26 August 2007

mopeten.tv : Folge 15 läuft online

Seit Samstag ist Folge 15 von mopeten.tv online. Die aktuellen Themen u.a.:

In Krefeld gibt es eine Motorradwerkstatt, die sich darauf spezialisiert hat, Behinderten das Fahren eines Zweirades zu ermöglichen. Willi Költgen baut Fahrzeuge, die selbst für querschnittsgelähmte Menschen eine Fahrlösung sind: ein Motorrad mit hydraulisch betätigten Stützrädern an Bord.

In der Rubrik "Mensch & Maschine" wird Olsonn mit seiner Vmax vorgestellt; außerdem gibt es einen Test der MZ 1000ST.

Der Videowart

21 August 2007

Ducati: Some call it motorcycle porn...


Manche Leute sind einfach besser; kommen weiter als andere. Warum?

Keine Panik, das soll nun kein pädagogisches Seminar für angehende Führungskräfte werden. Deshalb auch gleich die einfache Antwort: Man muß die richtigen Leute kennen. (Aufgepasst, junge Führungskräfte!)

In unserem Fall handelt es sich um den australischen Fotografen Phil Aynsley, der über drei oder vier Ecken mit dem Carl Fogerty-Clan befreundet ist - wir reden hier über den Fogerty, der vor einigen Jahren für Ducati die MotoGP-Klasse so dominiert hatte, wie es heute sein Landsmann Casey Stoner tut.

Jedenfalls haben seine guten Kontakte Phil Aynsley ermöglicht, bei Ducati eine Serie von Motor-Unikaten zu schießen, die die lange (Renn)-Tradition des Unternehmens dokumentieren. Die Stücke sind normalerweise nicht im Museum oder der Öffentlichkeit zugänglich, sondern stehen meines Wissens in der Rennabteilung von Ducati Corse, im Heiligsten von Borge Panigale also.

Achtung, Ducati-Liebhaber, bitte Tempos bereithalten, die Tränen der Rührung kommen sicher...bei diesen Schüssen.

(c) Jochen Vorfelder

17 August 2007

Motorradfahren: Weltanschauung oder pure Not?

Wer die Bilder, die ich auf der Irbit Bike Show 2007 geschossen habe, betrachtet, dem fällt vor allem eins auf: Russische Biker und ihre Mädels sind unglaublich jung. Das läßt sich schnell erklären, denn in den drögen Vororten herunter gekommener ex-sowjetischer Metropolen sind Zweiräder ein probates und vor allem bezahlbaren Mittel für kleine Fluchten.

Wem diese knappe Erklärung nicht reicht, und es eher sorgsam evaluiert und untermauert haben will, kann zu wissenschaftlichen Hilfsmitteln greifen. Zumindest in der USA und Großbritannien, denn dort ist die Aufarbeitung des Phänomens "Motorradfahren" ein ernstzunehmender Forschungszweig.

Einen Blick in diesen abgelegenen Wissenschaftkosmos bietet regelmäßig u.a. das online verfügbare International Journal of Motorcycle Studies: "The International Journal of Motorcycle Studies (IJMS) is dedicated to the study and discussion of motorcycling culture in all its forms—from the experience of riding and racing to the history of the machine, the riders and design to the images of motorcycling and motorcyclists in film, advertising and literature."

In der aktuellen Ausgabe wird auch - auf die britische Bühne transferiert - die Frage, warum die russischen Bikerii so jung sind, beleuchtet und in erheblicher Tiefe ausgelotet. Die Autorin Suzanne McDonald-Walker hat für ihren Artikel "Outcast but not Cast Out: The Effects of Marginalisation on the British Motorcycling Community" Motorradfahrer auf der Insel interviewt und die Antworten in Zusammenhang mit der Entwicklung und Lage der britischen Arbeiterklasse gestellt.

Was die Biker von damals zu sagen hatten, gilt auch für die Russen heute:"I mean, young men of my background, my class, couldn’t afford cars…. The only way you could get to work without pedaling your bicycle was by buying a little motorcycle. And… there was a genuine culture around motorcycles then. You know, young men bought motorcycles, rode motorcycles."

Auf deutsch: In Sibirien heute isses wie in London und Castrop-Rauxel in den frühen Sechzigern. Nix zu knabbern, kein Arsch inner Hose. Aber solang der Ford Taunus unerschwinglich ist, fahren wir halt Zündapp. So wars damals, oder?

