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07 Dezember 2010

BMW-Video: Sie foltern uns mit Sendern ....

Vor langen Jahren, als das Internet noch ein Erfindung in weiter Ferne war, wohnte ich in Berlin. Da war Berlin noch eine Insel.  Auf dieser Insel gab es einen Zeitgenossen, der lief durch die Stadt, und malte an die Wände: "Sie foltern uns mit Sendern." Er wurde schließlich in eine Heilanstalt eingeliefert.

Das ist aber nicht die eigentliche Geschichte. Die ist die, und die ist eine für die Verschwörungstheoretiker unter euch: BMW Motorrad liefert ja von Zeit zu Zeit mehr oder weniger bekannte Videos bei YouTube ab. Unter anderem diesen mit Ruben Xaus, der 75.000 Mal angeschaut wurde (Den man jetzt erst Mal nicht gleich anschauen muss ....:



Das Interessante an diesem BMW-Video ist ein zweiter Video, der vor einem Monat ebenfalls bei YouTube auftauchte, nicht von BMW, sondern von User PaperPlanefr. Der Video beschreibt anhand des Xaus-Videos, wie man heutzutage Werbung mit Photoblitzen direkt auf die Photorezeptoren der Retina des Betrachters macht.

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen ist die Wahrnehmung solcher durch Aussagen-Blitze unterstützen Werbung um ein Vielfaches höher, da sie direkt das Unterbewusstsein anspricht. Heute schon geblitzt worden?



Wer sich für den wissenschaftlichen Hintergrund interessiert, hier der Link zu einem Sachbuch über "The Visual Brain in Action"

26 November 2010

#gst10 GS Trophy 2010-Report: Große Jungs im afrikanischen Buddelkasten

Alle zwei Jahre schickt BMW Motorrad 30 Amateure auf die GS Trophy. 2010 ging es für die Teilnehmen durch den Süden Afrikas. Eine Vergnügungsfahrt ist die Tour nicht. Wer daran teilnimmt, muss mit anstrengenden Etappen, diversen Stürzen und bitteren Enttäuschungen rechnen.


Auf einem sandigen, tief gefurchten Waldpfad kurz hinter der Grenze zwischen Mosambik und Südafrika schießen Shigechika Aikawa die Tränen in die Augen. Es sind Tränen des Schmerzes und des Zorns auf sich selbst. Aikawa, der Toyota-Ingenieur aus Nagoya, ist völlig erschöpft. Sein Motorrad hat sich auf die Seite gelegt und ihn unter sich begraben. Die linke Fußraste hat ihm wohl durch den Stiefel hindurch einen Zeh gebrochen.



Doch diese Verletzung spürt er im Moment nicht, was ihn schmerzt, ist die Gewissheit: Er liegt hilflos im Sand und das ist unwiderruflich das Aus. Die GS Trophy 2010 ist für ihn gelaufen, sein Team Japan muss ohne ihn weiter fahren. Das Abenteuer, auf das er sich monatelang gefreut und vorbereitet hat, und von dessen erfolgreichem Ende er noch seinen Enkeln erzählen wollte, ist vorbei.

Aikawa ist einer der 30 Freizeitfahrer, die BMW zu einer Motorrad-Rallye durch Südafrika, Swasiland und Mosambik eingeladen hat. Die GS Trophy 2010 - die erste führte vor zwei Jahren durch Tunesien - ist ein symbiotisches Event. Alle Beteiligten geben und nehmen viel.

Die Teilnehmer aus zwölf Nationen haben sich bei lokalen Vorausscheidungen für die Drei-Mann-Teams qualifiziert; für die meisten Fahrer ist die Woche im November, die BMW ihnen schenkt, die Motorrad-Tour ihres Lebens. Für BMW Motorrad Marketing ist die Veranstaltung zum 30jährigen Jubiläum der GS-Modellreihe ein weiterer Baustein, die Marktführerschaft ihrer Modelle in der Klasse der Groß-Enduros zu festigen.

Der Mastermind

Tomm Wolf ist ein raumgreifender Mensch mit einer riesigen Aura. Der sympathische Münchener strahlt Liebe zum Motorrad und Abenteuer aus. Der alt gediente BMW-Mann und Offroader ist der König im Fahrerlager; Wolf hat die Veranstaltung erfunden und vor Ort organisiert. Während der GS Trophy läuft der Film ab, den er ersonnen hat. "Ich bin mit meinen Leuten schon fast zwei Jahre dran. Ich schätze, wir haben 10.000 Kilometer Strecke durch Farmland, durch die Berge in Swasiland und die Sandstriche an der mosambikanischen Küste abgefahren, bis wir die Route beisammen hatten."



Die Drei-Länder-Rallye ist für die Auserwählten ein rauschhaftes Erlebnis, für BMW eine aberwitzige Logistikschlacht. Die Firma hat insgesamt 60 Motorräder, 50 leichtere 800er Modelle und 10 Boxer-Enduros, für die Veranstaltung aufbauen lassen und ins Land gebracht. Der Tross der Begleitfahrzeuge, der sich hinter den Teilnehmern, den südafrikanischen Guides und den Medienvertretern durchs Land wälzt, ist riesig: Ärzte, BMW-Videomannschaften, Abschleppfahrer, Gepäcktransporteure und Offizielle.

Tomm Wolf hat Kompromisse eingehen müssen: "Am liebsten mag ich immer noch die Touren mit ein oder zwei Leuten, bei denen man morgens nicht weiß, wo man abends ankommt." Nur an einem Punkt hat er nicht mit sich handeln lassen müssen: "Da waren BMW und ich uns hundert Prozent einig - die GS Trophy ist kein Rennen für Profis. Von der Trophy muss der normale GS-Fahrer zu Hause träumen können und sagen - eh, das könnte doch ich sein."

