ist die Laube.
Für die einen sind die 18.000 rpm erbärmlicher Krach, für die anderen der Ersatz für ein sonntägliches Konzert. Für mich klingt die Sequenz zwischen 0:45 und Ende bei 1:38 zum einen wie eine freie Improvisation von Frank Zappa. Zum andern weckt sie wehmütige Erinnerungen an lange, regenschwere Winterwochenende meiner Jugend, die ich im Keller vor einer Carrera-Autobahn verbracht habe.
Lange vor der heute aktuellen Sehnenscheidenentzündung durch zu häufiges SMSen gab es damals den lädierten Unterarm durch die Bedienung der billigen Fernsteuerung, mit der die Miniatur-Rennwagen mit überhöhter Geschwindigkeit aus der Kurve getrieben und sich überschlagend in die Ecke geschleudert wurden.
Die echten Pisten-Kings von damals sind wahrscheinlich nie über dieses geile Gefühl weggekommen und arbeiten heute als Renningenieure bei Ferrari.
© Jochen Vorfelder