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24 Juni 2010

Kai D. - das anonyme Roaming-Opfer

So lustig können SPIEGEL TV-Videos sein - wenn sie von Kai Diekmann von BILD gemacht werden.

07 November 2008

Canning Stock Route Australien: Sprit bei 23° 04’ 45’’ S, 123° 12’ 14’’ E

Schuld waren die Zecken. Als die Rinderbarone des Kimberleys im äußersten Nordwesten Australiens um 1870 Zebu-Rinder aus Afrika importierten, brach eine Biblische Seuche über die Herden herein. Die mit den Zebus eingeschleppten Zecken vermehrten sich massenhaft; die Wasserstellen färbten sich feuerrot durch den Urin der kranken Tiere, die nach Abkühlung und Linderung ihres hohen Fiebers suchten.

Die einzige Chance, das "Red Water Fever" und die tödlichen Zecken einzudämmen, lag im monatelangen Viehtrieb durch den Rand der australischen Wüsten südlich des Kimberleys - die Trockenheit und unwirtliche Hitze der Tanami, der Gibson und der Great Sandy Desert überlebten selbst die Zecken nicht.

Da lag es um die Jahrhundertwende auf der Hand, die Herden gleich weiter zu treiben, denn weiter im Süden in den Goldfeldern West-Australien wurden inzwischen gute Preise für die Rinder gezahlt - die Zahl der Glücksritter und Prospektoren schnellte dort in abenteuerliche Höhen: Armselige Ansammlungen von Hütten platzten im Goldfieber aus allen Nähten. Wiluna, 1890 ein Kaff mit 75 Einwohnern, hatte 20 Jahre später zwölf Taxen, fünf Sportstadien und vierzig Absteigen. Das Weeloona Hotel warb mit "der längsten Theke der Welt".

Das einzige Problem der Rinderzüchter: Zwischen Halls Creek im Süden des Kimberleys und Wiluna lagen 1500 Kilometer unerschlossene Wüste, Niemandsland. Nur Aboriginees wagten sich hinein.

1906 wurde schließlich der Landvermesser Alfred Canning unter Vertrag genommen: der richtige Mann für einen gigantischen Job, den er ohne Rücksicht auf Verluste erledigte. Aboriginees wurden als Geisel genommen, erschossen, auch einige seiner Männer kamen ums Leben. Mehrmals waren die Arbeiter kurz vor dem Verdursten.

Doch innerhalb von vier Jahren legten Canning und seine Mannschaft einen Track durch tausend Sandünen, bizarre Felsformationen, Buschland und endlose Salzebenen und gründeten 51 Brunnen, die maximal zwei Tagesmärsche von einander entfernt Viehtreibern und Herden mit Wasser versorgen sollten. 1911 trieb der "Drover" Tom Cole den ersten "Mob" aus mehreren hundert Rindern von Halls Creek nach Wiluna.

Nach dem letzten Viehtrieb über die „Canning Stock Route" Ende der Fünfziger Jahre verfiel der Track in einen Dornröschen-Schlaf; erst im Jahr 1968 wurde er das erste Mal mit einem Jeep befahren. Inzwischen ist die Piste fast wieder mit Spinifex-Gras zugewachsen, die Brunnen sind bis auf wenige Ausnahmen versandet. Auf der Canning sind inzwischen nur noch Allrad-Abenteurer unterwegs, denn die Strecke mit fast 1000 zu querenden Sanddünen gilt als die anspruchvollste Piste im Australischen Outback - die Eigernordwand für hart gesottene 4x4-Fans.

Bilderstrecke von der Canning Stock Tour

Wir sind die Canning Stock im Mai 2007 gefahren – mit zwei Landcruisern und vier alten Yamaha-XT 600-Geländemaschinen und hätten die Strecke ohne die Hilfe von Kevin Roney nicht geschafft. Die Canning Stock ist auch heute noch eine gnadenlose Tortur – vor allem auf dem Motorrad – und die Fahrt eine logistische Herausforderung: Ohne Vorräte für zwei Wochen und Sprit für 2000 Kilometer geht gar nichts.

Und da kommt Kevin Roney ins Spiel: Der Fahrer des Capricorn Roadhouse in Newman fährt alle sechs Wochen mit einem Monster eine Tour durch das Outback West-Australien: Sein LKW, ein ausrangierter und umgebauter Sechsachser der Flughafenfeuerwehr in Perth, ist das einzige Fahrzeug, das die haushohen Dünen und Schlammlöcher der Regenzeit auch mit zwei Tonnen Zuladung schafft und regelmäßig Sprit in die abgelegenen Mining- und Aboriginee-Camps liefert.

