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21 Oktober 2007

Bali 5: Ladenschluß im Santa Fe

Wenn nach langer Nacht in Kuta und Legian die Hähne im Morgennebel krähen, treffen sich die Nachtschwärmer im Santa Fe. Die Pizzeria, versteckt in einer Seitenstraße, ist mehr eine offene Veranda als ein respektables Restaurant, hat aber 24 Stunden geöffnet. Sie ist kurz nach sechs Uhr morgens die letzte Zuflucht vor der Realität: Denn während zur Pizza der Champagner – knapp 40 Euro die Flasche – geordert wird, erwacht die Straße zum wirklichen Leben.

Dreißig Kinder traben vorbei; allesamt barfuß und im weißen Kampfanzug. Sie gickeln und lachen und necken sich, einige zuckeln hinterher. Die Silat-Gruppe von Seminyak kommt vom Strand zurück, wo sie ein halbe Stunde Selbstverteidigung geübt hat. Jetzt sind sie auf dem Weg ins Bale Banjar, ins Versammlungshaus der Gemeinde. Aus einer Seitenstraße kommen zwei Suppenhändler mit ihren Rollwagen; in den Kesseln köchelt bereits die Frühstücks-Bouillon.

Gegenüber geht der Rolladen hoch, ein Krimskrams-Laden. Ein Mann tritt auf die Straße, an der Hand ein kleiner Junge, wohl sein Sohn. Beide sind noch im Sarong, gerade eben erst erwacht. Der Vater nimmt den Jungen auf den Schoß. Eine Frauenstimme aus dem Laden, der Junge ruft etwas zurück; der Mann streicht ihm liebevoll über die Wange. Eine Frau, vermutlich die Großmutter, tritt auf den Vorplatz und kippt den Abfall neben den Laden. Minuten später kokelt der Müll.

Auch im Santa Fe ist eine alte Balinesin aufgetaucht. Unbemerkt verteilt sie frische Bambusblatt-Schalen mit Blumen, Fruchtstückchen und Reiskuchen. Die morgendliche Opfergabe – der Geruch der Räucherstäbchen zieht wie eine reinigende Wolke über die Veranda. Die Türschwelle, über die eben noch hungrige Nachzügler gestolpert sind, wird mit ein paar Tropfen Wasser besprengt.

Mit der zeremoniellen Säuberung sind alle Sünden der Nacht weggewaschen. Wie gut. Mit einem Seufzer fällt einer der Nightlifer auf seiner Bank in einen unruhigen Schlaf.

(c) Jochen Vorfelder

19 Oktober 2007

Bali 4: Die Geschäfte am Blue Ocean

Benny (der nur Benny heißt, weil sein Bauchladen mit diesem Namen verziert ist) ist einer von rund 450 javanischen Uhrenverkäufern, die Kuta säuberlich in Planquadrate aufgeteilt haben und ihre Kommissionsware an den Mann bringen wollen. Wenn Benny 16 Stunden am Tag unterwegs ist, kann er im Monat bis zu 200 Euro verdienen. Wenn er zwei Drittel davon seiner Familie in Java geschickt und Miete für einen Schlafplatz in Kuta bezahlt hat, bleiben ihm noch zwei Euro am Tag zum Leben.

Am Strand teilt er sein Revier mit Massagefrauen und den anderen Händlern für Sonnenhüte, Bikinis, Drachen, Sarongs, alles und jedes. Was nicht zur Hand ist, wird sofort herbeigeschafft. Sonnencreme, Schutzfaktor 25? „No problem!“ Bennys sind überall, wo es Wladimirs gibt. Wer an Kutas endlos langer Strandpromenade verweilt, wird permanent ihre Bekanntschaft machen. Unterhalb des Steinwegs verläuft allerdings eine unsichtbare Demarkationslinie, hinter der per Gesetz das geschäftliche Anbaggern untersagt ist. So kann ein Aufenthalt am Strand von Kuta und Legian durchaus auch erholsam und relativ ruhig sein.

Wer glaubt, hier hätten nur die fliegenden Händler ihre Reviere markiert, kann sich am Strand vom Gegenteil überzeugen. Den Süden halten Australier und Japaner fest in Beschlag. Daran schließen sich rund zwei Kilometer mit großen Hotels an, die fest in deutscher Hand sind. Noch weiter nach Norden wird es sehr italienisch und nobel: In der Edel-Pizzeria La Lucciola etwa geht am Abend ohne Reservierung überhaupt nichts.

Der einzige Ort, an dem diese unsichtbaren Mauern bröckeln und Kutas Beach multikulti ist, sind die hundert Meter vorm Blue Ocean – der ältesten Strandbar am Platze. Dort sind die getönten Scheiben der Jeeps am dunkelsten, die Beachvolleyballer am besten. Glaubt man Kuta-Veteranen, ist der Sundowner am Blue Ocean ein absolutes Muß, denn hier geht die Sonne am schönsten unter. Dort riecht es nach Abfällen, aber auch nach Tradition.

„Die sind komplett narrisch, die Balinesen“, ereifert sich allerdings Werner. Der graue, bezopfte Beau ist Österreicher, Ende 40, braungebrannt mit tätowierten Oberarmen, ein langjähriger Aussteiger. Er pendelt zwischen Australien, wo er dank einer Heirat eingebürgert ist und Sozialhilfe bezieht, und Bali, wo seine Betätigung in der Anmache von Touristinnen besteht. Sein Motto lautet: Ich bin gut drauf, und wer daran zweifelt, muß schlecht drauf sein.

Im Moment ist Werner ungehalten, und zwar zu Recht: Das Blue Ocean hatte früher, als noch Mick Jagger und David Bowie herkamen, eine offene Terrasse mit Blick auf Strand und Meer. Inzwischen führt nicht nur eine Straße stracks an der Veranda vorbei, direkt ins Blickfeld ist auch ein Fuji-Labor gebaut worden. Das hat das Vergnügen am Sonnenuntergang erheblich eingeschränkt. „Und nun wollen die Militärs noch ‘ne zweite Bude bauen, wenn sie nicht höher am Umsatz beteiligt werden!“ schimpft wütend der Werner.

Und erklärt: Alle Restaurants, Trinkhallen und Reisbuden den Strand entlang gehören entweder Investoren, die gerne im Dunkeln bleiben, oder führen – wie überall in Indonesien üblich – nicht unerhebliche Schutzgelder ab. Im Falle der Strandgeschäfte von Kuta gehen die „Gebühren“ ans Militär, in anderen an die Polizei oder die Beamten von der Immigration. Für Leute wie Werner, die sich mit dem An- und Verkauf von Kleidung und Tand über Wasser halten, ist das Blue Ocean daher nicht nur ein Quell für Beziehungstratsch. Hier ist die Börse, an der überlebenswichtige Informationen gehandelt werden: Wer nimmt zur Zeit welche Gebühr? Wer macht welchen Deal?

Für routinierte Kuta-Nachtwandler ist das Goa 2001 eine ebenso feste Größe wie das Blue Ocean. In diesem Bambusbau, groß und luftig wie ein Flugzeughangar, nimmt man nach dem Essen zwei, drei Drinks, bevor man kurz über die Straße ins Café Luna reinschaut. Natürlich ginge auch alternativ Sushi naschen im Ryoshi und anschließend ein Bier in Made’s Warung.

Wawan, Ayu, Chantal und Werner, da oder woanders trifft man sie alle, ohne Ausnahme, wenn es dunkel wird. Sie warten, bis die Discos gegen Mitternacht öffnen, die ihnen eine Bühne bieten – und ein Stück Heimat.

(c) Jochen Vorfelder

18 Oktober 2007

Bali 3: Cordula & Wladimir

Schauplatz Hotel: Das Sari Beach Inn ist eine vergleichsweise kleine Anlage – um die 20 Bungalows, ein blühender Garten. An der Coconut Bar hat sich am frühen Nachmittag schon reichlich Publikum eingefunden. Cordula aus Düsseldorf schlürft genüßlich ihren Fruchtshake. Die ehemalige Stewardeß auf Mutterschaftsurlaub ist rundherum glücklich.

Ihre Tage in Kuta sind die ersten Wochen, an denen die alleinerziehende Mutter nicht rund um die Uhr aufs Neugeborene aufpassen muß. Maurice, so heißt der Kleine, ist weg, weil faktisch adoptiert: von den Zimmermädchen, den Barkeepern und vor allem von Made, der Kellnerin im Restaurant.

„Völlig irre. Seit ich im Hotel angekommen bin, organisieren die hier ‘ne perfekte Kinderbetreuung“, sagt Cordula und ordert ihren nächsten Fruchtshake: „Satu lagi, please.“ Im Moment geht Made in der Rolle der Pembantu, des Kindermädchens, auf. Die zierliche Balinesin, Mitte 20 und selbst schon zweifache Mutter, kniet neben der Decke, auf der Maurice krakeelt, und redet in Balinesisch auf den Süßen ein. Sie ist hin und weg, irgendwo, mit Sicherheit aber nicht in ihrem Restaurant, wo inzwischen jeder zweite Gast traurig ins leere Glas guckt. Die balinesische Kinderliebe wird eben auch von weißen Pausbacken geweckt. Daß die Großen dafür auf ihre Drinks warten müssen und jede Beschwerde sinnlos wäre: Das macht Kuta liebenswert.

Kurz nach acht Uhr morgens im Kuta Beach Hotel, mit 137 Zimmern deutlich größer als das Sari Beach Inn: Zarte Sonnenstrahlen fallen auf den schmetterlingsförmigen Pool. Auf den Bananenblättern verdampft Morgentau, Grillen zirpen, aus Lautsprechern klöppelt leise und einschläfernd ein Gamelan-Ensemble. Wladimir grunzt behaglich auf der Liege und streckt alle viere von sich. Der Weißrusse, Mitte 40, übergewichtig und mit einer nicht unbedeutenden Menge Gold um den Hals, läßt hier zwei Wochen die Seele baumeln. Organisiert hat den Trip ein russisches Reisebüro in Frankfurt. „Very good here, very cheap. I like Bali Service“, radebrecht er.

Wladimir findet Kuta nach seinen bisherigen Stranderfahrungen an der Schwarzmeerküste höchst amüsant und die Dollars wert. Er beschäftigt zwei livrierte Ober mit der Anordnung, der wortkargen Frau Gemahlin das Frühstück zu servieren. Dann stemmt sich der schwere Mann von der Liege hoch, schlendert zum Strand und geht dort seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Feilschen mit Benny. „No good watch, Benny. Zu teuer!“ Eine Rolex, eine von den besseren Nachbauten mit automatischem Werk. Zu haben für 30 Mark. Kaufen will Wladimir sie erst kurz vor dem Rückflug: „Ich lasse die erst mal warten.“

Benny spürt, daß mit Wladimir heute absolut kein Geschäft drin ist, macht aber gute Miene zum bösen Spiel. Mal sehen, was morgen geht.

(c) Jochen Vorfelder

17 Oktober 2007

Bali 2: Blumenkinder & und Backsteinmauern

Kuta war vor drei Jahrzehnten noch ein Dorf, das an der Südwestküste der Insel unter Palmen döste. Die Bewohner lebten vom Fischfang und der täglichen Reisration, schoben ihre Fahrräder durch den Sand der Dorfstraße und zollten den Göttern den nötigen Respekt.

Ziemlich gottesfürchtig sind Kutas Balinesen noch immer, doch der unbedeutende Weiler ist mit den Nachbarorten Tuban, Legian und Seminyak zu einem Ballungszentrum verschmolzen, das sich fast lückenlos über 20 Quadratkilometer erstreckt.

Bekannt wurde der Ort durch die Blumenkinder: Ihr Stützpunkt auf dem Rundkurs Katmandu – Goa – San Francisco – London entwickelte sich erst zur Bleibe für Aussteiger, dann zum studentischen Ausflugsziel und später zum meistpublizierten „Geheimtip“ in Südostasien. Inzwischen haben alle großen Reiseveranstalter Kuta als „lebendigen Badeort“ im Urlaubsprogramm.

Die Balinesen – und mit ihnen Geschäftsleute von der großen Nachbarinsel Java mit dem Riecher für eine rentable Geldanlage – staunten angesichts des Booms, bauten aber, was das Zeug hielt: Hotels und Restaurants, doch vor allem Läden, Läden, Läden.

Jalan Legian, die im Ortsinneren parallel zum Strand verlaufende Hauptstraße, hat ihre Funktion als Piste zur zügigen Fortbewegung längst verloren. Sie ist ein einziger Mega-Stau – und von früh bis spät Amüsiermeile und Freiluft-Shopping-Center. Von Surfbrettern über Gummilatschen, Antiquitäten, Gold und gebratenem Reis bis zu Haschisch und Koks – da gibt es einfach nichts, was es hier nicht gibt.

Die Reisfelder, die einst hinter den Hütten lagen, sind bis auf unbedeutende Reste trockengelegt, die lauschigen Kokoshaine längst ausgedünnt. An Stelle der Palmen ragen Bungee-Sprungtürme und Baukräne in die Höhe. Am Strand, wo Auslegerboote lagen und Hunde dösten, tobt heute der Bär. Doch allem Wachstum zum Trotz hat das St. Pauli by the Sea schon mehrere Jahrzehnte touristischer Invasion überlebt. Und die Fans bleiben dem Ort ihrer Träume treu.

Klar: Der einsame Blick aufs Meer ist in Kuta nur noch selten zu haben. Doch die Sonnenuntergänge sind nach wie vor phantastisch. Und wer Unterhaltung sucht und Shopping als eine erfüllende Urlaubsaktivität schätzt, wird hier aufs allerbeste bedient. Wer zudem genauer hinschaut, staunt: Selbst in diesem Las Vegas der Tropen ist balinesische Kultur eine dominierende Kraft.

Vor der Backsteinmauer tobt der Feierabendverkehr. Jeeps, Radler, Mopeds, Suppenstände auf zwei Rädern, Fußgänger, Hunde: Alle drängen von Nord nach Süd und umgekehrt durch das Nadelöhr, die Hauptstraße Jalan Legian. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Die Luft – ein Gemisch aus Abgasen, süßlichen Schwaden von Nelkenzigaretten und Ausdünstungen der Gosse – liegt wie eine feuchte Rheumadecke über dem Geschehen.

Hinter der Mauer, in nur zwei Meter Entfernung, ist alles ganz anders. Zwischen einem Batik-Shop und einem Restaurant ruht wie eine Oase ein traditionelles Gehöft. Man findet das oft inmitten touristischer Hektik. Ein Familienfest, wie es alle Tage gefeiert wird: Bambusrohre, mit Palmwerk und Blumen geschmückt, ragen in die Nacht; Fahnen dümpeln schlaff im Wind. Dampf, Rauch und Duft steigen aus den Opferschalen; die Bewohner des Anwesens haben außer Nachbarn und Verwandtschaft auch die Ahnen und die Götter geladen, versöhnen die Dämonen. Hier steht die Zeit still; nichts könnte vom Wahnsinn der Straße weiter entfernt sein als dieses Idyll.

Entlang der Jalan Legian empfiehlt es sich dagegen, den Eindruck von entschlossener Zielstrebigkeit zu erwecken. Denn nur diese geschickte Täuschung hält fliegende Händler sowie die allseits lauernden Chauffeure ab, die mit dem Kampfruf „Transport, Boss!“ über den flanierenden Touristen herfallen. Die Attacken sind lustig bis lästig, je nach Laune. Andererseits: Wird dringend ein fahrbarer Untersatz gebraucht, sind alle Fahrer verschwunden oder sitzen um zwei schachspielende Kollegen versammelt. Und lassen sich durch kein Bitten und Betteln zur Betriebsamkeit bewegen.

Diese Welt kann warten: Balinesen besitzen die bemerkenswerte Fähigkeit, unabhängig von Ort und Zeit von einer Wirklichkeit in die andere wechseln zu können. (Was sie eine Zeitlang mit den Blumenkindern verband, aber lassen wir das hier an dieser Stelle...)

(c) Jochen Vorfelder

16 Oktober 2007

Bali 1: Chantal und Ayu

„Das hier ist Kuta. Oder Wahnsinn. Was auch immer. Aber auf keinen Fall das richtige Bali!“ Sagt die Sängerin Ayu, die seit Jahren auf der heißesten Disco-Meile der Insel arbeitet. Kuta-Fans läßt das vollkommen kalt, denn sie wollen nur eins: Party feiern, und zwar rund um die Uhr.

Samstags morgens früh um vier, da brodelt die Tanzfläche im Warung Tapas. In dieser Disco ist nichts unmöglich: Australier in Shorts und Gummi-Slippers vergnügen sich neben italienischen Gigolos und distinguierten Engländerinnen. Dazwischen tummeln sich kompakte Balinesen aus dem Muskelstudio, schrill gestylte kalifornische Transvestiten und Bottroper Raver mit Pupillen in Größe XXL – ein wilder Mob. Der Sprit fließt in Strömen: Bier, Reisschnaps und Champagner – bis zum bitteren Ende.

Vor der Bar hipt und hopt Chantal, eine junge Tänzerin aus Paris. Sie ist unterwegs mit Freundin Roma, einer singapurianischen Schönheit in Tigerhose. Chantal schlenkert so vehement mit Kopf und Modelmähne, daß man den Verlust ihres Bewußtseins befürchten muß. Doch scheint dies exakt der Sinn ihrer schweißtreibenden Übung zu sein; unterstützt durch diverse Drogen, geht es hier nicht um Bewußtsein, sondern um Gefühle. „Spür die Vibrations! Sie sind in der Luft!“ kreischt Chantal völlig entrückt gegen 120 Dezibel Funkrock an, die die Gruppe „Tropical Transit“ vorn auf der Bühne erzeugt. „Das ist Bali! Das ist Wahnsinn, Wahnsinn!“

Warum sich Kutas Party-Szene ausgerechnet bei ihm wie die Lemminge ins Vergnügen stürzt, interessiert Wawan, den Kneipier, schon lange nicht mehr. Er hat in fast zwei Jahrzehnten zu viele kommen, tanzen und wieder gehen sehen. „Weil wir der einzige Tapas-Laden weltweit sind, der keine Tapas verkauft“, lacht der Javaner, der außer der Disco und einem Lederladen noch andere Geschäfte betreibt, über die er aber weniger gern redet.

Auch an Ambiente hat das Tapas nichts zu bieten, was seinen Erfolg erklären könnte. Ein Flachbau mit Strohdach und löchrigen Außenwänden, Resopal-Verkleidung an der Decke, eine Handvoll Glühbirnen, zwei oder drei Spiegel, ein paar Hocker – jeder Partykeller in den sechziger Jahren hatte mehr Stil.

Ayu Laksmi, die balinesische Sängerin von Tropical Transit, tut schon jahrelang Dienst auf der lokalen Disco-Strecke. Auch sie kann nicht erklären, warum dieser Fleck Erde zu Südostasiens heißester Partyzone ausgerufen wurde. Welchen geheimen Kräften folgend, tobt die Gemeinde durch Kuta und Umgebung, arbeitet das Double Six, das Goa 2001, das Café Luna, den Sari Club, das Bounty, das Taj Mahal und all die anderen Etablissements ab? Der Drang nach Erholung kann es wahrlich nicht sein.

„Keine Ahnung“ – Ayu hat sich auf der Bühne völlig verausgabt, in Schweiß gebadet zieht sie an ihrer Nelkenzigarette und verbreitet einen herrlichen Duft. Sie meint: „Das hier ist nicht das richtige Bali. Das hier ist Kuta. Oder Wahnsinn. Was immer auch. Aber nicht das echte Bali.“ Doch wo liegt das eigentlich?

(c) Jochen Vorfelder

Bali: Rock around the clock revisited ...



Es ist ein paar Jahre her, aber definitiv wieder an der Zeit: ein Besuch auf Bali. Weil der Trip nun schon sehr konkret wird - ein Flug ist gebucht - dachte ich mir, es könne nicht schaden, auf der Harddisk nach schriftlichen Elaboraten über diese Region zu forschen.

Bin fündig geworden. Ab heute also als Fünfteiler die Geschichte "Bali: rock around the clock" über das Nachtleben auf der Insel, die zwar schon ein paar Jahre alt, aber nach Einschätzung von ansässigen Nightlifern noch brandaktuell ist.

Der Archivwart