Bereits am 20. März hatten wir berichtet, dass der italienische Hersteller Benelli trotz massiver Finanz-Infusion des chinesischen Eigners, der Qianjiang-Gruppe, derzeit nicht auf Rosen gebettet ist.Die Lage ist wohl dramatischer als bisher angenommen."Der Plan war, dieses Jahr um die 5.000 Fahrzeuge zu verkaufen," sagte Gianluca Galasso, der frühere italienische Rennfahrer und heutige Benelli-PR-Chef. "Wir werden die Prognose wohl auf 1.000 Stück zurückfahren müssen."
Die Folgen vor Ort sind gravierend. Ein Teil der Belegschaft im Stammwerk Pesaro an der Adria-Küste sind bereits auf Kurzarbeit; in den nächsten Tagen und Wochen sind Meetings mit dem chinesischen Investor geplant, um über die Zukunft der Marke zu bescheiden.
Die Qianjiang-Gruppe, die im heimischen Markt über eine Million Stück Roller pro Jahr produziert, hatte Benelli 2005 gekauft und einen ambitionierten Plan vorgelegt - die Stückzahl verkaufter Maschinen sollten bis 2009 auf 20.000 gesteigert werden. Nach Schätzungen hat Qianjiang dafür bereits 35 Mio Euro nach Pesaro geschickt. Nun kommt womöglich das Aus.

