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04 Juni 2009

Branchenkrise: Benelli schwer angeschlagen

Bereits am 20. März hatten wir berichtet, dass der italienische Hersteller Benelli trotz massiver Finanz-Infusion des chinesischen Eigners, der Qianjiang-Gruppe, derzeit nicht auf Rosen gebettet ist.

Die Lage ist wohl dramatischer als bisher angenommen."Der Plan war, dieses Jahr um die 5.000 Fahrzeuge zu verkaufen," sagte Gianluca Galasso, der frühere italienische Rennfahrer und heutige Benelli-PR-Chef. "Wir werden die Prognose wohl auf 1.000 Stück zurückfahren müssen."

Die Folgen vor Ort sind gravierend. Ein Teil der Belegschaft im Stammwerk Pesaro an der Adria-Küste sind bereits auf Kurzarbeit; in den nächsten Tagen und Wochen sind Meetings mit dem chinesischen Investor geplant, um über die Zukunft der Marke zu bescheiden.

Die Qianjiang-Gruppe, die im heimischen Markt über eine Million Stück Roller pro Jahr produziert, hatte Benelli 2005 gekauft und einen ambitionierten Plan vorgelegt - die Stückzahl verkaufter Maschinen sollten bis 2009 auf 20.000 gesteigert werden. Nach Schätzungen hat Qianjiang dafür bereits 35 Mio Euro nach Pesaro geschickt. Nun kommt womöglich das Aus.

20 März 2009

Branchenkrise: Chinesische Qianjiang-Gruppe stützt Benelli


Nach Recherchen von Motociclismo sind die chinesischen Investoren beim italienischen Hersteller Benelli weiter gewillt, Geld in die ungewisse Zukunft der Marke zu versenken.

Seit Benelli im Oktober 2005 von der chinesischen Qianjiang-Gruppe übernommen wurde, die pro Jahr rund eine Million Motorräder bis 150 cm³ baut, haben die Chinesen nach Marktkennern ungefähr 10 Mio. Euro in die Modernisierung der Benelli-Fertigung und die Entwicklung neuer Modell investiert.

Jetzt ist Qianjiang offensichtlich bereit, für neue Modelle noch einmal 20 Mio. Euro nachzuschiessen. Der Vorstandsvorsitzende von Quanjiang, Haimei Yan, hat dies am Rande einer Konferenz in Mailand verlauten lassen und gleichzeitig angemerkt: "Benelli ist nicht profitabel, aber wir glauben an die Marke." Als größten derzeitigen Probleme bezeichnete Yan nicht die aktuelle Absatzkrise, sondern unverblümt die italienische Bürokratie: "Es ist die Art, wie hier business gemacht wird. Ausufernde Bürokratie, Papierkrieg bei Importen aus China und unklare Geschäftsabläufe behindern die schnelle Entwicklung."

Der Einstieg der Chinesen bei Benelli war 2005 mit gemischten Reaktionen aufgenommen worden. Während Finanzinvestoren den neuen Cashflows begrüßten, hatte die Branche selbst abwartend reagiert und höchste Heuschreckengefahr vermutet: Der Abfluss des technischen Know-hows nach China könne auf Dauer auch dazu führen, dass die Marke ausblute.

Benelli hat angekündigt, zu Jahresende wohl auf der EICMA in Mailand die neue DUE 756 zu präsentieren, einen wohl 90 PS starken Parallel-Twin. Kommen soll auch eine völlig neue Linie mit einem 600er Vierzylinder, der angeblich um die 130 PS leisten soll.

05 Juni 2008

Schräglage: Genosse von Kuenheim, übernehmen Sie!

Keine Lust auf asiatische Zweiräder und amerikanisches Heavy Metal? Dann waren BMW-Motorräder bisher die erste Wahl. Inzwischen kommen einige Motoren der weiß-blauen Bikes aus Fernost. Für die Münchner könnte das aus zwei Gründen gefährlich werden: Die Marke "Made in Germany" droht zu verwässern und schon haben Chinesen einen bayerischen Bike-Klassiker geklont. Mehr in der Kolumne "Schräglage" bei SPIEGEL Online.

Der Platzwart