Freund Gerd aus Berlin steht vor einer schwierigen Entscheidung. Er fährt eine BMW, eine ältere R 100 R, im Grunde keine schlechte Mopete. Doch irgendwie hat die Gummikuh in letzer Zeit erhebliche Kreislaufprobleme und da und dort quälende Zipperlein.Als er letzte Woche in der Werkstatt seines Vertrauens die vordere Bremsanlage überprüfen ließ, kam ihm der Monteur mit einem Vorschlag, der ihm seit dem 1. Mai schlaflose Nächte bereitet: Warum die BMW nicht gegen einen astreinen Oldtimer tauschen, den die Schrauberbude gerade im Angebot hat.
Eine 1971er Moto Guzzi Nuovo Falcone 500, die letzte Guzzi mit dem liegenden Zylinderkopf, der Abgesang auf die große Ära der italienischen Einzylinder. Ein Schmuckstück, gut restauriert und schön aufgebaut.
Das Angebot: Tausche doch die BMW einfach gegen die Falcone...
Ich habe ihm abgeraten. Liebend gerne wünschte ich ihm die 500er Guzzi im Schatzkästchen; aber die Konsequenzen wären verheerend. Schon die BMW ist nicht unbedingt für ihre flotte Fahrweise bekannt, aber der Umstieg auf die Falcone wäre ein untragbarer Zustand. Das Gewicht der beiden Maschinen ist mit knapp 215 Kilo fast gleich - nur: Die Falcone hat mit 27 PS nur halb soviel Power. Das frustriert schon auf den ersten Metern.
Und ob die Italo-Perle für die langen Touren, die wir für den Sommer planen, die richtige Maschine ist, erscheint doch gelinde gesagt fraglich.
Also: keine Falcone. Oder vielleicht doch? Als Zweitfahrzeug für den TT-Einsatz? Wobei TT in diesem Falle nicht für Tourist Trophy steht, sondern für Trinkhalle zu Trinkhalle.
Der Maschinenwart




