01 November 2010

#eicma10 - Viel Theater um die neuen Ducati Diavel

Das ist typisch EICMA: Die Messe beginnt Dienstag mit dem Pressetag. Doch Ducati als italienischer Platzhirsch lässt wie jedes Jahr die News schon am Vortag raus.

Diese Saison im Theater Carcano, einem historischen Prachtbau mit 200jähriger Tradition und feiner schauspielerischer Kunstfertigkeit. Shakespeare, Moliere, Dario Fo, aber auch Lars von Trier; Drama, Tragödie und Satire liegen in diesem Haus eng bei einander.

Das passende Ambiente also für Ducati, um am Montag nach salbungsvollen und geschwurbelten Reden pünktlich den Vorhang zu heben: Auf die Bühne stehen die beiden neuen Diavel, zwei "teuflische" Kraftwerke. Die Diavel und die Diavel Carbon.

Ganz großes Theater ist das. 162 PS leistet der Ducati Testastretta 11°-Motor; das Fahrzeug ist ausgestattet wie alle neueren Ducatis: ABS, Traction Control and Ducati Riding Modes, doch bei diesen neuen Modelle sind das eher Begleiterscheinungen.

Die Diavel sind Schauspieler, Poser - die Dramaturgen aus Borgo Panigale haben beschlossen, bei dieser Inszenierung auf das Ganze zu gehen: Hier stehen zwei Darsteller auf der Bühne, die laut Raum für ihren Monolog fordern; zwei Abkömmlinge traditionsreicher Familien. Hier der Clan der Superbikes, die Kraftpakete, da die Noblen der stylischen Power-Cruiser, der Klasse, in der bisher die Vmax, die B-King und die V-Rod den Ton angegeben haben.

Das ändert sich nun. Hier kommen italienische Charakterdarsteller und Bodybuilder, und weil wir in Mailand, der Stadt der Eleganz, sind, kommen sie nicht auf leisen Pfoten oder schäbig daher: Der Vierzylinder wird in einem Ducati-Rohrrahmen verbaut, zwei Ölkühler sind seitlich angebracht, das Getriebe ist mit einer nassen Anti-Hopping-Kupplung gekoppelt. Der 17 Liter-Tank wird von einer zweitem Instrumentenpanel getoppt. Da gibt es einige witzige Innovationen; aber eigentlich ist das state-of-the-art.

Doch das sind wie gesagt Begleiterscheinungen - die gemeine Bösheit gibt den Teufeln die niedrige Sitzbank, den lang gestreckte Tank, der Radstand von 1590 mm, die 50 mm-Marzocchi-Gabelrohre, die massive Einarmschwinge, die Marchesini-Felgenräder und vor allem der 240/45 ZR17-Hinterradreifen.

Verpackt ist dies natürlich alles in ansehnliches italienisches Design - im Falle der Diavel Carbon sogar noch mit einem zusätzlichen Schmanckerl für den Bühnenauftritt: "Red Carbon" oder "Black Carbon" sind bei den Edelausführungen die Anbauteile, wobei die Farbe Rot direkt in das Carbon eingebacken wird. Dazu trägt man in Bologna entweder einen roten oder schwarzen Rahmen.

Ein Power-Cruiser aus dem Hause Ducati? Ein 240er Reifen auf einer Ducati? Kann das angehen? Power oder Cruiser - der Motor gibt jedenfalls Beides her. Mal sehen, wie die erste Sitz- und Fahrprobe ausfällt.

Posted via email from moto1203 - daily roadkill

1 Kommentar:

  1. .. die Dilletanten haben es nicht einmal hinbekommen, die Bühnenauffahrt staubfrei zu gestalten...
    Oder war da wer mit der Düvel im Offroad Modus?

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