
Neue Filme am Horizont: Am 22. Februar kommt der neue Fantasy-Actionstreifen „Ghost Rider“ ins Kino und Mitte April folgt die Roadmovie-Komödie „Born to be wild – Saumäßig unterwegs!“.
Beide Streifen sind zwei Vertreter des interessanten Phänomens "Product Placement", das bei öffentlich rechtlichen Sendeanstalten gelegentlich noch für Aufregung, Entlassung und ideologischen Zuckungen führt, im Filmgeschäft aber Gang und Gebe ist. James Bond fährt halt Ford Fiesta, wenn es in der Produktionskasse klingelt.
Ob allerdings Harley-Davidson sich mit diesen beiden Newcomern auf der Leinwand einen Gefallen getan hat, mag dahingestellt sein - aber selten ging die Adaption einer Idee in Form eines Drehbuchs so daneben wie bei diesen beiden Machwerken. Wer sich davon inspiriert fühlt, ins Lager der Harley-Fans zu wandern, muß schon ziemlich krank im Kopf sein.
Zitieren wir die HD-Presseabteilung: "Nicolas Cage und Easy-Rider-Urgestein Peter Fonda treffen in der Comic-Verfilmung „Ghost Rider“ aufeinander. Motorrad-Stuntfahrer Johnny Blaze (N. Cage) geht einen teuflischen Pakt mit Mephistopheles (P. Fonda) ein: Um seinen sterbenden Vater zu retten, verkauft er seine Seele und trennt sich von seiner großen Liebe Roxanne (Eva Mendes). Blaze ist gezwungen, Nacht für Nacht in Gestalt eines feurigen Dämons auf dem Hell Bike, einer finster gestylten Harley, das Böse zu vernichten. Als Blackheart, Sohn des Mephistopheles, seinen Vater entmachten will, bietet dieser Johnny Blaze die Aufhebung des Fluches an, wenn er Blackheart (Wes Bentley) zur Strecke bringt."
Ich habe den Trailer des Streifens, der derzeit in den USA mit 51 Mio. allein am letzten Wochenende eingespeilten USD an der Spitze der Kino-Charts steht, gesehen. So etwas Grottenschlechtes hätte ich Nicolas Cage - der in der Marvel-Comic-Adaption daher kommt wie ein Zombie aus der Stummfilmzeit - nicht zugetraut.
Goethe wird sich bei dieser Trivialisierung des Ur-Faust im Grabe umdrehen, aber wie heisst es so schön in Abwandlung eines alten Satzes: Sie waren alt und brauchten das Geld... (Im Fall von Cage wohl zur Renovierung des neuen Familienschlosses Neidstein bei Etzelwang in der Oberpfalz.)
Noch schlechter als der folgende Pressetext der Harley-Pressestelle , aber dafür "urkomisch" (Zitat) kommt der Streifen „Born to be wild – Saumäßig unterwegs!“ daher, der im Original "Wild Hogs" heisst.

"Born to be wild – dass das Biker-Credo zu ihrem Lebensmotto werden sollte, hätten sich Doug (Tim Allen), Woody (John Travolta), Bobby (Martin Lawrence) und Dudley (William H. Macy) in ihren wildesten Träumen nicht ausgemalt! Denn im spießigen Vorstadtleben der ungleichen Freunde geht alles seinen geregelten Gang, bis die vier Herren im besten Alter beschließen, den Fernsehsessel gegen coole Chopper von Harley-Davidson einzutauschen. Ihr Trip fordert eine Menge Glück und Geschick – besonders, als die Truppe auf eine echte Biker-Gang trifft, die die Freaks bald auf dem Kieker hat. Auf der Suche nach Abenteuer und Freiheit merken die Kumpels bald, worauf es im Leben eigentlich ankommt: auf echte Freunde und den Mut, etwas zu wagen – auch wenn das Leben scheinbar schon alle Weichen gestellt hat..."
Oh Herr, schmeiss Hirn vom Himmel, und laß diese Machwerke an deinen Schäfchen schnell vorüber gehen.
© Jochen Vorfelder
Bilder: © Sony Pictures und © Buena Vista / Touchstone Pictures