31 Juli 2009

Virales Marketing: BMW sucht nach Motorrad-Bloggern


Kundenbindung ist bekanntlich alles. Und um die Kunden zu binden - was bietet sich da mehr an, als Kunden für Kunden schreiben bzw. bloggen zu lassen?

Dieses angeblich bombensichere 1x1 des viralen Marketings hat nun auch BMW auf www.s1000rr.com - der Promo-Site für das neue Superbike - aufgegriffen. BMW sucht dort unter dem Reiter BLOG aktive Blogger, die das bisher doch eher gemächliche Geschehen auf der Site etwas aufpeppen. Offensichtlich kann sich jeder bewerben...

Das kann natürlich spannend werden: Wer aus der deutschen Motoblogger-Szene bewirbt sich? Wer stellt sich der Herausforderung? Wo sind die inhaltlichen und stilistischen Grenzen eines solchen Experiments?

Wer will sich dem (sicher kommenden) Vorwurf aussetzen, ein Lohnblogger zu sein? Denn in welches Umfeld man sich da begibt und wie solche Entscheidungen bei Großkonzernen fallen, ist ja landläufig dokumentiert ... :-)

30 Juli 2009

Buell 2010: wenig Neues, aber viel Selbstironie bei der Blast

Ich finde Buell gut. Ok, das Modelljahr 2010 wird langweilig. Es gibt kein neues Bike, sondern nur eine Menge Detailverbesserungen, die man nicht unbedingt haben muß oder einen Mehrwert gegenüber der 2008er Palette darstellen.
Aber Erik Buell, der Chef vom Janzen, beweist auch diesmal wie jedes Jahr, dass er keineswegs verkniffen durchs Leben geht. Beispiel: das amerikanische Einsteiger-Motorrad Buell Blast.

Die Blast war eine lahme Fuhre, ein zylinderamputierte Mutation der radikalen Sportsbike-Philosophie, die das Wesen der Marke ausmacht. Dennoch hatte die Blast ihre Berechtigung: Für Horden von US-Bikern war sie die erste Wahl nach der Fahrschule, der erste Schritt auf dem langen Weg zum echten PS-Schwein.

Jetzt hat Erik Buell entschieden, dass die Produktion der Blast eingestellt wird. 2010 wird es keine neuen Blasts mehr geben. Aber Erik Buell läßt die gute Tante nicht einfach vom Erdboden verschwinden, sondern nimmt sie bei der Vorstellung des Modelljahrs 2010 auf der amerikanischen Site mit viel Humor und Selbstironie aus dem Programm.

Have a Look - Introducing the Blast 2010 ...

BMW: Motorradsparte fährt weiter Superbike


Es wurde schon viel über den Ausstieg von BMW aus der Formel 1 geschrieben - auch über die wachsweiche Argumentation mit der ausschließlichen Betonung der "stategischen Neuausrichtung" des Konzern. Hier zur Verdeutlichung der O-Ton von der überraschend einberufenen Pressekonferenz am 29.Juli in München.

Das hat natürlich Fragen aufgeworfen:

- Was bedeutet die Neuausrichtung, bei der in Zukunft der bisherige Jahresetat von geschätzten 150 Mio. Euro in die Entwicklung von Elektromobilität und Imagekampagnen zur Verdeutlichung der "nachhaltigen Unternehmenspolitik" fließen sollen, für die Motorradsparte?

- Was passiert mit dem erfolgreich aufgenommenen Engagement in der Superbike-WM? Für wen und womit fahren Ruben Xaus und Troy Corser im kommenden Jahr?

Die Antwort dazu kommt direkt von Pressesprecher Rudolf Probst von BMW Motorrad. Er sagt, dass die Formel 1-Entscheidung der Automobil-Sparte und des Gesamtkonzerns die Motorrad-Aktivitäten nicht berühre: "Für uns ist das Engagement im Superbike-Sektor unabdingbar, das Salz in der Suppe. Wir sind auch in der kommenden Saison weiter auf der Rennstrecke - auf verschiedenen Ebenen: in der Superbike-Serie als auch mit Partnern bei der IDM."

Das ist doch mal ein klares Wort. Hätte auch keiner verstanden, wenn BMW jetzt NUR noch E-Roller bauen würde.



29 Juli 2009

Rennunfall UK: Josh Brookes als menschliches Torpedo

An einem schönen Wochenende in Mallory Park .. Ohne Worte ...

28 Juli 2009

BMW: Chef von Kuenheim schilt E-Roller-Hersteller als Bastler

Hendrik von Kuenheim ist Chef der BMW-Motorradsparte - jenem Konzernteil in München und Berlin-Spandau, bei dem es im Mai Kurzarbeit gegeben hat.

