31 Oktober 2011

BMW S1000RR 2012: Die Bayern justieren ihre Boden-Boden-Rakete neu

Mit der S 1000 RR hat BMW Motorrad 2009 einen dicken Coup gelandet, doch die Konkurrenz bei den Supersportlern rüstet auf. Mit der 2012er Version ihres Renners rücken die Münchener die Verhältnisse wieder zurecht.

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Die Motorradmesse EICMA in Mailand steht vor der Tür und die Supersportler-Szene plustern sich auf: Kawasaki kündigt die ZZR 1400 als das "Serienmotorrad mit der weltweit schnellsten Beschleunigung" an; Ducati spricht bei der neuen 1199 Panigale von einer "Revolution im Motorenbau". Honda hat für Anfang November die Fireblade zu ihrem 20jährigen Jubiläum noch einmal ordentlich gepimpt.

Da steht für BMW mit der S 1000 RR viel auf dem Spiel: Seit er 2009 eingeführt wurde, ist der 193 PS-Protz einer der Verkaufsschlager der Bayern. Ein guter Teil des Imagewechsels und der positiven Bilanzzahlen von BMW Motorrad geht auf das Konto des Supersportlers-Modells - deshalb nach drei Jahren eine erste, vorsichtige Revision.

Überarbeitet haben die bayrischen Entwickler vor allem das Fahrwerk: Die Vordergabel erhält 2012 einen komplett neuen Innenausbau, der für mehr Dämpfungskomfort sorgen soll. Die Fahrzeuggeometrie und die Rückmeldung an den Fahrer werden u.a. durch einen um 0,1 Grad reduzierten Steuerkopfwinkel und einen um 9,3 mm verringerten Radstand verändert; auch die Steuerkopflagerung und das Federbein wurden überarbeitet. Zusammen mit einem jetzt einstellbaren Lenkungsdämpfer soll dies die Ruhe und Präzision erhöhen, mit der die S 1000 RR ohnehin schon ihre Kreise zieht.

Auch an der komlexen Motor- und Kraftverwaltung hat BMW Hand angelegt. Die Gasannahme für die Rain, Sport, Race und Slick-Fahr-Modi wird durch modifizierte elektronische Mappings neu und „sensibler“ gemanagt; die Leistungskurven und Drehmomentverläufe wurden per Software neu geschrieben. Die Folgen laut BMW: mehr Durchzug in unteren Drehzahlbereichen sowie harmonische und lineare Drehmomentverläufe ohne Löcher. Leicht umgebaut ist weiter nur die Auspuffanlage; den Reihenvierzylinder-Motor selbst liefert BMW unverändert aus. Einen weiteren Leistungssprung will man den Fahrern bisher nicht genehmigen, obwohl er, so munkelt man in den einschlägigen Boxengassen, bei Rennläufen bereits erfolgreich im Testbetrieb ist.

Was BMW bei der S 1000 RR-eigenen Traktionskontrolle DTC als weiteren Fortschritt verkauft, wird die schnelleren Fahrer im Lande allerdings nicht erfreuen: eine Optimierung der Spaßverhinderung, bekannt auch als Wheelie-Erkennung: „Beim Eingriff der Wheelieerkennung erfolgt die Öffnung der Drosselklappen nun deutlich sanfter.“ Schade eigentlich, weniger wäre da mehr gewesen.

Viel mehr gibt die S 1000 RR jetzt allerdings optisch her. Das massive Heck baut jetzt deutlich schlanker, hübscher; die Seitenverkleidungen mit Kiemen rechts und Luftloch links betonen den asymmetrischen Ansatz noch deutlicher.

Chapeau, Designabteilung - auch für die Details: Unter dem Cockpit haben die Münchener nun eine wunderschön gestaltete Gabelbrücke platziert und die transparenten „Winglets“-Windleitflügelchen lockern den Vorbau auf. Die Winglets sind auch in Karbon zu haben – gegen Aufpreis, versteht sich, wie eine HP Titan-Auspuffanlage und verschiedene, zusätzliche HP Power-Kits.

Auf andere Spielereien hätte man bei der Verteidigung der Leitwolf-Rolle unter dem Superbikes allerdings getrost verzichten können: Der grafisch neu gestaltete Drehzahlmesser ist in fünf Stufen dimmbar und der Bordcomputer signalisiert nun auf Wunsch und LED-Schriftzug laut „SPEED“, wenn die festgelegte Höchstgeschwindigkeit überschritten wird.