Und für die sichere Versorgung der Canning Stock-Tourer sorgt: Wer mindestens acht Wochen im Voraus einen horrenden Preis bezahlt, findet seine 200-Liter-Fässer beim „Capricorn Fuel Dump“ in der Nähe von Brunnen 23. Exakt bei 23° 04’ 45’’ S, 123° 12’ 14’’ E.

Das Capricorn Roadhouse hat noch keinen im Stich gelassen. Diese Tankstelle ist 24/7 offen und ist leicht zu finden – vorausgesetzt, man kann mit einem GPS umgehen.

Video von der Canning Stock Tour:



Ein spezieller Dank für den Song "Spacecake" von Purepipe geht an Marc Schieferdecker von das-motorad-blog.de

21 September 2007

Nina Prinz: "Vielleicht bremse ich später als die anderen Mädels"

Nina Prinz wurde in diesem Sommer Motorrad-Europameisterin der Frauen in der Superstock 1000-Klasse.

Für SPIEGEL ONLINE sprachen wir mit Prinz. Dabei verriet die 25-jährige, wie man zur Ducati-Werksfahrerin wird, die italienische Konkurrenz in Schach hält - und warum sie gerne nach Monaco zieht würde.

Das Prinz-Interview bei SPON-Benzingespräche


Der Platzwart

19 Juli 2007

Tour de Trance: hart am Hinterrad dabei

Gegen gut dosierte Drogen zur rechten Zeit ist ja so viel ganz nichts vorzubringen.

Doch ob man zugedröhnt auf zwei Rädern unterwegs sein sollte und aus Versehen dann auch einen Zuschauer überfährt wie Herr Sinkewitz, ist doch eher fraglich. Allemal unabhängig vom Abhängigkeitsgrad der Beteiligten verfolgen wir hier gerne auf dem Bildschirm die diversen Tour-Liveticker und erfreuen uns an der Schnelligkeit, mit der das aktuelle Geschehen im Peloton hier im Rechner landet.

Geschlagen im Hauptfeld: SPIEGEL ONLINE.

Vorteil: cool geflasht. Nachteile: Der Marktführer mag es gerne bunt, was erst mal nicht schadet, aber hat einen Redakteur/eine Redakteuse an der Tastatur, die inzwischen weit zurückgefallen ist. Auf den ersten Etappen noch ziemlich flott mit dabei, sondert er/sie inzwischen eher gelangweilte und kaum von Sachkenntnis getrübte Kommentare in größeren Auszeiten ab. Weiteres Manko: viele Tippfehler. Quäl Dich, Du Sau!

Im gelben Trikot: welt.de und sueddeutsche.de, die sich den Ticker bei IMG Sports in Hamburg eingekauft haben.

Vorteil: Die Jungs und Mädels dort sind wirklich auf dem Laufenden, kommentieren stil- und orthografiesicher (im Gegensatz zu moto1203: Ist orthografiesicher orthografisch korrekt?), haben offensichtlich Ahnung von den Winkelzügen einer Rennstall-Taktik bei Straßenrennen, und können das, was sie neuerdings bei Sat1 sehen, im Abstand von zwei, max. drei Kilometern in einen schlüssigen Satz umsetzen.

Nachteil: eher textorientiert, aber mich stört das nicht. Weiter so! Frage: Was für Drogen nehmt ihr bei IMG eigentlich?

Der Straßenwart

Nachtrag: Bei Zieleinlauf wird SPON heute vollkommen in die Schranken gewiesen. Während bei der Welt/der Süddeutschen Robert Hunter den Sprint bereits gewonnen hat, ist er bei SPON geschlagene drei Minuten noch 500 Meter vom Ziel entfernt.

16 Februar 2007

Ganz schön kalt...

Es ist schon Routine - bei Millionen von Klickern: Nach der Ankunft im Büro Rechner an, SPON aufgerufen, und die Nachrichtenlage gecheckt.

Und immer häufiger schleudern die Gravitationskräfte des Produktionsdrucks - der nach Aussagen dort Ansässiger erheblich sein muß - die Redakteure in Umlaufbahnen, die den Normalsterblichen wie unsereins staunen und sinnieren läßt. Worte, ja ganze Wortgebirge werden dort geboren; Satzsequenzen gedrekselt, die uns über den lieben langen Tag helfen.

Beispiel heute aus dem Beitrag "Sturm schleudert Deutsche in neun Kilometer Höhe": "Wisnerska hatte zudem mit Temperaturen von minus 50 Grad in der Größe von Apfelsinen zu kämpfen."

Ja, darüber denken wir doch heute mal fruchtig nach.

Ergänzung: Um 12:30 war der Text schließlich korrigiert in: "Wisnierska hatte zudem mit Hagelkörnern in der Größe von Apfelsinen zu kämpfen."

Der Platzwart