Deshalb wird die Trophy auch nicht wie ein Rennen ausgefahren. Die Gewinner werden auf den Etappen während zwanzig Sonderprüfungen ermittelt. Bei denen zählt nicht purer Speed, sondern Team-Geist, Geschicklichkeit, Kombinationsgabe und Navigationskönnen bringen die Punkte zum Sieg.

Abenteuer für Amateure

Brian Kiely kann extrem hartnäckig sein, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat: "Südafrika, das war mein Traum. Ich wollte mitmachen und mich frei von allem fühlen." Nachdem er bei den Vorausscheidungen im Westen Kanadas nur den dritten Platz belegt hatte, ritt er Wochen später 4000 Kilometer auf seiner GS ab, um dort an der zweiten "Challenge" im äußersten Osten des Landes teilzunehmen. Wieder nur Platz Drei, aber Kiely hat Glück. Der Zweitplatzierte wird disqualifiziert, der Sieger zieht kurzfristig zurück: "Ich hab Go Canada, Go geschrien!"

Der Brite Allistair Allan stolperte über eine kleine Anzeige in einer Motorradzeitung. Und qualifizierte sich. Ein Problem: Hier die einmalige Chance, da die Arbeit. "Eigentlich kann ich meine Farm nicht so lange allein lassen. Aber meine Frau sagte, wenn Du die zehn Tage nicht weg fliegst, hockst Du mir nur monatelang missmutig in der Bude rum."



Die meisten Mannschaften haben sich erst am Flughafen getroffen, die wenigsten sind vor der Trophy zusammen gefahren. Ein wenig Krafttraining hat jeder gemacht, ja, aber Zeit für ein echtes Trainingslager hatten nur die drei jungen Südafrikaner. Die sind heiß.

Gelungene Symbiose

Auch mir ist heiß, brutal heiß von der Pace, die Christian Pingitzer im zerfurchten Tiefsand in Mosambik an den Tag legt. Der Marketing-Mann von BMW fährt voraus; meine Maschine schlingert und wuchtet hinterher. Es sind noch 30 harte Kilometer bis zu unserem Tagesziel Ponta do Ouro am Indischen Ozean.

Einsame Stunden auf dem Motorrad regen die Gedanken an. Ganz schön clever, diese BMW-Leute: Jedem Länder-Team einen mitfahrenden Journalisten zuzuteilen, ist ein klassischer Fall von "Embedded Journalism Light". Die emotionale Bruderschaft verwischt die Grenzen zwischen Wahrnehmung und Begeisterung. Erinnert mich an Greenpeace - wo sich man sich als kritischer Berichterstatter nach ein paar Tagen auf hoher See selbst als Aktionist fühlt und Wache halten will.



Sei es drum; Spaß macht das motorisierte Sandsurfen allemal. Und gegen die Symbiose - im Sinne von gegenseitigem Nutzen - ist unter unseren speziellen Umständen auch wenig einzuwenden: Zack, und schon hat es mich wieder auf die Fresse gehauen. Weich gefallen, trotzdem ist beim Anheben von 200 Kilo Leergewicht Pingitzers Power hoch willkommen. Einen Kilometer weiter in der nächsten Düne ist er dran und genauso dankbar für die Hilfe.

Team Deutschland

Auch Thomas Donnecker, Dirk Remmel und Werner Modelmann sind zum Gewinnen der GS Trophy nach Südafrika geflogen. Auch wenn sie es nicht zugeben mögen. Modelmann sagt: "Hey, klar könnten wir das Ding reißen. Aber in erster Linie wollen wir doch unseren Spaß haben und aus dem Alltag rauskommen."



Nach acht Tagen und 20 Sonderprüfungen ist Modelmann bei der Preisverleihung dann doch sichtlich enttäuscht. Im Team hat es gut gepasst, aber es lief nicht gut nach den ersten verheißungsvollen Tagen. Beim Final-Parcours ging gar alles schief; die langen Tage in Afrika haben Tribut gefordert und jegliche Konzentration wie ein trockener Schwamm aufgesaugt. Ein achter Platz. Christian Pingitzer verkündet andere Sieger: "And the winner is .... Team England."

Tomm Wolf ist jetzt ganz entspannt. Er nimmt mich zur Seite und lacht: "Sag ich doch: This is not a race. Zwei in die Jahre gekommene Farmer und ein Kette rauchender Bauunternehmer aus den Midlands. Wenn die Truppe die Internationale GS Trophy gewinnt, dann ist es definitiv kein Rennen. Sondern ein echtes Abenteuer."

Wolf kennt sich aus. Alle haben etwas für sich gewonnen. Er, die Fahrer und BMW: dreißig lebenslange Marken-Botschafter.

Link zur ausführlichen Fotostrecke: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-62071.html

Link zum ausführlichen Flash-Routen-Tagebuch: http://www.spiegel.de/flash/flash-24787.html

05 Juli 2010

30 Jahre GS - das offizielle Jubiläumsvideo

35.000 Bikes am Wochenende bei den BMW Motorrad Days in Garmisch - und wohl mit Abstand die meisten waren GS-Modelle. Eine Produktion des "Käfers" ist auch nach drei Jahrzehnten nicht abzusehen - warum auch? Über eine halbe Million Fahrzeuge wurden seit 1980 verkauft - und mit jeder Neuauflage ist die Mutter aller Reise-Enduros besser geworden.

Jetzt wird bereits spekuliert, wie eine komplett neue GS aussehen könnte - aber selbst wenn irgendwann eine völlige Neuentwicklung mit anderem Antrieb kommen sollte - die Münchener / Spandauer wären doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie das schwere Eisen zum alten Eisen erklären würden ...

Richtig state of the Art ist BMW zur Zeit jedenfalls in Sachen Video-Technik - nach dem Spot über die R1000RR hier eine visuelle Hommage an die GS. Auch liebevoll gemacht.

30 Juni 2010

Eine Hommage: 30 Jahre GS - Brot und Butter für die Bayern

Seit 1980 haben die Motorrad-Bauer von BMW über 550.000 GS-Motorräder ausgeliefert. Ohne diesen Dauerbrenner hätte die letzte große deutsche Zweirad-Marke wohl kaum überlebt. Zum Jubiläum war moto1203 für SPIEGEL ONLINE mit dem Original unterwegs.

Knut Gerken wohnt in Rethwisch bei Bad Oldesloe auf einem Fachwerkhof und betreibt dort die Werkstatt "Strauß & Gerken". Rethwisch ist eines dieser norddeutschen Dörfer, in denen Detlev Buck Flens-Werbung oder eine Fortsetzung von "Wir können auch anders ..." drehen könnte. Vor Gerkens Werkstatt steht eine Bank, auf der drei schweigsame Männer ihre Bierflaschen ploppen lassen könnten. Gerken könnte in diesem Heimatfilm selber mitspielen. Er redet auch eher wenig und begrüßt alle Besucher mit "Min Jung".

Der Mann hat viele Besucher, denn er ist in Norddeutschland der Experte für alte BMW-Motorräder. Bei Gerken ploppt nichts, es boxt. Wenn die Vertragshändler nicht mehr weiter wissen mit den Oldtimern, schicken sie die verzweifelnden Kunden zu Gerken. "Trink erst ein Tass Kaffe, min Jung", sagt Gerken zu Begrüßung. Nach zwei Tassen geht's dann ans Eingemachte: Hinter seiner Werkstatt erstreckt sich ein Abenteuerland für Freunde der BMW GS.

Gerken hat von den Maschinen, mit denen BMW Motorrad seit 1980 sein Auskommen sichert, wohl ein Dutzend gebunkert. So genau weiß er das auch nicht, in welchem Zustand sich welche GS oder frühe G/S befindet. Sei's drum, an eine seiner Schätze hat mir Gerken eine rote Nummer geschraubt. Eine R 80 G/S, Baujahr 1984, Dakar-Ausführung soll es werden: "Sieh dich vor, min Jung. Fährt sich anders als die Maschinchen von heute."

Historisches Schweinetreiben

Rethwisch liegt auf dem platten Land. Das hat Vorteile. Man braucht keine guten Bremsen wie bergab in den Alpen. Das hat aber auch Nachteile. Am Ende des Waldwegs kommt meisten eine enge, rechtwinklige Kurve. Da muss man bremsen und runterschalten. Das sollte man, wenn man moderne Bremsanlagen gewöhnt ist, bei der originalen G/S mit Vorsicht tun: Der beherzte Griff in die Hebelei für die einsame vordere Scheibe als auch der Tritt, der die hintere Trommel bedient, erinnern ans sonntägliche Kuchenbacken - langsames, träges Rühren im dicken Teig.

Das Schalten ist auch nicht viel besser. BMW hat die R 80 G/S 1980 mit einer technischen Sensation auf dem Markt gebracht: die Monolever-Einarmschwinge mit innenliegendem Kardan-Antrieb. Die ersten Jahrgänge wie meine Dakar hatten noch kein Kardan-Gelenk. Mit katastrophalen Folgen: Jeder Gangwechsel hebelt das gesamte Fahrzeug aus - ein überhasteter Schaltvorgang mit gefühlloser Gasgabe an die beiden riesigen Bing-Vergaser fühlt sich an, als reite man einen spuckenden, röchelnden Eber eine Wendeltreppe hoch.

Mein Gott, was haben sich die Ingenieur bei diesem Kampfschwein damals bloß gedacht? BMW hatte es eilig mit der G/S, die 1980 auf den Markt geworfen wurde. Denn 1976 hatte der japanische Motorradhersteller Yamaha einen überraschenden Coup gelandet: die XT 500 - das ideale Motorrad für den damaligen Zeitgeist. Schluss mit den schweren Tourenschiffen. Rein ins Gelände, auf in die Freiheit! Wer damals XT fuhr, galt als harter Hund und war ultracool.

BMW war nicht cool zu dieser Zeit. Die Marke litt unter dem damaligen Boxer-Stallgeruch: altvordern, überholt, für die Biker auf dem Altenteil, wenig innovativ. Die Verkäufe gingen kontinuierlich zurück. In dieser Situation entwickelte und präsentierte BMW das Motorrad, das der Marke die Haut rettete und den Markt nicht nur in Deutschland von Grund auf veränderte: die BMW R 80 G/S.

Sie war die erste Enduro mit Mehrzylindermotor und die Mutter eines weltweit völlig neuen Markt-Segments - der großen Reise-Enduro. Die G/S sollte von alpinem Schotter über schlammige Pfade und afrikanischem Sand bis hin zur niederdeutschen Landstraße alle Terrains meistern. Die Kunden waren begeistert und sahen über die Unzulänglichkeiten der Maschine gerne hinweg - oder kannten es nicht besser.

Beherztes Sportmarketing

Aber alle Kunden kannten die Rallye Paris-Dakar. Die härteste Offroad-Herausforderung war die Bühne, auf der sich die G/S - als Kürzel für Gelände/Straße - beweisen sollte. 1980 belegte ein Privatteam den fünften Platz, 1981 fuhr der Franzose Hubert Auriol mit weitem Abstand als Erster über die Ziellinie. Der Beleg, dass die schweren Boxer tatsächlich fliegen konnten, machte sich bezahlt. Ende 1981 waren 6.631 Maschinen - mehr als das Doppelte des Solls - im BMW-Werk in Spandau ausgeliefert - damit war 1981 jede fünfte verkaufte BMW eine G/S.

"Ja, die Maschine, die Du grad gefahren bist, das ist die 84er Version der G/S. Sonderausführung Dakar. Großer 32 Liter-Tank, Einzelsitz mit Gepäckträger dahinter. Find ich ja immer noch einer der Schönsten aus der ganzen Baureihe." Mehr lässt sich Knut Gerken nicht entlocken.

Er fährt inzwischen eine R 1150 GS. Die hat ebenso wie die aktuellen R 1200 GS, R 1200 GS Adventure und die wassergekühlten F 800 GS mit dem Original - bzw. dessen Fahrverhalten - nichts mehr gemein. Nach 30 Jahren unaufhörlicher Hubraumerhöhung, Verästelungen im Stammbau und rund 550.000 verkauften Exemplaren ist das Motorrad, das BMW vor dem Bankrott rettete, technisch so ausgereift, dass es kaum noch zu verbessert ist.

Seine Fahrer und Fahrerinnen lieben es, weil es die perfekte Fahrmaschine ist - der zweirädrige Käfer für Betuchte. BMW feiert seinen Heilsbringer am kommenden Wochenende, vom 2. bis 4. Juli 2010, auf den Zehnten BMW Motorrad Days in Garmisch. Hubert Auriol, der erste Dakar-Sieger auf einer GS, wird kommen.

Knut Gerken will nicht nach Garmisch. Er bleibt in Rethwisch. Gibt ja immer einen, der ein Problem hat mit einer alten BMW. Neuerdings kommen auch die Skandinavier zum ihm.

Und außerdem muss er mal seine alten G/S-Bestände durchsortieren. "Die waren doch die Besten, min Jung."


Foto-Slideshow siehe http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-56508.html

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15 Dezember 2009

BMW S 1000 RR macht auf Manga-King

Schon wieder ein BMW-Posting? Sei es drum. Geht um Folgendes: Vor drei Wochen hatten wir darüber berichtet, dass BMW sich eine neue Kommunikationsagentur - Serviceplan - zugelegt hat. Die war mit großer Ankündigung in den Ring gestiegen: ""Es wird eine werbliche Revolution für BMW Motorrad in Deutschland stattfinden."

Wie die Handschrift der Werber - die schon in fortgeschrittenem Alter speziell für diesen Job den Motorradführerschein gemacht haben, kommt gut beim Kunden - aussieht, kann man in Ansätzen bei einer Kampagne sehen, die bei BMW Südafrika und auf der Website des Fotografen Rene Neumann aufgetaucht ist. Ob das revolutionär ist, wissen wir nicht.

Die S 1000 RR wagt sich dabei aber zumindest optisch auf ein Spielfeld, auf dem bisher die japanischen Konkurrenten Honda, Yamaha, Kawa und Co. einen Heimvorteil genossen haben: Manga. Die Bilder sind eine mediale Kriegserklärung: scharf, aggressiv, das tut weh - dem Konkurrenten jedenfalls.

Hier ein Eindruck in Kleinversion, die großen Bilder liegen bei BMW Südafrika auf page 2.

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BMW: Bayern lassen G 650 GS am Amazonas bauen

Am Montag, den 14. Dezember 2009, wurde in Manaus / Amazonien mit der Fertigung der BMW G 650 GS im Werk von DAFRA Motos begonnen - mit dem Startschuß in Brasilien damit werden erstmals BMW Motorräder auch außerhalb Europas gefertigt.

Die Vereinbarung zwischen BMW Motorrad und dem lokalen Produzenten wurde bereits im September geschlossen - damit produziert DAFRA Motos nun exklusiv für den brasilianischen Markt.

Hendrik von Kuenheim, Leiter BMW Motorrad: „Die Fertigung hier in Manaus wird dazu beitragen, dass BMW do Brasil den Absatz nochmals deutlich steigern kann. Damit wird Brasilien in die Top 10 der wichtigsten Absatzmärkte von BMW Motorrad aufrücken." Wie wichtig der brasilianische neben anderen internationalen Märkten werden wird, hatte von Kuenheim in einem Interview mit moto1203 vor der EICMA angedeutet.

Die lokal zusammengebauten G 650-Modelle sollen ab Februar nächsten Jahres über das BMW Händlernetz angeboten werden; die Absatzprognose liegt für 2010 bei rund 1.000 Stück.

Um die Fertigungsqualität zu halten, wurde im Werk von DAFRA eine neue Fertigungslinie aufgebaut und das brasilianische Assembly-Team von Produktions- und Qualitätsfachleuten im BMW Motorrad Werk Berlin speziell ausgebildet und trainiert.

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13 Dezember 2009

BMW: Rückrufaktion für 2000 Stück K 1300 GT / K 1300 S in den USA

BMW Nordamerika ruft aktuell über 2.000 Modelle K 1300 GT und K 1300 S zurück, weil sich bei schlechter Spritqualität - die nicht weiter spezifiziert wird - Probleme mit Partikel-Ablagerungen im Einspitzbereich ergeben können. In einigen Fällen ist es bei langsamer Fahrgeschwindigkeit zu schlagartigem Motorabsterben gekommen, welches Sturzgefahr hervorrufen soll.