(c) Jochen Vorfelder

Schweine unterwegs: ein Blick nach Laos

Hier das dritte Bild eines Schweinetransports - diesmal aus dem fahrenden Auto raus in Laos geschossen. Gefunden bei Flickr...



Der Stallwart

16 August 2007

Hippies & Bikers: Freewheeling vor 40 Jahren

Da sitzt man nichts ahnend im Café - und wird von P.K. versetzt, der trotz Vollverkabelung und Nokia-Organizer die vereinbarten Termine nicht immer im Griff hat - und blättert in der Hamburger Morgenpost: Aha, heute vor 40 Jahren war Hippie-Zeit, der Summer of Love.

Zurück im Büro stöbern wir doch gerne nach den aktuellen Angeboten zu diesem Thema und stolpern über ein fulminant einfaches, aber deshalb so liebenswürdiges Foto-Essay, das Slate.com dazu online gestellt hat. Eine Slide-Show mit Aufnahmen der Fotoagentur Magnum, eine Klasse für sich, sowohl die Agentur als auch das Essay.



Da erinnere ich mich doch gerne an Danny Lyon, einen anderen Chronisten jener Tage, der selber irgendwo ein Hippie war, aber eine andere Randgruppe des großen Amerikanische Traums auf grobkörnigen Schwarz-Weiß-Rollfilm verewigt hat: den "Outlaws Motorcycle Club" in Illinois.

Lyon war Mitte der Sechziger Kunststudent, aber fuhr lieber mit seiner betagten 650er Triumph Bonneville übers Land und vertrieb sich die Zeit bei Straßen- und Motocrossrennen in trostlosen Provinznestern. Er fotografierte; die Rennfahrer, ihre Frauen, die Zuschauer, und er fuhr selten allein. Von 1963 bis 65 war er ein Mitglied des Chicagoer Chapters der "Outlaws" und trug ihre „Colors“ - er trank und rauchte mit ihnen und war bei den Beerdigungen dabei, wenn wieder einer der "Outlaws" an den Folgen eines Unfalls starb.

Sein Bildband "The Bikeriders" ist ein inzwischen anerkannter Meilenstein in der Geschichte der amerikanischen Fotografie und stellt eine Verbindung zwischen den Hippies und Bikern dar: "Auch andere Randgruppen wie die Beatniks und Hippies begeisterten sich für die Biker: Die Drogen-Evangelisten der Merry Pranksters um die Schriftsteller Ken Kesey und Tomothy Leary sahen wie die 'Grateful Dead' in den berühmt-berüchtigten Hell’s Angels seelenverwandte Zeitgenossen."

Ich habe Danny Lyon, seit vielen Jahren selbst ein Magnum-Fotograf, vor geraumer Zeit mal eine längere Betrachtung gewidmet - wer Lust & Zeit hat zu lesen, hier lang.

Der Archivwart

15 August 2007

Vietnam: Wo sonst gibt es schweinische Transporte?

Dennis vom Moppedblog hat die erste Runde eröffnet - mit folgendem Schnappschuss, den er bei motoblog.it gefunden hat.



Da kann ich locker gegenhalten. Das Schwein als solch hat im gesamten asiatischen Raum keine guten Karten. Erst wird es gehalten, um die Schnecken aus dem Garten zu vertreiben. Dann kommt es gnadenlos und auch gerne im Doppelpack auf den Rücksitz, um nach einem kurzen, schmerzlichen Besuch beim Metzger den Speiseplan zu vervollständigen.



Das Bild entstand Ende 2005 im vietnamesischen Lao Cai an der Grenze zu Südchina, wo die erregt grunzenden Viecher - hier noch unterwegs auf einer alten ukrainischen Minsk - meist süß-sauer serviert werden.

Dennis, wir sollten einen kleinen Wettbewerb ausrufen: Wer hat bzw. findet weitere Fotos mit motorradfahrenden Schweinen?

Der Stallwart

Ducati: die Modellpolitik im Bugsog der 1098

Es sind gerade mal vier Monate her, seit ich in Bologna im Office von Ludovica Benedetti, der toughen Pressesprecherin von Ducati saß, und über die Zukunft der Marke im Allgemeinen und die zukünftigen Modelle im Gefolge der extrem erfolgreichen 1098 sprach. Das geschah im Rahmen meiner Recherche für einen Lufthansa exclusive-Magazin-Artikel.

