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19 Dezember 2010

Buell Typhon 1190: Die Rückkehr der Boller-Bikes

Vor einem Jahr machte Harley-Davidson eine Firmentochter, die Boller-Schmiede des Tüftlers Erik Buell, dicht. Der Zorn darüber hat die Kreativität der Fans angestachelt: PegaususRaceTeam und Gruner Engineering präsentieren jetzt das perfekte Naked Bike - die Buell Typhon 1190.


Allein der Rock 'n' Roll im Übungsraum mit seiner Band The Thunderbolts, so geht die Sage unter den Fans der Marke, habe Erik Buell die schlimmste Zeit seines Lebens überstehen lassen: den November 2009.

Der amerikanische Hersteller Harley-Davidson schrammte damals hart an der Pleite vorbei; am Leben gehalten nur durch eilig gewährte Milliarden-Kredite des Risiko-Investors Warren Buffet und der amerikanischen Notenbank. Der Preis dafür: Harley musste schleunigst abspecken - und Erik Buell nach nur fünf Tagen Vorlaufzeit seiner 180-köpfigen Belegschaft mitteilen, dass Buell, die einzig innovative Tochter von Harley-Davidson, mit sofortiger Wirkung dicht gemacht werde - trotz viel versprechender Projekte.

Buell. Mausetot. Für die amerikanische Motorradszene, die den Querdenker Erik verehrt wie die Nerd-Gemeinde den Apple-Gott Steve Jobs, war das Aus der Marke, bei der über 100.000 Maschinen vom Band gelaufen waren, ein Sakrileg. Geharnischte Proteste und Hass-Tiraden auf Harley-Davidson folgten. Jetzt haben ausgerechnet ein deutsches Rennteam und ein Ingenieurbüro aus Wolfsburg dafür gesorgt, dass die Marke auferstanden ist: Sie präsentierten die Buell Typhon 1190.

Buell klein aber fein

"Erik hat es selbst nicht glauben wollen, was wir aus seinem Motorrad gemacht haben", sagt Teamchef Jens Krüper vom PegasusRaceTeam. Eriks Motorrad - das ist die Rennmaschine 1190 RR-B, die Buell und eine Handvoll Ingenieure seit der Schließung von Buell in der kleinen Manufaktur E.B.R. in East Troy, Wisconsin für Connaisseure bauen. Die Zweizylinder-1190 RR-B läuft auch in manchen deutschen Rennklassen unangefochten vorne weg - 2010 hat Pegasus damit den "Sound of Thunder" und Streckenkämpfe gegen höher eingeschätzte Vierzylinder wie die BMW S1000RR gewonnen.

"Ehrlich gesagt waren wir so überlegen, dass wir Zeit für dumme Gedanken hatten", lacht Krüper und fügt an: "Unsere Idee war, mit der Erfahrung aus dem Rennsport eine Fahrmaschine mit geiler Performance und völlig eigenem Design zu entwickeln. Natürlich auf der Basis der 1190 RR von Erik, aber voll tauglich für die Straße."

Als Partner holten sich die Rennstall-Profis die Wolfsburger Entwickler Gruner Engineering & Design an Bord. Gruner entwickelt ansonsten Baugruppen für Volkswagen und fertigt CAD-Prototypen. Krüper gibt zu: "Ohne die Kompetenz und digitale Modellbauerfahrung von Gruner wären wir nicht soweit."