Die in den USA ausgelieferten Maschinen sollen im Januar 2010 kostenlos umgerüstet werden. Bb die Probleme auch bei den Modelle für den deutschen Markt auftreten - und die Rückrufaktion hier gilt - ist noch nicht bekannt. Hier der Link.

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26 November 2009

BMW: Auch die Münchner rufen die Digitale Revolution aus

Wenn wir schon bei der Werbung sind: Auch BMW macht jetzt mobil im Internet. Seit Anfang des Monats November 2009 hat BMW Motorrad seinen deutschen Etat an die "Kreativen" von Serviceplan Campaign übertragen.

Die Münchner Agentur wird zukünftig alle Kommunikationsbereiche der Marke auf nationaler Ebene betreuen - neben Kampagnen zählt dazu auch das Online-Marketing. Der selbst gesteckte Anspruch ist hoch: "„Wir wollen die Stimmung für das Motorrad im Allgemeinen verbessern. Und es wird eine werbliche Revolution für BMW Motorrad in Deutschland stattfinden“, so Stefan Schütte, der Serviceplan-Campaign-Geschäftsführer. Zitat: "Ziel dabei ist es auch, völlig neue Zielgruppen anzusprechen und zu erschließen, was mit aufsehenerregenden und unkonventionellen Kreationen in allen Bereichen angestrebt wird."

In Zusammenarbeit mit der Serviceplan-Tochter Mediaplus soll künftig eine neue werbliche Strategie für den deutschen Markt umgesetzt werden, die die Marke noch prominenter in Szene setzt. Schütte: „BMW Motorrad wird in Zukunft noch sehr viel deutlicher wahrgenommen werden.“

Auch da sind wir gespannt. Der Parade-Blog der Münchner über die neue S 1000 RR ist bisher noch ziemliches Dunkeltuten. Manche Einträge wurden schon 16 mal angesehen. Da ist noch Luft nach oben, Meister Schütte.

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13 November 2009

EICMA 2009: BMW fordert Honda mit dem Concept 6-Motor heraus

Paukenschlag von BMW: Der lang erwartete Angriff von Honda mit dem V4-Motor auf das Premium-Tourer-SEgment hat BMW nicht ruhen lassen. Mit dem neuen Sechszylinder für die RT-Reihe haben die Bayern gut gekontert. Am vorgesehenen Zeithorizont 2011/11 wird das Aggregat allerdings nicht wie in Mailand vorgestellt in einem Sportler zu sehen sein, sondern in einem Highend-Tourer der RT-Klasse verbaut. Intermot 2010 lässt grüssen ...





10 November 2009

EICMA 2009: Offizielle Bilder der neuen BMW Concept 6




Live von der BMW-Pressekonferenz in Mailand: Concept 6

Paukenschlag von BMW: Still und heimlich ohne die in der Branche üblichen Spyshots haben die Motorenbauer in München eine völlig neue Reihensechszylinder-Motorengeneration aufgelegt und damit die komplette EICMA überrascht.

Ob die vorgestellte Cafe´Racer-Studie Concept 6 so in Bau geht, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Mit dem extrem schmal bauenden Aggregat, das bei niedrigen Drehzahlen von 2000 rpm schon 130 Nm Drehmoment liefert, soll statt dessen die K-Modellreihe nach oben erweitert werden. Das erste Serienmodell mit dem neuen Motor wird also ein Luxus-Tourer sein. Schade um die schönen Schalldämpfer, die wir so nie auf der Straße sehen werden.

18 September 2009

Studie über Markenwert: Harley schmiert heftig ab

Es geht im Verkauf zwar auch um PS bei Motorrädern, doch viel wichtiger ist die Marke, und was der Käufer damit verbindet: Abenteuer & Freiheit, das Gefühl von Easy Rider. Damit werden etwa Harleys verkauft.

Doch mit dem Markenwert gehts bei Harley nun bergab. Das haben die Markenanalysten von Interbrand in ihrem aktuellen Ranking festgestellt, das am Freitag vorgestellt wurde. Interbrand ermittelt die Rangfolge der wichtigsten Marken jährlich gemeinsam mit dem US-Magazin "Business-Week".

Harley-Davidson hat danach im Vergleich zum Vorjahr satte 43 Prozent verloren, der errechnete Firmenwert liegt nur noch 4,3 Milliarden USD. Mehr verloren im Ranking haben nur noch zwei Firmen und übliche Verdächtige - die Bank UBS und die Citibank.

Mit dem Verlust von 43 Prozent in den letzten zwölf Monaten ist Harley in dem von Analysten und bei der Kreditvergabe als wichtigen angesehenen Markenranking von Platz 50 auf Platz 73 abgerutscht. Auf Platz 1 hält sich seit Jahren Coca-Cola.

Andere Top-100-Marken-Firmen, die auch Motoräder herstellen, sind BMW und Honda. Sie swind vergleichsweise ungeschoren davon gekommen und haben jeweils nur moderate 7 Prozent verloren.

Im Handelsblatt wird ein deutscher Vertreter von Interbrand, Nik Stucky, zum Verlust von Harley zitiert: "Das Unternehmen hat seit Jahren ein Markenproblem." Das Handelsblatt schreibt weiter: "Nun komme obendrein ein finanzielles Problem hinzu."