Ludovica ist eine typische Nord-Italienerin - nach Außen hin strahlend freundlich, innerlich kühl wie ein Amaretto auf Eis - und eine noch typischere Pressesprecherin: bis zu einem bestimmten Punkt jovial und offen, aber wenn es ans Eingemachte geht, verschlossen wie eine frische Auster.

So kam ich mit meinen bohrenden Fragen, was denn in der Modell-Linie nach der aktuellen 1098 und 1098 S käme, nicht sonderlich weit: "Claro, wir werden die Modelle weiterentwickeln..Ja, Ja, ein kleinerer Motor böte sich an..."

Jetzt hat die Rationalisierung und das lean production-Prinzip, welches Ducati in den vergangenen Jahren das Überleben erst ermöglicht hat, der Politik des eisernen Schweigens, das zukünftige Modell nicht nur bei den Mythos-Bauern in Borgo Panigale umweht, ein Schnippchen geschlagen: Die Wahrheit und die Zukunft ist im Boden des 1098-Plastiktanks eingestanzt.

Roadracingworld.com
hat das Bild der Unterseite eines 1098-Tanks veröffentlicht, welches ein findiger 1098-Besitzer geschossen hat.

Darauf ist - da wetten auch andere außer mir drauf - die gesamte zukünftige Ducati-Superbike-Modellpalette schon vorab verewigt. Denn lean production heisst in der Praxis: eine Modellreihe - ein Tank, der über mehrere Jahre verbaut werden kann.

De facto ist die Sache also klar: Es wird eine 1098 R - also Racing - geben, sowie eine auf 848 ccm abgespeckte Version in der Normal- und der S-Ausführung. Ich tippe mal: Die R kommt Ende 2007, die mit den kleineren Motoren ausgelieferte 848-er im Jahr 2008.

Sorry, Ludovica...

(c) Jochen Vorfelder

13 August 2007

Sardinien: Ferien auf dem Bauenhof, Fahren auf der Ural, und überhaupt



Der Wert der Dinge erweist sich ja oft erst nach geraumer Zeit. Das geht inzwischen auch den Bloggern so, die über die Jahre hinweg scheinbar ziellos sinnlose Texte angehäuft, und sich in der Zwischenzeit häufig gefragt haben: Warum bloß?

Die Antwort hat mein alter Onkel, übrigens ein begnadeter Motorradbastler und manischer Sammler vor dem Herrn, so formuliert: "Weggschmissen is schnell, aber gfunden nimmer." Ja, alles kann man irgendwann mal brauchen.

Ähnlich muß es am Wochenende der schreibenden Kollegin Carla King ergangen sein, die den Blog American Borders befeuert. Darin beschreibt King diverse Motorradreisen durch die USA, China, Indien und eine Handvoll Länder rund ums Mittelmeer.

Vor allem die italienischen Einträge in ihren Blogs, die teilweise bis ins Jahr 1995 zurück reichen, kamen ihr jetzt wieder überraschend in den Sinn, als die New York Times auf ihren Reiseseiten das Ziel Sardinien - und speziell den für Amerikaner doch wohl ungewöhnlichen Urlaub auf dem Bauernhof - zum Thema machte.

Back to Nature, the Italian Way heisst der aktuelle NYT-Betrag, der King dazu animierte, auf ihre 2001er Reisetagebücher mit Einträgen über selbige Insel hinzuweisen.

Beides gute Artikel, eine gute Vorbereitung für eine Fahrt nach Sardinien - und eben der Beweis, dass man gute Texte auch länger ablagern lassen kann.

Ach ja, und was mir noch gefallen hat - auf ihrer letzen Fahrt durch die USA, die in die Buchveröffentlichung American Borders mündete, fuhr King just das Eisenschwein, das ich vorletzte Woche in Sibirien bewegen durfte: das Ural-Gespann.

(c) Jochen Vorfelder

11 August 2007

mopeten.tv : die Freu(n)de des bewegten Bildes

Sein Anfang des Jahres gibt es das Angebot einer ambitionierte Truppe von Bikern, die ihre berufliche Nähe zum Film auch zu ihrem Hobby machen: mopeten.tv.

