Der König ist tot, es lebe der König. Nachdem man sich in München vor zwei Wochen mit Davide Tardozzi, dem Team Manager beim Superbike-Weltmeisterschaft-Einsatz einvernehmlich auf die Beendigung der Zusammenarbeit geeinigt hatte, wird nun auch Berthold Hauser als BMW Motorrad Motorsport Direktor abgelöst. Neuer Mann an der Spitze ist der langjährige BMW-Mann Bernhard Gobmeier. Mit der Trennung von Tardozzi, der Personalentscheidung für Gobmeier - und gegen das in der Vergangenheit erfolgreiche Urgestein Berti Hauser - sowie einer neuen Struktur für die Motorradsport-Aktivitäten signalisiert BMW, dass es mit der bisherigen Entwicklung und den Ergebnissen des kostspieligen WSBK-Engagements unterm Strich nicht zufrieden sein kann. Gobmeier gilt als ausgewiesener Technikfachmann. Er arbeitet seit mehr als 16 Jahren in verschiedenen Funktionen bei BMW. Er wechselte 2008 zu BMW Motorrad und übernahm die Leitung der Fahrwerksentwicklung. Hendrik von Kuenheim, Leiter von BMW Motorrad, zu der Personalentscheidung: "Gobmeier bringt Erfahrung im Motorsport mit. Ich bin überzeugt, dass er BMW Motorrad Motorsport mit seiner analytischen und strukturierten Herangehensweise weiter vorwärts bringen wird. Er wird sich schnellstmöglich ein Bild von der Situation machen und die notwendigen Maßnahmen einleiten." Die Maßnahmen waren offensichtlich notwendig, nachdem das SBK-Team in der aktuellen Saison 2010 die zum Teil hoch gesteckten Erwartungen mit den beiden Fahrern Troy Corser und Ruben Xaus nicht voll erfüllen konnte. Im nächsten Jahr sollen Corser und der Brite Leon Haslam - der eigene Leute mitbringt - mit der S 1000 RR an den Start gehen - unter einem neuen Team Manager. Der steht öffentlich noch nicht fest. Der bisherige Manager Italiener Tardozzi und sein italienisches Team hatten erst Anfang des Jahres 2010 bei BMW angeheuert, aber die Chemie und die Heransgehensweise an ein Team Mamagement zwischen den Partnern waren offensichtlich zu verschieden. Am Ende sollen - so die Schweizer Speedbeek zum Abschied von Tardozzi - "die Wände gewackelt" haben. Hier war die BMW-Welt noch halbwegs in Ordnung: im Mai in Monza. Das erste Podium für Corser und BMW. Aber der Blick geht bereits in die ungewisse Zukunft...


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