30 Juni 2010

MOTORRAD online: Moto2 - Waldmann und Wimmer trennen sich

Es geht weiter bergab mit MZ. Nachdem die Zukunft der Motorradproduktion in Zschopau so schwarz wie ein Kolkrabe aussieht (siehe dazu http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,644336,00.html und das Land Sachsen inzwischen Bürgschaften abgelehnt hat, scheint nun auch das Abenteuer Moto2 in die Grütze zu gehen.

Und zerstritten haben sich die beiden Partner Waldmann und Wimmer nun auch noch. Waldi will nicht mehr mit Ralf und hat seinen Rückzug aus dem Moto2-Team erklärt. Fahrer Ant West ist ohnehin schon schwer genervt. Bald ist keiner mehr da, der in Zschopau das Licht ausmacht.

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Eine Hommage: 30 Jahre GS - Brot und Butter für die Bayern

Seit 1980 haben die Motorrad-Bauer von BMW über 550.000 GS-Motorräder ausgeliefert. Ohne diesen Dauerbrenner hätte die letzte große deutsche Zweirad-Marke wohl kaum überlebt. Zum Jubiläum war moto1203 für SPIEGEL ONLINE mit dem Original unterwegs.

Knut Gerken wohnt in Rethwisch bei Bad Oldesloe auf einem Fachwerkhof und betreibt dort die Werkstatt "Strauß & Gerken". Rethwisch ist eines dieser norddeutschen Dörfer, in denen Detlev Buck Flens-Werbung oder eine Fortsetzung von "Wir können auch anders ..." drehen könnte. Vor Gerkens Werkstatt steht eine Bank, auf der drei schweigsame Männer ihre Bierflaschen ploppen lassen könnten. Gerken könnte in diesem Heimatfilm selber mitspielen. Er redet auch eher wenig und begrüßt alle Besucher mit "Min Jung".

Der Mann hat viele Besucher, denn er ist in Norddeutschland der Experte für alte BMW-Motorräder. Bei Gerken ploppt nichts, es boxt. Wenn die Vertragshändler nicht mehr weiter wissen mit den Oldtimern, schicken sie die verzweifelnden Kunden zu Gerken. "Trink erst ein Tass Kaffe, min Jung", sagt Gerken zu Begrüßung. Nach zwei Tassen geht's dann ans Eingemachte: Hinter seiner Werkstatt erstreckt sich ein Abenteuerland für Freunde der BMW GS.

Gerken hat von den Maschinen, mit denen BMW Motorrad seit 1980 sein Auskommen sichert, wohl ein Dutzend gebunkert. So genau weiß er das auch nicht, in welchem Zustand sich welche GS oder frühe G/S befindet. Sei's drum, an eine seiner Schätze hat mir Gerken eine rote Nummer geschraubt. Eine R 80 G/S, Baujahr 1984, Dakar-Ausführung soll es werden: "Sieh dich vor, min Jung. Fährt sich anders als die Maschinchen von heute."

Historisches Schweinetreiben

Rethwisch liegt auf dem platten Land. Das hat Vorteile. Man braucht keine guten Bremsen wie bergab in den Alpen. Das hat aber auch Nachteile. Am Ende des Waldwegs kommt meisten eine enge, rechtwinklige Kurve. Da muss man bremsen und runterschalten. Das sollte man, wenn man moderne Bremsanlagen gewöhnt ist, bei der originalen G/S mit Vorsicht tun: Der beherzte Griff in die Hebelei für die einsame vordere Scheibe als auch der Tritt, der die hintere Trommel bedient, erinnern ans sonntägliche Kuchenbacken - langsames, träges Rühren im dicken Teig.

Das Schalten ist auch nicht viel besser. BMW hat die R 80 G/S 1980 mit einer technischen Sensation auf dem Markt gebracht: die Monolever-Einarmschwinge mit innenliegendem Kardan-Antrieb. Die ersten Jahrgänge wie meine Dakar hatten noch kein Kardan-Gelenk. Mit katastrophalen Folgen: Jeder Gangwechsel hebelt das gesamte Fahrzeug aus - ein überhasteter Schaltvorgang mit gefühlloser Gasgabe an die beiden riesigen Bing-Vergaser fühlt sich an, als reite man einen spuckenden, röchelnden Eber eine Wendeltreppe hoch.

Mein Gott, was haben sich die Ingenieur bei diesem Kampfschwein damals bloß gedacht? BMW hatte es eilig mit der G/S, die 1980 auf den Markt geworfen wurde. Denn 1976 hatte der japanische Motorradhersteller Yamaha einen überraschenden Coup gelandet: die XT 500 - das ideale Motorrad für den damaligen Zeitgeist. Schluss mit den schweren Tourenschiffen. Rein ins Gelände, auf in die Freiheit! Wer damals XT fuhr, galt als harter Hund und war ultracool.

BMW war nicht cool zu dieser Zeit. Die Marke litt unter dem damaligen Boxer-Stallgeruch: altvordern, überholt, für die Biker auf dem Altenteil, wenig innovativ. Die Verkäufe gingen kontinuierlich zurück. In dieser Situation entwickelte und präsentierte BMW das Motorrad, das der Marke die Haut rettete und den Markt nicht nur in Deutschland von Grund auf veränderte: die BMW R 80 G/S.