Alle 14 Tage mindestens eine Viertelstunde über die Wonnen des Mopet-Fahrens, über Biker und ihre Maschinen, über Ausfahrten und Treffen. Dazu der eine oder andere sinnvolle Basteltipp - summa summarum der Versuch, Internet-TV mit all seinen Vor- und Nachteilen als Alternative zu den drögen Bike-Sendungen bei DSF zu etablieren.

Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen; die Sponsoren für spannende und abgelegene Themen und Reisen fehlen noch. Doch die Richtung stimmt.

Have a look auf die aktuelle Sendung No. 14.



Alle vorherigen Sendungen seit Januar sind bei mopeten.tv archiviert und jederzeit abrufbar.

Der Straßenwart

07 August 2007

Irbit Bike Show 2007: Wodka & Death Metal

Ein Posting in eigener Sache. Letzte Woche hatte ich das Vergnügen, mich in Irbit, rund 300 Kilometer östlich des Urals, auf dem platten Land in Sibirien rumzutreiben.

Da sagen sich an 363 Tagen im Jahr Fuchs und Taiga-Hase Gute Nacht. Nur an 48 Stunden ist in Irbit die Hölle los - wenn jährlich Ende Juli rund 3500 russische Bikeri zu der Irbit Bike Show einfallen und mit Hilfe von Sex, Drugs and Rock & Roll - sprich auf Russisch: Sex, Wodka und Death Metal - die Nacht zum Tag machen.

Am Bericht feile ich noch, hier schon einmal eine Auswahl an Fotos. Das gesamte Set gibt es bei flickr.











Multistrada: Italiener sind für eine Überraschung gut

Ich hatte Schlimmes befürchtet. Tage, Wochen, Monate? Der Tank hatte geleckt; offensichtlich ein Haarriss an der Verschraubung des unteren Verschlußes. Also kein Defekt, den man in der Werkstatt mal en passant lösen konnte. Stefan König, der Monteur meines Vertrauens, urteilte: "Neubestellen im Werk. Und komplett austauschen."

Die Bestellung eines Ersatzteil kann - erfahrungsgemäß - bei Ducati lange dauern, vor allem, wenn der Zeitpunkt mit den italienischen Sommerferien zusammen fällt. Doch die Jungs und Mädels in Borgo Panigale haben uns angenehm überrascht: Donnerstags morgen bestellt - und sage und schreibe - am Montag geliefert. Stillstand der Maschine also nur rund 5 Tage, da auch Stefan das komplette Zerlegen der Multistrada und den Einbau des neuen Underseat-Tanks an einem Vormittag durchzog.

Manchmal überrraschen die Italiener doch durch ihre Effizienz. Grazie; das Wochenende brachte sonnige Fahrstunden.

Der Straßenwart

Enfield: geliebte Exoten auch im Norden

Bis Ende Mai konnte man auf der Webseite des Norddeutschen Rundfunks (NDR) aus einer Liste von 60 Motorrädern seine fünf Lieblings-Bikes anklicken. Die Abstimmungsergebnisse werden nun in einem zweiteiligen Special mit demselben Titel ("Die beliebtesten Motorräder des Nordens") gesendet.

Die Royal Enfield Bullet 500 (siehe Bild) war eines der vorgestellten Motorräder und hat es, wie man hört, in die End-Runde der 40 beliebtesten Bikes geschafft und wird demnach auch in der Sendung zu sehen sein.

Eventuell gibt‘s auch einen kurzen Auftritt von Günter Scheele von Wheel of India, die regelmäßig Motorradtouren auf Enfields durch Kerala/Südindien und in den Kaschmir veranstalten.

Sendetermin: NDR, Samstag, 11. und 18. August 2007, jeweils um 16:00 Uhr.

Und wenn wir schon dabei sind, hier noch ein Termin in Hamburg, bei dem man eine Enfield aus der Nähe betrachten kann: der 7. Oktober 2007.

An diesem Sonntag gibt es von 12:00-16:00 Uhr ein "Indisches Matinee" in der Aula der Staatlichen Fremdsprachenschule am Mittelweg in Hamburg mit Indien-Quiz, Bollywood-Tanzkurs, Tombola, leckerem indischen Essen und natürlich Enfields als Ausstellungstücke.

Der Straßenwart (zurück aus Sibirien)