Abnehmer stehen schon jetzt Schlange

Mit der 1190 Typhon sind die beiden Partner schon erstaunlich weit gekommen. Und das in nur fünf Wochen: "Den Oktober und Anfang November haben wir quasi Nonstop durchgearbeitet", erinnert sich Krüper, der zusammen mit dem Gruner-Mann Heiko Jessat die Maschine auf der Datenbasis von E.B.R. hat entstehen lassen. Design, Teil-Fertigung durch Rapid Prototyping am Rechner; alle Designteile wurden mit 3D-Printern aus Kunststoffgranulat geformt. Und das Rapid Design sieht superb aus: Die Liebhaber der knüppelharten Buell-Optik der XB-Modelle seit 2002 mit schmaler Frontpartie weinen vor Ergriffenheit. Das Herz der Beauty bleibt allerdings die Erik-Buell-Technik: der Leichmetallrahmen mit integrierten Benzintank und Leichtmetallschwinge mit Öl-Reservoir, der Wasser gekühlte 1190 ccm V2-Rotaxmotor mit 185 PS bei 11.500 Umdrehungen - bei nur 161 Kilo Leergewicht. Geschwindigkeiten jenseits von 250 km/h sind locker drin.

"Im Grunde fehlen ein paar Blinker, eine taugliche Auspuffanlage und eine Typenzulassung, dann wäre das Gerät fit für die Straße", sagt Jens Krüper. Und es gibt etliche Optionen. Krüper denkt über eine limitierte, von Buell handsignierte Auflage von zehn Exemplaren nach. Abnehmer stehen schon Schlange, obwohl kein Preis feststeht. Auch ein Umbau-Kit für ältere Buell-Modelle wie die 1125R/CR und XB sind im Gespräch.

Und Erik Buell selbst ist von der 1190 Typhon inzwischen so angetan, dass er sich eine Kleinserie direkt aus Wisconsin vorstellen kann. Doch erst mal hat der Altvater ein anderes Projekt in Sichtweite: Ab 1. Januar 2011 darf er nach dem vertraglichen geregelten Rauswurf bei Harley-Davidson wieder Straßenmotorräder bauen - die geplante 1190 RS könnte ein Erfolg werden. Wenn da nicht Harley-Davidson wäre: Die Spielverderber aus Milwaukee sitzen auf dem Namensrecht "Buell" und rücken es nicht raus.

Aber wie das mit dem Tüftler so ist: Auch dafür wird sich Erik Buell eine elegante technische Lösung einfallen lassen.

Foto-Strecke zur Buell Typhon 1190 bei SPON

06 Juli 2010

Buell: Totgesagte leben länger - Pegasus zeigt HD, wo der Hammer hängt

Gestern hatten wir hier berichtet, dass Harley-Davidson sich gedanklich für die Reanimation der Buell-Blast-Einzylinder-Klasse rüstet. Als Einsteiger-Modell ...

Da passt doch diese Meldung gut zu: Das deutsche Pegasus Race Team treibt mit der Buell 1190 RR-B auf europäischen Rennstrecken sein Unwesen und nimmt die Konkurrenz auseinander - mit einem Motorrad, welches aus Erik Buells neuer Rennschmiede stammt, und das es, ginge es nach HD, eigentlich gar nicht mehr geben sollte...

Die Erfolge scheinen zu belegen, welche Last und Unlust vom guten Erik nach dem bitteren Abschied von HD und der Schließung der Schwereisen-Schmiede abgefallen sind.

Der schnelle Flug des Pegasus gestaltet sich besonders eindrucksvoll, wenn Siege beim "Festival ITALIA" in Oschersleben und beim Ducati-Heimspiel "Sound of Thunder" in Assen auf dem Zettel stehen. Fly, Erik, fly.

Posted via email from m o t o 1 2 0 3 - my daily road kill

20 März 2010

READY TO RACE ... Kommt mir das irgendwie bekannt vor? Woher hat Erik bloß den genialen Claim?



Ready to race - hab ich doch schon mal irgendwo gelesen... Ob die bisherigen User den Slogan geschützt haben?

Wenigsten sind die Maschinen nicht Kürbis-gelb.

18 Januar 2010

Buell: letzte Frustspuren an der verlassenen Fertigungsstraße

Am letzten Arbeitstag noch schnell auf den Bildschirm gefräst: Teil der HD-Familie seit 1993 - enteiert am 18.12.09

Posted via email from m o t o 1 2 0 3 - road kill

23 Oktober 2009

Buell-Aus: Panikanfall beim Dinosaurier Harley-Davidson


Harley-Davidson hat ein Geldproblem und die Käufer sterben aus. In ihrer Not machen die Amis die innovative Marke von Erik Buell dicht und wollen die prestigeträchtige Tochter MV Agusta verscherbeln. Übrig bleiben nur Alteisen.

