19 März 2010

Neue Runde Ratespiel: Hollywood goes Erfurt. Wer war da unterwegs?

Im August 1961 hatte der Kalte Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion einen Höhepunkt erreicht: West-Berlin wurde zunächst mit Stacheldraht und in den Folgemonaten mit der ersten Mauer abgeriegelt.

Die DDR war innerhalb weniger Monate für Westdeutsche - und vor allem Amerikaner - kaum mehr zu erreichen: Reisen waren nicht möglich. You are leaving the American Sector: Feindesland.

In diesem Klima des Misstrauens begeisterte 1963 ein Schauspieler drei seiner Kumpel für ein provokantes Vorhaben: eine Goodwill-Tour nach Ostdeutschland, um den Sternenbanner in friedlicher Absicht hinter dem "Eisernen Vorhang" wehen zu lassen.

Nachdem zwei von ihnen im Sommer 1963 in Südbayern an der Produktion eines Filmes waren, hatten sie den passenden Anlaß für ihr Vorhaben gefunden: ein sportlicher Wettbewerb mit Motorrädern.

Nach der Rückkehr in die Staaten begann eine Odysee: Zunächst Auszeit von den Filmsets, um in der kalifornischen Mojave-Wüste zu trainieren. Dann der Kampf mit Wettkampfregularien im Sportbürokraten-Dschungel, bevor die Mannschaft schließlich mit dem Schiff über den Atlantik setzte, um in England die Wettkampfgeräte in Empfang zu nehmen. Nach ausgiebigem Training in Schottland der Sprung über den Kanal und die Fahrt mit dem Team-Bus in Richtung Osten.

Weit in den Osten: Denn die 39. Auflage des Wettkampfs fand im September 1964 in der DDR statt - im Thüringer Hinterland bei Erfurt, mit Tagesetappen in den Wäldern um Zella Mehlis und Suhl.
Am Sonntag, den 6. September 1964, waren die vier Amerikaner am Ziel ihrer Mission - die ersten amerikanischen Sportler, die hinter dem "anti-imperialistischen Schutzwall" aufmarschierten. Die Truppe trug den Sternenbanner in die Erfurter Ernst-Thälmann-Halle und pflanzt die Flagge unter das Bild des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht.

An der Strecke wurde das Quartett mit den Stars and Stripes am Helm von den Zuschauern begeistert aufgenommen; auf dem Parcours selbst hatten sie kein Glück. Der Erste gab nach mehreren Stürzen und Schäden an der Maschine am zweiten Tag auf. Ein Team-Kollege brach sich den Fuß. Die US-Mannschaft schied aus; es gewann das DDR-Team vor den Tschechen.

Der gesuchte Traveller starb 16 Jahre später und hinterließ eine Sammlung von über 200 Motorrädern.

Wer war da unterwegs? Viel Spaß beim Googlen.

UPDATE: Yes, Steve McQueen.

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