30 Dezember 2005

Chernobyl: Motorradtrip in die Todeszone

"Good Girls go to heaven. Bad ones go to hell. And girls on fast bikes go anywhere they want."

Neid. Die Welt der Motorrad-Blogs ist erfüllt mit Stories von gloriösen weihnachtlichen Aus- und nachweihnachtlichen Fernfahrten. Beispiele gefällig? Worldrider ist derzeit in Kolumbien unterwegs. Und Dylan von Twisting Asphalt beschreibt in aller gemeinen Ausführlichkeit, wie er mit seiner Ducati 999 durch das warme Südkalifornien brezelt.

Hier in Hamburg sind die Straßen vereist; Zeit für Schnupfen, dicke Nasen und ausführliches Surfen.

Dabei bin ich auf die Website von Elena Filatova gestoßen, die ihre Motorradausflüge auf einer alten Kawasaki Ninja ZX-11 wie viel andere in Bild und Text im Netz dokumentiert. Das Besondere dabei: Filatowa wohnt in der Ukraine und eines ihrer Reviere für ausführliche Touren ist die gottverlassene Todeszone um den havarierten Atomreaktor Chernobyl.

Die Bilder und Notizen von Filatowas Motorradtrips nach Chernobyl sind so ziemlich das Eindrücklichste, was ich in der letzten Zeit auf dem Netz gefunden habe.

Nun gibt es ausführliche Debatten darüber, ob die Trips ein Hoax sind oder echt, weil Filatowa nicht allein unterwegs war. Mich interessiert das weniger. Fakt ist: Sie war in einem toten Land.

Vielleicht sollte man den Link mal ZEITgenossen wie dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulf schicken, der in den letzten Wochen aus statistischem Kalkül ("Immer sicherer.") und Kostengründen ("Öl wird viel zu teuer und wir müssen konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt bleiben.") die Rückbesinnung auf die Atomkraft und den Neubau von Reaktoren eingefordert hat.

© Jochen Vorfelder

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