Es hatte sich schon im April abgezeichnet und wir hatten darüber berichtet: Dem amerikanischen Hersteller von Großrollern Vectrix geht finanziell die Luft aus.
Mike Boyle, Chef der Firma mit Sitz in Middletown, Rhode Island, hat damit begonnen, die Arbeitsverträge mit der Mehrzahl der Angestellten des Roller-Herstellers aufzulösen und hat beim zuständigen Gericht ein Insolvenzverfahren beantragt. Vectrix hatte in den letzten Wochen versucht, staatliche finanzielle Unterstützung für die Firma zu bekommen, war dabei aber gescheitert. Jetzt sind zunächst etwa vier Fünftel der Angestellten in der Zentrale ohne Arbeit; die Website www.vectrix.com ist bereit tot.
Die Insolvenz tritt nach amerikanischem Recht innerhalb 30 Tagen in Kraft, falls kein Investor gefunden werden sollte. Das dürfte schwierig werden: "The company has made every effort to reduce costs and conserve cash, but market conditions continue to be difficult and the results of sales have been very disappointing." schrieb Boyle in einem Memo an die amerikanischen Händler.
Nach Auskunft von Sven Wedemeyer, Vertriebsleiter bei Vectrix Deutschland in Berlin, ist der deutsche Vertrieb, die Wartung und der Verkauf durch die unabhängige deutsche Filiale vom Insolvenzantrag der amerikanischen Zentrale nicht betroffen. "Wir verkaufen weiter," sagt Wedemeyer. "Auch die Produktionsstätte in Polen macht weiter."
Das für dieses Jahr avisierte zweite Modell von Vectrix, der kleinere VX2, mit dem ein breiterer Kundenkreis angesprochen werden sollte, wird allerdings auf frühestens 2010 verschoben. Das Flagschiff von Vectrix, der VX1, deckt mit einem Preis knapp unter 10.000 Euro kaum einen Massenmarkt ab, mit dem Geld verdient werden könnte.
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