22 Dezember 2006

Weihnachten: die Fango-Packung für die Ducati

Nun wissen wir ja alle, dass das Fest die Zeit der Rückblicke und Besinnung ist - auch dem Moppedfahrer als solch sei hiermit angeraten, an Weihnachten etwas inne zu halten, die Eindrücke des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen, und gute Vorsätze für die kommende Fahrsaison auf der Ducati zu formulieren.

Als Licht im Dunkel der Gehirnwindungen hier ein Zitat zu obenstehendem Bild: "Das 2001 angefertigte Werk wirkt wie ein endloser Wurm oder eine sich in den Schwanz beißende Schlange. Sie war ursprünglich als Außenskulptur in Hollywood und somit als ironischer Kommentar zur US-Filmindustrie geplant."

Hollywood, Filmindustrie, Kunstkritik. Aha. Viel aufschlußreicher allerdings in diesem Zusammenhang, wie im Jahr 2003 die schwarze Ducati 916 in die Ausstellung des österreichischen Großkünstlers Franz West (57) kam.

Die Maschine gehört dem deutschen Kunstsammler Mick Flick - ja, der von den Flicks - und der Mäzen bat West, sie in die Performance während der Vernissage der Bregenzer Ausstellung ""We’ll not carry Coals" - "Wir lassen uns nicht verkohlen"; der Titel ist zugleich ein Shakespeare-Zitat aus der romantischen Tragödie „Romeo und Julia“, auf dem das Musical fußt, aber das ist eine andere Geschichte - zu integrieren.

West bewies erheblich Kunstsinnigkeit - oder war es gnadenloser Humor? Jedenfalls wurde das teure Edelstück, mit dem Flick angeblich noch kurz zuvor gefahren war, mit laufendem Motor wie in einem Moorbad bei Kuraufenthalten in Fangoschlamm getunkt.

Es ist leider nicht überliefert, wie lange die Desmodromik und die Airbox dem eindringenden Fangoschlamm Stand gehalten hat, aber diese technischen Details tut hier auch weniger zur Sache.

Ich finde nur, das Bild ist der richtige Gedankenanstoß für die weihnachtliche Besinnung - und sollte überhaupt schon mal gezeigt werden. In diesem Sinne schöne Feiertage.

Der Platzwart

Bericht über die Ausstellung in Bregenz 2003

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