Sie war die erste Enduro mit Mehrzylindermotor und die Mutter eines weltweit völlig neuen Markt-Segments - der großen Reise-Enduro. Die G/S sollte von alpinem Schotter über schlammige Pfade und afrikanischem Sand bis hin zur niederdeutschen Landstraße alle Terrains meistern. Die Kunden waren begeistert und sahen über die Unzulänglichkeiten der Maschine gerne hinweg - oder kannten es nicht besser.

Beherztes Sportmarketing

Aber alle Kunden kannten die Rallye Paris-Dakar. Die härteste Offroad-Herausforderung war die Bühne, auf der sich die G/S - als Kürzel für Gelände/Straße - beweisen sollte. 1980 belegte ein Privatteam den fünften Platz, 1981 fuhr der Franzose Hubert Auriol mit weitem Abstand als Erster über die Ziellinie. Der Beleg, dass die schweren Boxer tatsächlich fliegen konnten, machte sich bezahlt. Ende 1981 waren 6.631 Maschinen - mehr als das Doppelte des Solls - im BMW-Werk in Spandau ausgeliefert - damit war 1981 jede fünfte verkaufte BMW eine G/S.

"Ja, die Maschine, die Du grad gefahren bist, das ist die 84er Version der G/S. Sonderausführung Dakar. Großer 32 Liter-Tank, Einzelsitz mit Gepäckträger dahinter. Find ich ja immer noch einer der Schönsten aus der ganzen Baureihe." Mehr lässt sich Knut Gerken nicht entlocken.

Er fährt inzwischen eine R 1150 GS. Die hat ebenso wie die aktuellen R 1200 GS, R 1200 GS Adventure und die wassergekühlten F 800 GS mit dem Original - bzw. dessen Fahrverhalten - nichts mehr gemein. Nach 30 Jahren unaufhörlicher Hubraumerhöhung, Verästelungen im Stammbau und rund 550.000 verkauften Exemplaren ist das Motorrad, das BMW vor dem Bankrott rettete, technisch so ausgereift, dass es kaum noch zu verbessert ist.

Seine Fahrer und Fahrerinnen lieben es, weil es die perfekte Fahrmaschine ist - der zweirädrige Käfer für Betuchte. BMW feiert seinen Heilsbringer am kommenden Wochenende, vom 2. bis 4. Juli 2010, auf den Zehnten BMW Motorrad Days in Garmisch. Hubert Auriol, der erste Dakar-Sieger auf einer GS, wird kommen.

Knut Gerken will nicht nach Garmisch. Er bleibt in Rethwisch. Gibt ja immer einen, der ein Problem hat mit einer alten BMW. Neuerdings kommen auch die Skandinavier zum ihm.

Und außerdem muss er mal seine alten G/S-Bestände durchsortieren. "Die waren doch die Besten, min Jung."


Foto-Slideshow siehe http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-56508.html

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28 Juni 2010

Touratech Travel Event 2010 - Es gibt sie noch, die kleinen, aber feinen Biker-Veranstaltungen

Alles war gerichtet für eine Veranstaltung der Spitzenklasse: strömender Regen am Freitag, Nieselwetter am Samstag und genügend Schlamm für die Fahrer bei der GS Challenge, die im Rahmen des Touratech Travel Events stattfand - hier eine Video-Zusammenfassung des Veranstalters. Weitere Bilder beim rideexperience.de-Blog von Metzeler. -> http://www.ridexperience.de/?s=GS+challenge

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24 Juni 2010

Kai D. - das anonyme Roaming-Opfer

So lustig können SPIEGEL TV-Videos sein - wenn sie von Kai Diekmann von BILD gemacht werden.

22 Juni 2010

Der chinesische Pharao bei Polo - Schwund ist immer einkalkuliert

Irgendwo im Hinterland von Hongkong, wahrscheinlich im industriellen Niemandsland der "Special Economic Zone" Shenzen, sitzt tagein tagaus eine junge Chinesin, wahrscheinlich eine Wanderarbeiterin aus einer ethnischen Minderheit aus dem Norden des "Reichs der Mitte", an einem stickigen Arbeitsplatz und näht Tankrucksäcke.

Was hat das mit mir zu tun?

Viel.

Ich war happy, weil ich letzte Woche, genauer gesagt letzen Mittwoch, im Polo-Shop in Hamburg einen Pharao-Tankrucksack "Adventure Equipment by Polo" zum Super-Duper-Kampfpreis von 39,95 Euro geschossen habe.

Das hört sich erst mal günstig an, aber weil die junge Chinesin ihrer Näharbeit sechs Tage die Woche für umgerechnet wahrscheinlich 100 US Dollar im Monat nachgeht, verdient Polo an dem Schnäppchen immer noch gut.

Während es den Moppet-Herstellern - mit Ausnahmen - mangels Verkäufen zunehmend schlechter geht und der Motorradhandel samt der Werkstättenbetriebe auf die größte Krise seit Menschengedenken zusteuert, geht es den großen Zubehörhändlern wie Louis und Polo richtig gut. Da ist kein Kratzer im Lack, die Umsätze sind stabil. Gepimpt wird immer.

Das wäre mir gar nicht durch den Kopf gegangen, wenn am Wochenende bei der ersten Ausfahrt mit dem neuen Teil der Tankrücksack nicht gleich das Zeitliche gesegnet hätte.

