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13 Juli 2009

MotoGP: Sete Gibernau's marodes Baulöwen-Team stellt Rennbetrieb ein

Die Ankündigung kam überraschend: Das Team Grupo Francisco Hernando mit dem Spanier Sete Gibernau am Lenker hat am Wochenende angekündigt, sich mit mit sofortiger Wirkung aus dem MotoGP-Zirkus zurück zu ziehen. Die letzten Rennläufe der Saison 2009 finden ohne die Ducati des spanischen Teams statt, die in den Farben des afrikanischen Equatorial Guinea angetreten war.

Sete Gbiernau war - so berichtet motogpmatter.com, vom Rückzug selbst überrascht: ""It's truly a pity that we are forced to abandon the project at this stage, just when we were convinced we were on the verge of achieving the results we were looking for."

Als Grund der Absenz für den Rest der Saison wird nebulös die "wirtschaftlich Situation" angegeben - wer sich mehr mit dem Sponsor Francisco Hernando beschäftigt, weiß allerdings sofort: Der Sponsor ist ein skandalumwitterter spanischer Baulöwe mit riesigen Bauruinen in Spanien, dubiosen Beziehungen zu einem afrikanischen Despoten (Equatorial Guinea) und schlichtweg pleite... moto1203 hat darüber zu Saisonbeginn berichtet.

Der Rennwart

30 März 2009

MotoGP 2009: Start unter der Flagge des Diktators

Noch rund zwei Wochen, bis in Qatar die Startflagge für den ersten Lauf der 2009er MotoGP-Saison geschwenkt wird - am Start ist auch das Grupo Francisco Hernando-Team mit dem Fahrer Sete Gibernau. Der gleichnamige Sponsor Francisco Hernando kommt aus Spanien - und ist eine bekannte Schweinebacke:

Hernando, der in den vergangen Jahren bereits die Onde 2000-Teams in der 125er und 250er-Klassen gezahlt hat, ist ein Immobilien-Tycoon mit zweifelhafter Vergangenheit. Nach einem Bericht der spanischen El Pais wurde er 2007 wegen Steuerhinterziehung zu vier Jahren Haft verurteilt, aber verhinderte den Gang in die Zelle, indem er drei Millionen Euro nachzahlte. Bekannt wurde er in letzter Zeit auch durch einen Report der britischen BBC über die von ihm initierte Geisterstadt Seseña rund 40 Kilometer südlich von Madrid. Hernando ließ dort 13500 Eigentumswohnungen in den Staub stellen - nur 2500 sind verkauft, 750 bewohnt.

Die berechtigte Frage, wie der Mann inzwischen sein Geld verdient, spiegelt sich in den Farben der MotoGP-Ducati, die Sete Gibernau in Quatar an den Start pilotiert - die Farben von Äquatorialguinea, ein zentralafrikanische Diktatur unter der Knute von Teodoro Obiang Nguema Mbasogo. Nguema steht auf der aktuellen Liste der "World's Worst Dictators" auf Platz 14; Amnesty Internationals Bericht über das Land verschlägt einem die Sprache.

Sei's drum, Hernando kommt jedenfalls gut mit dem Diktator aus, baut dort lustig unter der schützenden Hand der Soldateska exklusive Anlagen für spanische Urlauber, und hat sein MotoGP-Team ursprünglich auch unter dem Label "Equatorial Guinea" an den Start gebracht.

Mit welchem Geld? Das zusammengeraffte und auf Auslandskonten geparkte Privatvermögen von Diktator Nguema wird jedenfalls auf über 650 Mio. US-Dollar geschätzt.

Die direkte Verbindung zu dem Schurkenstaat war Hernando nun doch zu heiß; seit zehn Tagen ist das Gibernau-Team nun offiziell in Grupo Francisco Hernando umbenannt - doch die speckige Verbindung bleibt wie die Farbe der Ducati.

Es soll ja Leute geben, die das MotoGP-Sponsoring durch die Zigaretten-Industrie schon kritisch sehen - aber Schaulaufen für Diktatoren mit Blut an den Händen ist echt starker Tobak.

Mehr dazu bei motogpmatters.com