Das erscheint bei einer Boden-Boden-Rakete mit Straßenzulassung so überflüssig wie die per Sonderausstattung verfügbaren heizbaren Handgriffe.

22 Oktober 2011

Rückrufe: Größte Harley-Parade in den USA - 250.000 Biker fahren in die Werkstatt

Rückrufaktionen sind immer nervig für die Hersteller - sie nerven und knabbern an der Reputation. Im Gegensatz zu Deutschland, wo das Kraftfahrbundesamt KBA in Flensburg ein lockeres Händchen führt und die Entscheidung über einen Rückruf oft den Herstellern überlässt - abhängig vom Grad der Gefährdung - ist die zuständige Behörde NHTSA in den USA knüppelhart. Kleiner Fehler, drohende Missfunktion - Rückruf.

Getroffen hat es diese Woche einmal wieder Harley-Davidson, allerdings nicht mit einem speziellen Modell, sondern mit einer imposanten Liste:

Vehicle Make / Model: Model Year(s):
H-D / FLHP 2009-2012
H-D / FLHPE 2009-2011
H-D / FLHR 2009-2012
H-D / FLHRC 2009-2012
H-D / FLHT 2009-2010
H-D / FLHTC 2009-2012
H-D / FLHTCU 2009-2012
H-D / FLHTCUSE4 2009
H-D / FLHTCUSE5 2010
H-D / FLHTCUSE6 2011
H-D / FLHTCUSE7 2012
H-D / FLHTCUTG 2009-2012
H-D / FLHTK 2010-2012
H-D / FLHTP 2009-2012
H-D / FLHX 2009-2012
H-D / FLHXSE 2010
H-D / FLHXSE2 2011
H-D / FLHXSE3 2012
H-D / FLHXXX 2011
H-D / FLTR 2009
H-D / FLTRSE3 2009
H-D / FLTRU 2010-2012
H-D / FLTRUSE 2011
H-D / FLTRX 2010-2012
H-D / FLTRXSE 2012

Manufacturer: HARLEY-DAVIDSON MOTOR COMPANY
Mfr's Report Date: OCT 19, 2011
NHTSA CAMPAIGN ID Number: 11V506000
NHTSA Action Number: N/A

Component: EXTERIOR LIGHTING:BRAKE LIGHTS:SWITCH

Potential Number of Units Affected: 250,757

Summary:
HARLEY-DAVIDSON IS RECALLING CERTAIN MODEL YEAR 2009-2012 TOURING, CVO TOURING AND TRIKE VEHICLES MANUFACTURED FROM JUNE 6, 2008, THROUGH SEPTEMBER 16, 2011. SEE THE ABOVE LIST FOR THE MODELS INCLUDED IN THE RECALL. THE REAR BRAKE LIGHT SWITCH MAY BE EXPOSED TO EXCESSIVE HEAT FROM THE EXHAUST SYSTEM.

Consequence:
THE EXCESSIVE HEAT MAY CAUSE THE SWITCH TO NOT ACTIVATE THE BRAKE LAMP OR ACTIVATE THE BRAKE LAMP WHEN NO BRAKE IS APPLIED AND/OR CAUSE A BRAKE FLUID LEAK AT THE BRAKE LIGHT SWITCH, AFFECTING REAR BRAKE PERFORMANCE. EITHER CONDITION MAY INCREASE THE RISK OF A CRASH.

Remedy:
HARLEY-DAVIDSON WILL NOTIFY OWNERS, AND DEALERS WILL A INSTALL A REAR BRAKE LIGHT SWITCH KIT, FREE OF CHARGE. THE SAFETY RECALL IS EXPECTED TO BEGIN ON OR ABOUT OCTOBER 31, 2011. OWNERS MAY CONTACT HARLEY-DAVIDSON AT 1-414-343-4056.

Was liegt also an?  Der Bremslichtschalter könnte bei längerer Fahrt durch die Hitzeabstrahlung des Auspuffs zu heiß werden; Irgendwie verschmoren und seltsamerweise könnte auch Bremsflüssigkeit austreten. Wie das gehen soll - wissen nur Spezialisten. Harley tauscht das Bauteil kostenlos aus - bei der großen Harley-Parade in die Vertragswerkstätten. Von denen es übrigens 2012 weniger geben soll, H-D dünnt das Händlernetz gerade aus.

