30 März 2011

Neues von Ural – 2011er Retro-Edition in Sowjet-Rot

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Ja, doch: Es ist ein Ural-Gespann. Modell Ural Retro. Richtig schön, nicht? Für 2011 hat der Europa-Importeur die klassische Retro-Linie aus Irbit auch in der traditionellen Sowjet-Farbe Rot auflegen lassen. In limitierter Auflage, wie üblich.

Wer ein klassisches Gespann sucht, mit eleganter Linie – der kommt an den Oldtimern in moderner EU-Norm-Technik nicht vorbei. Bisher waren die Jahrgangs-Editionen so grob geschnitzt wie die üblichen Urals. Das ist 2011 anders – gab es die Retro dato nur in schwarz, gibt es ab sofort serienmäßig auch in rot, grün, blau und oliv.

Eine Retro liegt tiefer als andere Ural-Gespanne. Hat 18 Zoll Räder, gestrecktes Fahrwerk, ist dadurch sehr stabil in Kurven, hat aber nicht die berühmte Geländetauglichkeit der herkömmlichen Ural-Gespanne. Die Marzocchi-Telegabel schaut nicht nur gut aus, das Gespann lässt sich damit kinderleicht lenken. Etwas Luxus bietet die Innenausstattung des Beiwagens, wie Innenverkleidung statt nacktes Blech und Lattenrost im Fußraum.

Retro_olive2

Eine zweite, auch aufregende Version: Schwarz matt lackierte Rahmenteile harmonieren perfekt mit olivgrünen Blechen – und etwas Ural-Zubehör verändert den Charakter des Gespannes. Das hiert gezeigte Retro-Gespann hat zusätzlich schwarz matt lackierte Gabelholme, Auspufftöpfe aus Italien, Gepäckbrücke statt Soziussitz, Sturzbügel am Beiwagen vorne, Erste Hilfe Kasten am Beiwagen hinten, niedrige Sitzlehne im Beiwagen, Reserverad. Schnell zuschlagen, sonst ist die limitierte Auflage wieder weg – wie jedes Jahr.

Eine Übersicht über die exklusiven Jahreseditionen findet ihr unter http://www.ural.cc

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Hypnose in der U-Bahn

24 März 2011

Mainzer Solarunternehmen Schott Solar unterstützt Münch-E-Racing-Team

Das Mainzer Solarunternehmen Schott Solar sponsert zunächst für zwei Jahre das Münch Racing Team. Münch Racing Team startet 2011 und 2012 in zwei Rennserien, die speziell für Elektrobikes veranstaltet werden: dem eGrandPrix der TTXGP (Time Trials Extreme Grand Prix) und der e-Power International Championship des offiziellen Motorrad-Weltverbandes Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM).

Dabei hat Münch die Messlatte ziemlich hoch gelegt: Thomas Petsch, Manager des Münch Racing Teams erklärt, dass sie das Ziel hätten, „das stärkste und schnellste Elektro-Motorrad“ zu bauen. „Ein zentrales Thema ist dabei die Nachhaltigkeit, der wir uns weder im Fahrzeugbau noch im Motorsport verschließen dürfen. Daher war für mich klar: E-Mobile machen nur dann Sinn, wenn der Strom dafür aus erneuerbaren Quellen kommt. Deswegen sind wir sehr stolz darauf, Schott Solar als internationalen Vorreiter für Solarenergie bei uns im Team zu haben.“

Elektromobilität bildet die optimale Lösung für weniger Lärm und Emissionen im Verkehr. Jedoch können Elektrofahrzeuge nur dann ihren Beitrag zur allgemeinen CO2-Minderung und zur geringeren Abhängigkeit von fossilen Energieträgern leisten, wenn der Strom dafür vorrangig aus erneuerbaren Energiequellen stammt.
Münch Racing Team war bereits 2009 - damals noch unterem Namen - bei den ersten Rennserien für Elektromotorräder am Start und feierte 2010 beachtliche Erfolge als Konstrukteursweltmeister in beiden Rennserien und stellte mit Matthias Himmelmann den Fahrerweltmeister der TTXGP-Serie.

Schott Solar ist nach eigenen Angaben Markt- und Technologieführer in der Produktion von Receivern für Solarkraftwerke mit Parabolrinnentechnologie, der Herstellung von kristallinen Photovoltaik und in der Dünnschicht-Technologie. Die Firma verfügt über Standorte in Deutschland, Spanien, der Tschechischen Republik, China und den USA.

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16 März 2011

Aufräumen, ab ins Archiv: Test BMW K 1600 - Neue Kommandoschiffe für die Premium-Flotte

Mit vier Rädern ginge die K 1600 als Limousine durch - und wäre dann in Sachen Power und Ausstattung eine Konkurrenz für die hauseigene 7er-Reihe. Doch trotz massivem Kampfgewicht: Die neuen Sechszylinder-Tourer von BMW lassen sich erstaunlich simpel fahren.

348 Kilogramm; so viel wiegt die neue BMW K 1600 GTL - bevor zwei Personen Koffer und Topcase gefüllt und Platz genommen haben. Wenn diese Fuhre vom Hof rollt, wird locker über eine halbe Tonne bewegt. Mit diesem Wissen, nähert man sich dem neuen Tourer-Flaggschiff von BMW mit gehörigem Respekt.

Fotostrecke bei Spiegel Online: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-64869.html

Auch der Platz im tiefen Sattel hinter der per E-Motor verstellbaren Panorama-Scheibe macht die Dinge zunächst nicht entspannter: Über ein Dutzend Schalter und Knöpfe in der Verkleidung und an den Handgriffen, ein integriertes Stereo-System, Navi-Anzeige, zwei klassische Rund-Instrumente und ein 5,7-Zoll-Farb-Display mit knapp 70 Einstellmöglichkeiten. Gesteuert wird das Mäuse-Kino über ein dreh- und in zwei Richtungen kippbares Stellrad am linken Handgriff. Eigentlich will ich keinen Elektronik-Leistungskurs absolvieren, sondern Krad fahren.
"Das will der Markt," sagt Oliver Schmitt, Produktmanager für die zwei Versionen GT und GTL der neuen 1600er. Er beschäftigt sich mit den beiden Sport-Tourern seit über vier Jahren - schon 2007 fiel die Entscheidung, die weiß-blaue Produktpalette mit der S1000RR nicht nur Richtung Superbike-Segment aufzubohren, sondern die Premium-Klasse der Reiseschiffe zu erneuern.

Die hohe Zielvorgabe: Die Konkurrenz zu düpieren und die unangefochtene Dominanz im alten Kernmarkt auf Jahre hin zu sichern. Schmitt: "Auf zwei Dinge haben wir vor allen anderen gesetzt. Einen einzigartigen Antrieb und viele clevere Detaillösungen, die das Motorrad einfach zu fahren machen."

Herz aus Stahl, Aluminium und Magnesium


Mit dem neuen Motor knüpfen die Konstrukteure an die alte BMW-Sechszylinder-Tradition an, aber haben dennoch völliges Neuland erobert. Das gesamte Kraftpaket baut so schmal wie ein klassischer Reihen-Vierzylinder und wiegt nur knapp über Hundert Kilogramm. Der Motor kann mehr, aber darf in beiden Modellen 160 PS leisten - ein seriöses, aber nicht berauschendes Ergebnis. Sensationell ist dagegen das Drehmoment: Der maximale Wert von 175 Nm wird bei 5250 Umdrehungen erreicht - doch schon ab 1500 Umdrehungen werden bis zu 70 Prozent des Schubs erreicht.
Auch der Motorradkörper mit Rahmen, Kardan, Federelementen, Felgen, Bremsanlage bis hin zu den Endrohren der Auspuffanlage ist von Grund auf neu. Er wird je nach Modell optional - man will ja was verdienen - mit dem letzten Schrei in Sachen Elektronik und Fahrsicherheit versehen: drei Fahrmodi "Rain, Road und Dynamic", Fahrwerksanpassung ESA II je nach Fahrart und Zuladung, Zentralverriegelung, elektronische Traktionskontrolle DTC, Ride-by-Wire-Gasgriff - wie stark am Hahn gedreht wird, überträgt kein Kabel, sondern ermittelt ein Sensor.

Besonders hervorzuheben ist das erste adaptive Kurvenlicht an einem Serienmotorrad. Für den Xenon-Scheinwerfer und seinen Reflektionsspiegel wird dabei die optimale Einstellung für die Weitenregulierung unter Berücksichtigung der Schräglage errechnet und an Stellmotoren übermittelt. Smart: Die nötigen Messdaten stammen von der Traktionskontrolle.

Die Transformation des BMW-Gens
"Das Design eines Tourers ist immer eine Gratwanderung," sagt der Amerikaner David Robb, auf dessen Zeichenblock die Linien der K 1600 entstanden sind. "Sportlichkeit, Dynamik, genügend Wind- und Wetterschutz sowie maximaler Stauraum für zwei Personen müssen einen Kompromiss eingehen.

Sieht ganz so aus, als ob Robb den goldenen Mittelweg gefunden und für BMW eine neuen Stil-Familie adaptiert hätte. Sowohl in Rot als auch in Silber sendet der Endentwurf eine klare Message aus: "Seht her, hier kommt die neue BMW."

Der Designer hat auf eine Vollverkleidung verzichtet; der nach vorne geneigte Motor nimmt optisch den zentralen Raum ein. Die Front mit dem mittigen Xenon-Licht wirkt im ersten Moment aggressiv, aber vermittelt dann durch die beiden LED-Leuchtringe der Fernscheinwerfer einen versöhnlichen Charakter. Auch die verstellbaren optionale Sitzbänke mit schmaler Taille passen sich gut ins optische Gesamtkonzept ein. Auf andere Gimmicks wiederum hätte man verzichten können: Die optionalen Zusatzscheinwerfer samt Befestigung sind eine stilistische Beleidigung und die nach außen klappbaren Hasenohren an der Verkleidung, die im Sommer zusätzlich Wind zufächern sollen, werden beim Ostertreffen für manchen nahe liegenden Biker-Lacher sorgen.

On the road: alles bestens

Doch das ist schnell vergessen, wenn man erstmal losgefahren ist. Denn sowohl die GT, die mit veränderter Sitz- und Fußrastposition sowie einem kürzeren Lenker der Sportler in der Familie ist, als auch das Dickschiff GTL lassen mit den Standardeinstellungen ohne Probleme fahren und beherrschen.

Vergessen Sie das Display mit dem Unter-Menüs. Fahrmoduswahl "Dynamic" genügt, dann kann die K 1600 mit ihrem irren Drehmoment und dem Klasse-Motor so ziemlich alles: mit 35 km/h im sechsten Gang durchs Dorf rollen, ohne zu Zuckeln raus beschleunigen, und auf der Autobahn bei Hochgeschwindigkeit cruisen. Alles passt: Windschutz, Sitzposition, Kniekehlenwinkel und Armhaltung. Das Fahrzeug ist mit der 26,5-Liter-Tank und einem Verbrauch von unter sechs Litern auf 100 Kilometern bereit für echte Langstrecken - in den voluminösen Topcase der GTL würde sogar noch eine Minibar an die Steckdose passen. Sie lachen? In den USA, wo sich besonders die GTL verkaufen soll, wird so etwas nachgefragt.

Dass das Fahrwerk auf unserer Tour Ärger machen würde, hat ohnehin niemand erwartet: Länge läuft, sagt der Kapitän, und beide Schiffs-Modelle sind durch das Gewicht und den tiefen Massenschwerpunkt die Ruhe selbst. Gleichzeitig sind auch Spitzkehren, Serpentinen in den Bergen und kurvige Küstenstrecken völlig problemlos zu meistern. Wer wie ich vom einem schneller Sportler auf einen Mega-Tourer steigt, hat natürlich mit dem Gewicht zu kämpfen - aber der Motor reißt es raus: Kraft ohne Ende, drehfreudig, geduldig sogar bei absoluter Niedrigdrehzahl. Und wer vermutet hätte, das neue BMW-Highend-Triebwerk klänge gedämpft und weichgespült wie eine Staubsauger, den muss ich enttäuschen. Frei raus, vollmundig, rustikal - ganz großes Sound-Kino.

BMW ruft für die neuen Modelle stolze Preise auf: Die GT ist in der Grundausstattung für 19.900 Euro, die GTL für 21.850 Euro zu haben. Wer sich bei den Sonderausstattungen - etwa Navi, Kurvenlicht und Traktionskontrolle - bedient, lässt 24.000 Euro im Laden. Mit der K 1600 und dem neuen Antrieb hat BMW einen Treffer gelandet; der Motor wird über die Jahre der Vater einen ganzen Sippschaft von Modell-Varianten werden. Mission erfüllt: Den zur Zeit ultimativen Tourer baut BMW. Und er fährt sogar einfach so.

Die Testroute bei EveryTrail: http://www.everytrail.com/view_trip.php?trip_id=969291

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