Gestern abend waren ich in "Factotum", dem Film über das Leben von Henry "Hank" Chinaski, dem Alter ego des amerikanischen Schriftstellers Charles Bukowski. Sehr zu empfehlen; ein grandioser Streifen - er ist ein genauso abstruses Zeitdokument wie das beiliegende Foto (Vergrößerung mit Klick), das mir gleichwohl gestern ein guter Freund aus Port Harcourt zuschickte. Der Mann verdient dort sein Geld mit gewissen Offshore-Aktivitäten, die er derzeit wegen der Feindseeligkeit einiger Einheimischer nur unter permanentem Militärschutz ausüben kann, und die im engen Zusammenhang mit dem rotchinesischen Streben nach möglichst billigem Erdölerwerb stehen - aber das ist eine ganz anderes Kapitel im großen Buch über die Globalisierung, das wir hier nicht weiter vertiefen wollen.
Port Harcourt, um darauf zurückzukommen, Port Harcourt jedenfalls liegt nicht gerade um die Ecke, sondern am bitterbitterbösen Ende von Nigeria, und Charles Bukowski hat sich, obwohl er viele extrem dunkle und gewalttätige Ecken dieser Welt gesehen hat, wohlweislich dort nicht hingetraut.
Dennoch liegt die Überlegung nah, daß die Port Harcourtsche Art der Containerverschiffung den Gossen- und Fäkalpoeten zu seinem ebenso wie der Film grandiosen Spätwerk "The Captain Is Out to Lunch and the Sailors Have Taken over the Ship" inspiriert haben könnte. Denn wie das Bild erzählt das Buch von einem skurilen Alltag mit burlesken Ereignissen, bei denen die ewigen Looser doch das eine oder andere zu Lachen haben - zumindest wenn mein Bekannter beim Mittagessen ist.
"We´re all going to die, all of us, what a circus! That alone should make us love each other but it doesn´t. We are terrorized and flattened by trivialities, we are eaten up by nothing." - The Captain is Out to Lunch and the Sailors have taken over the Ship, 1998
© Jochen Vorfelder
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