Der Computerhersteller Apple hat Steve Jobs, die amerikanische Motorradgemeinde ihren Propheten Erik Buell. Der ehemalige Renningenieur von Harley-Davidson baute 1983 in einem Schuppen erste eigene Motorräder und hat unter seinem Namen eine erfolgreiche Motorradmarke etabliert. 2006 lief im Werk in East Troy, Wisconsin, die hunderttausendste Buell vom Band.

Buells sind skurril, bissig, sie bocken und bollern. Ausgestattet mit Motoren auf der Basis der museumsreifen Harley-V-Twins, mit Ventilatoren, die wie ein Kühllaster dröhnen, um den hitzeanfälligen hinteren Zylinder zu kühlen. Doch der geniale Tüftler Erik Buell hat wegweisende Konzepte für die Branche entwickelt und verwirklicht: kompakte Auspuffanlagen unter dem Motor, Bremsscheiben montiert an der Felge, Benzintank im Rahmen und Ölreservoir in der Hinterradschwinge. Buells Visionen wie etwa die Firebolt oder das neue Superbike 1125R haben einen schrägen Charakter, das hat sie einzigartig und erfolgreich gemacht. Buell-Fahrer lieben ihre Fuhre wie Nerds ihr iPhone.

Seit 2003 ist Buell eine hundertprozentige Tochter von Harley-Davidson. Doch nun hat die Konzern-Mutter kurzerhand beschlossen, Buell zu schließen. Ende Oktober werden die letzten ihrer Art gebaut; Erik Buell und seine 180 Mitarbeiter müssen gehen.

Eine zweite Harley-Tochter wird ebenfalls dichtgemacht. Die italienische Edelbike-Schmiede MV Agusta, vor 16 Monaten für rund 70 Millionen Euro erworben, steht zum schnellen Verkauf. Harley muss sparen und braucht Geld.

Leere Kassen, erdrückende Kredite


Bei Harley-Davidson schlägt die Absatzkrise im Motorradgeschäft voll durch. In den ersten drei Quartalen 2009 sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 71,4 Prozent gefallen, die neuen Maschinen stehen wie festgeschraubt bei den amerikanischen Händlern. Im vierten Quartal wird die Produktion weiter zurückgefahren, und die Sportster-Modelle werden bis Ende des Jahres nicht mehr gebaut. Um 2010 über die Runden zukommen, benötigen die Amis insgesamt 1,2 Milliarden Dollar.

Innovation und Flexibilität waren nie Harleys Stärken. Technische Anstöße kamen von außen, bei der V-Rod etwa von Motorenbauer Porsche. Oder eben von Erik Buell, dem hauseigenen Think Tank und Gegengewicht zu der Heavy-Metal-Fraktion. Jetzt in der Krise zuckt der Konzern, killt Buell und tapst weiter im Reflex wie ein früh ergrauter Bär. Alte Modelle, altes Klientel. Die Konzentration auf das Tafelsilber - das Fabrikat Harley-Davidson - soll es richten. "Unserer Strategie beruht darauf, die Marke für einen langfristigen Wachstum vorzubereiten und durch eine Fokussierung gute Resultate zu erzielen," erklärt Keith Wandell, Chief Executive Officer von Harley.

Das erinnert an einen Bären, der sich im Fangeisen den Fuß abnagt, um freizukommen. Denn wie die Amputation von Buell die dadurch entstehenden Kosten von mindestens 83 Millionen Euro zur Schließung des HD-Riesenlochs beitragen sollen, kann man nicht unbedingt verstehen. Harley weiß es auch nicht: "Wir haben die Benefits, die aus der Schließung von Buell entstehen, noch nicht quantifiziert," sagt Harley Chief Financial Officer John Olin. Doch das kratzt CEO Wandell nicht: "Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Konzept die Kraft der Marke Harley-Davidson verstärken und weiter in Schwung bringen können."

Branchen-Insider zweifeln stark daran, dass man einen alternden Hersteller mit Sparen allein über die Runden bringt. "Weiter nur die Marke Harley-Davidson auszubeuten, ist schlichtweg lächerlich. Harley-Fans haben sich den Schriftzug schon tätowiert - wie ausgebeutet kann man denn noch sein?", wird ein Wall-Street-Banker mit Erfahrung in der Motorradbranche zitiert.

Buell-Fans auf der schwarzen Liste

Bei den Buell-Fahrern ist die Konzernmutter nur noch Hassobjekt. Sie haben mit der emotionalen Videomessage von Erik Buell, in der er das Ende seines Lebenswerks ankündigt, genug gehört. In den einschlägigen Fan-Foren der Marke wird zu drastischen Maßnahmen geraten ("Truly idiotic decision by the Harley Davidson (mis)management. Shoot them!") und zu Online-Protesten gerüstet.

Belagert wird auch die Harley-Davidson-Seite. Dort liegt ein nettes Online-Gadget, mit dem Biker ihren eigenen Text-Banner entwerfen und auf der Web-Seite zeigen können. Drei Tage nach dem Aus für die Buell-Bauer aus Milwaukee zog der Harley-Administrator unter dem Ansturm entnervt die Handbremse. Er setzte den Begriff "Buell" zu Begriffen wie "Shit!" und "&%*@!" auf die schwarze Liste. Inzwischen wird jede Wortmeldung zum Thema Buell konsequent ausgefiltert.

Der Protest der Buell-Fahrer kommt Harley spürbar ungelegen. Um die Abwicklung schnell über die Bühne zu bringen und die Wogen zu glätten, unterstützt der Konzern die amerikanischen Buell-Händler. Egal zu welchem Preis sie eine Maschine losschlagen, der Händler bekommt vom Konzern mindestens 5000 Dollar. Damit ist auch der rapide Preisverfall der letzten Tage zu erklären - die neuen Superbikes 1125R waren in manchen US-Showrooms für 4999 Dollar zu haben.

In Hamburg kostet die gleiche Maschine erstaunlicherweise immer noch den Listenpreis: 12.899 Euro.

Komplette Slideshow zur Buell-Story bei SPON

22 Oktober 2009

BUELL: Spitzenware auf dem Ramschtisch ...3333,00 Euro

Da sind doch von euch Usern Zweifel aufgekommen an dem gestern vermeldeten Preis von 3333,00 Euro, zu dem Buells zur Zeit in den USA losgeschlagen werden. Hier das Bild zur Meldung und der Bericht bei den Kollegen von Asphalt & Rubber sowie der Hintergrund dazu.


Es gibt nämlich nicht wenige Händler (speziell natürlich Buell-Händler), die ob der angespannten Lage auf dem Ami-Markt zum Panikverkauf neigen: Nach den neuen Zahlen des amerikanischen Motorcycle Industry Council (MIC) sind die Verkäufe für Roller, Motorräder und ATVs in den ersten neun Monaten 2009 insgesamt um 40 Prozent gefallen. Da wird man schon nervös, wenn man auf einem vollen Lager und einer Marke sitzt, die gerade zugemacht wurde.

21 Oktober 2009

BUELL-Schließung: Neue Buell 1125CRs für 3.333,00 Euro zu haben

Es tut sich viel in den USA nach der Buell-Schließung. Hier die Updates:

1. Bei manchen amerikanischen Händlern stehen brandneue Lightnings und 1125R für den Kampfpreis von 4995,00 USD im Schauraum. Die Szene kauft ein - > hier ein Beispiel aus Texas

2. Harley zahlt jedem Händler eine garantierte Summe von 5.000 Euro für jede verkaufte Buell, egal welches Modell. Die Bestände sollen raus, so schnell wie möglich. Das heisst, wer jetzt in einen amerikanischen Laden stiefelt, kann sich sicher sein dass, alles über 5.000 USD verhandelter Endpreis der Profit des Händlers ist - und viele sagen sich: Weg mit Schaden als gar kein Cash in der Kasse. Hier der entsprechende Link: hellforleathers

3. Bei Buell in Hamburg soll die 1125CR immer noch den Listenpreis kosten: 12.899 Euro. Mal sehen, wie lange der Preis hält ... er kann aber auch noch steigen, wenn die Nachfrage das Angebot am Ende übersteigt...

4. Die Buell-Fahrer organiseren sich und wollen die Schließung nicht so ohne weiteres hinnehmen. Das Harley-Management wird zum Hassobjekt. Viele einträge in den Buell-Foren sind nicht druckreif ....

5. Eine Gruppe von Geschäftsleuten aus Wisconsin - in East Troy in diesem Bundestatt steht die Fabrik - bastelt an einem Übernahmekonzept, hat Erik Buell angeschreiben und will die Marke und die Fabrikation retten. Wäre doch irgendwie auch witzig - wenn am Ende Buell überlebt und Harley auf der Strecke bleibt.

16 Oktober 2009

Honda: Tochter Montesa entlässt 50 % der Belegschaft


Was für eine Woche für die Branche.

1. Erst der komplette Aus für Buell.

2. Nun schlechte Nachrichten aus Spanien. In der alten Montesa-Fabrikation in Barcelona soll nach dem Hinweis eines spanischen Insiders 140 Beschäftigte entlassen werden - mithin also etwa 50 Prozent der Belegschaft.

Honda hält die Besitzanteile an dem Werk seit Markeintritt in Spanien 1980 - die Japaner waren damals als Preis für den Zugang zum lukrativen spanischen Markt gezwungen, ein Joint Venture mit einem einheimischen Hersteller einzugehen.

Nach Angaben aus Spanien ist die Fabrikation bei Montesa auf max. 80.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt, hat aber seit der Übernahme durch Honda nie mehr als jährlich 35.000 Units hauptsächlich im Rollersegment gebaut.

3. Ach ja: Auch in Italien rumort es gewaltig. Bei Moto Guzzi wird immer noch tageweise gestreikt und Moto Morini beantragt "Amministrazione controllata" - nach Aussage des Importeurs eine "Form staatlicher Aufsicht über Unternehmen; und in Italien absolut nicht unüblich)" - nach Google-Übersetzung allerdings "Konkursverwaltung" ...

Schönes Wochenende.

Branchenkrise: Harley-Davidson macht Buell dicht und verkauft MV Agusta


Harley-Davidson hat gestern überraschend verkündet, die Produktion von Buell Motorcycles komplett einzustellen. Die letzten Maschinen sollen am 30. Oktober 2009 vom Band laufen. Zusätzlich bietet Harley die Marke MV Agusta zum Kauf an.

Nach den Worten von Pressesprecher Paul James, ist die Schließung des Buell-Werks in East Troy die Konsequenz der verheerenden Ergebnisse der letzten Geschäftsquartale und der Versuch, den extrem kriselnden Mutterkonzern selbst zu retten: "Wir müssen uns auf Harley-Davidson konzentrieren. Die Aufgabe von Buell sei "part of Harley-Davidson's go-forward business strategy. The new long-term strategy aims to drive company growth through a focus of efforts and resources on the Harley-Davidson brand."

Bereits im September hatte Buell Motorcycles angekündigt, seine Produktionsstätte in East Troy, Wisconsin, für den gesamten November und Dezember 2009 zu schließen und den Großteil der Beschäftigten quasi für 2 Monate zu entlassen.

