15 Mai 2005

Ratespiel: Tod auf dem Strom

Wer im 18. Jahrhundert als siebtes Kind eines schottischen Weizenbauers geboren wird, dem ist die Reiselust und eine Karriere als Forschungsreisende/r nicht zwangsläufig in die Wiege gelegt.

Doch durch ihre medizinischen Studien kam unsere gesuchte Person in Kontakt mit dem berühmten Botaniker und Entdeckungsreisenden Sir Joseph Banks, der schon mit Captain James Cook die Erde umsegelt hatte.

Banks beschaffte Traveller zunächst eine Passage als Schiffsarzt nach Samutra, bevor er ihn beauftragte, den noch unbekannten Verlauf eines Flusses zu erforschen.

Fünf Jahre vor der Jahrhundertwende kam Traveller in Westafrika an und machte sich auf eine erste beschwerliche Reise ins Landesinnere – begleitet von einem Diener namens Johnson, einem freigelassenen Sklaven als Führer, zwei Eseln und einem Pferd. Sie kamen nicht weit.

Nach vier Monaten Gefangenschaft in der Hand eines feindseligen Dorfoberen gelangen es Traveller und Johnson, zu fliehen – durch Dschungelgebiete, aber auch durch sandigen Steppen, die von Traveller’s Namensvettern in Erdhöhlen, die zur Familie der Ichneumons gehören, bewohnt werden.

Travellers Reisebeschreibung „T...........a“, von der die erste Auflage in kürzester Zeit vergriffen war, machte ihn zu einer reichen Persönlichkeit; mit dem Honorar von 1000 Pfund eröffnet er eine Arztpraxis in seinem Heimatort. Doch das Scheitern in Afrika verwandt unsere gesuchte Person nie.

Zehn Jahre später startete Traveller einen weiteren Anlauf zur Quelle des Flußes – diesmal mit 40 weiteren Weißen, darunter 30 Soldaten zum Schutz. Auch dieser Expedition war kein glückliches Ende beschert: Nach 6 Monaten und 1000 Meilen über Land und auf dem Strom waren außer Traveller nur noch 4 Weiße am Leben; die anderen waren durch Durchfall geschwächt an Gelbfieber gestorben oder den Kugeln von Heckenschützen zum Opfer gefallen.

Wann Traveller selbst sein Leben verlor, ist nicht überliefert: Sicher ist nur, daß er 1806 als einer der Letzten der Expedition in seinem Schicksalsstrom ertrank. Seine Lebensgeschichte inspirierte einen amerikanischen Schriftsteller, der außer einem naheliegenden Werk über das Ertrinken auch den Bestseller „W...... ........k“ veröffentlicht hat.

Wer war da unterwegs?

Viel Spaß beim googlen.

© Jochen Vorfelder

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