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07 Mai 2009

Branchenkrise: "MOTORRAD" streicht Redaktion zusammen

Es war abzusehen: Die Krise in den Magazin-Verlagen - sowohl bei Spiegel, Gruner + Jahr als auch bei den anderen Branchen-Größen - hat mit fallenden Anzeigenerlösen jetzt auch die Häuser der Special-Interest-Publikationen erreicht.

Der Mediendienst Kress berichtet heute, dass der Motor Presse Stuttgart (MPS) seinen Standort Berlin schließt und erhebliche Stellen im Mutterhaus Stuttgart streicht. 42 Mitarbeiter sollen insgesamt gehen.

Die in Berlin produzierten Titel AutoStraßenverkehr und 4Wheel Fun werden ab sofort von einer zentralen Redaktion in Stuttgart produziert, die von Bernd Ostmann, Chefredakteur von auto motor & sport, geleitet wird.

Auch die Zweirad-Titel wird es sofort treffen: Sowohl bei MOTORRAD, bei PS, bei 2Räder (Hat das jemals jemand gelesen?) und Motorrad Classic fallen Stellen weg.

Nach dem Bericht bei Kress trifft es bei MOTORRAD vor allem das mittlere Redaktions-Management - beim Verkaufsführer am Kiosk soll die zweite Hierarchie-Ebene komplett wegfallen, aus acht "Ressorts" drei "Einheiten" werden.

Die Gründe für den personellen Aderlass sind laut Kress vor allem in "der Wirtschafts- und Werbekrise" zu suchen - das deckt sich mit unserem Erfahrungen: In Gesprächen mit den Herstellern hat sich schon seit längerem angedeutet, dass der Sinn von ganzseitigen Magazin-Anzeigen, deren Reichweite und Erfolg in Form von Umwandlung ihttp://www.blogger.com/img/blank.gifn Käufer schwerlich messbar ist, immer stärker angezweifelt wird.

Statt dessen setzen die Werbekunden und Hersteller auf nachvollzieh- und messbare Aktionen wie Werbemaßnahmen auf dem Internet und direkte Kundenansprache bei ihren Stützpunkt-Händlern (siehe Triumph), also am so genannten POI (Point of Sale).

Auch Aktionen wie Einsteiger-Trainings in Zusammenarbeit mit dem ADAC (Honda) oder Fahrtraining-Wochenenden (Harley-Davidson/Robinson Club) sind offensichtlich viel versprechender als die kontinuierliche Übergabe von nicht unerklecklichen Summen für DIN-A4-Bildchen, die schlichtweg überblättert werden und im redaktionellen Umfeld untergehen.

Doch nicht nur der Anzeigen-Markt bei MOTORRAD bröckelt: Das Magazin setzt aktuell 135.850 Exemplare pro Monat ab. Im Fünf-Jahres-Trend bedeutet dies ein aktuelles Minus von 20 Prozent. Hier der Link zur aktuellen Verkaufsstatistik.

Der Medienwart

12 September 2008

Schräglage: Stirb schneller, Leser!


Immer Vollgas, immer volles Risiko - Motorradfahrer haben ein schlechtes Image. Daran sind das Zweirad-Zentralorgan "MOTORRAD" und das Schwesterblatt "PS" nicht ganz unschuldig: Reporter huldigen der ungebremsten Raserei und halsbrecherischer Stunts. Inzwischen beschweren sich auch die Abonnenten.

Zum Artikel bei SPIEGEL Online

Die Kolumne hat in ein Wespennest gestochen - die Reaktionen im Forum lassen jedenfalls darauf schließen.

Interessant dabei: Die Diskutanten stellen oft ihre "persönliche Freiheit" zur Diskussion. Dabei geht es in dieser "Schräglage" gar nicht um die Geschwindigkeit des individuellen Fahrers - sondern um die Philosophie einer Redaktion, die für Tausende von Lesern schreibt und damit eine weiter gehende Verantwortung hat.

Wer sich den tragischen Einzelfall antun will, sollte einen Blick auf diesen Bericht des WESTENS, des Portals der WAZ, werfen und durch die Kommentare scrollen. Dank an Marc vom Motorradblog für den Link.