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23 Oktober 2009

Buell-Aus: Panikanfall beim Dinosaurier Harley-Davidson


Harley-Davidson hat ein Geldproblem und die Käufer sterben aus. In ihrer Not machen die Amis die innovative Marke von Erik Buell dicht und wollen die prestigeträchtige Tochter MV Agusta verscherbeln. Übrig bleiben nur Alteisen.

Der Computerhersteller Apple hat Steve Jobs, die amerikanische Motorradgemeinde ihren Propheten Erik Buell. Der ehemalige Renningenieur von Harley-Davidson baute 1983 in einem Schuppen erste eigene Motorräder und hat unter seinem Namen eine erfolgreiche Motorradmarke etabliert. 2006 lief im Werk in East Troy, Wisconsin, die hunderttausendste Buell vom Band.

Buells sind skurril, bissig, sie bocken und bollern. Ausgestattet mit Motoren auf der Basis der museumsreifen Harley-V-Twins, mit Ventilatoren, die wie ein Kühllaster dröhnen, um den hitzeanfälligen hinteren Zylinder zu kühlen. Doch der geniale Tüftler Erik Buell hat wegweisende Konzepte für die Branche entwickelt und verwirklicht: kompakte Auspuffanlagen unter dem Motor, Bremsscheiben montiert an der Felge, Benzintank im Rahmen und Ölreservoir in der Hinterradschwinge. Buells Visionen wie etwa die Firebolt oder das neue Superbike 1125R haben einen schrägen Charakter, das hat sie einzigartig und erfolgreich gemacht. Buell-Fahrer lieben ihre Fuhre wie Nerds ihr iPhone.

Seit 2003 ist Buell eine hundertprozentige Tochter von Harley-Davidson. Doch nun hat die Konzern-Mutter kurzerhand beschlossen, Buell zu schließen. Ende Oktober werden die letzten ihrer Art gebaut; Erik Buell und seine 180 Mitarbeiter müssen gehen.

Eine zweite Harley-Tochter wird ebenfalls dichtgemacht. Die italienische Edelbike-Schmiede MV Agusta, vor 16 Monaten für rund 70 Millionen Euro erworben, steht zum schnellen Verkauf. Harley muss sparen und braucht Geld.

Leere Kassen, erdrückende Kredite


Bei Harley-Davidson schlägt die Absatzkrise im Motorradgeschäft voll durch. In den ersten drei Quartalen 2009 sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 71,4 Prozent gefallen, die neuen Maschinen stehen wie festgeschraubt bei den amerikanischen Händlern. Im vierten Quartal wird die Produktion weiter zurückgefahren, und die Sportster-Modelle werden bis Ende des Jahres nicht mehr gebaut. Um 2010 über die Runden zukommen, benötigen die Amis insgesamt 1,2 Milliarden Dollar.

Innovation und Flexibilität waren nie Harleys Stärken. Technische Anstöße kamen von außen, bei der V-Rod etwa von Motorenbauer Porsche. Oder eben von Erik Buell, dem hauseigenen Think Tank und Gegengewicht zu der Heavy-Metal-Fraktion. Jetzt in der Krise zuckt der Konzern, killt Buell und tapst weiter im Reflex wie ein früh ergrauter Bär. Alte Modelle, altes Klientel. Die Konzentration auf das Tafelsilber - das Fabrikat Harley-Davidson - soll es richten. "Unserer Strategie beruht darauf, die Marke für einen langfristigen Wachstum vorzubereiten und durch eine Fokussierung gute Resultate zu erzielen," erklärt Keith Wandell, Chief Executive Officer von Harley.

Das erinnert an einen Bären, der sich im Fangeisen den Fuß abnagt, um freizukommen. Denn wie die Amputation von Buell die dadurch entstehenden Kosten von mindestens 83 Millionen Euro zur Schließung des HD-Riesenlochs beitragen sollen, kann man nicht unbedingt verstehen. Harley weiß es auch nicht: "Wir haben die Benefits, die aus der Schließung von Buell entstehen, noch nicht quantifiziert," sagt Harley Chief Financial Officer John Olin. Doch das kratzt CEO Wandell nicht: "Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Konzept die Kraft der Marke Harley-Davidson verstärken und weiter in Schwung bringen können."

Branchen-Insider zweifeln stark daran, dass man einen alternden Hersteller mit Sparen allein über die Runden bringt. "Weiter nur die Marke Harley-Davidson auszubeuten, ist schlichtweg lächerlich. Harley-Fans haben sich den Schriftzug schon tätowiert - wie ausgebeutet kann man denn noch sein?", wird ein Wall-Street-Banker mit Erfahrung in der Motorradbranche zitiert.

Buell-Fans auf der schwarzen Liste

Bei den Buell-Fahrern ist die Konzernmutter nur noch Hassobjekt. Sie haben mit der emotionalen Videomessage von Erik Buell, in der er das Ende seines Lebenswerks ankündigt, genug gehört. In den einschlägigen Fan-Foren der Marke wird zu drastischen Maßnahmen geraten ("Truly idiotic decision by the Harley Davidson (mis)management. Shoot them!") und zu Online-Protesten gerüstet.

Belagert wird auch die Harley-Davidson-Seite. Dort liegt ein nettes Online-Gadget, mit dem Biker ihren eigenen Text-Banner entwerfen und auf der Web-Seite zeigen können. Drei Tage nach dem Aus für die Buell-Bauer aus Milwaukee zog der Harley-Administrator unter dem Ansturm entnervt die Handbremse. Er setzte den Begriff "Buell" zu Begriffen wie "Shit!" und "&%*@!" auf die schwarze Liste. Inzwischen wird jede Wortmeldung zum Thema Buell konsequent ausgefiltert.

Der Protest der Buell-Fahrer kommt Harley spürbar ungelegen. Um die Abwicklung schnell über die Bühne zu bringen und die Wogen zu glätten, unterstützt der Konzern die amerikanischen Buell-Händler. Egal zu welchem Preis sie eine Maschine losschlagen, der Händler bekommt vom Konzern mindestens 5000 Dollar. Damit ist auch der rapide Preisverfall der letzten Tage zu erklären - die neuen Superbikes 1125R waren in manchen US-Showrooms für 4999 Dollar zu haben.

In Hamburg kostet die gleiche Maschine erstaunlicherweise immer noch den Listenpreis: 12.899 Euro.

Komplette Slideshow zur Buell-Story bei SPON

22 Oktober 2009

BUELL: Spitzenware auf dem Ramschtisch ...3333,00 Euro

Da sind doch von euch Usern Zweifel aufgekommen an dem gestern vermeldeten Preis von 3333,00 Euro, zu dem Buells zur Zeit in den USA losgeschlagen werden. Hier das Bild zur Meldung und der Bericht bei den Kollegen von Asphalt & Rubber sowie der Hintergrund dazu.


Es gibt nämlich nicht wenige Händler (speziell natürlich Buell-Händler), die ob der angespannten Lage auf dem Ami-Markt zum Panikverkauf neigen: Nach den neuen Zahlen des amerikanischen Motorcycle Industry Council (MIC) sind die Verkäufe für Roller, Motorräder und ATVs in den ersten neun Monaten 2009 insgesamt um 40 Prozent gefallen. Da wird man schon nervös, wenn man auf einem vollen Lager und einer Marke sitzt, die gerade zugemacht wurde.

28 August 2009

Harely-Davidson: Fat Bob goes India ...


Passend zum Sachs-MadAss-Zug nach Westen (Siehe unten) hier folgende Geschichte: Stell Dir vor, es gäbe einen Markt von über 1 Milliarde Menschen, und eine große amerikanische Motorradmarke überliesse diese Goldgrube (immerhin der zweitgrößte Motorradmarkt der Welt) Grau-Importen und dem Zufall...

Unmöglich? Nein, bisher Fakt. Harley-Davidson hat in dieser Woche bestätigt, dass zum ersten Mal in der über 100jährigen Firmengeschichte ein Vertrag über die Etablierung einer General-Importeurs-Lizenz für Indien unterzeichnet wurde ...

Hier Auszüge aus der offiziellen Erklärung:

"The company has established a subsidiary to be located in Gurgaon, near Delhi, and has begun the process of seeking dealers.

Harley-Davidson Motor Company President and Chief Operating Officer, Matthew Levatich, is an invited speaker at the Society of Indian Automobile Manufacturers annual convention on August 28, and will provide further details on the company’s plans then.

“As India continues to extend its global reach, so does Harley-Davidson,” said Levatich. “We believe Harley-Davidson has outstanding opportunities for continued growth around the world.”

The company’s current approach is to import its motorcycles, accessories and riding gear, and it will continue to evaluate how best to evolve its approach to the market as Harley-Davidson’s business in India grows.

“We are committed to India for the long term, and we are focused right now on establishing a strong foundation,” said Harley-Davidson Inc. President and Chief Executive Officer Keith Wandell."

Hier noch ein paar Tips für den "long term", abgeleitet aus der Grafik unten: Think big, Listen more, Talk less, Peacefully digest all good and bad in life ....

Sachs: MadAss goes Hollywood ...

Nein, das hat nichts mit dem "Cash for Clunkers - Knete für Rostlauben"-Programm der US-REgierung zu tun und ist völlig entgegen dem Trend zur Ausdünnung des Marktes: Sachs Bikes hat für das schräge 125er MadAss-Modell mit Peirspeed einen Importeur und Vertreiber in den USA gefunden und liefert die Kräder ab sofort dort aus.

Zur Erinnerung an die hier auf deutschen Straßen doch relativ seltenen, aber bei jugendlichen Aspalt-Cowboys doch beliebten Teile: * Sachs Rahmen Design, * Banana Schwingarm, * Twin 55 Watt Scheinwerfer, * zwei Scheibenbremsen, * 43 mm Gabel.

See you on Road 66, MadAss.

13 August 2009

Siemens baut E-Chopper - leider (bisher) nur als Einzelstück


Die Energie Service Division, anscheinend der innovative Arm von Siemens USA, hat mit einem unerwarteten Partner einen Chopper mit Elektromotor gebaut: Orange County Choppers, die aus Funk und Fernsehen bekannte Hardcore-Schraubertruppe um Paul Teutul Senior. (im Bild)

Die Maschine, von der es nur ein Einzelstück geben soll, hat angeblich eine Reichweite von 60 Meilen und soll mit dem fetten 300er Hinterreifen auch 100 Meilen schnell sein. Dass Siemens gute Elektromotoren bauen kann, hat bereits das XXL-Team mit einem entsprechenden Aggregat der Firma beim TTX Grand Prix auf der Isle of Man in diesem Jahr bewiesen.

Das Bike soll nach einer Promotion-Tour durch die USA 2010 zu Gunsten einer Stiftung versteigert werden.

Warum ist das interessant?

Teutuls Werk - ganz im Stil von OCC, aber mit Sicherheit nicht so laut - belegt die These, dass die Neuorientierung der Zweiradbranche in vollem Gange ist. Elektro wird kommen, mit Macht. Der Wandel des Antriebsaggregates vom Verbrennungsmotors hin zum Stromer und das dazu benötigte Know-How gibt völlig anderen Spielern und Firmen eine Chance auf dem Markt - es muss nicht immer Honda, BMW oder Yamaha sein. Möglich wären auch Siemens und Newcomer wie e-max, Zero und Konsorten. Spannende Zeiten liegen vor uns...

Mehr dazu bei WIRED/Autopia.