15 September 2009

BMW S1000RR: Blick in die BMW-Box am Nürburgring

Foto: (c) BMW

Es war ein durchschnittlicher Renntag für Troy Corser, die beiden WSBK-Rennläufe am 6. September auf dem kurzen Nürburgring-Kurs - vom Ergebnis her gesehen Mittelfeld: Ein sechster und ein achter Platz sprangen unterm Strich raus, beim ersten Auftritt des BMW-Superbikes S1000RR auf deutschem Boden.

moto1203 hatte Gelegenheit, vor dem ersten Rennen einen Blick in die BMW-Box zu werfen und das Bike, das am 5. Dezember in der Straßenversion in den Verkauf gehen soll, unter die Lupe zu nehmen.

Hier eine Slideshow, die unseren Blick hinter die Kulissen zeigt.

Wie zu erwarten edle Komponenten, die BMW an seinem Prestigeprojekt verbaut: zentraler Ram-Air-Eingang, Öhlins TTX-Komponenten, Alubrückenrahmen und beeindruckend große Schwinge, feinen OZ-Schmiedräder und eine offensichtlich aerodynamisch ausgefeilte Verkleidung, hinter der sich der geneigte Vierzylinder versteckt.

Der Link zur S1000RR-Website für alle Details

04 August 2009

BMW-Motorrad: Zweiter Quartalsbericht 2009 ohne richtiges Drehmoment

Der BMW-Konzern hat seinen zweiten Quartalsbericht 2009 mit den Auto- und Motorradergebnissen für das erste Halbjahr veröffentlicht: Hier einige Zitate zur freien Interpretation.

"In der Halbjahresbetrachtung ergab sich ein Minus von 16,0 % auf 46.974 verkaufte Motorräder."

"In Europa setzte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 33.117 BMW Motorräder ab, dies entspricht im Vorjahresvergleich einem Rückgang von 20,3 %. Vor allem in Deutschland (7.648 Einheiten / – 26,6 %), Spanien (2.827 Einheiten / – 42,1 %), Frankreich (3.470 Einheiten / – 25,3 %) und Italien (8.331 Einheiten / – 16,9 %) waren die negativen Rahmenbedingungen besonders deutlich zu spüren."

"Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) im Segment Motorräder betrug im zweiten Quartal 2009 insgesamt 26 Mio. Euro (– 53,6 %) und in den ersten sechs Monaten 54 Mio. Euro (– 41,3 %). Entsprechend lag das Ergebnis vor Steuern (Gewinn) mit 24 Mio. Euro von April bis Juni 2009 um 54,7 % unter dem Vorjahreswert, in der Halbjahresbetrachtung ging dieses um 42,5 % auf 50 Mio. Euro zurück."

"Bedingt durch das wirtschaftlich schwierige Umfeld hat die BMW Group auch die Motorradproduktion gezielt verringert. Im zweiten Quartal 2009 liefen 21.152 BMW Motorräder vom Band (– 33,8 %), von Januar bis Juni 2009 wurde die Motorradproduktion um 17,0 % auf 50.263 Einheiten reduziert."

Harte Zeiten, die BMW wie folgt kommentiert:

"Im Motorradgeschäft setzt die BMW Group im weiteren Verlauf des Jahres 2009 die Modelloffensive fort, um der durch die globale Wirtschaftskrise ausgelösten Kaufzurückhaltung zu begegnen. Dennoch geht das Unternehmen davon aus, dass der Motorradabsatz unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird."

Der komplette Zweite Quartalsbericht 2009 hier online.

31 Juli 2009

Virales Marketing: BMW sucht nach Motorrad-Bloggern


Kundenbindung ist bekanntlich alles. Und um die Kunden zu binden - was bietet sich da mehr an, als Kunden für Kunden schreiben bzw. bloggen zu lassen?

Dieses angeblich bombensichere 1x1 des viralen Marketings hat nun auch BMW auf www.s1000rr.com - der Promo-Site für das neue Superbike - aufgegriffen. BMW sucht dort unter dem Reiter BLOG aktive Blogger, die das bisher doch eher gemächliche Geschehen auf der Site etwas aufpeppen. Offensichtlich kann sich jeder bewerben...

Das kann natürlich spannend werden: Wer aus der deutschen Motoblogger-Szene bewirbt sich? Wer stellt sich der Herausforderung? Wo sind die inhaltlichen und stilistischen Grenzen eines solchen Experiments?

Wer will sich dem (sicher kommenden) Vorwurf aussetzen, ein Lohnblogger zu sein? Denn in welches Umfeld man sich da begibt und wie solche Entscheidungen bei Großkonzernen fallen, ist ja landläufig dokumentiert ... :-)

30 Juli 2009

BMW: Motorradsparte fährt weiter Superbike


Es wurde schon viel über den Ausstieg von BMW aus der Formel 1 geschrieben - auch über die wachsweiche Argumentation mit der ausschließlichen Betonung der "stategischen Neuausrichtung" des Konzern. Hier zur Verdeutlichung der O-Ton von der überraschend einberufenen Pressekonferenz am 29.Juli in München.

Das hat natürlich Fragen aufgeworfen:

- Was bedeutet die Neuausrichtung, bei der in Zukunft der bisherige Jahresetat von geschätzten 150 Mio. Euro in die Entwicklung von Elektromobilität und Imagekampagnen zur Verdeutlichung der "nachhaltigen Unternehmenspolitik" fließen sollen, für die Motorradsparte?

- Was passiert mit dem erfolgreich aufgenommenen Engagement in der Superbike-WM? Für wen und womit fahren Ruben Xaus und Troy Corser im kommenden Jahr?

Die Antwort dazu kommt direkt von Pressesprecher Rudolf Probst von BMW Motorrad. Er sagt, dass die Formel 1-Entscheidung der Automobil-Sparte und des Gesamtkonzerns die Motorrad-Aktivitäten nicht berühre: "Für uns ist das Engagement im Superbike-Sektor unabdingbar, das Salz in der Suppe. Wir sind auch in der kommenden Saison weiter auf der Rennstrecke - auf verschiedenen Ebenen: in der Superbike-Serie als auch mit Partnern bei der IDM."

