Denn Reisen war allemal ein teures und aufwendiges Unterfangen: Eine Expedition, wie sie z.B. der deutsche Forscher Heinrich Barth in den Jahren 1852 bis 1855 durch Westafrika unternahm, verschlang mehr als 100.000 Taler – in heutigen Maßstäben also fast eine Million Euro.
Wenden wir uns deshalb einem Traveller zu, der wenige Jahre nach Barth über das Mittelmeer setzte, und sich vom Hafen Tripoli aus auf den bisher undokumentierten Fußweg nach Timbuktu machte. Seine Reisekasse für den 3500 Kilometer langen Marsch ins Ungewisse: magere 2.500 Taler. Dennoch war Traveller gut vorbereitet: Nach einem Medizinstudium – ohne Abschluß – verschlug es den Norddeutschen über Italien und die Schweiz nach Frankreich, wo er in die Fremdenlegion eintrat und sechs Jahre lang in Algier diente. Während der Feldzüge gegen die Kabylen überlebte er große körperliche Strapazen, eignete sich Arabisch sowie mehrere nordafrikanische Dialekte an und lernte das Überleben in der Wüste.
Traveller reiste low budget: Mit lokalen Führern und wenigen Kamelen schloß er sich einheimischen Karawanen an und versuchte, möglichst unauffällig und unerkannt zu reisen. Oasen ging er oft aus dem Weg – und kam so fast zwangsläufig vom Weg nach Timbuktu ab.
Traveller beschrieb in seinem bekanntesten Expeditionsbericht „Q... ..... .....a“, wie die Lastkamele eins nach dem anderen starben und er sich schon fast verloren gab, aber dann doch weiter unbeirrt nach Süden marschierte. Irrlichtend und nah am Wahnsinn erreichte er etwas, was vor ihm noch kein Europäer vollbracht hatte: die Durchquerung der Sahara nach Süden - vom Mittelmeer zum Golf von Benin.
Diese Reise – viele andere sollten folgen – machte ihn berühmt und Traveller wurde ein Publikumsliebling und begehrter Vortragsreisender, der an den fürstlichen Höfen in ganz Europa von der Sahara berichtete. In seinen Memoiren lobt er besonders seinen Vortrag in Riga: Dort lernte er seine Lebensgefährtin kennen, die Nichte des Afrikaforschers Georg Schweinfurth. Aber Schweinfurth, das ist eine andere Geschichte.
Wer war da unterwegs?
Viel Spaß beim googlen.
© Jochen Vorfelder
