30 März 2007

Kompensation: Ich fahr mit meinem Motorrad

Es ist ja nicht so, dass man die Nuggets, die man gelegentlich in den dunklen Tiefen des Webs schürft, ohne Grund unter die Leute wirft.

Als kürzlich Freund wordwidehalf beim Laufen ein trauriger Abgesang an eigene, doch weidlich überschätzten Fähigkeiten durch den Kopf schoß, hat er diese Schwäche später mit der Suche nach dem entsprechenden Motorradvideo kompensiert.

Mich hat heute eine unangenehme html-Bugwelle, die ich schon geraume Zeit vor mir herschiebe, bewogen, meine Zeit lieben mit alten Motorrad-Video-Links zu verdaddeln.

Ich sach nur: Der Vorteil von Punk und 70er Neuer Deutschen Welle war einfach, dass man nicht singen können mußte. Nonsenstexte gehen auch heute noch durch. Hier der definitive-Motorrad-Song von Bärchen und den Milchbubies.

Der Platzwart

23 März 2007

"And when the rain begins to fall..."

Ist ja bekannt, dass sich in der dunklen Nacht so mancher Perverser an der Alster rumtreibt.

Aber den wenigsten unter uns Sterblichen ist vergönnt, dort im strömenden Regen von Pia Zadora und von Moppets zu träumen.

Hier dazu mehr: worldwidehalf mit entsprechendem Video

Der Platzwart

19 März 2007

Spitze, Klasse, Super. Mitraten! Gewinnen!

SCHON WEGGEWONNEN! Gratulation, DENNIS!

In der alten Tradition des "Gute Gewinne-Viele Besucher"-Website-Marketings haben wir heute bei moto1203 beschloßen, einen kleinen Ausflug in die große Welt der Motorrad-Hersteller mit einem einfachen Bilderrätsel zu verbinden.

Also mal sofort zur Sache - wir haben nicht so viel Zeit, weil wir dröge in einem verschrabbelten Hotelzimmer ohne W-Lan an einer stinknormalen Telefonleitung hängen: Hier zwei Ausschnitte aus fotografischen Dokumenten, die wir heute am Ende einer Fertigungsstraße geschossen haben.

Welches Motorrad wird hier gerade produziert?

Der Erste, der die richtige Antwort postet, kriegt noch diese Woche die Original-Promotion-CD des Herstellers zugeschickt. Ist doch ein Wort, oder?

Der Platzwart

01 März 2007

Ausfahrten: Unterwegs mit John Berger

Die Anzahl der Personen, die einen Gedanken oder gar eine Textsequenz aus einem Roman von John Berger spontan und frei zitieren könnten, tendiert gegen Null. Vielleicht ein Philosophie- oder Literaturstudent mit dem abstrusen Ansinnen, seiner nichtsnutzige Doktorarbeit über den englischen Rommancier und Denker zu schreiben.

Ich jedenfalls gehöre nicht zum Kreis dieser Auserwählten; ich habe in meinem Leben noch nichts von Berger gelesen.

Das ist eine läßliche Sünde. Berger mit seinem kaleidoskopischen Stil ist in der Liga der großen Entwicklungsromane ein echter Problemfall, an den man sich als passionierter Leser erst heranwagt, wenn man die ganz harten Nummern wie Thomas Pynchon locker wegschmökert.

Bekannt geworden jedenfalls ist der inzwischen achtzigjährige Brite dem breiten Publikum nicht durch sein literarisches Werk, sondern durch sein pointierten politischen Positionen.

Berger war in den Fünfzigern eine treibende Kraft hinter der angelsächsischen Künstlervereinigung Artist for Peace und entfacht 1972 einen mittleren Skandal, als er die Hälfte seines Preisgeldes für den renommierten Booker Prize den Black Panthers in den USA spendete. (Berger war damals übrigens nicht der Einzige, der sich offen auf die Seite der militanten Schwarzentruppe stellte.) Letztes Jahr rief Berger wegen des Angriffs auf den Libanon zum General-Boykott Israels auf.

Nun gibt es derzeit wieder eine Berger-Welle - in Korea, wie ich gelernt habe - die die ZEIT-Autoren Susanne Mayer zum Anlass genommen hat, der Schriftsteller an seinem Wohnort Quincy, einem kleinen französischen Bergort, zu besuchen, ihn zu interviewen, und sich zu einer kleinen Spritztour auf Bergers alter 1100er Honda Blackbird durch die Serpentinen und Haarnadelkurven der Region nötigen zu lassen. Ein Text auch über Motorräder

Berger scheint die "Haben Sie nicht Lust auf einen kleinen Ritt?"-Nummer mit allen lieb- oder unliebsamen Pressemenschen durchzuziehen - wer was ähnliches lieber auf Englisch liest - voila.

(c) Jochen Vorfelder