Paul ist 59 Jahre alt und fährt seit fünf Jahren den Tanklaster, der die abgelegenen Stationen Solitaire und Betta am Rande des Namib Naukluft-Nationalparks mit Benzin und Diesel versorgt. Der Trip von Walvis Bay nach Betta und zurück dauert zwei Tage. "Bis 1994 war Walvis Bay ja noch eine südafrikanische Enklave innerhalb Namibias; stategisch wichtig und ein langjähriger Streitpunkt, weil es der einzige Tiefseehafen hier im Land ist. Als Walvis dann übergeben wurde, haben die Namibier uns ansässigen Buren angeboten zu bleiben. Ich habe seitdem auch einen namibischen Pass, aber die meisten, die ich kannte, sind lieber zurück nach Südafrika. (...)"
"Ich fahre jede Woche mindestens zwei Touren; einmal nach Solitaire und einmal ganz runter in den Süden bis zur Station Betta. Das sind im Monat über 3500 Kilometer auf Schotterstraßen.(...)
An die einsamen Strecken und das ewige Rütteln auf dem Wellblechpiste gewöhnt man sich - und jeder Trip durch die Wüste ist ja doch anders: Mal hat man einen Sandsturm, mal regnet es am Kuiseb-Pass, mal ist einer der Flüsse überschwemmt und man hängt fest. (...)
Na ja, ich fahr mich eigentlich nie fest mit meinem LKW, aber wenn der Schlamm bis zur Achse steht, dann muss ich den einen oder anderen Farmer oder Touristen aus dem Dreck ziehen. Ach, Abwechslung gibt es genug, mir wird nie langweilig."
(c) Jochen Vorfelder
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