Zur deutschen Sachlage:

Gefährdung: http://www.kba.de/cln_033/nn_125106/SharedDocs/FAQ/Produktsicherheit/faq__was...

Rückrufe: http://www.kba.de/nn_125004/DE/Fahrzeugtechnik/Produktsicherheit__Rueckrufe/R...

20 Oktober 2011

EBR 1190 RS: Ami-Attacke - Special Forces auf dem Biketoberfest

Im Jahr 2009 wickelte Harley-Davidson die Sportmotorrad-Tochter Buell brutal ab. Jetzt ist der totgesagte Konstrukteur Erik Buell zurück – mit dem radikalen Supersportler EBR 1190RS. Moto1203 fuhr für SPON die erste Maschine, die nach Europa geliefert wurde.

Traditionell Ende September und parallel zum Münchner Oktoberfest schenken sich die Liebhaber von Zweizylinder-Motorrädern in Oschersleben richtig ein. Im Festzelt fließt das Bier; die Trachtenkapelle zieht durch das Fahrerlager. Doch richtig ab geht die Musi auf dem Rundkurs, wo sich Semi-Profis und Hobby-Racer auf Ducatis, Buells und BMW-Boxern austoben. Die Rennen beim „Biketoberfest“ tragen Namen, die Programm sind: Pro Thunder, Vintage Bears, SuperClassixs – die meisten Maschinen und auch Fahrer sind meist älterer Provinienz. Brandneue Fahrzeuge verirren sich nur selten zu diesem Familientreffen.

„Alles easy, die Strecke in Oschersleben ist total übersichtlich und die 1190er ist so handlich zu fahren wie ein Fahrrad“, sagt der Besitzer der 1190RS, Thomas Wanner.

Wanner, der das Pegasus Race Team unterhält, ist selber Racer und hat daher leicht reden. Weiß der Mann, was er da tut? Rennrunden mit schnellen Motorrädern sind statistisch gesehen ungefährlicher als der Hamburger Stadtverkehr, doch ich bin bestenfalls Hobby-Racer. Und die Mascine mit dem sperrigen Namen EBR 1190RS, die er mir leichtfertig anvertraut, ist ein sehr spezielles Motorrad.
155 PS am Hinterrad, 179 Kilogramm leicht, aufgebaut aus Aluminium- und Magnesiumteilen, gepimpt mit jeder Menge Karbon. Pure Superbike-Power, Made in USA.

Ihr Erbauer, der amerikanische Konstrukteur und Tüftler Erik Buell, hat bei der EBR 1190RS auf Schnickschnack wie Traktionskontrolle oder ABS verzichtet, sonst wäre ihr Preis, der bei rund 44.000 Euro bei Lieferung frei Haus liegt, über die 50.000 gestiegen. Mehr noch: Buell baut von dem Motorrad zunächst eine limitierte Auflage von hundert Exemplaren. Wanners Maschine ist zurzeit die einzige in Europa.

Mir ist leicht mulmig. Diese Testrunde sollte definitiv nicht im Kiesbett enden.

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Kein Problembär

Gute Fahrer – also alle anderen auf der Strecke vor mir - nehmen etwa 70 bis 80 Stundenkilometer mit, wenn sie in Oschersleben durch die Kurve vor Start-und-Ziel dengelt und in die lange Gerade hinein beschleunigen. Doch auch bei meinem Flautensegeln merkt man: Die 1190RS hat so viel Power und Drehmoment, dass nach rund 600 Metern mit gelegentlichem Kontakt des Vorderrads zur Fahrbahn drei, vier Gänge durchgeschaltet sind. Am Bremspunkt sind knapp 250 Stundenkilometer erreicht, bevor man voll in die Eisen geht.

Diesen Stress steckt das Fahrwerk der 1190RS viel besser weg als ich. Das Chassis besteht aus einem massiven Alu-Rahmen mit integriertem Tank; die Magnesiumfelgen werden vorne über eine Öhlins-Upside-Down-Gabel und hinten über die Schwinge mit einem Federbein ebenfalls von Öhlins geführt. Erik Buell hat wie üblich nur hochwertige Komponenten verbaut und ist den Grundwerten seiner Philosophie dabei treu geblieben: Masse möglichst tief; im Vorderrad gibt es weiterhin nur die gewaltige Einzelbremsscheibe. Sie reicht aber offensichtlich vollkommen aus, um die Urgewalt des Motors zu zügeln.

Das wassergekühlte V-Twin-Aggregat bringt, je nach Messpunkt Kurbelwelle (174 PS) oder Hinterrad (155 PS) bärenstarke Leistung, unbeeindruckt und vollkommen linear ohne Löcher, selbst aus den tieferen Drehzahlen, die meinen ersten Testrunden geschuldet sind. Der Motor ist bereits aus der Buell 1125 bekannt, die vor der übereilten Schließung der Produktion durch die damalige Mutter Harley-Davidson im Oktober 2009 als letztes Modell vom Band rollte. Gebaut bei Rotax in Österreich, und von EBR in East Troy, Wisconsin auf 1190 Kubik aufgebohrt, wird es von amerikanischen Fahrern und vom Pegasus Race Team bereits erfolgreich in der reinen Rennversion 1190RR eingesetzt.

Die leicht modifizierte Straßenvariante 1190RS steht ihrer Rennschwester auf dem Rundkurs von Oschersleben kaum nach. In den Schikanen und an den Einlenkpunkten der Kurven erweist sich der 179 Kilogramm leichte Einsitzer als extrem handlich; Wanners Vergleich mit dem Fahrrad ist nicht allzu weit hergeholt.

Nach den ersten Runden haben sich mein Respekt und Adrenalin-Spiegel allmählich eingepegelt; wenn man das Motorrad flüssig laufen lässt, sucht es sich fast spielerisch seinen Weg und leitet auch Gelegenheits-Racer wie unsereins sicher über die Strecke. Wanner, der schneller fährt, und sein Spitzenfahrer Harald Kitsch bestätigen unisono, dass sich die 1190RS auch im Grenzbereich absolut gutmütig verhält.

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Der Chinese soll es richten

Im Vergleich zum 2009 geschlossenen Werk, in dem immerhin über hunderttausend Buells vom Band liefen, ist Erik Buell Racing in East Troy, Wisconsin eine kleine Klitsche – aber groß genug, um hundert Maschinen in Handarbeit zu fertigen. Diese Stückzahl muss EBR innerhalb von zwei Jahren erreichen, um mit den Maschinen bei der amerikanischen AMA-Rennserie gegen die japanischen Superbike-Rennställe antreten und weiter glänzen zu können. Denn ohne Podiumsplätze und Pokale geht nichts: Erik Buell lebt als Konstrukteur von seinen Rennerfolgen wie Apple von Design-Preisen.

Wie aus der in den USA für die Straße zugelassenen Rennmaschine allerdings ein kommerzielles Nullsummenspiel oder gar ein Erfolg werden soll, ist allerdings noch völlig offen.


Erik Buell hat aus dem von Harley verfügten Nichts heraus ein amerikanisches Superbike gebaut, das der japanischen Konkurrenz, der Ducati 1198 und der BMW S 1000 RR das Wasser reichen kann. Mehr noch: In Sachen Exklusivität lässt der Herausforderer die Platzhirsche weit hinter sich. Hundert Stück gehen daher sicher selbst zum exorbitanten Preis von 45.000 Euro und per Einzelzulassung weg – die meisten wohl an Sammler und US- Patrioten, die lange auf ein Superbike aus amerikanischer Hand gewartet haben.

Doch von der Serienfertigung, die Erik Buell vorschwebt, und einem schlüssigen Geschäftsmodell ist er weit entfernt. Erst ab schätzungsweise 5.000 gebauten Exemplaren lässt sich ein Verkaufspreis um die 20.000 Euro realisieren, der potenzielle 1190RS-Käufer mobilisieren könnte. Für diese Stückzahlen braucht auch der Technik-Magier Erik Buell eine geordnete Fertigungsstraße – und einen Investor mit viel, viel Geld.

Doch EBR, so hört man, feilt bereits an einem entsprechenden Business-Plan, und spricht neuerdings mit chinesischen Geldgebern. Förderlich bei den Meetings wäre sicher, wenn Erik seinen Markennamen Buell mitbringen könnte – doch die Trademark ist weiterhin in Besitz von Harley-Davidson und der Heavy Metal-Goliath scheint nicht hat gewillt, ihn rauszurücken.


Ob das was wird mit den Chinesen und dem neuen Namen: Die Buell? Bei Erik Buell weiß man nie – tot gesagt wurde er jedenfalls schon oft genug.

