26 April 2011

ZERO E-Bikes: Abschied von der Bastlerbude

Die ersten Modelle wirkten noch klapprig, jetzt geht es voran. Die Geldgeber haben der Elektrobike-Manufaktur aus Kalifornien eine Frischzellenkur und anderes Personal verordnet. Statt Visionäre sind jetzt Profis aus der Motorradbranche am Regler. Mit durchschlagendem Erfolg.

Image-205746-galleryv9-nopd

Gesamte Fotostrecke zum Artikel bei Spiegel Online: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-67107.html

Der erste Auftritt war ein Trauerspiel. Sommer 2010, auf einem Parcours in Hamburg: Zero stellt seine Elektro-Motorräder vor. Was über den kurzen Rundkurs und durch ein kleines Offroad-Gelände surrt, ist enttäuschend. Minderwertige Komponenten, schlampige Verarbeitung. Spurstabilität: zero. Die Gabel verwindet sich wie bei einem Billig-Roller aus dem Baumarkt; die Bremsen sind ein Lacher. Die Frage nach der Reichweite, die alle Tester brennend interessiert, kann nicht beantwortet oder getestet werden. Sorry, keine Zulassung für deutsche Straßen.
Jetzt also Santa Cruz. Die Vorstellung der 2011er Palette wird als Heimspiel inszeniert: geführte Testfahrten durch die Täler südlich des Firmensitzes, fachkundige Mechaniker an der Cross- und Trialstrecke, Betriebsführung im frisch bezogenen Entwicklungs-, Fertigungs- und Verwaltungsgebäude. Fast das gesamte Management steht für Interviews bereit. Zero wird erwachsen. Rechtzeitig. In den kommenden Jahren wird über die Zukunft der E-Bikes entschieden und der Markt aufgeteilt. Zero hat das Zeug, so der Eindruck nach zwei Tagen, dabei eine wichtige Rolle zu spielen.
Echte Motorräder

Die Amerikaner haben in den letzten zwölf Monate offensichtlich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Die Straßenmaschinen Streetbike S, Dual Sport DS und die Geländemodelle X und MX (auch mit Straßenzulassung zu haben) wurden komplett überarbeitet. Neu hinzu gekommen ist der stylische Stadtcrosser XU.

Für die Neuauflage wurden fast alle Fahrzeug-Komponenten auf den Prüfstand geschickt - sprich ausgetauscht. Die neue Optik ist gelungen, aber bemerkenswert sind vor allem die neuen Detaillösungen: verbesserte Federungs-Systeme und stärkere Gabeln, vernünftige Felgen und Bremsen aus dem Motorradbau, teilweise wartungsfreier Riemen- statt Kettenantrieb, teilweise komplett erneuerte Antriebsstränge - also das zentrale Bauteil, bestehend aus Lithium-Ionen-Batterien, Steuerungs-Software/Controller und Elektromotor. Jedes Modell ist jetzt schnellladefähig. Dadurch reduziert sich die Zeit an der Steckdose um die Hälfte auf etwa drei Stunden.

Die Runderneuerung ist in jeder Beziehung spürbar. Der Anzug aus dem Stand stimmt durch das sofort verfügbare Drehmoment eines E-Motors ohnehin. Mit 110 km/h ist die Zero S jetzt so schnell wie ein 125er Leichtkraftrad und fährt sich so gut und stabil wie eine kleine Japanerin. Nach 50 Kilometern auf der Landstraße zeigt die Ladekontrolle bei der DS und dem Stadtcrosser immer noch ein Drittel Saft an; alltägliche Entfernungen von Pendlern und normale Distanzen im Stadtverkehr sind damit kein Problem mehr. Und für eine Überlandtour ist auch ein Leichtkraftrad eher nicht geeignet.

Auch im Gelände ist die Zero MX inzwischen eine Klasse für sich: steife Upsidedown-Gabel (die inneren Röhre liegen unten und tragen die Aufnahme für die Vorderachse), herzhaft greifende Bremsen; der Motor bringt in Spitzkehren und nach Fast-Stillstand sofort wieder volle Leistung. Weil im Gelände-Renneinsatz ohnehin nicht die lange Distanz, sondern die schnelle Rundenzeit bei wenigen Läufen zählt, sind E-Crosser inzwischen eine Alternative zum Verbrenner. Der Batteriewechsel dauert 90 Sekunden. Der ADAC überlegt zur Zeit, 2012 eine eigene Elektro-MX-Nachwuchs-Klasse zu initiieren. Die Zero MX: mit Sicherheit ein geeigneter Starter.

Neues Management

Den Quantensprung in Sachen Leistung, Handling und Fahreigenschaften hat Zero dem neuen Management zu verdanken. Gründer Neal Saiki, ein ehemaliger NASA-Ingenieur und Mountainbike-Designer, und CEO Gene Banman, der von Sun Microsystems und einem Firewall-Startup kam, haben Zero verlassen oder halten sich künftig im Hintergrund - "in gegenseitigem Einvernehmen", wie es heißt. Man "bleibe sich freundschaftlich verbunden." An Stelle der alten Garde sind seit Herbst 2010 ein halbes Dutzend neuer Leute für Entwicklung, Fertigung und Marketing verantwortlich.

Die Neuen sind allesamt erfahrene Leute aus der Motorradbranche. Der neue CEO heißt Karl Wharton, der sein Motorradhandwerk bei Triumph gelernt hat. Für die Entwicklung, das Chassis, das Fahrwerk und das "Motorrad-Feeling" bei Zero ist Abe Askenazi zuständig, der die Test- und Analyseabteilung bei Buell Motorcycles geleitet hat. Die Abteilung Global Marketing wird von Scot Harden übernommen, einem ehemaligen Rennfahrer, der jahrelang für KTM und BMW/Husqvarna USA gearbeitet hat.

Volle Kriegskasse

Installiert hat das neue Zero-Führungsteam die Invus Group, ein Private Equity Investor mit Sitz in New York und einem Investitionsvolumen von vier Milliarden Dollar. Invus ist unter anderem Herrscher bei den Weightwatchers und seit dem Start von Zero mit Finanzspritzen an Bord. Doch Invus hat wohl im vergangenen Jahr nach der schleppenden Entwicklung die Geduld mit Saiki und seinem alten Stab verloren.

Das neue Führungsteam - darunter auch Jay Friedland, ein alter Hightech- und Lobby-Haudegen mit besten Kontakten in Washington und Kalifornien - hat nach der Bestellung durch Invus nicht nur die Technik völlig umgekrempelt, sondern auch den Auftritt nach außen "International führender Hersteller von Elektromotorrädern", heißt es nun vollmundig. Zero plant die Entwicklung eines völlig neuen, speziell auf die Anforderungen eines Motorradantriebs zugeschnitten Elektromotors. Invus scheint davon überzeugt und hat im März weitere Finanzspritzen von insgesamt 26 Millionen Dollar über die nächsten Monate zugesagt.
Davon soll auch der internationale Vertrieb profitieren: Für Europa sitzt der Importeur in den Niederlanden; er will jetzt auch den deutschen Markt mit einem dichteren Vertriebsnetz überziehen. Das ist bitter nötig: Zero hat bis dato zwischen Flensburg und Zugspitze nur etwa drei dutzend Maschinen verkauft - die Mehrzahl davon Geländemodelle.

Bisher konnte man in Deutschland Zeros nur recht umständlich und nach aufwendiger Recherche im Internet kaufen. Das soll sich nun schleunigst ändern. Doch ist der beste Vertrieb nützt wenig, wenn die Preise so hoch bleiben wie bisher: Für die billigsten Modelle X und XU verlangt Zero 7995 Euro, für die teuerste Variante DS werden 10.495 Euro fällig. Damit konnte man die Avantgardisten locken, die für das Privileg des Vorreiters zahlen. Größere Stückzahlen aber lassen sich so nicht verkaufen.

Posted via email from moto1203 - daily roadkill

15 April 2011

Lauter Einspruch! Moto Morini sind doch die Guten ....

... behaupten jedenfalls einige Kommentatoren und Spezialisten, die sich meinen gestrigen Abgesang auf Moto Morini zu Gemüte geführt haben.

