Die Motorradtechnik als solch ist nun wirklich kein Hexenwerk. Denn grundsätzlich hat sich seit der Erfindung des motorisierten Zweirads nichts daran geändert, dass der Motor über eine feste Verbindung das Hinterrad antreibt.Ok, der Kardan macht sich neben der traditionellen Kette immer breiter; der Zahnriemen gewinnt ebenfalls Freunde. Die Frage ist allerdings: Warum gibt es überhaupt noch Ketten? Ketten, die ölen, mit Fett schmeissen, nach 1000 Kilometern schlabbern und nachgestellt werden müssen? Ketten, die entweder von unten auf die Schwinge schlagen, bei jeder Gasveränderung ruckeln und die Antriebswelle sinnlos belasten?
Keiner hat mir bisher eine vernünftige Antwort darauf gegeben; weder die Pressesprecher diverser Hersteller, noch die PR-Leute, noch gewiefte Werkstechniker bei Ducati.
Warum haben die einen Hersteller noch die Gliederketten, warum sind die anderen in der Evolution schon eine Stufe höher geklettert? Am Ost-West-Gefälle kann es nicht liegen - die guten alten Moto Guzzis etwa liegen schon lange mit dem eigenen Kardan im Rennen, während es bei den Japanern quer durch den Garten geht und bei Ducati und HD noch eifrig gekettelt wird. Bei den Amis ist es ohnehin unübersichtlich - HD hat noch Ketten, während die Tochter Buell schon länger mit dem genialen Zahnriemen mit Gegenrad arbeitet.
Übrigens hat sich das MTB-Team von Honda USA diesen überaus spannenden Antrieb einfallen lassen, der offensichtlich zwar noch eine Kette nutzt, aber ein Beispiel für die Innovationsfreude des japanischen Unternehmens ist.
Also: Warum muß ich an meiner Multistrada noch die Kette nachspannen, während moderne Moutainbikes bereits ohne das Verschleißteil auskommen?
Bitte um Antwort und einen Zahnriemen für meine Multistrada.
© Jochen Vorfelder
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