30 Juli 2009

Buell 2010: wenig Neues, aber viel Selbstironie bei der Blast

Ich finde Buell gut. Ok, das Modelljahr 2010 wird langweilig. Es gibt kein neues Bike, sondern nur eine Menge Detailverbesserungen, die man nicht unbedingt haben muß oder einen Mehrwert gegenüber der 2008er Palette darstellen.
Aber Erik Buell, der Chef vom Janzen, beweist auch diesmal wie jedes Jahr, dass er keineswegs verkniffen durchs Leben geht. Beispiel: das amerikanische Einsteiger-Motorrad Buell Blast.

Die Blast war eine lahme Fuhre, ein zylinderamputierte Mutation der radikalen Sportsbike-Philosophie, die das Wesen der Marke ausmacht. Dennoch hatte die Blast ihre Berechtigung: Für Horden von US-Bikern war sie die erste Wahl nach der Fahrschule, der erste Schritt auf dem langen Weg zum echten PS-Schwein.

Jetzt hat Erik Buell entschieden, dass die Produktion der Blast eingestellt wird. 2010 wird es keine neuen Blasts mehr geben. Aber Erik Buell läßt die gute Tante nicht einfach vom Erdboden verschwinden, sondern nimmt sie bei der Vorstellung des Modelljahrs 2010 auf der amerikanischen Site mit viel Humor und Selbstironie aus dem Programm.

Have a Look - Introducing the Blast 2010 ...

23 Juli 2009

Neue Dickschiff-Modelle im September: Victory und Indian Chief

Ziemlich außerhalb der üblichen Verkaufs-Saison, aber noch rechtzeitig vor der Winterpause kommen zwei Klassiker, die Dickschiffe von Victory und eine Neuauflage der Indian Chief, auf den deutschen bzw. den amerikanischen Markt.

Zur Victory: Die Tochterfirma des Schneemobil- und ATV-Herstellers Polaris wird jetzt auch von Leu Tuning in Friesland vertreten. Polaris/Victory baut seit zehn Jahren in den USA Konkurrenz-Modelle zu Harley-Davidson - genauso fett, in der Website von Leu werden sie als "Drei-Zimmer-Küche-Bad" auf Rädern charakterisiert. die neuen 20120er Modelle sollen ab 19. September in 26452 Sande zu begutachten sein.

Nicht ganz so einfach ist die Lieferlage bei der Indian. Nach einer jahrelang ziemlich hart geführten Auseinandersetzung über die Nutzung des 108 Jahre alten Markennamens "Indian" und erhitzten Debatten, ob eine Replika eine Indian sein kann, hat Indian Motorcycles nun angekündigt, ebenfalls im September die ersten Maschinen der neuen 2010er Chief auszuliefern. Das Problem dabei: Für den Preis von bis zu 35.000 USD kriegt man in den USA zwei gut restaurierte Original-Indians aus den Vierzigern ....

17 Juli 2009

Branchenkrise: Vectrix USA geht in die Insolvenz

Es hatte sich schon im April abgezeichnet und wir hatten darüber berichtet: Dem amerikanischen Hersteller von Großrollern Vectrix geht finanziell die Luft aus.

Mike Boyle, Chef der Firma mit Sitz in Middletown, Rhode Island, hat damit begonnen, die Arbeitsverträge mit der Mehrzahl der Angestellten des Roller-Herstellers aufzulösen und hat beim zuständigen Gericht ein Insolvenzverfahren beantragt. Vectrix hatte in den letzten Wochen versucht, staatliche finanzielle Unterstützung für die Firma zu bekommen, war dabei aber gescheitert. Jetzt sind zunächst etwa vier Fünftel der Angestellten in der Zentrale ohne Arbeit; die Website www.vectrix.com ist bereit tot.

Die Insolvenz tritt nach amerikanischem Recht innerhalb 30 Tagen in Kraft, falls kein Investor gefunden werden sollte. Das dürfte schwierig werden: "The company has made every effort to reduce costs and conserve cash, but market conditions continue to be difficult and the results of sales have been very disappointing." schrieb Boyle in einem Memo an die amerikanischen Händler.