Das ist doch mal ein klares Wort. Hätte auch keiner verstanden, wenn BMW jetzt NUR noch E-Roller bauen würde.



28 Juli 2009

BMW: Chef von Kuenheim schilt E-Roller-Hersteller als Bastler

Hendrik von Kuenheim ist Chef der BMW-Motorradsparte - jenem Konzernteil in München und Berlin-Spandau, bei dem es im Mai Kurzarbeit gegeben hat.

Wer diesen für die Beschäftigten nicht unbedeutenden Anlaß als Indiz dafür nimmt, dass von Kuenheim mit offenen und weit blickenden Augen durch die Welt schreitet, sieht sich zumindest nach der Lektüre eines von Kuenheim-Interviews in der sonntäglichen FAZ enttäuscht.

Besonders folgende Passage hat es mir angetan: "Der Stand der Technik ermöglicht es heute nicht, Fahrzeuge mit alternativem Antrieb zu einem wettbewerbsfähigen Preis zu produzieren, die der Kunde dann auch bereit ist in großen Stückzahlen zu kaufen. Die Batterie-Technik ist heute noch nicht so weit. Akzeptable Autos oder Motorräder, die auch die Kundenerwartungen erfüllen, gibt es noch nicht. Vielleicht wird es 2013 oder 2014 so weit sein, nicht vorher. Fahrzeuge, die es heute gibt, sind Insellösungen oder unausgereifte Bastellösungen."

Na super Position, vor allem vor dem Hintergrund, dass von Kuenheim wenige Zeilen davor konzidierte, dass 1) China ein Markt der Zukunft ist, 2) laut BMW-Markforschung der Kunde mit einem Elektroantrieb mindestens 100 Kilometer weit fahren möchte, und 3) die Frage der "urbanen Transportation" BMW-Motorrad sehr intensiv beschäftigt.

Zählt man 1 und 2 und 3 zusammen, kommt man auf 4 Überlegungen:

- Der durchschnittliche 45er Roller in Deutschland fährt kaum mehr über 5000 Kilometer im Jahr und in der Regel in der Stadt: vom Speckgürtel ins Büro und zurück oder mal rund ums Eiscafe.

- Hat sich die BMW-Marktforschung die falsche Zielgruppe ausgesucht?

- Sind die erfolgreichen Massenhersteller in China, wo der gemeine E-Roller ein Renner ist, und die erfolgreichen deutschen Importeure und Vertreiber allesamt Inselbewohner und unausgereifte Bastler?

- Ist der bayrische Dickschiff-Werk-Chef nicht irgendwie etwas hochnäsig, wenn er in Sachen Elektroantrieb die Angebote ignoriert und in die weite Zukunft 2014 verweist. Seine "Tausende Ingenieure, die alle nach dem Besten streben", hats vielleicht doch etwas gewurmt ...

PS: Hier die weltweiten monatlichen Verkäufe von BMW im Vergleich 2009 versus 2008 nach Zahlen der amerikanischen Dealernews.


Januar 2009: 3,731, + 1,1 Prozent zu 3,689 in 2008

Februar 2009: 4,401, - 29,6 Prozent zu 6,254 in 2008

März 2009: 9,100, - 18 Prozent zu 11,093 in 2008

April 2009: 10,166, - 18,6 Prozent zu 12,489 in 2008

Mai 2009: 10,172, - 12,2 Prozent zu 11,580 in 2008

Juni 2009: 9,402, - 13,8 Prozent zu 10,904 in 2008

Wenn diese Zahlen stimmen - Dealernews hat sie noch nicht dementiert - dann verwundert es doch schon, wenn von Kuenheim in der FAZ wie folgt zitiert wird: "Der Auftragseingang von BMW für neue Motorräder war im Juni das erste Mal seit neun Monaten im positiven Bereich. Wir hatten einen massiven Auftragseinbruch im Januar, auch noch im Februar, aber jeden Monat hat sich das kontinuierlich verbessert. Da ist also Licht am Ende des Tunnels."

Welcher Auftragseingang, welcher Verkauf, welcher Tunnel?

21 Juli 2009

BMW: Sieht so der kommende E-Scooter aus?

Die Spatzen pfeifen und twittern es ja schon länger von den Dächern: Auch BMW wird in den wachsenden Markt mit Elektrofahrzeugen einsteigen. Gemutmaßt wurde bisher - wohl zu Recht - , dass das (gescheiterte) Experiment C1 eine geeignete Fahrzeugplattform sein könnte.

Die Spanier von www.soloscooter.com haben sich nun in der Gerüchteküche weit vorgewagt und einen Entwurf von Oberdan Bezzi sowie eine optisch modifizierte C1 ins Netz gestellt.

Spekuliert wird in dem (spanischen) Artikel auch über die technischen Details des Gefährts: Lithium-Batterien sollen drei Stunden Fahrzeit bei einer maximalen Geschwindigkeit von 120 kmh bringen. Soloscooter - und damit geht die zur Zeit haltlose Spekulation weiter - kündigt den Prototypen des Elektro-BMW-Scooter für 2010 und den Sprung in den Verkauf für 2011 an ... man wird sehen, vielleicht schon auf der nächsten EICMA in Mailand im Herbst.

06 Juli 2009

BMW-Elektro-Bike: umweltfreundlich - aber tödlich

Die Freunde von Gas2.0 haben ein surreales Gefährt ausgegraben - Halbo, den Wettbewerbsbeitrag des Franzosen Pierre Yohanes Lubis zum BMW Motorrad Innovation Contest 2009.