Der Niedergang von Buell, das über 25 Jahre Motorräder produziert hat, hatte sich angedeutet. Schon im Mai 2009 hatte die neue Geschäftsführung bei Harley-Davidson beschlossen, dass der Neubau eines neuen Produktionstraktes bei Buell - im Investitionswert von rund 11 Mio. USD - ersatzlos gestrichen sei.

Jetzt kamen die schlechten Verkäufe hinzu: Im dritten Quartal 2009 hatten Buell und MV Agusta zusammen weltweit noch 1850 Maschinen verkauft; im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum noch über 2800 gewesen.

Sorgen auch um Harley-Davidson

Auch bei Buell Mutter Harley-Davidson schlägt die Absatzkrise durch. Im Werk Wauwatosa und einer ungenannten Anzahl weiter Standorte wurde schon Anfang Oktober die Produktion für insgesamt 14 Wochen gestoppt - de facto fällt damit das gesamte vierte Quartal 2009 weg. Der weltweite Absatz sank in 2009 quasi um ein Viertel.

Wie schwer Harley-Davidson überhaupt angeschlagen ist, mag man aus dem HD-Geschäftsbericht für das zweite Quartal 2009 ersehen. Darin wird beschrieben, dass die Finanzierungstochter Harley-Davidson HDFS im Jahr 2010 insgesamt 1,2 Milliarden USD benötigt, um über die Runden zu kommen. Harley-Davidson Financial Services (HDFS) finanziert den Kauf von Harleys auf Kredit - ein risiko- und zur Zeit verlustreiches Geschäft, wenn man Kredite ohne ausreichende Sicherheiten vergibt.

Die Schließung von Buell hat der charismatische Kopf der Marke, der Gründer Eric Buell, in einem Video auf der Website von Buell selbst bekannt gemacht - ein Video, das belegt wie nah ihm die Zerstörung seines Lebenswerkes geht.

16 September 2009

Branchenkrise: Buell und Harley-Davidson schließen Werke für zwei Monate

Buell Motorcycle hat angekündigt, seine Produktionsstätte in East Troy, Wisconsin, für den gesamten November und Dezember 2009 zu schließen. Die Arbeiter, die von der Schließung betroffen sind, erhalten in der Zeit Lohn für 8 Tage, den Rest der Zeit sich sie formell gesehen arbeitslos, aber weiter krankenversichert.

Ob ihr oberster Chef, der Harley-Davidson Präsident und Chief Executive Officer Keith Wandell auf einen vergleichbaren Anteil an seinem jährlichen Grundgehalt von 975.000 USD - plus Aktienoptionen und Boni - verzichtet, ist nicht bekannt.

Der letzte Arbeitstag für die Buell-Leute ist der 30. Oktober, vorgesehener Wiederarbeitsbeginn ist am 4. Januar 2010. Die Entscheidung des Buell-Managements - mit positiven Folgen für das Betriebsergebnis 2009, aber wohl verheerenden Auswirkungen auf die Arbeitsmoral und das Betriebsklima - war nötig geworden, weil die "Absatzzahlen unter der aktuellen Finanzkrise" schwer gelitten haben.

Die Krise bei Buell hatte sich angedeutet. Schon im Mai 2009 hatte die neue Geschäftsführung bei Buells Muttergesellschaft Harley-Davidson beschlossen, dass der Neubau eines neuen Produktionstraktes bei Buell - im Investitionswert von rund 11 Mio. USD - ersatzlos gestrichen sei. Harley-Sprecherin Rebecca Bortner damals: "Buell hat beschlossen, in Anbetracht des gegenwärtigen wirtschaftlichen Klimas den bisherigen Standort beizubehalten."

Sorgen bei der Mutter

Auch bei Buell Mutter Harley-Davidson schlägt die Absatzkrise durch. Im Werk Wauwatosa und einer ungenannten Anzahl weiter Standorte wurde die Produktion für insgesamt 14 Wochen gestoppt - de facto fällt damit das gesamte vierte Quartal 2009 weg.

