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07 Mai 2008

Guzzi Falcone: Kaufen oder nicht kaufen?

Freund Gerd aus Berlin steht vor einer schwierigen Entscheidung. Er fährt eine BMW, eine ältere R 100 R, im Grunde keine schlechte Mopete. Doch irgendwie hat die Gummikuh in letzer Zeit erhebliche Kreislaufprobleme und da und dort quälende Zipperlein.

Als er letzte Woche in der Werkstatt seines Vertrauens die vordere Bremsanlage überprüfen ließ, kam ihm der Monteur mit einem Vorschlag, der ihm seit dem 1. Mai schlaflose Nächte bereitet: Warum die BMW nicht gegen einen astreinen Oldtimer tauschen, den die Schrauberbude gerade im Angebot hat.

Eine 1971er Moto Guzzi Nuovo Falcone 500, die letzte Guzzi mit dem liegenden Zylinderkopf, der Abgesang auf die große Ära der italienischen Einzylinder. Ein Schmuckstück, gut restauriert und schön aufgebaut.

Das Angebot: Tausche doch die BMW einfach gegen die Falcone...

Ich habe ihm abgeraten. Liebend gerne wünschte ich ihm die 500er Guzzi im Schatzkästchen; aber die Konsequenzen wären verheerend. Schon die BMW ist nicht unbedingt für ihre flotte Fahrweise bekannt, aber der Umstieg auf die Falcone wäre ein untragbarer Zustand. Das Gewicht der beiden Maschinen ist mit knapp 215 Kilo fast gleich - nur: Die Falcone hat mit 27 PS nur halb soviel Power. Das frustriert schon auf den ersten Metern.

Und ob die Italo-Perle für die langen Touren, die wir für den Sommer planen, die richtige Maschine ist, erscheint doch gelinde gesagt fraglich.

Also: keine Falcone. Oder vielleicht doch? Als Zweitfahrzeug für den TT-Einsatz? Wobei TT in diesem Falle nicht für Tourist Trophy steht, sondern für Trinkhalle zu Trinkhalle.

Der Maschinenwart

29 April 2008

Elektro: Bastler rollt auf nur einer Achse

Zugegeben: Das Konzept ist nicht ganz neu - wie der Erfolg und die kürzlich erfolgte Straßenzulassung des Elektrorollers Segway in Deutschland beweist.

Doch die Schönheit des Fahrzeugs liegt wie bei allen Dingen im Auge des Betrachters - und deshalb hat der erst 18-jährige Kanadier Ben Gulak einen Treffer gelandet. In mühsamer Handarbeit hat er aus den Rahmenresten einer Yamaha R1, zwei Felgen mit Bereifung sowohl einer handgezogenen Verkleidung das einachsige Experimentalmotorrad UNO gebaut.

Herz des Einzelstücks ist allerdings die komplexe elektronische Anlage - zwei Gyrokompasse überwachen jeweils die Neigung des Fahrzeugs nach Vorne, Hinten sowie nach der Seite; die Impulse werden von der elektronischen Motorsteuerung in Antriebsgeschwindigkeit und Koordination der Doppelbereifung bei Kurvenfahrten umgesetzt.

Über Geschwindigkeit und Reichweite des Bastlerstücks, das mit handelsüblichen Batterien bestückt ist, hat Ben Gulak nichts bekannt gegeben; auch die Wahrscheinlichkeit, dass der UNO jemals in dieser Form in Serie über die Straßen rollt, ist eher gering.

Doch als Kopfgeburt eines 18-jährigen Mechanikers ist die UNO allemal bemerkenswert. Well done, Ben!

Mehr dazu beim MotorcycleMojo-Magazin.

28 Februar 2008

Beirut: Mit welcher Maschine fahrn wir heut? Honda oder Simson?


Die ersten Frühlingssonnenstrahlen lassen nicht nur hier in Hamburg und weiterer Umgebung die Herzen schneller schlagen und die Gashand etwas unruhig werden.

Folgende Geschichte erreichte mich von einem Bike-Bruder aus dem Libanon: "Yeah, ich habe meine CB 750er Honda wieder. Habe sie bei exakt dem Typen gefunden, der sie von mir 1981 in Beirut gekauft hatte. Sieht natürlich frustrierend aus...

Aber als Bonus hat er noch seine 70er Simpson draufgepackt ... alles für schlappe 1350 Euro, inkl. neue Reifen, Taschen für die Honda und eine Kiste voll sonstiger Teile …


Die Zonen-Simpson, Baujahr 1983, hat nur 600 km auf dem Tacho; sie wird schnell wieder auf Trab gebracht sein, schätze ich ...

Die Honda, Baujahr 1977, wird etwas länger brauchen, bis sie wieder fahrbereit ist. Sie hat zwar nur 40.000 Km auf dem Tacho, ist aber seit 1997 nicht gefahren worden ...

Basteln ist also angesagt. Aber wenn die CB wieder fliegt, wird es nur noch voran gehen, auch wenn das Land jede Minute auseinander fliegen kann."

Good luck, F. Ich komm dann vorbei für die Tour runter ins Bekaa-Tal ... und die gute DDR-Simson nicht verwechseln mit den Simpsons ausm Fernsehn...

25 Juli 2007

Multistrada: Es stinkt nach Benzin ...


Gestern noch die flotte Biene - siehe den Artikel über die 1098 - heute schon schwächend und krank. Die Multistrada hat nach 9.000 Kilometern den ersten spektakulären Schaden: Das Benzin tropft aus dem unter der Sitzbank liegenden Plastiktank. In einer Nacht habe ich rund einen dreiviertel Liter verloren.

Die Fahrt nach Uetersen in die Werkstatt des Vertrauens - in Ducati-Werkstätten fährt man, wenn man noch in der Garantie- und Kulanzzeit ist - zu Stefan König ergibt: Das hätte auch schief gehen können. Der Sprit läuft am tiefsten Tankpunkt, wo eine Halterung für die Tankuhr eingeführt ist, aus der Dichtung. Die erste Diagnose: wahrscheinlich ein Haarriss im Tank. Genaueres wird evaluiert. Stefan rechnet mit mindestens 10 Tagen Bestell-, Stand- und Wartezeit.

Da wirft er - da die Multistrada schon bei ihm steht - auch einen strengen Blick auf die beiden Bremsscheiben vorne. Die beißen bei hohen Geschwindigkeiten richtig zu, aber rubbeln und wubbeln, wenn man zwischen 35 und Null fein dosiert in die Eisen geht. Ein bekanntes Phänomen bei Ducati-Bremsscheiben. Wahrscheinlich tauscht er die beiden Teile auch gleich mit aus. We keep you informed.

Der Standwart