Wer diesen für die Beschäftigten nicht unbedeutenden Anlaß als Indiz dafür nimmt, dass von Kuenheim mit offenen und weit blickenden Augen durch die Welt schreitet, sieht sich zumindest nach der Lektüre eines von Kuenheim-Interviews in der sonntäglichen FAZ enttäuscht.

Besonders folgende Passage hat es mir angetan: "Der Stand der Technik ermöglicht es heute nicht, Fahrzeuge mit alternativem Antrieb zu einem wettbewerbsfähigen Preis zu produzieren, die der Kunde dann auch bereit ist in großen Stückzahlen zu kaufen. Die Batterie-Technik ist heute noch nicht so weit. Akzeptable Autos oder Motorräder, die auch die Kundenerwartungen erfüllen, gibt es noch nicht. Vielleicht wird es 2013 oder 2014 so weit sein, nicht vorher. Fahrzeuge, die es heute gibt, sind Insellösungen oder unausgereifte Bastellösungen."

Na super Position, vor allem vor dem Hintergrund, dass von Kuenheim wenige Zeilen davor konzidierte, dass 1) China ein Markt der Zukunft ist, 2) laut BMW-Markforschung der Kunde mit einem Elektroantrieb mindestens 100 Kilometer weit fahren möchte, und 3) die Frage der "urbanen Transportation" BMW-Motorrad sehr intensiv beschäftigt.

Zählt man 1 und 2 und 3 zusammen, kommt man auf 4 Überlegungen:

- Der durchschnittliche 45er Roller in Deutschland fährt kaum mehr über 5000 Kilometer im Jahr und in der Regel in der Stadt: vom Speckgürtel ins Büro und zurück oder mal rund ums Eiscafe.

- Hat sich die BMW-Marktforschung die falsche Zielgruppe ausgesucht?

- Sind die erfolgreichen Massenhersteller in China, wo der gemeine E-Roller ein Renner ist, und die erfolgreichen deutschen Importeure und Vertreiber allesamt Inselbewohner und unausgereifte Bastler?

- Ist der bayrische Dickschiff-Werk-Chef nicht irgendwie etwas hochnäsig, wenn er in Sachen Elektroantrieb die Angebote ignoriert und in die weite Zukunft 2014 verweist. Seine "Tausende Ingenieure, die alle nach dem Besten streben", hats vielleicht doch etwas gewurmt ...

PS: Hier die weltweiten monatlichen Verkäufe von BMW im Vergleich 2009 versus 2008 nach Zahlen der amerikanischen Dealernews.


Januar 2009: 3,731, + 1,1 Prozent zu 3,689 in 2008

Februar 2009: 4,401, - 29,6 Prozent zu 6,254 in 2008

März 2009: 9,100, - 18 Prozent zu 11,093 in 2008

April 2009: 10,166, - 18,6 Prozent zu 12,489 in 2008

Mai 2009: 10,172, - 12,2 Prozent zu 11,580 in 2008

Juni 2009: 9,402, - 13,8 Prozent zu 10,904 in 2008

Wenn diese Zahlen stimmen - Dealernews hat sie noch nicht dementiert - dann verwundert es doch schon, wenn von Kuenheim in der FAZ wie folgt zitiert wird: "Der Auftragseingang von BMW für neue Motorräder war im Juni das erste Mal seit neun Monaten im positiven Bereich. Wir hatten einen massiven Auftragseinbruch im Januar, auch noch im Februar, aber jeden Monat hat sich das kontinuierlich verbessert. Da ist also Licht am Ende des Tunnels."

Welcher Auftragseingang, welcher Verkauf, welcher Tunnel?

25 Juli 2009

24 Juli 2009

Video: Nachschlag zum E-Grand Prix Isle of Man 2009



Es wimmelt ja inzwischen schon von einschlägigen Videos zum ersten Elektro Grand Prix 2009 auf der Isle of Man. einfach mal bei Youtube suchen. Der Streifen oben hat mir definitiv am besten gefallen. Wer lieber Lesestoff will: Hier der Rückblick.

23 Juli 2009

Sony: Wann kommt dieses Wunderwerk auf den deutschen Markt?



Warum wird zuerst der kriselnde amerikanische Markt bedient, und nicht die von Konsumbereitschaft nur so triefenden Deutschen? Ich will es unbedingt haben. Sofort.

Der Technikwart

Ural-Gespann: Jagd auf Roter Oktober

Es ist schon zur Tradition geworden: Jedes Jahr verschickt Hari Schweighöfer eine schräge Presseerklärung und kündigt ein schräges Ural-Gespann an - die Limited Edition des kommenden Jahres... Hier ein Auszug:

"Jedes Jahr gibt der Ural Europa-Importeur im Sibirischen Werk eine kleine Ural-Besonderheit in streng limitierter Auflage zur Fertigung in Auftrag. Das Modell heuer: Ural Limited Edition 10/09 “Roter Oktober”, angelehnt an den ersten Roman von Tom Clancy und der gleichnamigen Verfilmung.

Und hier die kommenden Fragen gleich vorweg beantwortet:

1.) Ist “Roter Oktober” ein russisches Raketen-U-Boot der Typhoon Klasse?
Nein! „Roter Oktober“ ist kein U-Boot, sondern ein russisches Ural Beiwagenboot angeflanscht an ein russisches Ural Motorrad der Limitierten Edition des Jahrgangs 2009.

2.) Hat „Roter Oktober“ einen magnethydrodynamischen Antrieb (MHA)?
Nein! „Roter Oktober“ hat keinen magnethydrodynamischen Antrieb (MHA) sondern einen schwarz getarnten Boxermotor (SBM) mit Hubraum 750 ccm, welcher zirka 40 PS über Kardantrieb an das Hinterrad gibt.

3.) Und ist daher fähig, sich geräuschlos fortzubewegen?
Ja und nein! Dieses Fahrzeug lässt sich auf den 18 Zöllern von Heidenau sanft und geräuschlos im Schiebebetrieb bewegen. Nur macht das Niemand. Einmal den schwarz getarnten Boxermotor (SBM) aktiviert, nimmt das heisere Böllern der 2 schlanken Auspufftüten sofort gefangen.

Wie immer bei Ural´s limitierten Modellen gibts kleine nette Details: Diesmal sind es die Retourgangschaltung am Tank und eine kleine praktische Tasche am Po des Beiwagens mit eindeutiger Signierung der Herkunft aller Ural-Motorräder.

Die Jagd auf Roter Oktober ist ab sofort eröffnet. Nicht mehr als 30 Stück werden im Oktober 2009 in den Ural-Werften vom Stapel gelassen.

Mehr dazu unter www.ural.cc
Und hier eine Reportage darüber, wie viel Spaß man mit einem Ural-Gespann haben kann: IRBIT BIKE SHOW - Wodka im Tank der Ural

Neue Dickschiff-Modelle im September: Victory und Indian Chief

Ziemlich außerhalb der üblichen Verkaufs-Saison, aber noch rechtzeitig vor der Winterpause kommen zwei Klassiker, die Dickschiffe von Victory und eine Neuauflage der Indian Chief, auf den deutschen bzw. den amerikanischen Markt.

Zur Victory: Die Tochterfirma des Schneemobil- und ATV-Herstellers Polaris wird jetzt auch von Leu Tuning in Friesland vertreten. Polaris/Victory baut seit zehn Jahren in den USA Konkurrenz-Modelle zu Harley-Davidson - genauso fett, in der Website von Leu werden sie als "Drei-Zimmer-Küche-Bad" auf Rädern charakterisiert. die neuen 20120er Modelle sollen ab 19. September in 26452 Sande zu begutachten sein.

Nicht ganz so einfach ist die Lieferlage bei der Indian. Nach einer jahrelang ziemlich hart geführten Auseinandersetzung über die Nutzung des 108 Jahre alten Markennamens "Indian" und erhitzten Debatten, ob eine Replika eine Indian sein kann, hat Indian Motorcycles nun angekündigt, ebenfalls im September die ersten Maschinen der neuen 2010er Chief auszuliefern. Das Problem dabei: Für den Preis von bis zu 35.000 USD kriegt man in den USA zwei gut restaurierte Original-Indians aus den Vierzigern ....

22 Juli 2009

Karl Lagerfeld - ein echt cooler Hund

Wenig Aufwand - maximaler Effekt: schwarze Biker-Handschuhe, scharfe Brille und ein blondes Model mit Namen Lara Stone. Mehr brauchte Altmeister Karl Lagerfeld vergangenen Freitag nicht, um in Paris vor der Chanel Boutique ein Fotoshooting für Chanels Pre-Spring Kollektion "Starting Point" zu inszenieren.

Ok, da war noch was Wichtiges: Ein rattenscharfer Cafe Racer, bei dem ein alter Triumph Mark II-Motor verbaut wurde. Ok Karl einen Führerschein hat?

Die ganze Story und die Bilder bei WWD fashion ...

21 Juli 2009

Statistik: schlechte Zahlen für japanische Bike-Hersteller


Wir haben ein wenig in den Statistiken gegraben, die JAMA regelmäßig veröffentlicht: Jama ist die Vereinigung der japanischen Fahrzeug-Hersteller und protokolliert zur Zeit der schlechten Lauf der vier Bike-Bauer Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki.

Ist schon demoralisierend, wenn man sich die Zahlen der vier Großen anschaut:

Im Mai 2007 in Japan produzierte Fahrzeuge über 250 ccm -
Honda 12.793, Suzuki 20.154, Yamaha 15.972, Kawasaki 15.835, Gesamt 64.754

Im Mai 2008 in Japan produzierte Fahrzeuge über 250 ccm -
Honda 4.074, Suzuki 10.676, Yamaha 14.414, Kawasaki 9.425, Gesamt 38.591

Im Mai 2009 in Japan produzierte Fahrzeuge über 250 ccm -
Honda 4.482, Suzuki 5.889, Yamaha 7.006, Kawasaki 3.944, Gesamt 21.321

Zwei Drittel der Produktion in Japan ist weggebrochen, der Gürtel muss enger geschnallt werden ...

kein Wunder, dass Honda und Yamaha ihre Teilnahme an der EICMA 2009 im November angesagt haben.

BMW: Sieht so der kommende E-Scooter aus?

Die Spatzen pfeifen und twittern es ja schon länger von den Dächern: Auch BMW wird in den wachsenden Markt mit Elektrofahrzeugen einsteigen. Gemutmaßt wurde bisher - wohl zu Recht - , dass das (gescheiterte) Experiment C1 eine geeignete Fahrzeugplattform sein könnte.

Die Spanier von www.soloscooter.com haben sich nun in der Gerüchteküche weit vorgewagt und einen Entwurf von Oberdan Bezzi sowie eine optisch modifizierte C1 ins Netz gestellt.

Spekuliert wird in dem (spanischen) Artikel auch über die technischen Details des Gefährts: Lithium-Batterien sollen drei Stunden Fahrzeit bei einer maximalen Geschwindigkeit von 120 kmh bringen. Soloscooter - und damit geht die zur Zeit haltlose Spekulation weiter - kündigt den Prototypen des Elektro-BMW-Scooter für 2010 und den Sprung in den Verkauf für 2011 an ... man wird sehen, vielleicht schon auf der nächsten EICMA in Mailand im Herbst.

Rennunfall: Henry Surtees tödlich verunglückt

Der 18jährige Henry Surtees ist am Wochenende im britischen Brands Hatch nach einem Unfall während eines F2-Rennens verstorben.

Surtees war der Sohn des erfolgreichen Motorrad- und Automobilrennfahrers John Surtees, der 1956 sowohl die 500-Kubik-Weltmeisterschaft auf zwei Rädern (MV Agusta) und 1964 die F1-Meisterschaft mit Ferrari gewonnen hat.

Bei dem Rennen am Sonntag in Brands Hatch hatte sich ein Rad am Wagen eines anderen Fahrers gelöst und hatte Henry Surtees mit voller Wucht am Kopf getroffen. RIP.

17 Juli 2009

Branchenkrise: Vectrix USA geht in die Insolvenz

Es hatte sich schon im April abgezeichnet und wir hatten darüber berichtet: Dem amerikanischen Hersteller von Großrollern Vectrix geht finanziell die Luft aus.

Mike Boyle, Chef der Firma mit Sitz in Middletown, Rhode Island, hat damit begonnen, die Arbeitsverträge mit der Mehrzahl der Angestellten des Roller-Herstellers aufzulösen und hat beim zuständigen Gericht ein Insolvenzverfahren beantragt. Vectrix hatte in den letzten Wochen versucht, staatliche finanzielle Unterstützung für die Firma zu bekommen, war dabei aber gescheitert. Jetzt sind zunächst etwa vier Fünftel der Angestellten in der Zentrale ohne Arbeit; die Website www.vectrix.com ist bereit tot.

Die Insolvenz tritt nach amerikanischem Recht innerhalb 30 Tagen in Kraft, falls kein Investor gefunden werden sollte. Das dürfte schwierig werden: "The company has made every effort to reduce costs and conserve cash, but market conditions continue to be difficult and the results of sales have been very disappointing." schrieb Boyle in einem Memo an die amerikanischen Händler.

Nach Auskunft von Sven Wedemeyer, Vertriebsleiter bei Vectrix Deutschland in Berlin, ist der deutsche Vertrieb, die Wartung und der Verkauf durch die unabhängige deutsche Filiale vom Insolvenzantrag der amerikanischen Zentrale nicht betroffen. "Wir verkaufen weiter," sagt Wedemeyer. "Auch die Produktionsstätte in Polen macht weiter."

Das für dieses Jahr avisierte zweite Modell von Vectrix, der kleinere VX2, mit dem ein breiterer Kundenkreis angesprochen werden sollte, wird allerdings auf frühestens 2010 verschoben. Das Flagschiff von Vectrix, der VX1, deckt mit einem Preis knapp unter 10.000 Euro kaum einen Massenmarkt ab, mit dem Geld verdient werden könnte.