Zwecks Gewinnoptimierung wird nämlich überall, am Naheliegenden und auch am Wichtigsten gespart - an den Plastikteilen, mit denen der Pharao am Moppet festgezurrt wird. Der Steg, über den der Spanngurt läuft, ist etwa 2 mm stark und somit so schwach dimensioniert, dass er durchaus als Sollbruchstelle durchgehen könnte.

Nix speziell gegen Polo. Auch der Vorläufer von Louis, ein Billigteil für 12,95 Euro, hat nach vier Monaten gestreikt. Der Reisverschluß der Grundplatte - ein Produkt aus der gleichen Güteklasse.

Was lerne ich daraus?

Dass die alter Hamburger Pfeffersack-Weisheit auch - und besonders in Zeiten der totalen Globalisierung - immer noch Geltung hat: "Ist die Marge noch so klein, bringt der Handel doch was ein."

Und dass ich mich entscheiden muss: Will ich zur Sicherung des Arbeitsplatzes der jungen Chinesin beitragen oder deutsche Qualität kaufen?

Ein vergleichbares Tanksrucksack-Volumen kostet im Touratech-Shop bis zu 250 Euro. Wird aber in Schwaben genäht, und wenn was kaputt geht, kann man das Ding einschicken - bei maximaler Kulanz.

PS: Der Verkäufer bei Polo hat den Pharao anstandslos zurück genommen, die 39, 95 Euro zurückgezahlt und nur mit den Schultern gezuckt. Einen Neuen hat er mir erst gar nicht angedient.

Die gute Nachricht: Tankrucksack kann erst mal warten. Die Schlechte: Ich brauche bald neue Stiefel ....

18 Juni 2010

Scoop? Spyshot BMW Sechszylinder - die Münchener bauen ihr Guerilla-Marketing weiter aus

Kürzlich flatterte mit eine Mail in die In-Box mit einem Bild im Anhang - ein Erlkönig. Offensichtlich ein neuer BMW-Tourer mit dem Sechszylinder-Motor der Concept 6, die im vergangenen Herbst auf der Motorradmesse EICMA in Mailand für Furore sorgte.

Der Absender hatte die GMX-Adresse 52states@gmx.de, wollte aber anonym bleiben:

"Auf meiner Urlaubsreise durch die USA im April bekam ich an einer Tankstelle in der Nähe von Los Angeles zufällig dieses mir unbekannte Motorrad vor die Linse. Die Fahrer sprachen deutsch, eventuell handelt es sich um eine neue, noch getarnte BMW? Vielleicht ist das Foto für Sie von Interesse….

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich als Privatperson im Zusammenhang mit dem Schnappschuss namentlich nicht in Erscheinung treten möchte. Ich will für das Motiv auch kein Honorar.

Falls Sie unbedingt einen Obolus entrichten wollen, dann spenden Sie an eine wohltätige Einrichtung.

Wenn Sie also für das Bild Verwendung haben – bitte gerne.

Gruß,
52states"

Hört sich doch gut an - und das Bild ist echt. Es wurde tatsächlich am 22. April 2010 aufgenommen, das beweisen schlüssig die gespeicherten Bilddaten:

Warum habe ich also so lange gezögert, das Bild und die Geschichte zu veröffentlichen? Ein Scoop, der erste Spyshot der neuen BMW, die eigentlich erst im Oktober auf der Intermot präsentiert werden soll? Das schlägt man als Blogger doch zu.

Auch technisch ist an dem Bild nichts auszusetzen. Der Dicke mit der blauen Jacke steht zwar blöd im Bild, aber gerade noch so, dass man den Motoblock ausmachen und mit dem Archivmaterial von der Concept vergleichen kann - Es hat also eine klare Aussage und News-Wert - aber verrät nicht zu viel.

Man sollte allerdings folgendes wissen:

Die Freunde von BMW haben seit Ende vergangen Jahr eine neue PR-Truppe, die Agentur Serviceplan.

Serviceplan ist in der Branche bekannt für excellente Arbeit im Bereich Guerilla-Marketing und haben mehrfach schon ein besonders geschicktes und glückliches Händchen mit Internet-Werbung bewiesen - in ihrem Hirnkästelchen ist auch das geniale Video enstanden, in dem die S1000RR den Tischtuch-Trick vollführt.

Produktionskosten: unter 20.000 Euro. Werbewirksamkeit und Imagebildung: unbezahlbar.

Stutzig hat mich auch gemacht, dass der generöse 52states nicht nur mich, sondern auch andere Blogger und die Redaktionen von tourenfahrer.de und Motorrad News mit dem Spyshot bedacht hat.

Ich denke, es läuft so: Serviceplan hat einen Plan.

Der Spyshot ist der Auftakt einer wohl getimten, kleinen Reihe von gezielten Leaks und Indiskretionen, die in den nächsten Monaten die Aufmerksamkeit der Online-Gemeinde auf den neuen BMW-Sechszylinden-Tourer lenken soll.

Nicht desto trotz hier das Bild - BMW Motorrad hat es jedenfalls mit der lapidaren Anmerkung "Auffällig ist die heruntergekommene Pflanze an der Stirnseite der Tankstelle..." kommentiert.

Und PS:
Liebe Freunde von tourenfahrer.de, verkauft das Bild bitte nicht so penetrant als die Aufnahme eines "TOURENFAHRER-Lesers". Da muss man sich ja fremdschämen.

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16 Juni 2010

moto1203 in München - die Wiedergeburt der Horex-Legende

Eine kleine Firma in Garching hat einen verwegenen Plan: Sie will der deutschen Traditionsmarke Horex neues Leben einhauchen. Einen sauberen Business-Plan und einen smarten Roadster-Prototypen mit Sechszylindermotor haben die Newcomer schon mal auf die Beine gestellt.

Clemens Neese hat Visionen. Aber ist auch Realist. Als der Schwabe 2004 nach zwanzig Jahren in der IT-Branche die Idee hatte, eine eigene Motorradmarke auf die Beine zu stellen, war ihm klar, dass ihm trotz seiner berufliche Erfahrung und einem erprobten Networking entscheidende Voraussetzungen für das Vorhaben fehlten: Expertise, Alleinstellungsmerkmal und vor allem Geld.

Schwaben sind auch zähe Naturen. 2005 hat Neese seine Freunde und Ex-Kollegen Frank Fischer und Fritz Rombach von dem Projekt begeistert. 2007 bekam er das Patent für einen "VR-Motor im Einspurfahrzeug". Neese holte Know-How an Bord und baute sein Netzwerk aus: einen Designer, einen Triebwerks-Entwickler von der Hochschule München, Fahrwerks- und Kommunikationsexperten, erfahrene Zulieferer vom Fach. Der Business-Plan war so gut, dass er sowohl private Investoren als auch die KfW Mittelstandsbank und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie überzeugte. Investoren- und Fördergelder flossen; Budget und Investitionsplan weisen inzwischen einen zweistelligen Millionenbetrag aus. Und 2009 gingen die Rechte an der legendären Motorrad-Marke Horex in Neeses Besitz über.
Seit gestern Abend wird sein Traum vom "Neuen Deutschen Motorrad", an dem er sechs Jahre lang laborierte, öffentlich geträumt: Die Legende Horex, die 1960 abgewickelt worden war, ist wieder da. Historie neu gedacht. "Die neue Horex würde den alten Konstrukteuren sicher gefallen," sagt Clemens Neese auf der Präsentation in München.

Motoren-Hightech im Retro-Roadster

"Der Plan war, die Konturen der alten Horex-Maschinen wie der Regina oder der Imperator in die aktuelle Zeit zu übersetzen. Aber gleichzeitig auf einen Overkill an modischem Schnickschnack zu verzichten," erklärt Designer Peter Naumann, Professor an der Hochschule München, den Prototypen. "Wir haben die Horex-Klassiker neu interpretiert: klare Linien, ästhetische Qualität, wertige Materialien. Zudem war von Anbeginn klar, dass wir das Herzstück des Fahrzeuges, den Motor, offen und ohne Plastikverkleidungen zeigen wollen."

Mit dem Motor wollen die Horex-Macher ihr Meisterstück abliefern: Verbaut wird ein flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder-VR-Motor mit 1200 Kubikzentimetern Hubraum und Kompressoraufladung. VR-Motoren folgen einem Bauprinzip, bei dem die vier oder sechs Zylinder in zwei Reihen stehen, die sich im Gegensatz zum reinen V-Motor kaum sichtbar öffnen. Bei der neuen Horex beträgt die V-Öffnung nur 15 Grad - das von Neese patentierte Aggregat braucht daher nur einen Zylinderkopf, in dem drei parallel angeordnete Nockenwellen für drei Ventile pro Zylinder arbeiten.

Der Motor der Horex läuft zur Zeit auf der universitären Testbank und liefert - theoretisch unter Laborbedingungen - Spitzenwerte ab: Zwischen 180 und 200 PS soll die Leistung liegen, bei einem Drehmoment von etwa 150 Newtonmeter, das fast über das gesamte Drehzahlband bis 8500/min verfügbar ist. Möglich macht das die Aufladung durch den Kompressor, der direkt an der Kurbelwelle ansetzt. Dieses Motorenkonzept hat es bisher in einem Serienzweirad noch nicht gegeben.

Technisch ist die Horex unter der dezenten Retro-Haube ohnehin auf dem neuesten Stand der Technik: Verschiedene Fahrmodi elektronisch geregelt, Gabel, Bremsanlage und Anbauteile vom Feinsten, elektronisches ABS, Aluminium-Brückenrahmen mit Lenkkopf aus Stahl, Einarmschwinge mit Riemenantrieb; die sechs Auslassrohre an den Zylindern werden in einem untenliegenden Sammeltopf und drei schicke Endrohre geführt.

Sitzen oder gar fahren konnte auf dem Prototypen allerdings noch niemand: Ob die Ergonomie für Fahrer und Sozius stimmt, ob das Fahrwerk hält, was die Macher versprechen, wie der Sechszylinder röhrt, ob der Kompressor die enorme Leistung gutmütig abliefert - das steht in den Sternen.