Ein Einrad - unterstützt durch eine kleine Heckrolle - mit Elektroantrieb. Details über Art des E-Motors, die Batterien, Reichweite und Realisierung gibt es nicht, aber sicher ist: Das Halbo ist saugefährlich - und wir werden es in absehbarer Zeit nicht im Straßenverkehr sehen.

Der letzte öffentliche Workshop zum BMW Motorrad Innovation Contest 2009 - mit Einsendeschluß am 17. Juli, also haltet euch ran - findet übrigens in Berlin statt: Am just dem gleichen Tag um 18:00 Uhr in Spandau, in den BMW-Werken, Am Juliusturm 14, 13599 Berlin.

Was BMW aus dem Ideenwettbewerb macht, steht in den Sternen. Ich schieße mal aus der Hüfte: In der R&D-Abteilung sitzen Menschen vor dem CAD-Computer und überarbeiten die alten Blaupausen des C1. Da passt doch ne große Batterie rein.

Was meint ihr? Wie sieht die erste E-BMW 2010 aus?

23 Juni 2009

Benefiz-Tour: Berlin-Mongolei und zurück für einen guten Zweck

Ok, moto1203 war jetzt gerade zehn Tage mit der Multistrada auf der Isle of Man - wie man an der Reportage weiter unten sofort erkennen kann.

Aber gegen diesen Mega-Trip sind die Meilen über britische Landstraßen gar nichts: Der Pressesprecher von Alba Berlin fährt in vier Wochen rund 20.000 Kilometer von Berlin nach Ulan Bator in der Mongolei und zurück. Starten will Axel Bahr auf einer GS 1200 am kommenden Samstag.

Die Tour an sich ist ja schon ungewöhnlich, aber Bahr als gewiefter PR-Mann hat die Öffentlichkeitsmaschine für einen guten Zweck angeworfen: Er will für jeden gefahrenen Kilometer 1 Euro an den Verein KINDerLEBEN überweisen - bisher steht der Spendentacho schon bei über 50 %, es ist an uns und euch, das Spendenziel von 20.000 voll zu machen.

Mehr dazu und ab Samstag der aktuelle Blog von Axel Bahr unter http://www.kilometer-fuer-kinderleben.de

01 April 2009

Branchenkrise: BMW und IKEA kooperieren bei Motorradbausatz


Der deutsche Branchenprimus BMW reagiert auf die Absatzkrise bei den Zweiradhändlern: Die Bayern haben heute überraschend bekannt gegeben, dass im Frühjahr 2010 eine weltweite Vertriebskooperation mit dem Möbel- und Selbstbauriesen IKEA gestartet werden soll.

Wie BMW-Motorradchef Hendrik von Kuenheim und IKEA-Gründer Ingvar Kamprad gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Frankfurt mitteilten, wurde vereinbart, dass ab März des kommenden Jahres testweise zunächst über 20 ausgewählte deutsche Filialen des Einrichtungs-Discounters ein modifiziertes, für den Selbstbau radikal vereinfachtes Boxer-Modell als Bausatz ausgeliefert werden soll.

Das Motorrad soll sich in Form und Technik am Modelljahr 2002 orientieren, 750 Kubik haben und in rund 300 Einzelteilen zum Verkauf kommen. Der Prototyp sei bereits im Fahr- und Testbetrieb; er soll im Herbst vorgestellt werden.

BMW will nach den Wort von Kuenheims mit der überraschenden Zusammenarbeit neue Käuferschichten erschließen: "Wir wissen, dass unser Hausmarkt der besser verdienenden GS- und Tourer-Käufer irgendwann erschöpft sein wird. Mit dem Einsteiger-Modell bei IKEA zielen wir direkt auf die Mittdreißiger und Familienväter mit schmalerem Budget, die ohnehin Spaß am Basteln und Zusammenbauen haben."

Wegen dieser Zielgruppe und dem weltweiten Netzwerk von Filialen sei IKEA der richtige Partner; dadurch habe man sich gegen einen deutschen Partner entschieden: "Auch mit Aldi und Lidl waren wir zunächst im Gespräch."

Hergestellt und verpackt werden sollen die Einzelteile des Billigboxers in China, wo BMW seit September 2007 bereits den Motor der G 650 Xcountry vom chinesischen Hersteller Loncin bauen läßt. Weil die aufwendige und arbeitsintensive Endfertigung bei dem neuen Modell, das unter dem Codename "Billy Road" läuft, entfallen wird, soll der Preis unter 4000 Euro liegen.

Der Käufer kann sich das Motorrad wie bei IKEA üblich über hauseigene Spediteure nach Hause bringen lassen; das Bike soll wie bei allen Produkten, die bei dem Möbelvermarkter im Angebot sind, mit einer ausführlichen und leicht verständlichen Bauanleitung und entsprechend hochwertigem Werkzeug ausgeliefert werden.

Garantieansprüche entfallen beim Selbstbau; allerdings bietet IKEA an, die Maschine bei Nichtgefallen zurück zu nehmen. Ingvar Kamprad in Frankfurt: "Alles was bei IKEA rausgeht, kann innerhalb von drei Monaten auch zurück gebracht werden."

Falls sich das neue Vertriebsmodell bewährt, ist eine Ausweitung zunächst auf die europäischen und asiatischen IKEA-Filialen angedacht. Den amerikanischen Markt, so von Kuenheim, wolle man zunächst nur beobachten, da er durch die spezielle US-Gesetzgebung mit hohen Regressansprüchen ein "tückisches Pflaster" sei.