Nach Auskunft von Sven Wedemeyer, Vertriebsleiter bei Vectrix Deutschland in Berlin, ist der deutsche Vertrieb, die Wartung und der Verkauf durch die unabhängige deutsche Filiale vom Insolvenzantrag der amerikanischen Zentrale nicht betroffen. "Wir verkaufen weiter," sagt Wedemeyer. "Auch die Produktionsstätte in Polen macht weiter."

Das für dieses Jahr avisierte zweite Modell von Vectrix, der kleinere VX2, mit dem ein breiterer Kundenkreis angesprochen werden sollte, wird allerdings auf frühestens 2010 verschoben. Das Flagschiff von Vectrix, der VX1, deckt mit einem Preis knapp unter 10.000 Euro kaum einen Massenmarkt ab, mit dem Geld verdient werden könnte.

14 Juli 2009

E-Bikes: Brammo Enertia jetzt offiziell im Vertrieb

Offizieller Rollout: Seit gestern vertreibt die Warenhauskette BestBuy im Nordwesten der USA das Elektromotorrad Enertia des Herstellers Brammo. Das erste Bike war vor drei Tagen von der Produktionsstraße gelaufen: "I just got off of the first ride of the first 100% production ready bike off the assembly line! We call it the "Golden Bike" altho in white..."

Die Enerita leiste umgerechnet etwa 13 PS, ein Drehmoment von 13 Nm und soll die Höchstgeschwindigkeit von knapp 110 kmh über eine Distanz von 70 Kilometern halten.

Brammo hat eine Rennversion der Enertia beim diesjährigen, erstmalig stattgefundenen E-Bike-Rennen auf der Isle of Man eingesetzt und war mit großem Tross und gesponsert von BestBuy angetreten. Schneller waren allerdings kleine Hersteller aus Indien und ein deutsches Team aus Kassel.

Die Enertia ist nicht das erste E-Bike, das in den USA käuflich zu erwerben ist, aber Brammo ist der erste Hersteller, der mit BestBuy einen namhaften Massenvertrieb vorweisen kann.

02 Juli 2009

Branchenkrise: Kawasaki schnallt den Gürtel noch enger

Nach dem de facto-Rückzug aus der MotoGP reduziert Kawasaki weiter die Mannschaft: In den USA werden nun drei Dutzend Mitarbeiter in amerikanischen Firmenniederlassungen von Kawasaki Motor Corp. USA entlassen.

Die Entlassungen kommen nur wenige Tage nach der Ankündigung, bei der anderen Tochter Kawasaki Motors Manufacturing insgesamt ein Viertel der Mitarbeiter ins Freie zu setzen - insgesamt etwa 320 von 1300 Angestellten.

Die Entlassungen wurden vom üblichen PR-Getöse begleitet. Man sehe sich gezwungen, auf die aktuelle Marktlage zu reagierern und die langfristige Profitabilität des Unternehmens im Auge zu behalten usw.: "According to a prepared statement from Takeshi Teranishi, president, the revised corporate structure will improve Kawasaki's ability to quickly respond to changes in the marketplace that affect its dealers and consumers." Das wird die arbeitslosen Kawa-Leute sicher trösten...

01 Juli 2009

E-Bikes: Brammo-Chef Craig Bramscher schaut in die Zukunft


Wir hatten darüber berichtet - das Enertia Elektro-Bike von Brammo - hat in einer aufgebohrten Rennversion beim ersten E-Grand Prix auf der Isle of Man vor zwei Wochen einen guten dritten Platz belegt.

In einem Interview mit Wes Siler, einem der Kollegen vom "Hell for Leather"-Blog hat nun der Mastermind von Brammo, Craig Bramscher, ausführlich erklärt, wie er sich die kommerzielle Zukunft seiner Firma so vorstellt: "Wir werden der nächste große amerikanische Motorrad-Bauer sein."

Hier der Link zum Feature-Interview (auf englisch...)

