Ein alter französischer Klassiker! Aber mit deutscher Besetzung! Und im Gegensatz zu den anderen Werken des Romancier Jules Verne (geboren im Jahr 1828 - hundertster Todestag war am 23. März 2005) ) sind in „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ die teutonischen Nachbarn keine trotteligen Diener oder perfiden Betrüger.
Nein, in dem spannenden Abenteuerepos, das Jules Verne 1864 verfasste, sind der Hamburger Professor Lidenbrock und sein Neffe Axel zwar kauzige, aber durchaus sympathische Zeitgenossen auf spannender Mission.
Alles beginnt damit, dass Lidenbrock, ein angesehener Geologe, in einer alten Chronik eine geheimnisvolle Karte des isländischen Alchimisten Arne Sacknussem findet. Durch Zufall kann Axel das Dokument entziffern: Ein Reisender gelangt, wenn er in der Krater des Vulkans Snaefellsjökull steigt, zum Mittelpunkt der Erde.
Und los geht die Reise in vorweg genommener "Indiana-Jones"-Rasanz: Nach Kopenhagen und Island geht es über Gletscher, Vulkane und Höhlen tief in den Erdkern, der manche Endeckung und Überraschung für die wackeren Forscher bereithält. Soviel sei verraten: Einige Plots aus Stephen Spielberg's Dinosaurier aus "Jurassic Park", Tom Hanks epische Flossfahrt in "Verschollen" und die Verfilmung von "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" kommen einem nach der Lektüre des immerhin 140 Jahre alten Buches seltsam bekannt vor, offensichtlich hat der eine oder andere Drehbuchschreiber freimütig Anleihen genommen.
„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist mit knapp über 200 Seiten ein idealer Reisebegleiter für Langstreckenflieger, die der Videofilm-Berieselung überdrüssig sind und sich einem Original widmen wollen. Denn als solches kann neben dem Buch auch Jules Verne selbst gelten: Während er seinen Lebensunterhalt tagtäglich als Börsenmakler verdiente, versank er in seiner Freizeit in eine Welt, die voller Ballone, Luftschiffe, Stahlstädte, U-Boote und Propellerinseln seiner Zeit ganz weit voraus war.
Die Wertung: kurios, aber amüsant. Im Jules-Verne-Jahr 2005 unbedingt lesen!
© Jochen Vorfelder
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen