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12 Januar 2009

2008: die teuersten Motorräder


Brad Pitt fährt eines, Tom Cruise ebenso - exklusive Motorräder wie die Confederate Wraith B120 oder die Ducati Desmosedici RR begeistern nicht nur Hollywood-Größen. Doch richtig teuer werden Bikes, wenn es nur noch eine Handvoll Exemplare gibt.

Die handgefertigte Confederate Wraith B120 - so die Meinung vieler - ist wahrlich eine Strafe: Unbequem sei der Einsitzer aus der Manufaktur in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama und im normalen Betrieb kaum zu fahren – und das zum Preis von 80.000 Dollar. Auch die Ducati Desmosedici für 72.500 Dollar oder die MV Agusta F4CC der italienischen Harley-Davidson-Tochter eignen sich nicht zum Brötchen holen – doch dafür ist der 120.000-Dollar-Hobel auch nicht gedacht.

Über solch kleinliche Einschränkungen und marginale Preise können Sammler von historischen Motorrädern ohnehin nur lachen – seit etwa drei, vier Jahren tobt in der Oldtimer-Szene ein Bieterkampf um besterhaltene Exemplare der Luxusmotorräder von Einst. Gefahren werden diese Schmuckstücke ohnehin nicht – haben wollen und ins Wohnzimmer stellen, heißt die Devise.

Maß aller Dinge sind bei dem inflationären Wettbieten englische Maschinen der Marken Vincent und Brough aus den dreißiger und vierziger Jahren sowie einige exotische Amerikaner – dass alte deutsche Maschinen wie die Wanderer, Ardi oder Max eher im Mittelfeld der Versteigerungen verschwinden, liegt an dem entscheidenden Faktor der Anzahl der verfügbaren Maschinen und vor allem am Auktionsort. Das Geschäft ist fest in der Hand der beiden Häuser Bonhams & Butterfields sowie MidAmerica, die fast ausschließlich in den USA und London auktionieren.

Und dort sitzt bei den fanatischen Liebhabern der Unikate das Geld trotz Finanzkrise immer noch locker – sieben von zehn Höchstpreisen wurden im Jahr 2008 erzielt. Fast eine halbe Million Euro hat das teuerste Angebot erlöst.

Hier die 2008er Top-Liste bei Spiegel Online inklusive der Fotostrecke.

Foto: (c) Bonhams

13 Juni 2008

Motorrad-Auktion: 300 Preziosen unterm Hammer

Das englische Auktionshaus Bonhams versteigert am 30. Juni im RAF-Museum in Hendon bei London 300 historische Motorräder des österreichischen Sammlers Prof. Fritz Ehn. Die „Ehn Collection“ ist die bis dato größte Motorrad-Einzelsammlung, die auf einen Schlag unter den Hammer kommt.

Den Besitzer wechseln sollen kostbare Einzelstücke wie eine 1927er Böhmerland Reisemodell, eine Brough Superior 1 von 1935, eine Laurent et Klement von 1904, mehrere Vincent Black Shadow, eine 1929er Neander P3 und mehrere Norton mit Königswelle. Aber auch Youngtimer wie eine MV Agusta 750S America von 1976 und ein Prototyp der Suzuki Katana stehen neben jüngeren Motorrädern und Rollern zum Verkauf. Der Auktionator Bonhams rechnet mit Einzelerlösen bis zu 50.000 Euro und einem Gesamtergebnis weit über einer Mio. Euro.

Die angebotenen Maschinen stammen allesamt aus dem Motorradmuseum Eggenburg bei Wien. Ehn, der seit über vier Jahrzehnten sammelt, hatte das Museum 1981 gegründet; inzwischen war dort der Bestand auf über 500 kostbare Einzelstücke angewachsen. „Wissens, es war schon a bisserl voll“, sagte Ehn in einem Gespräch mit SPIEGEL Online. „Und jetzt, wo Ich über 60 bin, will ich es doch a bisserl langsamer angehen lassen.“ Ehn will in Eggenburg neben Sonderausstellungen nur noch rund 200 Zweiräder österreichischer Provenienz zeigen.

Das Sammeln kann Ehn allerdings nicht lassen. Doch „auf sanften Druck meiner Frau“, der Motorräder schon immer zu schnell und zu gefährlich waren, will er sich nun einem weitaus gemütlicheren Fortbewegungsmittel zuwenden. Einen Großteil des Erlöses der Motorrad-Auktion wird Ehn zukünftig in den Erwerb von historischen Traktoren stecken: „Für mich wird das quasi die Entdeckung der Langsamkeit.“