Kollege Markus Golletz vom http://www.motorradreisefuehrer.de schwelgt in Erinnerungen: "Habe gerade Deinen Motor Morini Blog überflogen. Ich war mit einem Freund 2009 da. Aber dieser alte Mann Franco Lambertini ist genial. Ich war selten so beeindruckt. Erst baut der die 3 1/2 Moto Morini und dann wie von der wohlverdienten Rente weggeholt diesen aktuellen Motor (den ich noch nicht gefahren bin). Irgendwie eine One-Man-Show. Als wir da waren, durften wir gleich mit dem Meister persönlich sprechen. Das war beeindruckend. Ich wünsche dem Laden eigentlich alles Gute."

Das tun wir hiermit auch, gute Wünsche ins Altersheim können ja allgemein nichts schaden. Aber irgendwie passt das schon zur Situation bei MM, dass da noch ein klassisches Konstruktionsbrett und ein fetter Röhrenmonitor im Bild ist.

Morini_franco_lambertini_1

Carsten Heil sinnert über italienischen Sex: "Also wirklich Leute, macht Euch mal locker. Der Morini-V2 ist der unterhaltsamste Motorradmotor ever, keiner hat mehr Druck, keiner macht mehr Laune. Ich hab auf einer Corsaro Veloce schon mehr als 20.000 pannenfreie Kilometer abgerissen - und das wahrlich nicht im Bummeltempo. Das Teil hat mehr Sex als all die totlangweilig perfektionierten Großserien-Schrubber.

Und dass Stollenreifen mit diesem Monster-V2 überfordert sind, dürfte ja keine Überraschung sein. Deswegen hat der Importeur ja auch Straßenpneus angeboten ... Ansonsten einfach mal genauer recherchieren: In der dritten Versteigerungsrunde wird das Morini-Werksgelände nicht mitversteigert - seid Euch sicher, dass dann eine ganze Reihe Mitbieter am Start sein werden!"

The never ending story goes on ... vielleicht kommt das Zeichenbrett ja doch wieder zum Einsatz. Zu guter Letzt lassen wir Freund Clemens zu Wort kommen: "Tja, Morini... und tja, Aprilia. Und Guzzi. Aus Laverda wollt auch mal jemand was machen. Wenigstens Ducati gehts noch gut." Ja, und MV Agusta, die gibt es ja auch. Noch ...

Posted via email from moto1203 - daily roadkill

14 April 2011

Moto Morini: erst unfahrbar, jetzt unverkaufbar ... die unfassbar endlose Geschichte

Ich geb es gleich mal zu: Ich hatte immer meine Schwierigkeiten mit und eine gespaltene Haltung zu Moto Morini. Erst pures Desinteresse, dann Ende 2008 nach der Intermot in Köln zarte Hoffnung:

Um Moto Morini war es nach der überraschenden Wiedergeburt der Marke in 2004 wieder ziemlich ruhig geworden - der erste große Wurf, die Corsaro 1200, hatte mit Qualitätsproblemen zu kämpfen und Neues war nicht wirklich nachgekommen. 

Inzwischen scheinen die Kinderkrankheiten des Moto Morini-Triebwerks ausgestanden und der italienische Kleinserien-Hersteller aus Casalecchio di Renpo hat ein echtes Schmuckstück: die Scrambler 1200 zum Preis von 11.795 Euro. 116 PS und 105 Nm aus einem 1187 ccm-V-2-Motor, verbaut in einem Stahlrohrrahmen mit Aluschwinge und UpSideDown-Gabel, klassische Speichenräder und einem kühn geschwungenen Edelstahl-Schalldämpfer-Duo. Das gesamte Paket in Nachtschwarz rollt auf den für einen Scrambler passenden Stollenreifen. Würde Steve McQueen noch fahren: Für dieses Schmuckstück würde er das Original von Triumph wohl in die Ecke stellen. 

Image-21078-galleryv9-sgym

Ich war angefixt. Ein Jahr später bin ich die Scrambler nach langem und schwerem Kampf mit dem unprofessionellen Importeur ("Wie, Journalist? Sie wollen ein Motorrad testen?") dann gefahren. Hätte ich nicht tun sollen; tat meiner Beziehung zu Moto Morini nicht gut.

Totgeburt - ein italienische Experiment

Achim Rauscher wusste natürlich, was auf mich zukommt. "Wir können dir auch gerne eine Maschine mit Straßenreifen geben", hatte der Verkäufer vorgeschlagen, als ich die Moto Morini Scrambler beim Importeur März in Ettlingen abholte. Ach ne, lass mal, warum auch? Fette Gummiklötze, martialische Stollenbereifung an bespeichten Felgen, das gehört zur Optik und zum Wesen eines Scramblers. Wenn schon Retro, dann richtig. 

Marlon Brando fuhr einen Scrambler, 1954 in "The Wild One", und Steve McQueen sowieso, und sie schraubten den Standard fest und hoch: viel Kraft aus markigen Viertaktern. Mit längeren Federwegen und hochgelegten Schalldämpfern wurden die Maschinen für den Einsatz in Staub und Schlamm fit gemacht. Leichtere Enduros wie die legendäre XT 500 von Yamaha und Reiseschiffe wie die 1200 GS von BMW machten dem Scrambler-Treiben dann ein Ende, nur Triumph hatte noch einen im Programm. Bis Moto Morini vor einem Jahr auf dem Catwalk sein Revival vorstellte.


Und dies sei zu Ehren der tapferen italienischen Manufaktur, die zur Zeit unter staatliche Aufsicht gestellt gegen die drohende Zahlungsunfähigkeit kämpft, gesagt: Sie haben es stilistisch fast so gut hingekriegt wie die Engländer. Keiner hat in den letzten Jahrzehnten eine kunstvollere und elegantere Interpretation des klassischen Versuchs, Straßen- und Geländemotorrad zu vereinen, abgeliefert. 

Moto Morinis Scrambler schreit förmlich nach Publikum, nach Sonnenbrille, Campari Soda und Dolce Vita: Auf der Via Roma oder an der Promenade von Rimini hat er keine Konkurrenz zu fürchten, denn er kommt stilsicher und mit edlen Accessoires daher. Schaut mich an - Gitterrohrrahmen, Upside-Down-Gabel, rechtsseitiges Federbein, zwei Edelstahlschalldämpfer und ein schickes Cockpit.
Doch wie das so ist auch mit italienischen Maßanzügen: Sehen verdammt gut aus, aber sind nicht immer praktisch. Und Motorräder sollte man entspannt fahren können. 

Dreiklang aus Rasseln, Rammstein und Ramazotti 

Der Starterknopf erweckt ein wassergekühltes V2-Ungeheuer zum Leben, das jede Kontaktaufnahme per Gasgriff mit bösem Morini-Grollen quittiert. Man residiert weich - zu weich - und tief - zu tief - in der Maschine; am Rand der Sitzmulde zwickt ein harter Grad. Aus optischen Gründen sind die Fußrasten hoch - zu hoch - angebracht. Bei längeren Fahrern stört der Kniekehlenznick schon nach wenigen Kilometern - italienisches Design halt.


Der Scrambler, der auf der Basis des Straßenmodells Corsaro entstanden ist, hat den bulligen Morini-1,2-Liter-Motor, der mit unbändigem Drehmoment protzt, und schon ab 2500 Umdrehungen Vortrieb ohne Ende produziert. Die rohe Power hat allerdings, wenn man das Schaulaufen beendet, auch Schattenseiten - und die treten in Verbindung mit den Eingangs erwähnten, coolen Stollenreifen massiv zu Tage. 

Die Gummiklötzchen, auf denen das Hinterteil der Maschine ruht, sind für die schiere Kraft des Pakets schlichtweg ungeeignet. Die 117 PS zerren derart am relativ schmalen 150er-Pneu, dass man Fahrwerkspräzision, anständigen Kurvengrip und Lenkruhe getrost vergessen kann. Der Scrambler hoppelt, rutscht, eiert und schiebt, dass es eine wahre Freude ist, wenn man die erste Schockstarre überwunden hat, und die Morini als eigenwilliges Spaß-Gerät auf winklige Landstraßen akzeptiert. Auf allen schnelleren Strecken ist Vorsicht angesagt: Ab 170 km/h ist das Schlingern nur noch schwerlich zu kontrollieren; ein Phänomen, das die Moto Morini übrigens mit der Triumph Scrambler gemein hat. 

Die Bremsen, die in die Scheiben am Vorderrad beißen, machen den Macho-Job, die Scrambler in Grenzbereiche zu pilotieren, noch um einiges problematischer. Die Stopper greifen so gewaltig zu, dass die Stollen am Vorderrad schnell blockieren, und permanent unter Materialstress stehen. Die Gummis entwickeln nach spätestens 2500 Kilometern ein ausgeprägtes Sägezahnmuster; der Reifen muss runter. Dass der hintere Pneu etwas länger hält und wohl erst nach 3000 Kilometern komplett weggefetzt ist, tröstet kaum. 

Klötzernes Kurvengeschwurbel 

Auch der Motor selbst hat seine fetten Macken, denn er hängt gerne am Gas. Langsam fahren mag er nicht. Das Getriebe schaltet sich hervorragend, aber der erste Gang ist mit 70 Sachen so lang übersetzt, dass man im Stadtverkehr permanent zwischen hochtourigem Ruckeln und schlabbernder Kette hin und her schaltet. Auch unentschlossenes Cruisen sollte man vermeiden; wenn der Scrambler unter 2200 Umdrehungen von der Last befreit vor sich hin gurgeln soll, verschluckt er sich reglmäßig und geht- ebenso regelmäßig - schlagartig aus. 

Doch das, beruhigt Importeur Rauscher, sei nur eine mindere Einstellungssache und ein schnell lösbares Problem - genau wie die Krux mit den Stollenreifen. "Wir liefern inzwischen die Hälfte der Maschinen gleich mit Straßenbereifung aus", sagt er. "Und spätestens beim ersten Reifenwechsel steigt noch mal die Hälfte der Leute um." Ja, das macht Sinn, nach dieser Testfahrt und dem klötzernen Kurvengeschwurbel.

Doch schade ist die Umrüstung allemal. Was ist ein Scrambler noch ohne grobstollige Gummis? Jedenfalls kein Kunstwerk mehr, keine Ikone. Nur noch ein weiteres italienisches Motorrad. Und davon gibt's viele. Und bessere.

Damit war mein Moto Morini-Bedarf gedeckt. Ich hab den Niedergang der Bastler-Truppe nur noch am Rande verfolgt unds gelegentlich etwas vermerkt, wie z.B. letzten April:

Vor drei Wochen hatten die italienischen Auguren Bein und Stein geschworen, dass Paolo Berlusconi, der Bruder des größten italienischen Staatsführers aller Zeiten, sich den Kauf von MV Agusta vorgenommen hat. MV Agusta wird zur Zeit von Harley-Davidson wie Sauerbier angeboten, das Gerücht war also nahe liegend. 

Nach Angaben von motociclismo.it hatte der Mailänder Unternehmer, der bereits die Altmarke Garelli zu seiner Industrie-Gruppe zählt, allerdings bei seinem Shopping-Trip eine andere notleidende Marke im Visier: Moto Morini.


Nach Angaben der Online-Ausgabe von motociclismo.it von heute hat Berlusconi 2,9 Mio. Euro für die Marke, die Patente und die Produktionseinheit in Casalecchio Di Reno geboten - ein Betrag, den Moto Morini dringend brauchen könnte, um weiter Motorräder zu produzieren.

Wurde nichts, aus dem Deal, die Berlusconis haben ihr Geld lieber bei Bunga-Bunga verbraten. Und Moto Morini ging in die Insolvenz.

Bis gestern, am 13. April 2011: Doch beim ersten Bieterverfahren vor einem Gericht in Bologna hob sich keine Hand, die 5,5 Mio. Euro zu zahlen bereit war. Ich wage einen Tipp: auch beim nächsten Termin in rund zwei Wochen und beim abschließenden dritten Bietertermin wird niemand Geld in die Hand nehmen.


Aber anderseits: Es handelt sich um Italien. Und um die italienische Motorrad-Bauer-Erfinder-Konstrukteur-Finanzierer-Liebhaber-Mafia. Da ist alles möglich und noch alles drin ... ich muss die Büchsen ja nicht fahren.