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16 April 2008

Ducati: Irgendwie läufts nicht so rund bei den Jungs aus Borgo Panigale ...


Nach drei MotoGP-Rennen trägt Italiens zweirädige Flag-Gondel Trauer: Casey Stoner ist in den letzten Wochen extrem schmallippig, die enttäuschenden Plätze in Spanien und Portugal entsprechen in keiner Weise den hohen Erwartungen. Düsterer siehts für den mit viel Hoffnungen angekauften Marco Melandri aus - er dödelt abgeschlagen hinterher; die Handhabung seiner Maschine ist ihm immer noch so fremd wie der Gebrauch die englische Sprache.

Dabei hatten die Meistermacher in Bologna vor der Saison voll auf MotoGp und Konzentration aufs Wesentliche, nämlich die Titelverteidigung, gesetzt - alles vorgeblich Nebensächliche war über den Löffel barbiert worden.

Beispiel 1: Die amtierende Superstock-Europameisterin der Frauen, Nina Prinz, war noch Anfang Dezember 2007 bester Erwartung, ihren Titel auch dieses Jahr auf einer 1098 verteidigen zu können. Dann kam Mitte Dezember per lapidarer Mail das Aus: kein weiterer Support für den Frauen-Rennstall mehr. Freiwillige Aufgabe des Meistertitels durch Ducati Corse, aber nicht einmal eine offizielle Presseerklärung. Eine Nachfrage bei der Pressestelle erzeugte - betretenes Schweigen. Hinter vorgehaltener Hand war lediglich zu vernehmen, dass alle verfügbaren Gelder in die MotoGP gepumpt werden sollten.

Jeder Euro ist da offensichlich nötig: Nach inoffiziellen Schätzungen kostet eine Renn-Saison der MotoGP - von Bayliss und den Supersports gar nicht zu reden - derzeit um die 45 Millionen Euro, von denen zwar der Löwenanteil von den Sponsoren gebracht wird, aber Ducati selbst muß etwa 3 Millionen beisteuern.

Sparen ist also angesagt - und nicht nur bei den Frauen.

Beispiel 2: Ducati ist zwar weiterhin noch auf der Sponsorenliste der Motogiro d'Italia, aber das in den letzten Jahren unentbehrliche Know-How, die Pressefahrzeuge, die Mechaniker und der Werkstattwagen wird abgezogen. Drastisch ausgedrückt: Die Motogiro d'Italia 2008 steht auf dem Schlauch, und der ist platt.

Wohin geht die Strategie: Über den Atlantik, in die USA. Ducati hat mit massivem Aufwand die diesjährige und erste Motogiro America supportet und alle verfügbaren Mittel dort hineingepumpt, weil auf dem amerikanischen Markt - so die Hoffnung der Verkaufsstrategen - in Zukunft die Musik beim Verkauf von Premium-bikes spielt.

Wenn sich da die Jungs mal nicht täuschen - und der in Deutschland und Italien gerade wieder bröckelte Marktanteil abgeht wie eine Lawine ins Tal.

Nina Prinz fährt jetzt übrigens Yamaha... nicht nur bei den Frauen, sondern erstmals auch bei der IDM. Die Flagge für die ersten beiden Läufe fällt am 27. April auf dem Lausitzring.

Der Sportwart

06 Februar 2007

Motogiro 2007: das definitive Oldtimer-Spektakel

Bella Italia ruft - na, zumindest kündigt es sich mit Updates auf den entsprechenden Websites an, die unsereins natürlich begierig nach Sonne und ungehinderte Ausfahrt scannt.

Ganz oben auf der Priorotätenliste: die Motogiro d'Italia 2007, wie schon die letzten fünf Jahre gesponsert von Ducati.

Dieses Jahr führt die Zweirad-Oldtimer-Rundfahrt vom 19. bis 24. Mai quer durch Sizilien; Startpunkt von fünf Tagesfahrten ist der Ort Sciaccia rund 100 Kilometer südlich von Palermo.

An dem Rennen - na ja, Rennen ist etwas übertrieben, die erzielte Zeit an den Tagesetappen über rund 250 Kilometer wird nicht so verbissen gesehen - nehmen außer den wirklichen Oldtimern der Vintage Racing Class (Baujahr 1957 und früher, maximal 175 cc) und der Taglioni Memorial Class (1968 bis 1978, über 250 cc) auch eingeladenen Gäste teil.

Hier die Übersicht über meine Postings zur Motogiro 2006, bestehend aus einer Übersicht vor dem Start, drei aktuellen Tagesberichten, und einem Artikel für die Süddeutsche zum Abschluß.

So ähnlich und mindestens genauso spassig wird es dieses Jahr wieder werden. Versprochen.

(c) Jochen Vorfelder