Viele Ausrufe- und Fragezeichen

Und Sterne verglühen, denn Visionen und Illusionen liegen nicht weit aus einander. Der Standort für eine Manufaktur für die 150 Maschinen, die im vierten Quartal 2011 auslieferbereit sein sollen, ist noch nicht bestimmt. Das Aggregat der Horex soll von einem deutschen Motorenbauer extern gefertigt werden, doch 12 Monate sind für Feintuning und präzises Motor-Mapping ein äußerst enger Zeitrahmen, wenn von der Baureihe bisher nur ein Exemplar existiert. Auch der Testbetrieb unter Realbedingungen und die Straßenzulassung brauchen erfahrungsgemäß ihre Zeit.
Doch ob 2011 oder 2012, die Horex muss ihre Käufer erst finden. Neese, Fischer und Rombach, die inzwischen unter Horex GmbH firmieren, wollen im ersten Jahr über ein eigenes - noch nicht existierendes - Händlernetzwerk 150 Maschinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz absetzen, und dann im zweiten Schritt den europäischen Markt im Sturm nehmen: "Im zweiten Jahr wollen wir vierstellige Stückzahl erreichen, aber der Sprung über den Teich in den amerikanischen Markt muss wohl überlegt sein," sagt Vertriebsleiter Rombach. Ob das bei einem avisierten Preis von über 20.000 Euro gelingt, bleibt abzuwarten.

Die alte Horex war ein Traum. Die neue kann einer werden. Aber wie die Geschichte auch ausgeht: Der Plan und der Prototyp, die waren schon mal Spitzenklasse. "Wir sind die neue Premiummarke," sagt Clemens Neese.

Alle weiteren Fotos unter: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-55992.html


Und hier der offizielle Video:


15 Juni 2010

Das Neue Motorrad - Es ist eine HOREX!

Viele hatten spekuliert, viel haben abgestimmt auf der Website des "Neuen Motorrads" - jetzt ist der Name und das Motorrad raus: Horex.

Vor wenigen Minuten vorgestellt heute in München sind die ersten Details enthüllt - es handelt sich um einen flotten Roadster mit einem VR6-Motor und 1200 Kubik. Sechs Kolben in Zylindern, die innerhalb des Motorblocks mit Flüssigkeitskühlung geringfügig gespreizt sind.

Einarmige Hinterradschwinge, Riemenantrieb und gefälliges Design. Weiter Design werden getwittert ... und am Mittwoch hier bei moto1203 nachgereicht.

Hier die ersten Bilder:


Hier die drei Hauptbeteiligten: Peter Naumann, Professor für Design an der Hochschule München, (li.), Frank Fischer (Mi.) und Clemens Neese, beide Geschäftsführer von Compact Bike, München.

14 Juni 2010

Paul Dobbs und Martin Loicht sterben auf der Isle of Man - Dunkler Stern über den Elektro-Fahrern

Über den Fahrern und Konstrukteuren, die das erste Elektro-Rennen auf der Isle of Man im vergangenen Jahr bestritten haben, scheint ein dunkler Stern zu hängen. Vier haben in den letzten zwölf Monaten ihr Leben gelassen.

Doch zunächst ein kurzer Blick auf die aktuellen Resultate: Gewonnen hat das 2010er Rennen - das nun Zero und nicht mehr TTXGP heißt - das Team MotoCzysz, das im vergangen Jahr ebenfalls angetreten war, aber die Maschine nach wenigen Kilometern abstellt.

Nicht wenige haben es den Amerikanern vor zwölf Monaten gegönnt: Stars wollten sie sein, von Anfang an. Michael Czysz, war aus Portland, Oregon, eingeflogen, mit verspiegelter Brille und viel Pomade im Haar, hatte an einem geheimen Ort residiert, nachdem er mehrere Jahre vergeblich versucht hatte , ein Superbike „Made in the USA“ auf die Beine zu stellen. Der geplante E-Triumphzug mit großer Entourage und Westcoast-Pomp - ein eigenes Filmteam soll den großen Auftritt festhalten - endete im Desaster und Spott.

Vergangene Woche nun hat die neue Maschine von Team MotoCzysz fast den ausgeschriebenen Sonderpreis für das Knacken der magischen Hürde von 100 Miles pro Stunde Durchschnittsgeschwindigkeit geknackt - und die Konkurrenz deklassiert. Auf Platz zwei landete der Vorjahressieger Rob Barber von Team Agni, den dritten Podiumsplatz holte James McBride vom Team Man TTX Racing.

Doch das beschäftigt mich eigentlich nur nebenbei, meine Gedanken sind bei Paul Dobbs (im Bild) und Martin Loicht.


Der 48jährige Martin Loicht war einer der erfahrensten Strassenrennfahrer und einer der E-Bike-Pioniere Österreichs. Nach über einem Jahrzehnt der Abstinenz von der Insel hat er sich mit dem Aufkommen der Elektro-Bikes wieder den Traum Isle of Man gegönnt. Die Supersport 600-Läufe hatte er als Training für die Elektro-TT-Rennen 2010gesehen, wo er mit seinem Eigenbau an den Start gehen wollte. In der dritten Runde, kurz nach dem Tankstopp, stürzte er vergangenen Donnerstag in der Sektion Quairy Bends und erlag seinen Verletzungen.

Paul Dobbs war 2009 mit der echten Krücke vom österreichischen Htblauva-Team - unter der Leitung von Martin Loicht - beim Welt ersten TTXGP an den Start gegangen und hatte damals das Podium knapp verfehlt. Nun ist er tot. Er starb vergangenen Donnerstag beim Rennen der Supersport TT-Klasse; er kam kurz vor Loicht in der Nähe von Douglas in voller Fahrt von der Straße ab und erlitt tödliche Verletzungen, an deren Folgen er sofort an der Unfallstelle verstarb.

Dobbs ist der dritte Teilnehmer nach John Crellin und Thomas Schönfelder des 2009er TTXGP, der inzwischen nicht mehr lebt.

John Crellin, mit 55 Jahren einer der TT-Veteranen, war 2009 wenige Stunden nach dem Elektro-Rennen wieder gestartet. Im Senior TT, traditionell dem letzten Rennen der Races über sechs lange Runden und 360 Kilometer, prügeln die Fahrer explosive 1000-Kubik-Maschinen über den Kurs.

John Crellin war in der letzen Runde nicht nach Douglas zurück gekommen. Kurz vor dem Pass am Snaefell stürzt er mit seiner Suzuki an der „Mountain Box“. An dieser Stelle haben die Fahrer in einer gezogenen Linkskurve über 200 Stundenkilometer auf dem Tacho. Crellin war sofort tot.

Rob Barber, der 2009er Sieger und diesjährige Zweite der E-Races, dazu: "Als ich vorbei kam, ist gerade der Helikopter gelandet. Schrecklich. Aber ist die Isle of Man. Jeder von uns weiß, auf was er sich hier einlässt – einen Moment nicht aufgepasst, und es kann dein letzter gewesen sein.“

Crellins Tod hat er mit einer stillen Gedenkminute abgehakt. „Ich bin mir sicher, John starb glücklich und mit sich im Reinen. Es war ein großartiger Tag für ihn – er stand auf dem Siegerpodium heute morgen. Was kannst du mehr erwarten?“

Im Herbst starb dann Thomas Schönfelder, der Zweite auf dem Podium, von eigener Hand. Selbstmord. Thomas Schönfelder war 2000 Deutscher Langstreckenmeister in der Klasse bis 600 ccm; in den folgenden Jahren war sein Name immer in der Starterliste bei den wichtigen Langstreckenrennen wie der Bol’d Or zu finden. Doch seine Lieblingsstrecke war immer der schwierige Straßenkurs auf der Isle of Man; nicht zuletzt, weil er dort seiner Frau Simone den Heiratsantrag gemacht hat.

Im letzten Sommer pilotierte er das E-Bike, das er zusammen mit Thomas Schuricht und Marko Werner vom Kasseler XXl-racing-Team entwickelt hatte. Ohne Schönfelder wäre das Team nie auf den sensationellen zweiten Platz gefahren; seine Erfahrung auf der Strecke war entscheidend für den Erfolg.

Ich schrieb damals: "Ein Rennen entscheidet sich auch über die Taktik,“ sagt Thomas Schönfelder kurz vor dem Rennstart. Und er behält Recht. Motoczysz und Mission One surren los wie von der Tarantel gestochen, Brammo hinterher, doch nach acht Kilometer ist für das erste Westcoast-Showbike Schluß. Motorschaden Motoczysz.

Mission One zieht auf halber Strecke an Schönfelder vorbei, doch dann zahlt sich dessen TT-Erfahrung aus. „Ich kenn doch meine Strecke, in Ramsey vor den Bergen ist noch gar nichts entschieden.“

Schönfelder hat Saft raus genommen und die Batterieen für die Steigungen durchs Hochmoor geschont. Oben am Pass unterhalb des Snaefell hat er Mission One wieder abgehängt, nur einer den Brammo-Fahrer kann noch hinterher. „Ruhig, Thomas, ruhig.“ Am Grandstand in Douglas versucht Schönfelders Frau Simone telepathischen Kontakt auf zu nehmen. Es klappt. Nach 29:04 Minuten fällt für XXL Racing die Zielflagge – zweiter Platz, Schönfelders erstes Podium bei der TT, und eine besondere Genugtuung: Der alte Siemens-Motor hat mit über 170 Stundenkilometer die höchste gemessene Geschwindigkeit erreicht."

Im richtigen Leben war der permanente Speed, den er im Rennen so geliebt hat, auf Dauer zu viel für Thomas Schönfelder.

Er hat sich am 31. Oktober 2009 im Alter von 42 Jahren für Aussenstehende völlig überraschend das Leben genommen. Zurück bleiben seine Frau Simone, seine fassungslosen Freunde und für lose Bekannte wie mich die Erinnerung an einen feinen Menschen.

Und nun Paul Dobbs, der stille Neuseeländer, den sie im Fahrerlager alle hoch hielten.

Sein Kiwi-Kollege Bruce Anstey widmete seinen dritten Platz im Rennen seinem alten Freund und Rivalen Dobbsy; Paul Owen, ebenfalls aus Neuseeland, hielt am Unfallort an, um zu helfen, und vergab seine Siegchance.

Es sind immer weniger von den E-Race-Veteranen. Wie sagt Rob Barber: "Die Isle of Man gibt, die Isle of Man nimmt." RIP, Dobbsy.

10 Juni 2010

Das neue Motorrad - ist am Dienstag Weihnachten? Dürfen wir was auspacken?

Am kommenden Dienstag Abend wird in München das "Neue Motorrad", von dem die meistern Auguren vermuten, es werde Horex heißen, vorgestellt.

Wir werden sehen, was die Technik bietet, ob das Projekt einen properen Business-Plan vorweisen kann, oder den Weg vieler Projekte zurück in die Geschichtsbücher und Versenkung geht.

Zum Herzstück der Technik heißt es jedenfalls in der Website: "Mit unserem Aggregat kommen wir dem Ziel ‚Leistung in allen Lagen’ schon sehr nahe. Es bietet ein sehr breites Drehmomentband und damit verbundene Spitzenleistung auf Top-Niveau."

Spitzenleistung war jedenfalls schon mal die PR-Arbeit - über vier Wochen verteilte Info-Fetzen, klug gestreut, genau so viel, dass die Fachjournalisten anfingen zu recherchieren, und gleichwohl so wenig, dass nicht vor dem Launch alles auf dem Tisch liegt. Chapeau!

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Erzberg Hare Scramble - 2010 wieder verpasst. Aber 2011 sicher.

09 Juni 2010

BMW legt im Mai entgegen dem Trend positive Zahlen vor

BMW Motorrad erzielte im Mai ein hohes Absatzplus. Gegen den nach wie vor weltweit stark rückläufigen Motorrad-Markt im Segment über 500ccm Hubraum stieg der Absatz im Mai um 19,3% auf 12.139 (Vj. 10.172) Einheiten. Per Mai erzielte BMW Motorrad einen Absatzzuwachs von 20,9% auf 45.431 (Vj. 37.570) Einheiten.

Das Hoch bei BMW Motorrad ist - so die Firmen-PR - "auf die attraktive und breite Modellpalette" zurück zu führen. Mit 3.705 (Vj. 2.766 / +33,9%) Auslieferungen im Mai bleibt das Modell R 1200 GS / GS Adventure mit dem neuen Boxer-Motor weiterhin der Bestseller im BMW Motorradprogramm.

Neben den weiteren Boxer-Motorrädern der R-Baureihe werden auch die Modelle der F- und K-Baureihen stark nachgefragt.

Weiterhin sehr erfreulich entwickelt sich der Absatz der S 1000 RR. Vom ersten Supersport-Motorrad von BMW wurden per Mai bereits 5.236 (im Mai 1.345) Einheiten weltweit an Kunden ausgeliefert.

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Jesse James liebstes Handy - oder wie man mit PR daneben liegen kann.

Gestern abend beim Blättern in einem alten WIRED von Ende letzten Jahres kam mir diese Anzeige unter.

T-Mobile wirbt in den USA mit dem gefallenen Engel Jesse James. Der (Noch)-Ehemann von Sanda Bullock, Besitzer von West Coast Choppers, und Liebhaber von Michelle "Bombshell" McGhee, dem so genannten Tattoo-Luder mit Hang zu Nazi-Fotos.

So schnell kann es gehen: Gestern noch gut bezahlter Werbeträger; heute muss der Mann seine Habseligkeiten bei Ebay vertickern.

Mmmmh. Normalerweise wird in der PR- und Werbebranche nichts dem Zufall überlassen. Die besten Markt-Scouts für die Wahl des Protagonisten, die besten Fotografen, die besten Beleuchter und Texter. Alles stimmt, alles passt.

Aber was passiert eigentlich, wenn der Promi in Ungnade fällt, was, wenn sich Ballack kurz vor der WM verletzt? Seltsam, dass es dafür keinen Plan B gibt.

Die nächste Firma nach T-Mobile, die in diese systemische Falle tappt, ist übrigens Solarworld. Ab Herbst 2010 will der deutsche Solar-Konzern sich auf dem amerikanischen Markt verstärkt positionieren. Ausgerechnet Larry Hagman, der Bösewicht aus der Öl-Soap "Dallas", soll das Image polieren. BP läßt grüßen, Solarworld, aus dem Golf von Mexiko!


08 Juni 2010

Sommertag in der Toskana ... vor einiger Zeit



Wieder ein Griff in die Schnappschuss-Kiste.

Die Aufnahme entstand um 1950 auf dem Marktplatz von Greve di Chianti. Fotograf ist nicht bekannt.

Der Platz hat sich in den letzten sechzig Jahren nicht viel verändert, aber die Besucher sind andere. Jetzt kommen Reisebusse mit Touristen aus Florenz.

07 Juni 2010

Rückrufe: Auch deutsche VFR1200F werden vorsorglich überprüft - und Yamaha zieht gleich nach

Von der Honda-Rückrufaktion für die neue VFR1200F, die vergangene Woche bereits vor dem Anschreiben an die Besitzer in England durchgesickert war, ist auch der deutsche Markt betroffen.

Zur Sachlage: Honda hat im Rahmen von Qualitätsprüfungen festgestellt, dass es bei einer geringen Anzahl von Fahrzeugen der VFR1200F-Baureihe aufgrund von Bearbeitungsrückständen zu ungewöhnlichem Laufgeräusch und schlimmstenfalls zu Schäden am Motor kommen kann. Die Fehlerquote liegt bei geringen 0,8 % und in einem überschaubaren Herstellungszeitraum.

In Deutschland werden nun insgesamt 55 Kundenfahrzeuge überprüft. Wenn bei der Überprüfung Bearbeitungsrückstände tatsächlich festgestellt werden sollten, wird wie bei den englischen Fahrzeugen der komplette Motor ausgetauscht.

Mit im Rückruf-Spiel ist auch noch Yamaha. Nach einem Bericht bei Motorrad gibt es bei den Hundertfünfundzwanziger YZF-R 125, WR 125 R und WR 125 X bei bestimmten Baunummern "sicherheitsrelevante" Probleme mit dem Katalysator.

"Diese technischen Probleme werden durch die Verwendung eines Drosselkits auf 80Km/h hervorgerufen: Der Katalysator könne überhitzen und damit die zulässigen Emissionswerte überschreiten."

Der Asphaltcowboy, oder warum ein Motorradsturz so viele Seiten hat

Unfall Motorrad Krankenhaus

Über die Nachrichten-Ticker, die Tweets und die sonstigen Kanäle kommen jetzt allesamt die dürren Berichte über die Kollateralschäden des Wochenendes rein.

Hier ein sehr persönliches Beispiel. Dank an Shoei - und Love rules!

04 Juni 2010

Ach, die Zeit der Rückrufe ... Honda, Metzeler, BMW ...

Aktueller Rundruf auf der Insel: Honda beordert dort zur Zeit 392 der neuen VFR1200F-Dickschiffe in die Werkstätten zurück, weil bei der Analyse von abnormalen Motorgeräuschen Metallspäne in den betroffenen Aggregaten lokalisiert wurden. Woher die Aluminiumreste stammen, muss nun weiter geklärt werden. Von dem Schaden sind nur Maschinen in einem bestimmten Herstellungszeitraum betroffen.

Im schlimmsten Falle, so Honda UK in einer Stellungnahme, könnte die Maschine im Betrieb fest gehen, weil der Ölfluß behindert wird. Die 392 Besitzer sollen nun in Kürze persönlich verständigt werden; die Ölwannen inspiziert werden. Sollten sich Metallreste finden, wird der Motor komplett ersetzt.

Ob sich das Problem nur in UK manifestiert oder ob auch deutsche Auslieferungen auf den Prüfstand müssen, ist zur Zeit noch nicht klar. Eine Twitter-Anfrage bei Honda Deutschland läuft.

Ende des vergangenen Monats hatte schon Metzeler bestimmte Chargen seiner Enduro-Reifens Tourance zurückgerufen und die Bestände bei den Händlern wieder eingesammelt, weil Produkte aus den Herstellungswochen 09 und 10/10 die Qualitätsnorm nicht erfüllten. Bei manchen Reifen soll die Gefahr bestehen, dass sich die oberste Gummilage langsam ablöst.

Den Auftakt der Rückrufe der letzen drei Wochen hatte BMW am 18. Mai gemacht: Schlappe 122.000 Motorräder sollen weltweit auf eine möglicherweise schadhafte Abdichtung an der Bremsleitung überprüft werden.

Mal sehen, wer im Juni noch an- und zurückruft.


03 Juni 2010

Zulassungszahlen Motorräder Mai 2010: weiter sehr mau.

Auch der drohende Sommer - ach, was waren das für schöne Zeiten, als man sich nicht schwitzend in den Regenkombi pellen konnte - hilft der Branche nicht aus dem Formtief.

Gegenüber April ist wieder ein Rückgang von satten 29,2 Prozent zu verzeichnen, und auch der April war schon schlecht.

Wir vermelden also eine magere Anzahl von Verkäufen inklusive Rollern - die irgendwie den großen Motorrad-Herstellern nicht helfen und von uns irgendwie nicht mitgezählt werden - von 16.516.

Und die Privatverkäufe fallen mit: minus 21,8 Prozent zum Vormonat. Die Biker fahren halt ihr Alteisen weiter und hoffen wie die Branche auf bessere Zeiten. Sie haben wenigstens noch die Hoffung auf die WM-Fußballwette, das Lotto oder das Traumhaus der Fernseh-Lotterie. Harte Zeiten.

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Underwater Motorbikes: Was wohl aus dem Projekt geworden ist?

Schon 1994 stellte ein typisch englischer Frickler diese seltsamen Unterwasser-Motorräder vor. Mit damals handelsüblichen Autobatterien. Was ist wohl bis heute daraus geworden? Bzw. was könnte heute draus werden mit Batterien neuester Technologie? Zu welchem Preis? Und: zu welchem Zweck ....?

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02 Juni 2010

Böser schwarze Nero

Die Supercharged Vincent Super Nero. Böses Teil. Böse.
http://bit.ly/dBMFPo

Jesse James: die Puschen von Sandras Ex-Macho ... jetz bei ebay.

Wer kennt das Problem nicht: Von Zeit zu Zeit muß man seine Garage aufräumen, weil die Frau da war. Oder stinkig ist. Dann heisst es: Feudeln, ausmisten.

Das macht zur Zeit gerade Jesse James, der Besitzer von West Coast Choppers und (Noch-)Ehemann von Sanda Bullock. Denn Sandra ist echt stinkig. Ok, nicht wegen der Garage.

Jedenfalls schmeisst Jesse seine Sachen nicht einfach weg, sondern versteigert sie bei ebay unter dem Namen "pope-of-welding". Hier sind die Dinge, die der gute alte Macho nicht mehr braucht, zu finden: alte Tanks und religöser Nippes.

Wer mitsteigern will: http://shop.ebay.com/pope-of-welding/m.html?_dmd=1&_ipg=50&_sop=12&_rdc=1



Wie heisst es doch so schön: Zeige mit deine Dinge auf ebay, und ich sage dir, wer Du bist.

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