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06 Oktober 2010

Intermot 2010: Köln kämpft tapfer gegen Konkurrenz aus Mailand

Der Veranstalter trommelt: Über tausend Aussteller geben sich auf der Motorradmesse Intermot 2010 zwischen dem 6. und 10. Oktober in Köln die Ehre. Doch bereits vier Wochen später beginnt die EICMA in Mailand. Viele Hersteller halten wichtige Novitäten bis dahin zurück - sofern sie überhaupt welche haben.

Auf den ersten Blick läuft es gut für die Intermot 2010: Wieder werden über eine Viertelmillion Besucher auf der größten deutschen Motorradschau erwartet. Alle wichtigen Hersteller sind vertreten. Auch der Branchenprimus Honda, der 2009 die Konkurrenzmesse EICMA in Mailand abgesagt hatte, stellt aus. Über 110.000 Quadratmeter Messefläche sind belegt, das Beiprogramm inklusive Sonderareal für Elektromobilität ist beeindruckend. Neuheiten und eine riesige Freifläche mit Shows und spektakulären Stunts - alles wieder im Lot in der Motorrad-, Roller- und Leichtkraftradbranche? Mitnichten.

Bis auf einige Premium-Hersteller wie etwa BMW, Harley-Davidson und Ducati leidet die Branche auch 2010 unter deprimierenden Zulassungszahlen auf dem deutschen Markt. Ein Minus bei den Verkaufszahlen von rund einem Viertel im Vergleich zum Krisenjahr 2009 ist die Regel; in manchen Segmenten, etwa bei den teuren Supersportlern, liegt es bei manchen Produzenten bei fast 35 Prozent. Den Japanern ist zudem der Mittelbau weg gebrochen - die Brot- und Butter-Maschinen zwischen 6000 und 8000 Euro gehen nicht mehr wie gewohnt. Auch der Rollermarkt stagniert.

Doch mit einer antizyklischen Modelloffensive war in Köln nicht zu rechnen - nur wenige Hersteller haben große Würfe angekündigt. BMW hat zwei brandneue Touring-Modelle mit dem 1600er Sechszylinder-Motor präsentieren, der vergangenes Jahr in der Concept 6-Studie zu sehen war. Triumph hat eine neue Groß-Enduro - die Tiger 800 - im Gepäck - zeigt sie aber nicht in Köln.
Die Piaggio-Gruppe hat die Aprilia Dorsoduro mit V2-Motor auf 1200 Kubik aufgebohrt und einen super schönen Moto Guzzi Cafe Racer im Programm. Neu ist das aber alles nicht. Was völlig fehlt: Die großen Stände von Mini und Smart - auch im Sonderbereich Elektromobilität in Halle 5.

KTM expandiert in den Newcomer-Bereich und zeigt eine Duke mit 125 Kubik. Erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird auch das Experiment Horex - die Reanimation einer deutschen Mythos-Marke mit VR-Sechszylindermotor. Der Rest sind Facelifts wie bei Suzuki und neue Farbgebung und Feinabstimmung wie bei Honda. Nur Kawasaki versprüht Agilität - mit der neuen Ninja ZX-10R und der Retro-W800.

Mögliche Knaller für das Modelljahr 2011 haben sich die Hersteller für die Konkurrenzmesse EICMA in Mailand aufgespart. Italiener zeigen ihre Neuheiten ohnehin lieber zu Hause: In Köln wurde von Ducati die 1198 SP vorgeschoben, von neuen Heavyweight-Supercruiser unter dem Codenamen Diavel sind erst einige Spionagefotos im Umlauf. MV Agusta, nach dem Rückkauf aus der Harley-Davidson-Hand erst seit wenigen Wochen wieder in italienischem Besitz, soll eine Mittelklasse-Maschine, die neue F3 mit 750 Kubik, auf das Publikum loslassen.

Bleiben noch die Japaner: Auch sie setzen auf den italienischen Auftritt und haben wie etwa Honda "zwei völlig neue Konzepte" angekündigt, die den Blick in die "Zukunft der Honda- Motorräder" erlauben sollen. Auch Kawasakis neue 2011er Ninja ZX-10R, eine massive PS-Granate, wird nach Köln in Mailand zu sehen sein - BMWs Sportlermarkt-Attacke mit der S 1000 RR, dem definitiven Fahrzeug des Jahres 2010, hat die Japaner dann wohl doch aus ihrer Schockstarre geweckt.

Zum Modell-Karussel von der Intermot 2010 bei Spiegel Online. -> http://www.spiegel.de/flash/flash-24460.html

Posted via email from moto1203 - daily roadkill