Der Blogwart, Foto (c) Hell for Leather Magazine

15 Mai 2009

E-Motorrad: Zero Motorcycles kommt ab Juli nach Deutschland

Der amerikanische Hersteller Zero Motorcycles drängt in den deutschen Markt für E-Straßenbikes. Das Zero S ist voraussichtlich Anfang Juli in Deutschland lieferbar und kann ab sofort über den Onlineshop auf www.zeromotorcycles.com bestellt werden.

„Es war von Anfang an unser Ziel, ein leistungsstarkes Elektromotorrad für den Straßenverkehr zu entwickeln, das die Branche grundlegend verändert. Das Zero S ist ein faszinierendes Motorrad, das mit jeder Straße, jedem Hügel und jedem Hindernis spielend fertig wird“, sagt Neal Saiki, Erfinder und Gründer von Zero Motorcycles. „Das Zero S vereint Leistungsstärke mit komplett elektrischem Antrieb.“

Entwickelt für ein leichtes Manövrieren im Stadtverkehr und für gelegentliche Fahrten abseits der Straße verfügt das Zero S über maximale Beschleunigungskraft. Ein leichtgewichtiges Design sorgt für ersataunliches Leistungsgewicht, das die Reichweite und die Fahreigenschaften des Motorrades stark verbessert. Dank seines geringen Gewichts mit lediglich 102,1 Kilogramm hat das Zero S eine Reichweite von bis zu 97 km und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 100 km/h.

Das Zero S wird von einem schadstofffreien Lithium-Ionen-Akku angetrieben. Wie fast alle verwendeten Materialien der Zero S ist auch dieser komplett recyclebar. Die deponiefähige Batterie braucht weniger als vier Stunden zum Aufladen und muss dazu an eine Standard 110 oder 220 Volt Steckdose angeschlossen werden. Das Zero S verursacht bei der Nutzung keine Emission und ist zudem ökonomisch sinnvoll mit Betriebskosten von weniger als 1 Cent pro Kilometer.

Der voraussichtliche Preis für die Zero S liegt bei circa 9.900 Euro zusätzlich Versand aus den USA.

15 März 2009

Kids-Bikes: Amerikanischer Veteran plant Protest gegen geltendes Verbot

In der zweiten Februar-Woche hatten wir über eine besondere Variante des amerikanischen Heimatschutzes berichtet - den Verbot von Kids-Crossern im Rahmen des in den USA in Kraft getretenen Consumer Product Safety Improvement Act (CPSIA).

Die Geschichte um den angeblich Kinder- und Jugendlichen-schädlichen Bleigehalt in Motorrädern wächst sich inzwischen aus: Malcolm Smith, ein kalifornische Biker-Legende, 68-jähriger Händler von Outdoor-Motorräder, und Protagonist im 1963er-Epos "On any Sunday" von Steve McQueen, will das Verbot aus Protest missachten: "California motorcycle dealer and industry icon Malcolm Smith says he plans to sell kid’s ATVs and motorcycles to consumers next Thursday (6 am PST, March 19, 2009) in protest against a federal law that limits the amount of lead that can be contained in products made for children 12 and younger.

The sales could be expensive. The law calls for fines up to $100,000 per violation and a maximum of $15 million for a series of related violations.

And, according to one attorney who is very familiar with the law, there are also criminal penalties of up to five years in jail for a willful violation of the law."

Smith's Protest hat einen wirtschaftlich nicht unbedeutenden Hintergrund. Nach Schätzungen des amerikanischen Motorcycle Industry Council (MIC) könnte das geltende Verbot die Branche etwa eine Mrd. USD in diesem Jahr kosten. Das Branchen-Blatt Dealership Magazine beziffert allein den Wert der derzeit nach dem Verbot sinnlos auf Halde liegenden Maschinen, Ersatz- und Zubehörteile auf über 100 Millionen USD.

Mal sehen, ob Smith in den Knast geht... Mehr dazu bei Dealership Magazine und hell for leather

Hier Malcolm Smith und Steve McQueen in einem Ausschnitt von "On any Sunday", beim gemeinsamen Rennen in Elsinore, Kalifornien: