Ich hatte ja nun schon öfter beim einen oder anderen Anlass das Vergnügen, in Bolognas Industrievorort Borgo Panigale das Werksgelände von Ducati zu erkunden. Bleibender Eindruck: die fest angestellten Ducatisti haben Spass bei ihrer Arbeit.
Um so größer natürlich das Vergnügen, wenn die eigene Rennmannschaft in Persona von Casey Stoner den ersten europäischen Königsklassen-Titel nach Italien holt.
Deshalb hier die Ducati-Belegschaft, versammelt am Sonntag morgen vor der Fabrikationshalle, und anschließend beim Motorrad-Corso durch die Innenstadt von Bologna.
Der Videowart
PS: Welche Faszination die Marke ausübt, erkennt man bei Minute 6:07 des Videos. Die Person, die in dieser Einstellung zu erkennen ist, ist der ehemalige CEO Federico Minoli.
Ursprünglich vom amerikanischen "Heuschrecken"-Investor Texas Pacific Group für ein paar Monate eingesetzt, um das marode Werk auf Vordermann zu bringen, hat Minoli die Gruppe jahrelang bis zum Sommer 2007 reorganisiert, geführt und wieder auf die Erfolgsspur gesetzt - und das offensichtlich mit viel so Herzblut, dass er sich auch nach der durch den neuen italienischen Investor erzwungenen Demission noch unter die einfachen Fans mischt. So etwas nenne ich Engagement...
24 September 2007
mopetenTV: Sendung No. 16 ist online
Folge 16 von mopeten.tv ist nach einer kleinen Herbst- (oder war es Spätsommer?)-Pause online.Das zentrale Thema:
- Langstreckenrennen für Motorräder gibt es schon seit langem. Klangvolle Namen wie Le Mans, Bol d’Or und Oschersleben stehen für 24 Stunden härteste Anforderungen an Mensch und Maschine. Aber auch mit einstelligen PS-Zahlen, einem Acker und 6 Stunden Zeit kann man ordentlich Spass haben, wie z.B. auf dem 6-Stunden-Mofarennen in Damscheid.
Wir wünschen gute Unterhaltung mit mopeten.TV, Folge 16.
Der Videowart.
21 September 2007
Nina Prinz: "Vielleicht bremse ich später als die anderen Mädels"
Nina Prinz wurde in diesem Sommer Motorrad-Europameisterin der Frauen in der Superstock 1000-Klasse. Für SPIEGEL ONLINE sprachen wir mit Prinz. Dabei verriet die 25-jährige, wie man zur Ducati-Werksfahrerin wird, die italienische Konkurrenz in Schach hält - und warum sie gerne nach Monaco zieht würde.
Das Prinz-Interview bei SPON-Benzingespräche
Der Platzwart
20 September 2007
Ducati: Motorcycle porn, Teil zwei
Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier im Blog schon einen Hinweis auf die Bilder des australischen Fotografen Phil Aynsley, dem die seltene Gnade zu eigen wurde, Fotos in der Produktionsstraße bei Ducati in Bologna und in der ansonsten hermetisch abgeschirmten Rennabteilung von Ducati Corse fotografieren zu dürfen.Jetzt hat Phil Aynsley noch mal nachgelegt - und Teil 2 und Teil 3 seiner Bilder online gestellt. Hier der entsprechende Link zum Shooting in der Fertigung und hier das Ducati-Museum, welches er gleich noch optisch mitgenommen hat.
Wem das noch nicht reicht - hier Teil 1 der Bilder, über den hier schon mal ausführlicher berichtet wurde.
Der Fotowart
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19 September 2007
Death Proof: Wie der Ami-Schlitten vor den Zoopalast kam
Berlin, Brunnenstraße. Da läuft man nichts ahnend durch die Neue Mitte der Hauptstadt und nimmt im Augenwinkel die üblichen Duftmarken von Aufbruchstimmung wahr: schicke Galerien neben vietnamesischen Imbiss-Stuben, Designerboutiquen für Damenoberbekleidung neben dem Sushi-Shop. Und alles in trauter Nachbarschaft zum „Umsonst-Laden“, der im Frühjahr noch mit einer polizeilichen Streitmacht von 600 Beamten zwecks Personalienfeststellung bei sechs Bewohnern umzingelt wurde.
Da passt es ins Bild, dass in einer Baulücke hinter einem mannshohen Gittertor, schwer verrammelt mit dicken Fahrradschlössern, ein Fahrzeugpark von einem Kettenhund bewacht wird. Einige elend lange Limos, ein alter Mustang, ein cremefarbener Cadillac Fleetwood und – was ist das bloß? – aha, ein völlig runter gekommener Buick Riviera. Der Ami-Schrott ist rabenschwarz; beschriftet in weißer Blockschrift: DEATH PROOF – Todsicher. Erste Gedanken: Das Teil ist sicher tot. Oder läuft er noch?
Wir fragten Roman Pusch vom Autoverleiher und Filmausstatter Sagecars, was es mit dem DEATH PROOF–Schlitten auf sich hat.„Wir hatten Anfang Juli eine Anfrage vom Filmverleiher Senator Film. Schafft ihr es, uns innerhalb einer Woche zur Berliner Prämiere des neuen Quetin Tarantino-Films Death Proof einen der beiden Hauptdarsteller des Films, nämlichen einen Dodge Charger oder einen Dodge Challenger, zu besorgen?“
Das klappte nicht auf die Schnelle – nicht zum möglichen Budget. Aber ein Buick Riviera, den Pusch im Angebot hatte, fand Senator für die Promotion-Aktion auch nicht schlecht. Wie lief das?
„Wir haben kurz recherchiert und dann von einem Händler in Westdeutschland den Buick gekauft, Baujahr 1963. Er hatte ihn wiederum vor geraumer Zeit von einem anderen Händler in Schweden erstanden; dort ist der Wagen bis vor ein paar Jahren noch gelaufen.“
Dass die Unbill der Natur im Land der Mittsommernacht, die winterlichen Minusgraden und heftigen Schneeverwehungen an einem Wagen nagen, ist offensichtlich: Der Buick ist völlig durchgerostet, die Motorhaube hängt am seidenen Faden, der Unterboden quasi nicht mehr existent.
Nur die Maschine hat sich offensichtlich gegen den sofortigen Exitus gewehrt: „Batterie rein, ein paar Mal georgelt, und schon lief er. Zwar nicht rund, aber lief,“ sagt Pusch.
Nähere Bekanntschaft mit einem TÜV-Prüfer musste der Buick ohnehin nicht machen. Mit Totenkopf versehen und entsprechend beschriftet, wurde der Ami mit einem Transporter zum Bahnhof Zoo verholt und dort pünktlich zur Deutschland-Premiere des Films für zwei Wochen vor den Zoo-Palast gestellt.
Ein kurzes Highlight an Ende einer langen Auto-Karriere – was wird nun aus dem Teil, wollen wir von Pusch wissen. „Zukunft hat er nicht wirklich - aber es gibt konkrete Pläne. Wahrscheinlich wird er für einen Kinofilm, bei dem es auch ein Attentat gibt, im Hintergrund in die Luft gesprengt. Bye-Bye, Buick.“
(c) Jochen Vorfelder
18 September 2007
Yahoo: In der Serverfarm brennt die Hütte
Der Gebrauch des guten deutschen Begriffs "kurzfristig" erfolgt in der Regel in einem irreführenden Zusammenhang. Der Begriff beschreibt nämlich nur den unmittelbaren Einsatz eines Ereignisses, und in keinem Fall seine Dauer. In der Praxis wird er dagegen meist benutzt, um die Dauer "nur von kurzer Frist" zu beschreiben.
Der Duden sieht das auch so, er teilt uns mit:
1. kurz|fris|tig
Yahoo jedenfalls hat heute morgen nicht nur ein Problem mit der deutschen Sprache, sondern auch mit seinem Mail-Service bei mail.yahoo.com.
Die gemeinen User - zu denen ich zähle - werden seit langen Stunden mit der lapidaren Meldung - Sie sind auf ein kurzfristiges Problem bei Yahoo Mail gestoßen - empfangen. Das heißt in der Praxis - nichts geht mehr in der Serverfarm. Ich vermute, dass außer mir noch Millionen andere elektronische Briefempfänger auf den Briefträger Yahoo warten müssen.
Harren wir der Dinge, die da kommen...
(c) Der Platzwart
13 September 2007
Ernesto Müller: Den Schäden auf der Spur
Ernesto Müller ist Hull and Machinery Surveyor - also technischer Inspektor - im Länderbüro Chile des Germanischen Lloyd. Im Office in Viña del Mar - 15 Minuten vom chilenischen Hafen Valparaiso - sind der Brasilianer Müller, der Stationmanager und fünf weitere GL-Mitarbeiter beschäftigt.Wir haben Ernesto Müller während einer Inspektion auf der Cap Nelson, einem Containerschiff der Hamburg Süd, getroffen. Die Cap Nelson fährt den Südamerika-Dienst an die Westküste des Kontinents.
Herr Müller, was machen Sie eigentlich während einer Inspektion an Bord?
Müller: Bei Schiffen unter Fahrt ist zentrale Aufgabe des Surveyor der Check, ob alle Bestimmungen, die von den verschiedenen Codes wie Solas, Marpol oder Load Line vorgegeben sind, auch eingehalten werden. Das bedeutet, dass wir mit dem Master einen Fahrplan für den Inspektionstag aufstellen und eine engmaschige Checkliste an Bord abarbeiten.Hier auf der Cap Nelson steht zusätzlich der jährliche Sicherheitscheck an: das Feueralarmsystem, die Pumpen zur Löschwasserförderung, Rettungsboote und -westen, Überlebensanzüge und so weiter.
Es gibt also je nach Schiff und Anlass verschiedenste Inspektionen.
Müller: Ja, natürlich. Zum einen führen wir die periodischen Surveys an Rumpf, Maschine und Aufbau durch. Diese Inspektionen folgen einem bestimmten Muster, ganz im Gegensatz zu den Inspektionen nach einem Unfall oder Schaden an Bord. Die sind in der Regel eher auf die konkrete Situation oder den Schadensfall bezogen und teilweise sehr individuell.Was sind die typischen Probleme, die Sie an Bord feststellen?
Müller: Nun ja, ziemlich regelmäßig treten natürlich Schäden an den Krananlagen auf. Oder die Struktur der Rahmen in den äußeren Ballasttanks ist durch Kollisionen beschädigt. Schäden an den Ladeluken, den Ankerketten oder der Ruderanlage sind auch ziemlich üblich. Die Schiffe fahren und arbeiten, da sind Beschädigungen manchmal nicht zu verhindern. Unser Job ist es dann, sie zu orten und festzustellen, ob die Seetüchtigkeit beeinträchtigt ist.
Welche Möglichkeiten haben Sie bei gravierenden Schäden, die Sie feststellen?
Müller: Ich muss entscheiden, ob das Schiff seine Reise noch sicher fortsetzen kann. Wenn nicht, kann das Schiff außer Fahrt genommen werden und die Schäden müssen gleich vor Ort beseitigt werden. In den meisten Fällen kann das Schiff mit einer Condition of Class bis zur endgültigen Reparatur in einen größeren Hafen oder ins Trockendock fahren. Das letzte Mal, als ich ein Schiff ins Dock schicken musste, hatte ich mehrere Risse in der Ruderanlage und völlig unterdimensionierte Ankerketten moniert.Hier auf der Cap Nelson ist ja alles klar. Was steht als nächstes auf Ihrem Plan?
Müller: Wir decken die ganze chilenische Küste ab, also rund 5000 Kilometer. Morgen fliege ich ganz in den Süden für eine Schadensaufnahme an einem Stückgutfrachter, das wird auch einige Tage dauern. Man kommt schon gut rum und hat einiges zu tun als Surveyor. Letztes Jahr z.B. habe ich über 150 Schiffe untersucht.
Dann erst mal Danke für das Interview und weiterhin gute Reise, Herr Müller!
(c) Jochen Vorfelder
(c) Fotos: Sabine Vielmo
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26 August 2007
mopeten.tv : Folge 15 läuft online
Seit Samstag ist Folge 15 von mopeten.tv online. Die aktuellen Themen u.a.:In Krefeld gibt es eine Motorradwerkstatt, die sich darauf spezialisiert hat, Behinderten das Fahren eines Zweirades zu ermöglichen. Willi Költgen baut Fahrzeuge, die selbst für querschnittsgelähmte Menschen eine Fahrlösung sind: ein Motorrad mit hydraulisch betätigten Stützrädern an Bord.
In der Rubrik "Mensch & Maschine" wird Olsonn mit seiner Vmax vorgestellt; außerdem gibt es einen Test der MZ 1000ST.
Der Videowart
21 August 2007
Ducati: Some call it motorcycle porn...

Manche Leute sind einfach besser; kommen weiter als andere. Warum?
Keine Panik, das soll nun kein pädagogisches Seminar für angehende Führungskräfte werden. Deshalb auch gleich die einfache Antwort: Man muß die richtigen Leute kennen. (Aufgepasst, junge Führungskräfte!)
In unserem Fall handelt es sich um den australischen Fotografen Phil Aynsley, der über drei oder vier Ecken mit dem Carl Fogerty-Clan befreundet ist - wir reden hier über den Fogerty, der vor einigen Jahren für Ducati die MotoGP-Klasse so dominiert hatte, wie es heute sein Landsmann Casey Stoner tut.
Jedenfalls haben seine guten Kontakte Phil Aynsley ermöglicht, bei Ducati eine Serie von Motor-Unikaten zu schießen, die die lange (Renn)-Tradition des Unternehmens dokumentieren. Die Stücke sind normalerweise nicht im Museum oder der Öffentlichkeit zugänglich, sondern stehen meines Wissens in der Rennabteilung von Ducati Corse, im Heiligsten von Borge Panigale also.
Achtung, Ducati-Liebhaber, bitte Tempos bereithalten, die Tränen der Rührung kommen sicher...bei diesen Schüssen.
(c) Jochen Vorfelder
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17 August 2007
Motorradfahren: Weltanschauung oder pure Not?
Wer die Bilder, die ich auf der Irbit Bike Show 2007 geschossen habe, betrachtet, dem fällt vor allem eins auf: Russische Biker und ihre Mädels sind unglaublich jung. Das läßt sich schnell erklären, denn in den drögen Vororten herunter gekommener ex-sowjetischer Metropolen sind Zweiräder ein probates und vor allem bezahlbaren Mittel für kleine Fluchten.Wem diese knappe Erklärung nicht reicht, und es eher sorgsam evaluiert und untermauert haben will, kann zu wissenschaftlichen Hilfsmitteln greifen. Zumindest in der USA und Großbritannien, denn dort ist die Aufarbeitung des Phänomens "Motorradfahren" ein ernstzunehmender Forschungszweig.
Einen Blick in diesen abgelegenen Wissenschaftkosmos bietet regelmäßig u.a. das online verfügbare International Journal of Motorcycle Studies: "The International Journal of Motorcycle Studies (IJMS) is dedicated to the study and discussion of motorcycling culture in all its forms—from the experience of riding and racing to the history of the machine, the riders and design to the images of motorcycling and motorcyclists in film, advertising and literature."
In der aktuellen Ausgabe wird auch - auf die britische Bühne transferiert - die Frage, warum die russischen Bikerii so jung sind, beleuchtet und in erheblicher Tiefe ausgelotet. Die Autorin Suzanne McDonald-Walker hat für ihren Artikel "Outcast but not Cast Out: The Effects of Marginalisation on the British Motorcycling Community" Motorradfahrer auf der Insel interviewt und die Antworten in Zusammenhang mit der Entwicklung und Lage der britischen Arbeiterklasse gestellt.
Was die Biker von damals zu sagen hatten, gilt auch für die Russen heute:"I mean, young men of my background, my class, couldn’t afford cars…. The only way you could get to work without pedaling your bicycle was by buying a little motorcycle. And… there was a genuine culture around motorcycles then. You know, young men bought motorcycles, rode motorcycles."
Auf deutsch: In Sibirien heute isses wie in London und Castrop-Rauxel in den frühen Sechzigern. Nix zu knabbern, kein Arsch inner Hose. Aber solang der Ford Taunus unerschwinglich ist, fahren wir halt Zündapp. So wars damals, oder?
(c) Jochen Vorfelder
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Schweine unterwegs: ein Blick nach Laos
16 August 2007
Hippies & Bikers: Freewheeling vor 40 Jahren
Da sitzt man nichts ahnend im Café - und wird von P.K. versetzt, der trotz Vollverkabelung und Nokia-Organizer die vereinbarten Termine nicht immer im Griff hat - und blättert in der Hamburger Morgenpost: Aha, heute vor 40 Jahren war Hippie-Zeit, der Summer of Love.Zurück im Büro stöbern wir doch gerne nach den aktuellen Angeboten zu diesem Thema und stolpern über ein fulminant einfaches, aber deshalb so liebenswürdiges Foto-Essay, das Slate.com dazu online gestellt hat. Eine Slide-Show mit Aufnahmen der Fotoagentur Magnum, eine Klasse für sich, sowohl die Agentur als auch das Essay.
Da erinnere ich mich doch gerne an Danny Lyon, einen anderen Chronisten jener Tage, der selber irgendwo ein Hippie war, aber eine andere Randgruppe des großen Amerikanische Traums auf grobkörnigen Schwarz-Weiß-Rollfilm verewigt hat: den "Outlaws Motorcycle Club" in Illinois.
Lyon war Mitte der Sechziger Kunststudent, aber fuhr lieber mit seiner betagten 650er Triumph Bonneville übers Land und vertrieb sich die Zeit bei Straßen- und Motocrossrennen in trostlosen Provinznestern. Er fotografierte; die Rennfahrer, ihre Frauen, die Zuschauer, und er fuhr selten allein. Von 1963 bis 65 war er ein Mitglied des Chicagoer Chapters der "Outlaws" und trug ihre „Colors“ - er trank und rauchte mit ihnen und war bei den Beerdigungen dabei, wenn wieder einer der "Outlaws" an den Folgen eines Unfalls starb.
Sein Bildband "The Bikeriders" ist ein inzwischen anerkannter Meilenstein in der Geschichte der amerikanischen Fotografie und stellt eine Verbindung zwischen den Hippies und Bikern dar: "Auch andere Randgruppen wie die Beatniks und Hippies begeisterten sich für die Biker: Die Drogen-Evangelisten der Merry Pranksters um die Schriftsteller Ken Kesey und Tomothy Leary sahen wie die 'Grateful Dead' in den berühmt-berüchtigten Hell’s Angels seelenverwandte Zeitgenossen."
Ich habe Danny Lyon, seit vielen Jahren selbst ein Magnum-Fotograf, vor geraumer Zeit mal eine längere Betrachtung gewidmet - wer Lust & Zeit hat zu lesen, hier lang.
Der Archivwart
15 August 2007
Vietnam: Wo sonst gibt es schweinische Transporte?
Dennis vom Moppedblog hat die erste Runde eröffnet - mit folgendem Schnappschuss, den er bei motoblog.it gefunden hat.

Da kann ich locker gegenhalten. Das Schwein als solch hat im gesamten asiatischen Raum keine guten Karten. Erst wird es gehalten, um die Schnecken aus dem Garten zu vertreiben. Dann kommt es gnadenlos und auch gerne im Doppelpack auf den Rücksitz, um nach einem kurzen, schmerzlichen Besuch beim Metzger den Speiseplan zu vervollständigen.

Das Bild entstand Ende 2005 im vietnamesischen Lao Cai an der Grenze zu Südchina, wo die erregt grunzenden Viecher - hier noch unterwegs auf einer alten ukrainischen Minsk - meist süß-sauer serviert werden.
Dennis, wir sollten einen kleinen Wettbewerb ausrufen: Wer hat bzw. findet weitere Fotos mit motorradfahrenden Schweinen?
Der Stallwart

Da kann ich locker gegenhalten. Das Schwein als solch hat im gesamten asiatischen Raum keine guten Karten. Erst wird es gehalten, um die Schnecken aus dem Garten zu vertreiben. Dann kommt es gnadenlos und auch gerne im Doppelpack auf den Rücksitz, um nach einem kurzen, schmerzlichen Besuch beim Metzger den Speiseplan zu vervollständigen.

Das Bild entstand Ende 2005 im vietnamesischen Lao Cai an der Grenze zu Südchina, wo die erregt grunzenden Viecher - hier noch unterwegs auf einer alten ukrainischen Minsk - meist süß-sauer serviert werden.
Dennis, wir sollten einen kleinen Wettbewerb ausrufen: Wer hat bzw. findet weitere Fotos mit motorradfahrenden Schweinen?
Der Stallwart
Ducati: die Modellpolitik im Bugsog der 1098
Es sind gerade mal vier Monate her, seit ich in Bologna im Office von Ludovica Benedetti, der toughen Pressesprecherin von Ducati saß, und über die Zukunft der Marke im Allgemeinen und die zukünftigen Modelle im Gefolge der extrem erfolgreichen 1098 sprach. Das geschah im Rahmen meiner Recherche für einen Lufthansa exclusive-Magazin-Artikel.Ludovica ist eine typische Nord-Italienerin - nach Außen hin strahlend freundlich, innerlich kühl wie ein Amaretto auf Eis - und eine noch typischere Pressesprecherin: bis zu einem bestimmten Punkt jovial und offen, aber wenn es ans Eingemachte geht, verschlossen wie eine frische Auster.
So kam ich mit meinen bohrenden Fragen, was denn in der Modell-Linie nach der aktuellen 1098 und 1098 S käme, nicht sonderlich weit: "Claro, wir werden die Modelle weiterentwickeln..Ja, Ja, ein kleinerer Motor böte sich an..."
Jetzt hat die Rationalisierung und das lean production-Prinzip, welches Ducati in den vergangenen Jahren das Überleben erst ermöglicht hat, der Politik des eisernen Schweigens, das zukünftige Modell nicht nur bei den Mythos-Bauern in Borgo Panigale umweht, ein Schnippchen geschlagen: Die Wahrheit und die Zukunft ist im Boden des 1098-Plastiktanks eingestanzt.
Roadracingworld.com hat das Bild der Unterseite eines 1098-Tanks veröffentlicht, welches ein findiger 1098-Besitzer geschossen hat.
Darauf ist - da wetten auch andere außer mir drauf - die gesamte zukünftige Ducati-Superbike-Modellpalette schon vorab verewigt. Denn lean production heisst in der Praxis: eine Modellreihe - ein Tank, der über mehrere Jahre verbaut werden kann.
De facto ist die Sache also klar: Es wird eine 1098 R - also Racing - geben, sowie eine auf 848 ccm abgespeckte Version in der Normal- und der S-Ausführung. Ich tippe mal: Die R kommt Ende 2007, die mit den kleineren Motoren ausgelieferte 848-er im Jahr 2008.
Sorry, Ludovica...
(c) Jochen Vorfelder
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13 August 2007
Sardinien: Ferien auf dem Bauenhof, Fahren auf der Ural, und überhaupt

Der Wert der Dinge erweist sich ja oft erst nach geraumer Zeit. Das geht inzwischen auch den Bloggern so, die über die Jahre hinweg scheinbar ziellos sinnlose Texte angehäuft, und sich in der Zwischenzeit häufig gefragt haben: Warum bloß?
Die Antwort hat mein alter Onkel, übrigens ein begnadeter Motorradbastler und manischer Sammler vor dem Herrn, so formuliert: "Weggschmissen is schnell, aber gfunden nimmer." Ja, alles kann man irgendwann mal brauchen.
Ähnlich muß es am Wochenende der schreibenden Kollegin Carla King ergangen sein, die den Blog American Borders befeuert. Darin beschreibt King diverse Motorradreisen durch die USA, China, Indien und eine Handvoll Länder rund ums Mittelmeer.
Vor allem die italienischen Einträge in ihren Blogs, die teilweise bis ins Jahr 1995 zurück reichen, kamen ihr jetzt wieder überraschend in den Sinn, als die New York Times auf ihren Reiseseiten das Ziel Sardinien - und speziell den für Amerikaner doch wohl ungewöhnlichen Urlaub auf dem Bauernhof - zum Thema machte.
Back to Nature, the Italian Way heisst der aktuelle NYT-Betrag, der King dazu animierte, auf ihre 2001er Reisetagebücher mit Einträgen über selbige Insel hinzuweisen.
Beides gute Artikel, eine gute Vorbereitung für eine Fahrt nach Sardinien - und eben der Beweis, dass man gute Texte auch länger ablagern lassen kann.Ach ja, und was mir noch gefallen hat - auf ihrer letzen Fahrt durch die USA, die in die Buchveröffentlichung American Borders mündete, fuhr King just das Eisenschwein, das ich vorletzte Woche in Sibirien bewegen durfte: das Ural-Gespann.
(c) Jochen Vorfelder
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