Wie schwer Harley-Davidson angeschlagen ist, mag man aus dem HD-Geschäftsbericht für das zweite Quartal 2009 ersehen. Darin wird beschrieben, dass die Finanzierungstochter Harley-Davidson HDFS im Jahr 2010 insgesamt 1,2 Milliarden USD benötigt, um über die Runden zu kommen. Harley-Davidson Financial Services (HDFS) finanziert den Kauf von Harleys auf Kredit - ein risiko- und zur Zeit verlustreiches Geschäft, wenn man Kredite ohne ausreichende Sicherheiten vergibt.

Da fällt es nicht mehr ins Gewicht, dass alle Direktoren von Harley 2009 eine Sonderzahlung von 1.500 USD erhalten, um sich HOG-gerecht im Harley Store einzukleiden.

30 Juli 2009

Buell 2010: wenig Neues, aber viel Selbstironie bei der Blast

Ich finde Buell gut. Ok, das Modelljahr 2010 wird langweilig. Es gibt kein neues Bike, sondern nur eine Menge Detailverbesserungen, die man nicht unbedingt haben muß oder einen Mehrwert gegenüber der 2008er Palette darstellen.
Aber Erik Buell, der Chef vom Janzen, beweist auch diesmal wie jedes Jahr, dass er keineswegs verkniffen durchs Leben geht. Beispiel: das amerikanische Einsteiger-Motorrad Buell Blast.

Die Blast war eine lahme Fuhre, ein zylinderamputierte Mutation der radikalen Sportsbike-Philosophie, die das Wesen der Marke ausmacht. Dennoch hatte die Blast ihre Berechtigung: Für Horden von US-Bikern war sie die erste Wahl nach der Fahrschule, der erste Schritt auf dem langen Weg zum echten PS-Schwein.

Jetzt hat Erik Buell entschieden, dass die Produktion der Blast eingestellt wird. 2010 wird es keine neuen Blasts mehr geben. Aber Erik Buell läßt die gute Tante nicht einfach vom Erdboden verschwinden, sondern nimmt sie bei der Vorstellung des Modelljahrs 2010 auf der amerikanischen Site mit viel Humor und Selbstironie aus dem Programm.

Have a Look - Introducing the Blast 2010 ...

15 November 2006

Buell: Super Lighning TT - Funbike fürs Frühjahr

Nun ist es offiziell - neben Ducati, über die es noch zu berichten gilt, hat ein zweiter Hersteller ein bisher unbekanntes Modell auf dem internationalen Motorradsalon EICMA in Mailand vorgestellt: Buell.

Ok, kein neues Motorrad, eher eine Mischung aus der Lightning Long und der "Adventuresport" Ulysses XB12X, eine Synthese mit etwas kürzerem Radstand als die Ulysses, aber mit einem Tick aufrechterer Sitzposition als die Lightning - die (ich zitiere mit Unwillen ob der Verballhornung der deutschen Sprache...) "HARDCORE URBAN STREET MACHINE", die Lightning Super TT XB12STT.

Erster Eindruck nach den PR-Fotos: schwer auf Supermoto getrimmt und kein Platz für die beste aller Beifahrerinnen. Unter dem weißen Deckel für den Lufteinlaß (das ist da, wo Sie den Tank vermuten, der ist allerdings nicht dort zu finden, sondern im Rahmen....) werkelt der bewerte 1.203 cm3 große Buell-Thunderstorm 45-Grad-V2-Motor (Puuuh, was für ein Name...) mit all seinen Vor- und Nachteilen. Die seien hier jetzt erst einmal nicht genannt, die sparen wir uns für den großen Ulysses-Test im Winter auf.

Noch einmal O-Ton Buell:" Damit präsentiert sich die Lightning Super TT als perfekte Fahrmaschine für echte Individualisten und engagierte Fahrernaturen – ob im Großstadt-Dschungel oder im Winkelwerk der Kurven. Das neue Modell ist in Kürze für 10.799 Euro zu haben." Dann viel Spaß im Frühjahr und ein erster Eindruck online.

Der Platzwart