Ja, sind die Balinesen jetzt ganz verrückt geworden? Da zapfen sie sich den teuren Strom aus der Leitung, und leiten ihn über dicke Kabel direkt ins Meer. Wo er die badenden Touristen unter Spannung setzt.Keine Angst, hört sich schlimmer an, als es ist. Die wunderschönen Taman Sari Bali Cottages in Pemuteran an der Nordküste Balis bieten keine besonders harte Form von Selbsterfahrungskursen an, sondern sind Teil eines von der UNESCO und Klaus Töpfer höchstpersönlich ausgezeichneten Projektes zum Wiederaufbau von zerstörten Korallen-Ökosystemen. Und für Gäste garantiert ungefährlich.
„Der Fachbegriff für den Einsatz von Strom unter Wasser heisst mineralische Aggregation“, erklärt mir Nyoman Satri, der Techniker der Projekts. Und vereinfacht, funktioniert das Ganze so: Der Strom aus der Leitung wird auf 12 Volt herunter gepegelt, bevor er über die Unterwasserkabel raus zu Stahlkonstruktionen und Eisenmatten geleitet wird.
Diese Stangengebilde und Baumatten werden seit zwei Jahren nah am Strand versenkt, um Korallenstöcken und anderen Riff-Organismen einen „Bauplatz“ und neue Heimat zu bieten. Eine alte Technik, aber um ein vielfaches effizienter durch den Schwachstrom. Die leichte Spannung produziert Sandstein und zieht die „Riffbauer“ wie magisch an; die Wachstumsraten unter Wasser sind in Pemuteran sensationell.
Und dringend nötig: An der Nordküste Balis sind die Korallen in weiten Teilen durch Überfischung sowie Dynamiteinsatz geschädigt – die lokalen Fischer finden kaum mehr ein Auskommen. „Bisher sind die Fischer noch nicht ganz vom Projekt überzeugt,“ sagt dazu Satri, der mich durch die Anlage führt. „Aber wir haben jetzt begonnen, spezielle Riffs zur Zucht von Speisefischen anzulegen, das wird sie auf unsere Seite bringen.“
Hoffen wir das Beste – und wer das Projekt unterstützen will, kann das über die Taman Sari Bali Cottages einfach tun: Ankommen und sich’s gut gehen lassen, am Pool relaxen und im Restaurant lecker schnabulieren. Ein Teil des Umsatzes kommt dem Projekt zu Gute.
Mehr zum Projekt und den Taman Sari Cottages:
www.balitamansari.com
www.baliwww.com
© Jochen Vorfelder
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen