Wer Rolls-Royce hört, denkt zunächst an sänftenartige Fahrzeug und voluminöse Flugzeugmotoren, also an die Bausteine wahrer technischer Eleganz. Dass die britischen Ingenieure auch Dinge des Alltags in ihrer langen Firmengeschichte gebaut haben, gehört nicht zum offensichtlichen Allgemeinwissen. Manchmal allerdings werden Goldstücke des sinnlosen Wissens wie Nuggets im Fluß der Zeit nach oben gespült und finden sich in der Pfanne des historischen Prospektors wieder: Anfang der Dreissiger Jahre ging es Rolls-Royce gut - so gut, dass die Geschäftsleitung zum Amüsement der Firmenangestellten (und ihres Nachwuchses) den Auftrag gaben, ein motorisiertes Kinderkarussel zu bauen.
Hier die Details:"Rolls-Royce in Derby had made a ‘roundabout’ for the Company’s field days in the 1930s. It was made by the Millwrights’ Department under the superintendent Mr J A Scholes and was mounted on a 40/50hp Phantom-type front axle beam. The 24 horses were cast in the aluminium foundry at the Derby works and there was a brass plate fixed to the ‘chassis’ with the inscribed words: ‘The property of Rolls-Royce Ltd’."
Das Prachtstück mit den vierundzwanzig Pferden ging im Laufe seines langen Lebens und nach dem Verkauf durch R-R durch mehrerer Hände - unter anderem gehörte es dem indischen Unternehmer und heutigem Besitzer des Force India-Formel 1- Rennstalls, Vijay Mallya.
Jetzt wechselt es wieder die Hände: Am 19. September wird es in London versteigert. Der Auktionspreis wird wohl zwischen 35.000 und 50.000 Euro liegen - aber wer würde das nicht gerne zahlen, wenn Kinderaugen strahlen...
Der Platzwart