Fahrzeugschein
Hersteller: Erik Buell Racing
Typ: ERB 1190RS
Karosserie: Motorrad
Motor: Flüssiggekühlter V-Twin-Viertakter
Getriebe: Sechsganggetriebe
Hubraum: 1190 ccm
Leistung: 155 PS bei 9750 U/min
Drehmoment: 97,0 Nm bei 9400/min
Tankinhalt: 17,1 Liter
Höchstgeschw.: 275 km/h
Preis: 44.000 Euro
Mehr Infos:
http://www.erikbuellracing.com/
http:// http://www.pegasusraceteam.com/

18 Oktober 2011

Geschäftsbericht Quartal 3/2011: Harley macht wieder dicke Backen

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Schnelle Notizen aus dem Bericht über das dritten Quartal 2011 bei Harley-Davidson - verglichen mit dem gleichen Quartal im Vorjahr 2010, schreibt Harely-Davidson wieder bessere Zahlen. Die Abverkäufe gingen um 5,1 Prozent nach oben. Damit kann Harley mit rund 230.000 Verkäufen 2011 rechnen - ungefähr dem Level des Jahres 2002. Den Rekord vermeldete die Firma im Jahr 2007 mit 273.000 Unit, bevor es bis zum Tiefpunkt 2010 mit 143.000 Verkäufen kam.

Illusionen über eine vollständige Erholung des Marktes macht sich Harley dennoch nicht: "2008 hat die ökonomische Landkarte in diesem Land (USA) vollständig verändert," sagte Keith Wandell, CEO von HD. "Und wenn jemand glaubt, dass es wieder wie vor 2008 werden wird .. es wird nicht passieren."

Die Strategie von Harley basiert deshalb für die nächsten Jahre auf drei Pfeilern: die Ausdünnung des Händernetzes, das Ansprechen von anderen Kunden, ohne die alten zu verprellen, sowie einer Entwicklung des Sortiments nach unten - Harley soll an der Entwicklung eines Einzylinder-Einsteigen-Bikes arbeiten, vergleichbar mit der alten Buell Blast.

Hinzu kommen Kooperationen - wie mit dem Playboy bei der gemeinsamen Website pbkeyclub.com, von der man sich nach erfolgreicher Registrierung Bilder von Playmates runterladen kann. Kostenlos.

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Brilliantes Geschäftsmodell: Guzzi ekelt die letzten Kunden raus

Die Fahrer und Fahrerinnen von Moto Guzzi sind Leid gewöhnt. Sie stehen seit Jahrzehnten zusammen mit Exoten wie dem Nördliches Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum) oder die Rotbauchunke (Bombina Bombina) auf der Roten Liste gefährdeter Arten und sind akut vom Aussterben bedroht.

Da bietet sich der Rückzug in geschützte Reservate zum Artenerhalt an.

Seit 1996 war der letzte Freilauf in Deutschland das world-of-guzzi.de Forum, in dem sich seither eine enge Bruderschaft von eingefleischten Guzzisti zusammengerottet hatte - um sich Mut zuzusprechen, um Erfahrungen auszutauschen, sich an der Vergangenheit zu ergötzen oder auf eine bessere Zukunft zu hoffen.
Die Gegenwart sah nämlich nicht besonders vielversprechend aus. Seit Anfang des Jahrtausend wird um die vollkommene Schließung des Werkes gestritten, Studien von neuen Modellen oder gar neuen Motoren bleiben haltlose Studien, gestreikt wird im Werk regelmäßig und der Mutterkonzern Piaggio hat im Oktober 2009 mal wieder eine Finanzspritze (12 Mio. Euro) aufgezogen, doch der Patient bleibt trotz der Injektion malad.

Gut, wenn man da eisenhart treue Fans hat, wie eben die User von world-of-guzzi.de. Bei Mopeten.tv kann man in Folge 16 aus 2007 erfahren, wie der deutsche Guzzifahrer zu seiner Marke hält: "Paul Denzer (ehemaliger Moderator des Forums, leider mittlerweile verstorben) reiste (...) mit Spenden aus dem Forum ins Guzziwerk, um für die Arbeiter dort eine Weihnachstfeier auszurichten."
Ich kenne hartgesottene Marketing-Profis, die gehen bei solcher siamesischer Kundenbindung vor Andacht in die Knie und beten mehrfach ein stillen Vaterunser.

Religiöse Gefühle beim Fan bringen die Resteverwalter, Controller und Haus-Juristen bei Piaggio (Diese Spezies Mitarbeiter scheint inzwischen in der Überzahl dort zu sein ...) jedoch in keinster Weise vom richtigen Weg ab: Die Marke und vor allem der Markenname ist zu schützen, da heilig Gut.
Nach 15 Jahren Forum-Betrieb erhielten die Betreiber von world-of-guzzi.de daher jetzt mehrfach die Aufforderung, der Begriff "Guzzi" aus dem Namen zu tilgen - ich vermute, Piaggio hat es auf die Domains world-of-guzzi.de und world-of-guzzi.com sowie die Facebook-Fanpage World of Guzzi abgesehen.

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Die Wildhüter von world-of-guzzi.de schreiben aus dem Reservat: "In mehreren Unterlassungs- und Verpflichtungserklärungen wurde von uns u.a. verlangt den Namen unserer Website aufzugeben und unser Projekt insgesamt ohne den Begriff 'Guzzi' im Namen zu betreiben. Die Begründung erschließt sich uns absolut nicht. Inzwischen wird aber mit Klage gedroht - daher nehmen wir mit sofortiger Wirkung alle Inhalte offline."

Sie hoffen weiter: "Gewachsene Freundschaften und Beziehungen können nicht durch die unserer Meinung nachunsinnigen Ansinnen von Konzernvertretern oder deren Erfüllungsgehilfen kaputt gemacht werden."

Ich könnts nicht besser sagen als der Kollege @systemstig: "Genau, Piaggio! So verkauft man Motorräder! Kunden ans Bein scheißen, die sich jahrelang in unerschütterlicher Hingabe eure schief zusammengenagelten Schrottkähne schöngeredet haben. *clap* *clap* *clap*"

Ich hab jedenfalls bei Piaggio die Gründe nachgefragt. Mal sehen, was von dort kommt ...

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05 Oktober 2011

Louis ist Versandhandel des Jahres, Detlev Louis erhält Lifetime Award

Im Rahmen des Deutschen Versandhandelskongresses wurde Detlev Louis, Europas größter Motorradzubehör-Händler, gleich zweifach ausgezeichnet.

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Zum einen wurde dem Unternehmen Louis der Preis “Versender des Jahres” verliehen. Damit befindet man sich in bester Gesellschaft mit Namen wie Tchibo oder Conrad. Von ursprünglich zehn Nominierten standen diesmal Cyberport und MyToys mit im Finale. Letztendlich fiel die Entscheidung auf Louis, insbesondere die herausragenden Leistungen beim Kundenservice, aber auch die stets frühe Umsetzung neuartiger Technologien gaben hier den Ausschlag.
Der 92-jährige Detlev Louis, der erst kürzlich seinen Sohn Stephan Louis verloren hat, selbst wurde mit dem “Lifetime-Award” für sein unternehmerisches Lebenswerk geehrt. Er habe als Unternehmer erfolgreich nach den gleichen Prinzipien gehandelt, die ihn zuvor bei zahlreichen Motorradrennen siegen ließen: Ein Rennen wird im Kopf, auf der Strecke und im Team gewonnen. Dem habe "Detlev Louis in hervorragender Weise entsprochen, in dem er immer wieder kluge Entscheidungen traf und Chancen ebenso erkannte und nutzte wie die Talente seiner Mitarbeiter. Er sei DER Pionier in Deutschland, wenn es um die Beschreitung neuer Vertriebswege geht und damit allen Händlern bis heute ein Vorbild."
In seinem 1938 in Hamburg gegründeten Motorradgeschäft reparierte und verkaufte Detlev Louis zunächst gebrauchte Motorräder. In den folgenden Jahrzehnten importierte er verschiedenste Motorradmarken aus England. Bereits 1965 brachte er seinen ersten Versandkatalog heraus und übernahm 1969 den Import der damals noch völlig unbekannten Marke Kawasaki. Nach und nach baute er das heute über 60 Geschäfte umfassendes Filialnetz auf, pro Jahr kommen etwa drei Läden hinzu. Vor etwas über einem Jahrzehnt ging der Louis-Online-Shop an den Start, heute die meistbesuchte Motorradseite im deutschen Web. Der Versand erfolgt über ein hochmodernes Logistikzentrum in Hamburg-Allermöhe. In Deutschland und Österreich zählt das Unternehmen derzeit 1500 Mitarbeiter.

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